Beheizter Gewölbekeller und Fussboden darüber

05.03.2013 Walter



Liebe Mitglieder des Fachwerkhaus-Forums,

im Zuge der Sanierung der Küche in unserem Bruchsteinhaus habe ich zwei Schichten Fliesen entfernt. Die tiefere Schicht (Zementfliesen) ware wie üblich nur im Mörtelbett gelagert, und das wiederum auf Sand bzw. Bruchsteinen. Alles lose Material habe ich ausgegraben und den Boden begradigt (jetzt ca. 25 cm tief).

Die Küche liegt zur Hälfte auf dem Gewölbekeller (12. Jahrhundert), die andere Hälfte ist nicht unterkellert. Alle Wände sind trocken, der Boden auch. Der bisherige Aufbau kannte keinerlei Dämmung oder Sperrschichten. Der Fussboden liegt ca. 1m über der Strasse.

Bei den Überlegungen zum Aufbau des neuen Fussbodens (ob mit oder ohne FBH etc.) habe ich mir als Fundament eine Betonschicht, Abdichtung, Dämmung und Estrich/Fermacell vorgestellt, darauf Fliesen. Kondensat vom Gewölbekeller ist ja normalerweise nicht zu erwarten ausser - und da ist mir ein Satz von Herrn Böttcher aufgefallen - "der Keller wäre wärmer und feuchter als der Raum darüber".

Nun wird unser Gewölbekeller tatsächlich beheizt, und zwar im Sommer durch die Überschusswärme aus der Solarthermie auf dem Dach. Zwei große Heizkörper im Keller werden dann durch eine Pumpe mit sehr heißem Wasser (90 Grad) aus der Therme gespeist. Das ist jetzt zwei Sommer lang passiert und ich bilde mir ein der Keller ist trockener geworden. Ich schätze, dass pro Sommersaison wohl so 100 Stunden Heizleistung zusammen kommen.

Jetzt die Frage: kann das Aufheizen des Gewölbekellers zu einem Problem für den Fussboden darüber werden und wie sollter der Aufbau dann evtl. aussehen.

Für Ideen und Tipps bin ich sehr dankbar,

Viele Grüsse,

Walter Kriha



Fußbodenaufbau



Bei einem gedämmten Fußbodenaufbau spielt das keine Rolle ob unten wärmer oder kälter.
Übrigens eine interessante Idee, mit der überschüssigen Wärme im Sommer. Damit könnte man aus dem Kellergewölbe einen Latentwärmespeicher machen. Angeschlossen an ein Belüftungssystem kann man damit im Winter vorgewärmte Frischluft ins Haus leiten. Als Wärmespeicher könnten lose eingestapelte Feldsteine dienen

Viele Grüße



Diese Erfindung...



... ist schon erfunden worden und nennt sich "Pufferspeicher" oder "Wärmetank", sie wird aus Platz- und Gewichtsgründen wirtschaftlich meist als Warmwasser-Speicher ausgeführt. Das muss dann nicht unbedingt im Keller stehen, man kann das auch draußen aufstellen oder im Erdreich verbuddeln.

Es geht hier nicht um die üblichen "Kleinspeicher" in der Hausnummer 300-1000l, die schlicht und ergreifend mitunter heizungstechnisch notwendig und sinnvoll sind, sondern um Behälter mit mehreren Kubikmetern Inhalt.

Es ist ein wirkliches Problem, die "Überschussenergie" einer Thermischen Solaranlage für eigene Zwecke in die Heizperiode zu retten, zumal man Wärmeenergie, anders als Strom aus PV, im Sommer nicht einfach "verkaufen" kann.

Ein wie auch immer ausgeführter Wassertank ist wegen der deutlich höheren Wärmekapazität hier weit besser geeignet als gestapelte Feldsteine. Es geht um den Faktor drei bis vier.

...

Einige meiner Solarfreunde freuen sich grade nach zwei Sonnentagen einen Knopf an die Mütze, dass der Gasbrenner nur noch selten anspringt, sie vergessen aber, dass wohl rund zweidrittel der Gasrechnung bereits aufgelaufen ist (Sommer-Sommer).


MfG,
sh



Wärmespeicher



Wobei der Kostenfaktor für einen mehrere m³ fassenden Speichertankank samt der Einbindung in das vorhandene Heizungssystem auch um 3 bis 4 höher liegen wird.



Dann...



... stapelt man schön 30m³ Feldsteine im Keller und dämmt die auch schön...

Aber im Prinzip richtig: So ein System gibt es nicht geschenkt...

Ich habe aber auch schon alte Flüssiggastanks zum Pufferspeicher umgebaut...

MfG,
sh



Partykeller



Ich hoffe ich zerstöre die Ernsthaftigkeit der Diskussion jetzt nicht komplett :-)


Ist das der Grund, warum in diesen schönen alten Kellern früher schon hektoliterweise Flüssigkeiten gelagert wurde? Evtl. haben wir da ja ganz altes Bauwissen mit der Zeit verloren. :-)

Das würde auch zu Walters nett ausgebautem Partykeller passen. Statt lose eingestapelten Feldsteinen einfach ein paar lose eingestapelte Bierkisten oder das ein oder andere große alte Weinfass wieder zurück in den Keller rollen.



So...jetzt dürfen alle auch wieder ernsthaft weiterdiskutieren.

Schönen Dienstag noch



Belüftungssystem



Zuerst einmal herzlichen Dank für die Tipps und Anregungen. Morgen beginnt eine Firma mit dem Einbau des Bodens der Küche wie in der Frage beschrieben. Somit bin ich recht froh, dass keine massiven Einwände gekommen sind. Die geplante Dämmung resultiert u.a. aus der Tatsache, dass sich Styrodur wesentlich leichter schleppen lässt als die gleiche Dicke nochmals in Beton (:-).

Zum Thema Wärmespeicher: Ich kenne wassergeführte Systeme mit etlichen Tausend Litern die z.B. einmal pro Woche mit einer Scheitholzanlage aufgeheizt werden (neu gebauter Bauernhof mit eig. Wald..). Dann habe ich Bilder gesehen von Häusern mit 30.000 Liter Tanks als Teil der Stockwerke. Da scheint mir die Idee einer Speicherung im Gestein schon recht interessant zu sein.

Allerdings müsste es ohne "mobile" Steine gehen. Als Teil eines Fundaments im Rahmen eines Neubaus?
Ich bin mir nicht sicher ob die Solarthermie, vor allem wenn sie auf dem Dach noch in Konkurrenz mit der Photovoltaik steht, ausreichend Wärme dafür erzeugen würde.

Zumindest nicht in meinem alten Hof, dessen Heizprinzip im Durchschleusen großer Mengen Frischluft besteht (Grundofen, Stand-Kachelofen, Gussofen, Temperierung durch Gastherme mit groben Radiatoren).

In einem Niedrigenergiehaus hingegen...

Momentan macht sich der Überschuss im Sommer sehr angenehm bemerkbar. Optimieren könnte man es durch ein Belüftungssystem, das nach dem Aufheizen des Kellers die Luft austauscht. Und zwar genau dann, wenn die Luftfeuchtigkeit draussen geringer ist. Allerdings habe ich auch gar nicht vor, den Keller "auszutrocknen".

Zum Schluss habe ich noch ein Bild des Gewölbekellers hochgeladen - er beherbergt tatsächlich eine ganze Reihe interessanter Flüssigkeiten wie der Micha richtig bemerkt hat...
http://www.ferien-am-tuniberg.de//media/keller/IMG_1766.jpg
Dazu werde ich später sicher noch ein paar Fragen bezüglich Typ, Bauweise etc. an das Forum haben. Für mich als Laien ist es fast unvorstellbar, dass das Gewölbe einen schweren Grundofen sowie den zugehörigen mehrstöckigen Kamin tragen kann...


Viele Grüsse,

Walter Kriha