Drainage sinnvoll oder nicht?

08.07.2014 Baum



Hallo,
ich habe die letzten Tage damit zugebracht, das Forum zu durchsuchen, ob meine Fragen bereits beantwortet wurden und dabei viel über Drainagen gelernt.
Mein Haus von 1907 besteht komplett aus Sandstein-Bruchsteinen (60cm Außenwände). Es ist teilunterkellert (ca. 1,50cm tief unter dem Boden, 50cm darüber).
Dieser Keller ist im Sommer an der Frontseite 60-70cm hoch dauerfeucht, bei Dauerregen deutlich höher, teilweise im Wohnraum sichtbar. Diese Frontseite würde ich gerne etwas trockener bekommen, um die Probleme im Wohnbereich zu vermeiden.
Das Wasser kommt nicht von unten, sondern von der Frontseite, bei extrem regnerischen Zeiträumen, bilden sich kleine Pfützen von der Wand auf dem Boden. Der Boden ist gestampft, mit einer dünnen Schicht aus Estrich? (so tippe ich, nur 2-3cm, darauf Fliesen verlegt).
Die Wände wurde zugeputzt (Putz mit kleinen Styroporküglchen). Da ich diesen Putz sowiso nicht mag, werden die Sandsteine freigelegt und nur neu verfugt.
Meine Frage nun: Bringt eine Drainage an der Hausfront (die Seiten sind nicht möglich, da zugebaut) eine Verbesserung der Feuchtigkeitssituation, obder würde ich nur der Sandstein setzen und dadurch Risse bekommen? Das Drainagewasser darf ich auch nicht in die Kanalisation leiten.
Zum Versickern habe ich eigentlich auch keine Platz vor der Tür, da dort nur ein Streifen Platz zum Gehweg ist.
Falls eine Drainage sinn macht, wohin könnte ich das Wasser ableiten/versickern lassen?

Zudem möchte ich vor der Tür, wo momentan nur Pflastersteine liegen, ein Beet anlegen, evtl ein kleiner Baum. Bringe ich dadurch bisher ablaufendes Regenwasser zum Haus (durch die fehlenden Steine), oder "trinken" die Pflanzen evtl. etwas des momentan anstehenden Wassers weg? (doofe Frage, ich weiß)

Sorry für den langen Text und Danke schon vorab für eure Hilfe.

Gruß
Daniel





Hallo Daniel,

vor dem Ausgraben und Drainagieren muss erst einmal die Sinnfälligkeit solch einer Maßnahme festgestellt werden. Zunächst ein paar Fragen:

- Wo liegen die 60-70cm Feuchtebereiche genau: unter oder über der Bodenlinie?
- Ist die Feuchtigkeit in gleicher Höhe über die gesamte bewitterte Gebäudeseite gleich oder gibt es Bereiche die feuchter sind als andere? (Um Kellerfenster, Hausecken, eingelassene Gitter, Kohleschütten etc. ...)
- "Putz mit Styroporkügelchen" - Wo ist der aufgeputzt? Innen, Außen, beides, Keller, Wohnraum ... ?
- Gibt es einen Sockel, ist der auch verputzt?
- Verstehe ich das richtig: Die Pfützen bilden sich innen?
- Gibt es Risse im Putz, Boden?
- Bilde sagen mehr als 1000 Worte, ist es möglich ein paar Bilder hochzuladen?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo,
um die Sinnhaftigkeit geht es mir ja auch gerade.
- Der Feuchtebereich ist bis zu 70cm über den Kellerboden, der Keller ist zu ca. 1,50m im Boden, d.h. der komplette Feuchte Bereich, befindet sich unter dem Bodenniveau.
- Der Putz mit den Styroporkügelchen ist innen im Keller.
- Es gibt einen Sockel außen am Haus, dieser ist auch verputzt
- Die Pfützen bilden sich innen im Keller und man sieht, dass das Wasser durch die Wand kommt, aus dem feutchen Bereich. (aber nur wenn es lange intensiv geregnet hatte)
- Risse im Putz oder Boden gibt es nicht, soweit ich mich erinnere, ich schaue heute Abend nochmal genau nach
- Bilder mache ich heute Abend

Gruß
Daniel



andersherum lösen



Wenn dort sich Pfützen bilden, dann sollte man als erstes und dies ist sicherlich auch der geringer Kostenaufwand, die Feuchtigkeit vom Haus wegführen, also ein Gefälle schaffen (Lehmpack od. Platten). Zweites Problem ist dann das Spritzwasser, aber dies trocknet schnell wieder ab. Den Putz innen, es riecht nach Dämm- oder Sanierputz, schnell runter. Wenn man eine Drainage in Erwägung zieht, muß man wissen wohin mit den Wasser und es muß abfließen können (immer), sonst kehrt sich das Problem um und im schlimmsten Fall bewässert es den Bereich den Sie trocken legen wollen. Am Besten mal einen Fachmann vor Ort befragen, denn alle Details lassen sich nur schwer hier im Forum lösen.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt





Hallo,

ich habe jetzt mal zwei Bilder gemacht, bei denen man die Feuchtigkeit gut erkennen kann. Sie ist durch den starken Regen gestern etwas mach oben gezogen, in einer Ecke sehr deutlich.

Herr Schmidt,
was meinen sie mit einem Gefälle? Vom Haus zur Straße in den Kanal?





Bild Nr. 2



nasser Keller



Das ist leider das Problem von wenigen Fotos ohne genaue Details und nicht vollständigen Informationen.
Ich kann weder mit den Fotos noch der verbalen Schilderung des Falls exakte Schlußfolgerungen ziehen was die Funktion der Abdichtung betrifft.
Feuchteerscheinungen die auf bindigen Boden und kurzzeitig aufstauendes Sickerwasser schließen lassen kann ich nicht zweifelsfrei erkennen.
In diesem Stadium bin ich jedenfalls nicht in der Lage den Bau einer Dränung zu befürworten oder abzulehnen. Tendenziell neige ich zu letzterem.
(richtige) Fotos auch von außen, Angaben zum Baugrund, Angaben was für ein Putz wann verbaut wurde wären das Mindeste an Informationen um dazu etwas sagen zu können- das wäre dann auch nur eine Vermutung.
Besser ist es gleich jemanden ins Haus holen der sich das anschaut, davon Ahnung hat und nichts verkaufen will.



genau



so hatte ich es gemeint, wenn dort kein Wasser stehen bleibt, kan auch keins eindringen. Immer besser wie irgendwelche Dichtungsbahnen oder anstriche, da man das Gefälle kontrollieren kann, visuell. Wenn Bahnen oder Anstriche die Funktion nicht mehr aufrechterhalten, sieht man es erst wenn der Schaden recht groß ist.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt



Feuchte weg , aber wie?



Die Bilder sind dahingehend ausreichend, dass sichtbar ist, dass die Feuchtegrenze auf OK Erdniveau geringer wird.
Schlussfolgerung daraus, es wird eine vertikale Abdichtung nicht vorhanden oder defekt sein. Im Innenbereich so scheint es von den Auflösungserscheinungen des Putzes und der Farbe wird ein Sanierputz angebracht worden sein.
Letztendlich kann ich aus der Ferne und mit den wenigen Daten nur zur Erstellung einer der Regeln der Technik entsprechenden vertikalen Abdichtung anraten. Ob eine Drainage notwendig und Sinnvoll ist kann nur der Fachmann vor Ort erkunden. Eventuell sollte ein Bodengutachten erstellt werden in dem die Versickerungswerte, Der Grundwasserspiegel und eventuelles Schichtenwasser aufgezeigt wird.

MfG
J. Zinke