Sicherheit beim Aufgraben (Drainage)

02.05.2010



Es geht um die Trockenlegung eines alten Bauernhauses. Das Haus besteht im Fundamentbereich, bzw. erdberührten Bereich (das Haus ist komplett unterkellert) und auch weiter oben aus Natursteinen verschiedenster Größe und Form, erst ab dem 1.OG wurden Ziegelsteine vermauert. Die Natursteine (60cm Wand) werden eigentlich durch nichts zusammengehalten, da vom Kalkmörtel eigentlich nur noch eine sandähnliche, zusammengebackene Masse übriggeblieben ist.
Meine Frage: Besteht beim Aufgraben bis zur Fundamentunterkante (oder auch schon darüber) die Gefahr, dass dadurch, dass die Stützwirkung des Erdreichs wegfällt, die Mauer in den Graben einbricht (auch wenn man nur Abschnitte von 3-4 Meter aufgräbt)?
Mein zweites Problem: Der Eingang des Hauses liegt etwa 1,5m über dem Erdreich (wegen eines Grabens an der Eingangsseite), die Eingangstür liegt in der Mitte der Südwand. Zur Haustür führt eine Art kleine Brücke (aus Natursteinen durchgemauert, an der Hauswand 1,5m hoch). Diese Brücke aus Natursteinen hat ein Natursteinfundament, das 1 Meter ins Erdreich reicht.
Durch die Brücke, die ganz bis an die Südwand reicht, wird die Drainage unterbrochen. Ich grabe daher links und rechts von der Brücke auf, darunter (unter dem Eingang) gibt es dann keine Drainage.
Wegen der Drainage muss ich noch ca. 1,2 Meter tiefer graben als die Fundamentunterkante der Brücke liegt. Im Druckausbreitungsbereich des Brückenfundaments grabe ich zwar nicht. Da ich aber möglichst viel trockenlegen möchte, kann ich aber auch wieder nicht so viel Abstand vom Brückenfundament lassen, wie ich das eigentlich vom Gefühl her machen würde. Wie auch bei der Hauswand frage ich mich nun, wie groß die Gefahr ist, dass wegen der wegfallenden Stützwirkung des Erdreichs das freigelegte Fundament der Brücke einfach wegknickt, womit Lebensgefahr bestünde. Die Steine sind, so wie bei der Hausmauer, einfach übereinandergeschlichtet, einen Mörtel gibt es eigentlich nicht mehr, eher zusammengebackenen Sand und Erde.

Vielen Dank für die Antworten im Voraus!





Hallo,

Ich zweifele mal den Sinn der geplanten Dränage an.
Ihre Frage war aber eine andere.
Ja, es besteht höchste Gefahr das derartige Wände ohne den aussteifenden Erddruck wegknicken.
Da sollte erstmal ein Planer ran.

Grüße aus Schönebeck



Höchste Warnung



vor dem aufgraben!
Es gibt sicher andere Möglichkeiten Ihr Haus trocken zu bekommen. Welche wiederum, kann aber nur bei einer Vor-Ort Begehung festgestellt werden.



Bei Erdarbeiten



im Fundamentbereich sollte unbedingt ein erfahrener Fachmann hinzugezogen werden. Fehler in diesem Bereich können sehr schnell zum Totalschaden des Gebäudes führen.
Dann hat man nicht nur "kein Haus" mehr, sondern auch noch die Kosten für die Schuttbeseitigung.
MfG
dasMaurer



Eine Drainage ist nicht immer sinnvoll



Vor dem Aufgraben ein paar Fragen:

- Weshalb soll denn die Drainage überhaupt gemacht werden?
- Wo ist es feucht, wo läuft das Wasser in das Gebäude?
- Aus welchem Material sind die Kellerwände/Sockel?
- Ist der Sockel verputzt, wenn ja mit welchem Material?
- Geht eine Pflasterung o. ä. direkt bis an das Haus?

Bilder wären hilfreich, wo steht das Haus?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Danke für die Antworten!



Zunächst bedanke ich mich für die Antworten. Zu den Fragen:

Warum Drainage: Das Haus liegt an einem Hang (zumindest die Hangseite wollte ich trockenlegen), der Keller ist sehr feucht (allerdings: Er wurde als Viehstall genutzt, ist mit Sicherheit deswegen extrem salzbelastet und Salz zieht ja Wasser an). Durch die extreme Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeigkeit 100%) ist der Keller stark modrig. Schimmel befindet sich an verschiedenen Stellen, obwohl der Keller mit Kalkputz verputzt ist und Kalk eigentlich kein guter Nährboden für Schimmel ist.

Wo ist es feucht? Der gesamte Keller ist von oben bis unten durchfeuchtet. Es läuft aber nirgends Wasser herein.

Welches Material bei Kellerwänden/Sockel? Extrem hartes Gestein (Beton im Vergleich dazu eine leicht verformbare weiche Masse) verschiedener Größe und Form.

Welcher Sockelputz? Der Sockel ist mit Zementputz verputzt, der allerdings keine Feuchtigkeit durchläßt.

Pflaster bis ans Haus? Anfänglich ja, habe ich aber entfernt, dass Feuchtigkeit verdunsten kann.

Bilder: Wie funktioniert das Übertragen der Fotos? Kann man auch eine niedrigere Auflösung mit geringerer Datenmenge als auf der Digitalkamera gespeichert übertragen?

Ein kleines Stück an der Hauswand habe ich letztes Jahr mal aufgegraben, die Fugen ausgekratzt, mit Zementmörtel verfugt, davor Hohlblocksteine gestellt, mit Kies hinterfüllt und wieder zugeschüttet. Das ging gut. Es war auch ein Baufachmann vor Ort, der meinte, man könne da schon Abschnittsweise aufgraben. Ich mache da aber vorerst trotzdem nichts mehr, das Ganze muss nicht 99%ig sicher sein, sondern 100%ig. In einer Grube verschüttet zu werden - das ist es mir nicht wert - da soll der Keller dann feucht bleiben.



mmmmh



Um Bilder einstellen zu können ist eine Anmeldung erforderlich, das geht schnell.

Die Kombination aus der viel zu hohen Luftfeuchtigkeit, der harten Natursteinwand und dem Schimmel lässt zunächst einmal eine grundsätzlich falsche Kellerbewirtschaftung und zum Teil falsche Materialien vermuten.
Der Zementöse Sockelputz verschärft das Problem des Kellers, da er zwar keine Feuchtigkeit von Außen an den Sockelbereich heranlässt, aber ebenso die Entfeuchtung des Sockels verhindert und so die Feuchtigkeit "zwingt" weiter nach oben zu steigen . Gleiches gilt verm. für den Innenputz.

Noch ein paar Nachfragen, damit sich das Problem besser darstellt:

Handelt es sich an den Kellerwänden tatsächlich um einen reinen Kalkputz oder um einen Kalkzementputz? Wo befinden sich die schimmelbefallenen Bereiche? Eher an der Decke und im oberirdischen Bereich oder weiter unten? Wenn Wandbereiche dauerhaft nass sind ergibt sich irgendwann auch dort ein guter Nährboden für Schimmelbefall, da hilft dann auch kein Kalkputz.

Wichtig: Wie wurde der Keller im letzten Sommer, im letzten Winter und zur Zeit belüftet? Gibt es Trockner, Waschmaschine o.ä. im Keller?

Erscheint die zum Hang hin liegende Hausseite wesentlich feuchter als die talseitig liegende? Wurde das Pflaster an der hang- oder Talseite entfernt?

Konnte eine Veränderung der Feuchtigkeit im Keller über einen größeren Zeitraum beobachtet werden? (Mehr/weniger Schimmel Feuchte / auch Jahreszeitlich)

Materialangabe: Decke, Boden.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





>"Wo ist es feucht? Der gesamte Keller ist von oben bis unten durchfeuchtet. Es läuft aber nirgends Wasser herein."

Klingt nach Kondenswasser, verschlimmert durch Salpeter.
Dagegen hilft eine Drainage sowieso nicht.
Keller feucht lassen ist nicht die schlechteste Alternative, eine dauerhafte Verbesserung wird sicher sehr teuer.
Bitte nach Schäden im Bereich der Balkenköpfe oder Eisenträger der Kellerdecke suchen und vorrangig diese beheben - das Holz mag die dauernde Feuchte nicht, das Eisen wird vom Salpeter angegriffen.





Nachdem Sie weitere Details der Durchfeuchtung und Versalzung geschildert haben, vermute ich aus der Ferne, das eine Entfeuchtung und vor allem eine Entsalzung des Kellers auch ohne Freilegen der Fundamente möglich ist. Genau ermitteln lässt sich das aber nur durch eine genaue Schadensdiagnose vor Ort. Ferndiagnosen sind immer nur spekulativ.