Drainage und Perimeterdämmung durch Baumeister. Mängel?

18.05.2014 SeppForcher



Guten Abend!
Vor 2 Wochen wurde unsere Drainagierung inkl. Perimeterdämmung durch einen örtlichen Baumeister durchgeführt.

Nun hätte ich ein paar Fragen zu den Arbeiten, im speziellen zur Noppenfolie und Abdichtung.
Sie wurde vertikal nicht bis zu den Kellerschächten gezogen und auch nach oben hin hört sie meiner Meinung nach viel zu weit unten auf.
Bitte sehen Sie sich die Bilder an.
Ich bedanke mich recht herzlich für Ihre Hilfe.
Mfg Sepp



Weitere Bilder



Hier finden Sie noch weiter Bilder...

In das Sandbett wurde der Erdkollektor für die Wohnraumlüftung gelegt.

Man sieht hier auch beim stehenden Bild die Aussparung an den Kellerschächten...



Weitere Bilder



Bei dem Foto ganz rechts Unten steht die XPS Platte (rosa) etwa 2 cm vor!?

Vielen Dank nochmals an die Experten
Sepp



Kellerabdichtung



Leider kann man bei diesen Mehrfachbildern kaum Details erkennen. Auch sonst ist bei der Komplexität der Baumaßnahme mit den paar Fotos eine Einschätzung aus der Ferne seriös nicht möglich. Das geht hier nur vor Ort.
Ich kann Ihnen nur ein paar allgemeine Informationen geben und meinen mehr gefühlten Eindruck vom Gesamtzustand:
Erst mal bin ich misstrauisch warum überhaupt eine Dränung vorgenommen wurde (die übrigens auf den Fotos nicht erkennbar ist).
Dann wundert mich diese gigantische Baugrube die hier ausgeschachtet wurde. Etwa 1 m Arbeitsbreite am Wandfuß reichen aus und bei bindigem Boden (sonst brauche ich keine Dränung) komme ich mit einer Wandneigung von ca. 60° hin.
Dann wundert es mich das riesige Mengen an Kalkschotter zum verfüllen benutzt wurden und das anscheinend auch noch ohne sie beim Einbau zu verdichten. Ein Nachsacken der obersten Anfüllung mit Mutterboden, Bettungssand o.ä. und damit der Oberfläche wird die Folge sein.
Die Anschlußdetails im Sockelbereich sehen mir vorsichtig formuliert gewöhnungsbedürftig aus.
Wichtig ist bei so einer Arbeit die Abdichtung, sie muß, vor allem am Fußpunkt der Wand, sorgfältig ausgeführt werden. Davon ist auf den Fotos nichts zu sehen.
Die Perimeterdämmung wird nach dem vollständigen Durchtrocknen/Erhärten der Abdichtung aufgeklebt.
Was für eine Abdichtung und ob überhaupt eine aufgebracht wurde kann ich nicht erkennen.
Die Perimeterdämmung dient gleichzeitig als Anfüllschutz; eine Noppenbahn ist hier nicht unbedingt erforderlich.
Was dieser "Erdkollektor zur Wohnraumentlüftung" soll kann ich mir auch nur zusammenreimen, eine Kühlung/Entfeuchtung bzw. Erwärmung/Befeuchtung von angesaugter Außenluft bevor sie über eine Zwangslüftung verteilt wird.
Dafür sind diese dünnen Röhrchen denkbar ungeeignet, durch den kleinen Querschnitt entstehen hohe Strömungsgeschwindigkeiten, hohe Reibungswiderstände und damit ein geringer Wirkungsgrad. Außerdem kann Kondensat nicht ablaufen und wird mitgerissen, so wie kleine Feststoffe und Schmutzpartikel. Die Leitungen können schnell verkeimen und werden so zur Sporenschleuder.



Vielen DANK ...



...Herr Georg!

Die Dimension des Erdkollektors (Polo-Kal Rohr) ist 200 mm mit einen Gefälle von 3 % verlegt. Soll später die Luft für die Wohnraumlüftung vorerwärmen.

Die Wand wurde mit Hochdruckreiniger gereinigt mit einem schwarzen dünnflüssigen Zeugs angestrichen und die Platten wurde sofort danach mit einer dicken schwarzen 2-Komponenten Masse aufgeklebt. Danach die Noppenfolie. Das wars...

Unten wurde mit Magerbeton eine Hohlkelle gemacht. Der Schotter wurde nicht verdichtet und muss auch, laut Bautechniker/Polier nicht verdichtet werden!(?)

Was mich eben als Laie stutzig macht ist das die Noppenbahn viel zu weit unten aufhört und nicht mit einer Leiste abgeschlossen wurde. Kann dadurch nicht Schlagregen die Mauer entlang zwischen Noppenfolie und Perimeterdämmung nach unten fließen?

Die große Baugrube war leider notwendig, da Bauschutt in großen Mengen hervorgekommen ist. Dieser musste sehr teuer entsorgt werden.

Die Fotos können Sie durch 2 x klicken noch vergrößern.

Im 2. Beitrag sehen auf dem Foto 2 schwarze Rohre, diese sollen die Drainrohre sein.

Vielen herzlichen DANK für Ihre Mühe und Hilfe
glg Sepp



die



Noppenbahn ist nicht das Problem, ist eher nur eine Gleitfolie, wenn auch sinnlos ! Die Abdichtung scheint nicht fachgerecht ausgeführt worden zu sein und bei der Dränage sehe ich keinen Filterflies (auch von unten) und keine Kontrollschächte an den Ecken. Allerdings kenne ich auch nicht den Inhalt des Vertrages (was war die geschuldete Leistung, wer hat den Bau überwacht.... (bei der Abdichtung muß einiges gemessen und protokolliert werden!)?



Hallo Olaf,



den Auftrag hat ein Baumeister von mir bekommen. Grundlage war die Trockenlegung/Drainagierung der Grundmauer zur Strassenseite (Hanglage) bzw. Isolierung der Kellerwände.

Ausser dem Polier und einem Maurerlehrling war niemand anwesend. Ausser mir. Ich bin aber Laie.

Der Bautechniker lies sich erst am Freitag (Ende der Bauarbeiten) wieder blicken.

Kosten ca 9.000 € ohne Baggerarbeiten, ohne Schotter, ohne Magerbeton, inkl. restl. Material, ohne Ensorgungskosten Bauschutt.

Vlies wurde "nur" seitlich zum Erdreich bzw. zum Kabelsand gelegt und hochgezogen. Unten/Oben ist sicher nichts.

Kontrollschacht wäre zu teuer gewesen (Aussage Bautechniker). Ein Kontrollbetonschacht wurde kurz vor der Einleitung in den Kanal gesetzt.

Wieso denken Sie das die Abdichtung nicht fachgerecht gemacht wurde?

Vielen Dank und lg Sepp





Hallo,

die Abdichtung könnte fehlerhaft sein. Sie schreiben
"Die Wand wurde mit Hochdruckreiniger gereinigt mit einem schwarzen dünnflüssigen Zeugs angestrichen und die Platten wurde sofort danach mit einer dicken schwarzen 2-Komponenten Masse aufgeklebt. Danach die Noppenfolie. Das wars..."
Hier wäre es interessant zu wissen mit welchem "dünnflüssigen Zeugs" genau der Anstrich erfolgte, welche Trockenzeit anschließend eingehalten wurde, und mit welchem 2KMaterial die Verklebung erfolgte.

Das dünnflüssigen Zeugs" scheint mir eine Art Grunddierung zu sein. Üblicherweise kommt nach Trocknung auf das gereinigte und um Fehlstellen sowie Hohlkehle ergänzte Mauerwerk eine 1K oder 2K-Dickbeschichtung. Je nach Erfordernis erfolgt zuvor ein Grundierungsanstrich (m.E. eher selten) In die Dickbeschichtung wird bei drückendem Wasser auch ein Gewebe eingelegt. Wenn dieser Aufbau vollständig durchgetrocknet ist werden die Perimeterdämmplatten mit der gleichen Dickbeschichtung angeklebt. Die Hohlkehle kommt auf alle Fälle nicht außen vor die Perimeterdämmung.

Gruß
Selle



nun



- zum Einbau der Dickbeschichtung gibt es Verarbeitungsrichlinien. So daf nie an einer Ecke "zum Feierabend" aufgehört,sondern muß weitergezogen werden, um dann Fläche auf Fläche wieder neu anzufangen. Es sind Proben zur Durchtrockung in der Baugrube zu lagern, es sollte Gewebe eingelegt werden, Kontrollschächte sind an allen Richtungsänderungen zu setzen usw. Ich denke, davon haben die 2 Kollegen noch nie etwas gehört und ob der Techniker auf dem neues Stand ist (bin ich sicher auch nicht, müsste mal wieder zum Deitermann gehen ...)???

Noppenbahn kommt eigentlich mit den Noppen nach außen, damit die sich nicht in die Dämmung eindrückt (ist eher eine Meinung als Detailwissen). Hier mal zum Lesen zur Dränage: http://www.fraenkische.com/de/Drainage/Gebaeudedraenung/NormenRichtlinien-48.html
Wie ist der Kellerlichtschacht zur Perimeterdämmung abgedichtet gegen Wassereintritt ?

Nach der Beschreibung und den Fotos vermute ich aus der Ferne: Das ist keine fachgerechte Arbeit nach anerkannten Regeln der Technik. Das ist schon bei "ordentlichen" Baustellen schwierig, alles so hinzubekommen, daß es nach "Lehrbuch" ist.



Kellerabdichtung



Also diese rechteckigen Betonformsteine sind der Lüftungskanal. Ich hoffe er kann entwässern und man kann ihn mal reinigen.
Das mit der Abdichtung wird mir jetzt auch immer dubioser und ob die Dränung ordentlich geplant und gebaut wurde ist sehr zweifelhaft.
Für einen Bodenaustausch muß man keinen Kalkschotter nehmen. Selbst mineralischer Bauschutt kann im Boden verbleiben wenn nichts drauf gebaut werden soll, er sich gut verdichtet hat eine genügend große Überdeckung vorhanden ist.



Guten Tag!



VILLAFALT war der Name der 2K Masse zum "Kleben/Abdichten"

Hier sieht man den Erdkollektor nochmals besser.

Der Kellerlichtschacht ist wie auf dem rechten Bild aus dem ersten Post abgedichtet. Das kommt mir als Laie schon komisch vor...

Proben wurden auf keinem Fall genommen.

Der Keller war vorher nur "Erdfeucht" weil Bauschutt und Erdreich DIREKT and er Hausmauer (BJ 1971) angrenzte.

Meine Frage wäre jetzt noch:
Sollte die Noppenfolie nicht ganz nach OBEN und ganz zum Kellerlichtschacht gehen?

Vielen Herzlichen Dank. Sepp



Kellerabdichtung



Aha, das ist also das Rohr. Interessant ist die Eindichtung der Wanddurchführung auf der Noppenbahn. So etwas habe ich noch nicht gesehen.
Ich hoffe das dies nur eine (unnütze) Zugabe für die eigentliche Eindichtung auf der Wandoberfläche ist.
Was sind denn die komischen rechteckigen Betonsteine auf den vorigen Bildern?
Vergessen Sie die Noppenbahn mit den Noppen zur Wand hin. Als senkrechte Dränschicht ist sie bei dem Volumen an Schotter überflüssig, jedenfalls im oberen Bereich.



Abend Herr Böttcher



Wegen der Noppenbahn habe ich mir gedacht das eventueller Schlageregen das Haus runter zwischen Nopenbahn und Perimeterdämmung dann die Hausmauer feucht machen könnte?

Das Kollektorrohr wurde eingemauert und dann mit der 2K Masse "zugeschmiert".

Die Betonsteine (H-Steine) bilden das Fundament für die Stützmauer zu linksseitigen Gehweg. Es soll später der gesamte Bereich bis zur Terrassentür asphaltiert werden.
Also von der linken Stützmauer bis zur Tür.

Ist Schotter nicht gut als Füllmaterial?

Herr Böttcher ich bedanke mich für Ihre Hilfe
lg Sepp



Kellerabdichtung



Nicht die Noppenbahn, die ABDICHTUNG schützt die Kellerwand vor Nässe.
Die Abdichtung wird von der Perimeterdämmung vor Beschädigungen beim Anfüllen geschützt. Wasser tut ihr nichts, wenn es nicht unter hydrostatischem Druck steht. Das sollte die senkrechte Dränschicht vor der Wand (hier der Schotter) und die Dränleitung am Wandfuß verhindern, dafür sind sie da. Eine weitere senkrechte Dränschicht die Sickerwasser drucklos nach unten leitet ist bei dem gut durchlässigen Schotter überflüssig. Noppenbahn kann, mehr schlecht als recht, als Anfüllschutz und senkrechte Dränschicht eingesetzt werden. Bei KMB- Abdichtung zerstört sie in vielen Fällen die Abdichtung statt sie zu schützen. Ich halte solche Bahnen deshalb für untauglich und in ihrem Fall für überflüssig.
Wenn Sie sich den Schotter ansehen merken Sie selber das der große Hohlräume sprich einen großes Porenvolumen hat. Was denken Sie was passier wenn da Sand oder Mutterboden aufgefüllt wird und es anschließend regnet?
Die feineren Bodenteilchen werden in die Hohlräume des Schotters gespült, der Weg, das Blumenbeet oder was auch immer sacken langsam ab. Die ganz feinen Teilchen finden sich irgendwann die der Dränanlage wieder wenn die nicht richtig geplant und gebaut wurde.



Vlies



Auf den Foto können Sie sehen das vertikal ein Vlies eingebaut wurde. Nur auf MEIN Drängen hin!!!

Ansonsten wäre wahrscheinlich genau das passiert was sie geschrieben haben.

Ich hoffe nur das es keine Schwachstellen gibt, denn das Vlies wurde sehr spärlich verwendet.

Guten Abend und vielen Dank
Sepp



Welche Abdichtung?



Hallo Hr. Forcher,

ich fürchte eine Abdichtunng in Form einer Bitumendickbeschichtung ist bei ihnen schlicht nicht vorhanden. Wurde diese evt. nicht vereinbart?

Das flüssige Zeugs war wohl "villas emulbit", die Grundierung für "Villafalt 2K". Nur wurde nach der Grundierung nicht die Dickbschichtung Villafalt 2K aufgetragen, wie sie oben schreiben, sondern es wurde diese genommen um die Perimeterdämmung aufzukleben. Da die geschlossene Beschichtung(=Abdichtung) aber unter die Dämmung gehört, nämlich direkt auf die Außenwand, ist folglich keine Abdichtung aufgebracht worden.

Ein Noppenbahn ist keine Abdichtung.

Gruß
Selle



Abdichtung



Was wollten Sie mit dem Geotextil bezwecken?
Wiese wurde in dem Bereich mit dem Geotextil anderes Verfüllmaterial eingesetzt?



Abend Herr Böttcher



Geotextil? Ich dachte das ist ein Vlies...
Es wurde unter dem Sandbett für den Erdkollektor gelegt, damit der Sand sich nicht verflüchtigt.



Danke Hr. Selle!



In der Tat wurde dann "nur" mit den Perimeterdämmplatten abgedichtet.

Es war früher "nur" Erdfeucht, jetzt bin ich nicht sicher ob das sehr schlecht ist.
Meiner Meinung nach kann ja durch den vielen Schotter, der Noppenbahn und der darunter befindlichen betonierten "Sohle" auf der die Drainagerohre liegen ja eigentlich nichts mehr feucht werden oder?

Ausgemacht war eine Drainage und Abdichtung der Kellermauer zur Straße. Nach Zeit und Aufwand.

Vielen Dank lg Sepp



eine



Dränage enthält zumindest die Kontrollschächte. Wenns nach Aufwand ginge, dann wären es "sowieso-Kosten". Jetzt im Nachgang versuchen, etwas vernünftiges draus zu machen, hat keinen Zweck. Ich sage mal - die Karre steckt schon im Dreck. Für die Noppenbahn Änderungen einzufordern macht wenig Sinn - Wenn es eine Abnahme geben soll - auf alle Fälle grundsätzliche Bedenken anmelden ! Und hoffen, daß alles so funktioniert wie geplant ..........