Dosen, Steckdosen, Kabel, 3x5, Putz

05.02.2009



Immer noch bin ich mit der Sanierung und Planung für mein kleines Mehrfamilienhaus beschäftigt. Zwei Wohnungen werden "Kernsaniert" also wird auch die Elektrik neu verlegt.
Die Fachwerkaussenwände mit Ziegelausfachung ist allerdings nur 11.5 cm plus Putz stark.

FRAGE: Mit welcher Lösung bekomme ich hier möglichst günstig die Steckdosen gesetzt?

Eine Aussendämmung ist noch vorgesehen, kann aber erstmal noch nicht fest eingeplant werden aus Kosten und Zeitgründen.



Kostengünstig?



Am kostengünstigsten wären Aufputzsteckdosen aus der Wühlkiste im Baumarkt :-).
Spaß beiseite, was soll denn günstiger sein, als Unterputzdosen für 0,15 Euronen das Stück und 3x1,5 NYM, mal von der Installationsserie abgesehen. Bei dir wäre halt die Frage, wie die Löcher in die Ziegel kommen, ohne daß das Fach auf dem Bürgersteig liegt.
Ich würde mal testen, ob die Fächer eine Bohrkrone mit Hartmetallzähnen aushalten, wenn nicht wird es wohl eine Diamantkrone werden müssen. Im Anschluß bei beiden Verfahren vorsichtig den Kern raus schlagen.
Übrigens gelten meines Wissens nach ab 09 oder 10 andere Vorschriften. Geplant war mal, Steckdosen und Lichtkreise zwingend getrennt abzusichern und den Steckdosenkreis mit 3x2,5 anzufahren. Dein Elektriker sollte das wissen.

Gruß Patrick.

P.S.: Am meisten sparst



Kostengünstig?



Hallo,

der wichtigste Satz in der Antwort von Patrick Neika ist für mich der mit den rausfallenden Gefachen.
Sie wollen doch nicht im Ernst eine Benutzungsgenehmigung für eine Wohnung mit 12er Außenwand erwarten ?
Damit beschädigen Sie die Gesundheit der darin lebenden Menschen, weil die Wand naß und eiskalt wird. Das sind in jedem Bundesland baurechtswidrige Zustände.

Überlegen Sie sich das doch noch einmal.

Grüße vom Niederrhein



Auf Putz?



Unterputzdosen sind, glaube ich, 4cm tief. Und wenn ich es heute nochmal machen würde, würde ich sogar durchweg die extra tiefen Dosen nehmen, die schätzungsweise 7cm tief sind. Da bist Du bei Deinen Wänden ja schon fast an der frischen Luft. Wäre da nicht eine schöne Aufputzserie (findet man nicht im Baumarkt) eine Option? Die Kabel kannst Du ja trotzdem unter Putz verschwinden lassen.
Übrigens, Patrick, würde ich unabhängig von den Vorschriften dazu raten, die Zuleitung in jedes Zimmer mindestens mit 5x2,5 NYM zu machen (oder gar zweimal 3x2,5), davon eine Phase für die Steckdosen und eine andere für die Lampen zu benutzen, mit getrennten Sicherungen. Und zu den Steckdosen immer mit 3x2,5. Man weiß nie, was man mal dranhängt.



Zuleitungen



Bezüglich einer Unterputzinstallation bei den geringen Wandstärken ist meinen Vorrednern nichts hinzuzufügen.

Aber zu dem Vorschlag von K. Lehmann möchte ich doch etwas einwenden.
2 Kabel mit 3x2,5 je Raum ist okay, aber 1 Kabel mit 5x2,5 und dann eine Phase für Licht und eine Phase für Steckdosen ist nicht zulässig! Man kann (sollte aber nicht) schon Licht und Steckdosen im Raum gemeinsam über ein Kabel anklemmen, aber dann nur über eine gemeinsame Sicherung. In Kabeln, Dosen usw. darf immer nur ein Stromkreis vorhanden sein, so dass es nicht zu Verwechslungen kommen kann. Ausserdem sind Steckdosenstromkreise inzwischen grundsätzlich über einen FI-Schutzschalter abzusichern und das ist bei einem gemeinsamen Kabel schlecht machbar.

Ich würde für Steckdosen 3x2,5 und für das Licht 5x1,5 empfehlen. Ansonsten Aufputzschalter und Steckdosen und die Kabel unter Putz.

Gutes Gelingen.
Gruß, Kalle.



Bei einer solchen Außenwand



würde ich doch raten, die Elektroinstallation so zu planen, dass in den Außenwänden gar keine Installation erforderlich wird.
Darüber hinaus habe ich arge Bedenken, dass es bei den Außenwänden bei einer vermieteten Wohnung sehr bald zu Schimmelproblemen kommen wird. Ich würde raten, mit der Dämmung nicht zu lange zu warten. An eine solche Außenwand sollten auf jeden Fall keine Möbel gestellt werden.



Wozu sollte man den Lampenkreis



mit 2,5mm² machen? Die meisten Lichtschalter sind sowieso nur für geringe Stromstärken zugelassen. Bekommt in die Steckanschlüsse von Lichtschaltern eigentlich 2,5mm² rein? Zu erwähnen wäre ggf. noch dass man keinen blauen Leiter mehr zum Schalten des Lichtes verwenden darf!
Steckdosen Kreise nur noch 2,5mm²? Wo kann man da was nachlesen? Gibt es da auch eine Begründung? Ich meine: Schaden tut's ja nicht, aber ob es immer sinnvoll ist?

Gruß Marko



Aufputzdosen an Fachwerkaussenwand.....



an Aufputzdosen habe ich auch schon gedacht. kann mir denn jemand ein fabrikat vorschlagen, damit ich mal sehe wie schlimm die dinger aussehen? :-)





Die auf dem Bild sichtbare Außenwand hat doch in der Fensterlaibung deutlich mehr als 15 cm Stärke.
Liegt hier eine Verwechselung von Innen- und Außenwänden vor?
Die Innenwand entspricht der Beschreibung,
habe selbst so etwas.
Mit ausreichend Putz läßt sich jedes Kabel abdecken,
auch incl. Lehrrohr.
Die Balken würde ich, wenn nötig, auch schlitzen,
ist eh egal bei dem Zustand.
Mauernutfräse muß nicht sein,
von den billigen Baumarktdingern rate ich ab,
liegt bei mir in der Ecke,
habe mehr Erfolg mit normaler Flex mit Diamantscheibe.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



Aufputzsysteme



Hier einmal eine Variante für Aufputzsysteme:

http://www.produkt-gmbh.de/de/produkte/schaltersysteme/aufputz.html

Wenn die Wände nur diesen geringen Querschnitt haben, dann eine Außendämmung zwar geplant ist, wäre trotzdem zu prüfen, ob die Bauteilüberstände (Dach, Traufen, Gesimse etc.) diese Lösungen auch hergeben.
Desweiteren sind Fensterbereiche mit einzubeziehen, nicht dass dann sogenannte "Schießscharten" entstehen.
Wie ist das Heizungskonzept geplant?
Also sicherlich jetzt mehr Fragen als nur die Elektrodosenbefestigung.
Dosen der Installation bitte dann auch ohne Gips einsetzen, sollten diese als Unterputzlösung kommen.

Grüße Udo Mühle



Re: Zuleitungen



Hallo Kalle,

da muss ich doch aus Neugier mal nachhaken. Dass man nicht zwei getrennte Phasen innerhalb einer Zuleitung haben duerfe, hat mir auch mal jemand gesagt, aber der Elektriker hat's mir klaglos angeschlossen. Und wo sollte das Problem mit dem FI sein? Bei mir laufen alle Phasen (Licht und Steckdose) erst uebern FI, dann ueber die Sicherung, und dann halt meistens wieder - braun und schwarz - in ein Kabel zusammen.
Absolut recht gebe ich Dir mit den 5x1,5 fuers Licht. Damit hat man die Freiheit, alles, wirklich alles zu schalten.

Ciao,
Konrad



Erläuterungen



Hallo!
@ Marko,
zu Deinen Fragen:
"Wozu sollte man den Lampenkreis mit 2,5mm² machen?"
Soll man ja gar nicht. Ich empfehle 5x1,5mm²!
Mir ging es eher darum statt der 5x2,5 lieber 2 Kabel mit 3x2,5 zu legen oder eben 1x 3x2,5 für die Steckdosen + 1x 5x1,5 für die Beleuchtung.

"Bekommt in die Steckanschlüsse von Lichtschaltern eigentlich 2,5mm² rein?"
Ja, bei Markenprodukten problemlos.

"Steckdosen Kreise nur noch 2,5mm²? Wo kann man da was nachlesen? Gibt es da auch eine Begründung?"
Das ist kein muss!
Die notwendige Kabelstärke ergibt sich aus dem Netzschleifenwiderstand des vorgeschalteten Stromnetzes, der Länge des geplanten Stromkreises, der Art der Verlegung, der Temperatur, der Häufung und der geplanten Belastung, also des Stromes. Muss eigentlich also immer am konkreten Objekt errechnet werden. Zu Beachten ist der Leitungsschutz und der Personenschutz, zusätzlich der Spannungsabfall. Nachzulesen in der DIN VDE 0100.
Worüber wir hier reden, ist also eine Pauschalisierung auf Grund von Erfahrungen. Bei kurzen Leitungslängen, keiner Verlegung in der Dämmebene, keiner Häufung von Kabeln und keiner Dauerbelastung reicht theoretisch ein Kabel von 1,5 mm² aus. Aber um sicher zu sein, muss man nach der Errichtung die Einhaltung der Abschaltbedingungen durch Messen beweisen. Im Normalfall schafft man sich durch die Verlegung von 2,5mm² ein bissel mehr Sicherheit.

"Ich meine: schaden tut's ja nicht, aber ob es immer sinnvoll ist?"
Was spricht dagegen außer der Preis?
Was passiert z.B., wenn alles obig gesagte zutrifft, aber der Hausherr zum Heckenschneiden 2 Verlängerungskabel von zusammen 100m aus dem Baumarkt nutzt (3x0,75 mm² oder wenigstens 3x1,5 mm²) und das Kabel mit der Heckenschere erwischt? Löst dann noch die Sicherung aus? Ich glaube nicht!
Vermutlich nicht einmal bei der Verwendung von 3x2,5mm² bis zur Steckdose, aber die Wahrscheinlichkeit ist auf jeden Fall höher. Da kann man dann nur hoffen, dass nicht auch am FI gespart wurde, denn dem ist die Kabellänge und auch die Stärke zum Glück egal.

@ Konrad,
wenn Du einen 4poligen FI in der Verteilung hast, über den alle Stromkreise laufen geht das natürlich problemlos. Willst Du aber nur die Steckdosen über FI haben und das Licht nicht, geht das dann mit einem gemeinsamen Kabel nicht.
Wenn Du 2 Phasen von 2 getrennten Stromkreisen (also über 2 getrennte Sicherungen abgesichert) in einem gemeinsamen Kabel, einer gemeinsamen Abzweigdose usw. hast, ist das nicht zulässig!
Schön, wenn Dein Elektriker das angeklemmt hat. Wenn er keinen Meisterbrief in der Tasche hat, ist er dafür nicht mal berechtigt, hat er dagegen einen, haftet er bei einem Schaden für seine Arbeit!
Ich kenne den Unterschied von Theorie und Praxis zur Genüge, aber den Richter interessiert sowas am Ende nicht und die meisten tödlichen Elektrounfälle passieren nun mal zu Hause bei NUR 230V!

Beste Grüsse

Kalle.