Dosen in Lehmsteine setzen

15.03.2015 Fächermann



Hallo liebe Community,

wir möchten demnächst anfangen. die Elektrik in unserem Fachwerkhaus zu installieren. Wir haben den ganzen Putz entfernt, so dass wir relativ flexibel arbeiten können und natürlich eine Unterputzinstallation anbringen möchten. Meine Frage ist nun: Wie und mit welchem Werkzeug kann man die alten Lehmsteine so ausschneiden, dass sich Unterputzdosen setzen lassen? Habt ihr dabei Erfahrungen? Jemand meinte, mit einem Schraubenzieher die Stellen auskratzen. Ist das sinnvoll?

Liebe Grüße vom
MSH-Fächer



Elektroinstallation in Lehmsteinen



Du kannst dazu einen ganz normalen Dosenbohrer wie für Stein nehmen mit SDS PLus Aufnahme.
Schlag ggf wegnehmen-probieren was besser geht.
Bei weichen Steinen reicht evt schon eine gute Lochsäge.

Unterputzdosen dann mit relativ plastischem Lehm einsetzen.

Andreas Teich





Plastischer Lehm? Was ist mit Gips? Die Elektriker hier nehmen alle Gips. Passt der nicht auf Lehm?



Elektroinst. in Lehmsteinen



Leider nehmen Elektriker immer Gips weils schneller geht und immer so gemacht wird.

Bei feuchten Wänden sollte zB kein Lehm genommen werden und bei Lehmsteinen auch nicht, weil sich das Material völlig anders verhält als Lehm.

Ganz abgesehen davon, daß du später Probleme bei Reparaturen bekommst.

Gips ist hygroskopisch- im Gegensatz zu Lehm.
Lehm verbindet sich besser mit Lehm

Andreas Teich





Ah! Ok ... Danke für den Tipp. Und was genau ist plastischer Lehm? Wir haben eine Menge alten Lehmputz. Wenn wir den mit Wasser vermischen, könnten wir den als Bett für die Dosen nutzen?



Lehm



sorptionsfähig aber nicht hygroskopisch ( wasseranziehend)
Sonst wäre er immer feuchter als die Umgebung und könnte wegen geringerer Ausgleichsfeuchtigkeit nicht zur Trockenhaltung vom Fachwerk beitragen.
Bei Gips ist das leider ganz anders

Lehm nimmt Feuchtigkeitsspitzen auf und gibt sie dann verlangsamt wieder an die Umgebung ab und trägt dadurch zu einer gleichmäßigeren Raumluftfeuchtigkeit bei.

Andreas Teich



Unterputzdosen in Lehmsteine



Die Frage wurde gestellt wie Unterputzdosen in Lehmsteine gesetzt werden können.
Dies habe ich dahingehend beantwortet, daß dies mit Gips nicht ratsam ist und statt dessen mit Lehmmörtel geschehen sollte.

Ua wegen unterschiedlichen Eigenschaften.
Gips ist nun einmal ein hygroskopischer Baustoff, Lehm hat als sorptiver Baustoff auch die Eigenschaft, Raumfeuchte auszugleichen, da er wie Gips Feuchtigkeit bindet, diese aber im Gegensatz zu Gips schnell wieder abgibt.
In Bezug auf diese Eigenschaften sollte es keine Differenzen geben, da diese allgemein anerkannt sind.
Andreas Teich



Gips



Warum ist dir das so wichtig festzustellen das Gips nicht hygroskopisch ist?

Ich kenne kein Lehrbuch der Bauchemie in dem nicht auf diese Eigenschaft hingewiesen wird und auch wegen dieser Eigenschaft normaler Gips als ungeeigneter Baustoff für Außenbereiche und ausgesprochene Feuchtbereiche angesehen wird.

Vielleicht hast du andere Fachbücher, die zu anderen Ergebnissen kommen?
Und um bei der Frage zu bleiben:
Wie würdest du Unterputzdosen in Lehmsteine einsetzen?

Andreas Teich





Da kannst du nehmen was du willst.
Es geht Gips, Kleber, Schaum, Kaugummi, Schraube......

Du verputzt ja noch. Deswegen wäre der Gips nicht perfekt, da du sehr viel Feuchtigkeit ran bringst die nur langsam abbindet oder trocknet je nach Putz.

Aber auch wenn der Klecks Gips dann bröselt etc.
Sehe ich nicht als dramatisch an, heben wird die Dose im Putz auf alle fälle.

Du kannst auch Gips in Lehm anrühren, oder ein Priese Zement....
Dann kannst du fix weiter arbeiten und musst nich arten bis der Lehm hart ist. Wobei der Lehmstein die Feuchtigkeit auch ruck zuck rauszieht.

Zum Loch an sich ist alles gesagt

Nur komisch das TWB hier noch nicht aufgeschlagen ist und AT unwissen vorwirft.



UP-Dosen einsetzen



Mo77@
Vielleicht Beitrag verpaßt? Da warten sicher noch mehr drauf-
kommt aber vielleicht noch...?
oli@
Hier will doch auch niemand in einer Außenwand im Außenbereich ungeschützt Lehm oder Gips verwenden.

Welche Baustoffeigenschaften Lehm und Gips haben waren ja nicht das Problem- das läßt sich doch auch problemlos in jedem Bauchemiebuch nachlesen oder im Internet recherchieren.

Wie würdest du denn die Dosen einsetzen?

Andreas Teich



Also ich kann



da nur von Lehm abraten!
Lehm schrumpft bei der Trocknung.

Das Resultat ist eine nicht feste Steckdose oder Schalter!
Ob der Mörtel hygroskopisch ist oder nicht ist spielt bei der kleinen Menge keine Rolle.
Ich würde, wenn die Dosen fest sitzen sollen, nach dem vornässen eine Schnellmörtel verwenden.
Grüße



Gefällt



Hallo Mo, manchmal fehlt mir hier ein Ratingsystem für manche Beiträge ;-)



Dosen einsetzen



Historia@
Super Idee- am Besten mit Noten 1-6,
zumindest gefält mir- gefällt mir nicht,
oder: hilfreich - hilft nicht

Wegen Lehmschrumpfung nur mit Dosenbohrer und genauer Lochgröße- wenn das Loch von Hand geschlagen wird muß man sehen wieweit es schrumpft-ggf mehrlagig.

Andreas Teich



Lehm geht nur mäßig.



Hallo,

Die Löcher können mit einer Diamant oder Schlagbohrkrone passgenau ausgebohrt werden. Evt. die Verbindungstüllen dranlassen, dann verkeilt sich die UP-Dose besser.
Direkt großzügig ausstemmen ist kontraproduktiv, neben der Wandschädigung findet der Mörtel für die Dose wenig halt in der Wand.
Bohrloch aussaugen vornässen und eingipsen.
Gut plastischer Lehm geht auch, jedoch deutlich aufwendiger einzubauen, weil der Lehm von der Dose verdrängt wird. Lehm hält nur mäßig auf dem Plastik. Die UP-Dosen wackeln deutlich schneller mit Lehm eingesetzt gegenüber mit Gips eingesetzt.
Zement ist später kaum zu reparieren, weil gleich alles raus bricht.

Gruß
Selle



Herr Teich,



lassen Sie den Lehm doch einfach weg und gut is!

Grüße aus Koblenz



Doseneinbau



Gerd@
Hast ja recht- ein Leben ist mit und ohne Lehm möglich-
ich könnte notfalls ohne ihn leben (aber bei euch evt etwas schwieriger ?

Für die Fundis und rein zur Materialtrennung und Wiederverwertung hat's natürlich Vorteile bei einem Material zu bleiben- auch wenn's etwas umständlicher in der Verarbeitung ist.

Für die Rendite, Schnelligkeit und evt Stabilität ist's mit Gips,Zement etc besser.

Andreas Teich



Für



Lehm tuts eine spottbillige Hartmetallsplitter-Bohrkrone aus dem Baumarkt, Kotenpunkt unter 30 Euro, davon die Hälfte für den Universal-Halter mit Zentrierbohrer und die andere für eine in Lehm recht lang lebende Bohrkrone. Gebohrt wird immer ohne Schlag mit so etwas. Funktioniert auch gut in Ziegel und Gipsdielen. Hab ein ganzes Haus mit so einem Billigding gemacht!

Ob man jetzt 68 mm oder 82 mm bohrt gehen die Meinungen etwas auseinander, bei 68 hat man nicht viel Spiel um die 60er-Dosen.