Dämmung der Fassade - Diffusion

04.09.2007


Liebe Fachwerker,

Wir möchten die Fassade unseres Hauses isolieren. Wir haben kein Fachwerk, aber vielleicht mögt ihr uns ja trotzdem helfen.
Uns beschäftigen nun mehrere Fragen:

Wenn man auf einer alten Fassade eine dicke Schicht alte Farbe hat und nun extra mit diffusionsoffenen Materialien eine Isolierung aufbringt, muss dann die alte Farbe (mehrere Schichten Farbe, so ca. 1,5 mm) entfernt werden?
Kann dies Auswirkungen auf das Raumklima haben?
Oder ist so eine gesperrte Schicht mitten im Bauteil gefährlich?
Wie sorgfältig muss die Farbe entfernt werden, falls nötig?

Unsere Wände sind ca. 30 cm Kalksandstein (Unser Haus ist aus dem Jahr 1921 mit der entsprechenden Historie an Farben auf der Fassade).

Vielen Dank jedem, der sich Gedanken macht.

Schöne Grüße,

Oliver



Diffusion



Hallo Oliver,

wahrscheinlich hagelt es Kritik von ein paar Kollegen, wenn ich dich das frage, aber was soll den da großartig rausdiffundieren?

Gruß Patrick.



Diffusion



Hallo Patrick,

das ist auch die Frage, die ich mir stelle. Ich nehme an, es soll Feuchtigkeit sein, die dort diffundiert, sonst wüsste ich auch nichts.

Wir bekommen nur widersprüchliche Informationen. Die einen sagen eine Wand sollte diffusionsoffen sein und zwar steigend nach aussen (ich hoffe, ich habe das jetzt nicht verdreht), andere sagen diffundieren tut es sowieso nur in den ersten zwei Zentimetern, der Rest wäre egal. Un diese Meinung kommt mehr oder weniger quer durch die Gruppen der Fachleute und die der Laien.

Darum halt die Frage, ob die alte Farbe weg muss.

Grüße, Oliver



laß die Farbe dran,



weil die Zunahme der Diffusionsoffenheit nach außen schon richtig ist, aber spezielle für Bereiche. Zum Beispiel am Fenster. Dort werden zwei verschieden Dichtbänder eingesetzt. Innen dicht und außen diffusionsoffen. Solche Bereiche sollen bei etwaig eingedrungener Feuchtigkeit wieder trocknen können (theoretisch zumindest). Beim Dachausbau dasselbe. Die Dampfbremse soll nix durchlassen und außen ist eine diffusionsoffene Unterspannbahn zu verwenden. Bei einer Wand, noch dazu bei deinen 30 cm KS spielt sich da nicht wirklich was ab. Die Eindringtiefe der Feuchtigkeit paßt in der Größenordnung, nach den Expertenmeinungen, denen ich Glauben schenke und die für mich vernünftig klingen.
Meine Bude ist Fachwerk, jedoch kein Sichtfachwerk. Außen sind, für manche Kollegen hier im Forum sicher unvorstellbar, mit 14 cm WDVS versehen.
Achte darauf, daß die ausführende Firma die Anschlüsse des WDVS vernünftig ausführt, das ist wichtiger.

Gruß Patrick.



@Patrick



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Meine Bude ist Fachwerk, jedoch kein Sichtfachwerk. Außen sind, für manche Kollegen hier im Forum sicher unvorstellbar, mit 14 cm WDVS versehen.
Achte darauf, daß die ausführende Firma die Anschlüsse des WDVS vernünftig ausführt, das ist wichtiger.
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Kurz nachgehakt: Wann gemacht, welches WDVS, etc. etc.?
Wenn sich's um ein WDVS-System aus Styropor odgl.handeln sollte, so wirst Du hier in der Plattform bereits eine Unmenge an Wortmeldungen zur Nichtfunktion finden, wo die Besitzer jetzt richtig "kotzen", weil enorme Sanierungsmaßnahmen anstehen.
Befinden sich organische Materialien in der Konstruktion (bei Fachwerk sind es mindestens 40-50 %!!), so wird in einer kürze der Zeit die Konstruktion Schaden nehmen, da keine Diffusion mehr vorherrscht und die anfallende Feuchtigkeit sofort durch die organischen Materialien aufgenommen werden.
Und wenn Holz stetig mit Feuchte in Verbindung kommt und nicht mehr ablüften kann, was dann passiert, lesen wir ja hier fast jeden Tag!

@Oliver

Rein aus dem Gefühl heraus, würden wir die alten Farbschichten mittels Hochdruckreiniger oder einem Abstrahlverfahren entfernen oder entfernen lassen.
Nachher ein diffusionsoffenes WDVS-System aufbringen und mit einem reinen mineralischen Putzsystem überarbeiten.
Holzweichfaser, Kork sind da gute Lösungen.
Sie wollen doch mit dieser Maßnahme erreichen, daß Sie eine Verbesserung der thermischen und energetischen Verhältnisse bekommen.
Wenn aber jetzt durch ein schlechtes bauphysikalisches Verhalten die Feuchtigkeit in Ihrer Wandkonstruktion sich erhöht, so werden Sie energitisch betrachtet bald mehr Energie aufbringen müssen, da feuchtere Bauteile sich nun einmal wesentlich schlechter erwärmen, als trockene.
Dazu kommt nun noch hinzu, daß sich weiterhin schleichende Bauschäden entwickeln, die Ihnen später zu viel größeren Problemen verhelfen, als Ihnen lieb sein möge (Schimmel, Pilze, Schwammbefall, Holzfäulen etc.!)

Gehen Sie doch einmal in dieser Plattform in die Tiefe und belesen Sie sich einmal zu diesen Problemen präziser.
Und dann entscheiden Sie sich mit einem guten Fachbetrieb an Ihrer Seite und Ihrem guten Baugefühl.

Die angesprochenen Bauteilanschlüsse sind auch ein wichtiger Faktor bei der späteren Funktionsweise des Gesamtsystemes.
Hier hat es aber etwas mit Thermik (Ströhmung) zu tun.

Grüße in's Wochenende

Udo



WDVS



Hallo Udo,

WDVS aus Hartschaum, ich riskier's, Udo. Gemacht vor ca. einem Jahr. Weil ich weiß, daß hier die wenigsten diesen Weg gut heißen, bin ich immer recht zaghaft mit Tips, die meiner Sanierung entsprechen. Die überwiegende Mehrheit hier im Forum steht für deine angesprochene Variante der Sanierung. Ich habe mich nach langem Abwägen für die "Sondermüllmethode" entschieden. Ob es richtig oder falsch war, kann ich ja vielleicht mal berichten.
Oliver, der Tip von Udo ist genau richtig, lies dich hier in aller Ruhe durch und entscheide dich dann. Zum Thema Dämmung gibt es wirklich viele Beiträge.

Gruß Patrick.



Na dann!!



Ich habe einen guten Freund und guten Architekten alter Schule, welcher sehr bewußt mit natürlichen Baustoffen plant und bauen läßt und dieser jenige hat mir einmal einen guten Satz mit auf den Weg gegeben:
"Wenn das weiße Zeug nun schon einmal produziert worden ist, so kann man es auch verbauen!"

Gibt viel zum Nachdenken!

Grüße Udo



Vielen Dank!



Da habe ich was zu denken.

Uns war von vornherein die Hartschaum Lösung nicht recht. Nichts gegen Dich, jeder soll bauen was er möchte, Patrick, aber uns war eine Fassade "Sondermüll" suspekt.

Dann bleiben noch Lösungen wie z.B. Holzweichfaser oder auch mineralische Produkte. Ich habe eine Firma gefunden, die beides verbaut.

Vielen Dank für eure Antworten, so verschieden sie auch sind. Aber das ist ja das Ziel, wenn man etwas ins Forum stellt, verschiedene Meinungen zu bekommen.

Schöne Grüße aus Bremen

Oliver




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