Frage zu Estrichelementen

30.09.2013 freehawk



Hallo zusammen,

ich möchte auf eine so gut wie möglich ausgerichtete OSB Platte auf dem Boden Estrichelemente verlegen. Hintergrund ist die Entkopplung gegen Trittschall und die Möglichkeit darauf (kleinformatige) Fliesen zu verlegen.

In den Verlegeanleitungen der unterschiedlichen Hersteller findet man immer einen Satz wie diesen: "Der Untergrund darf nicht nachgeben oder federn.".

Was bedeutet das für mich? Eine Balkendecke kann immer mal leicht durchfedern wenn auch nur in minimalen Bereich.

Was sagt euere Erfahrung bei einer Sanierung im Altbau?

Danke

Gruß
Markus



Fliesenuntergrund



Leider sind Ihre Informationen zu dürftig um etwas zum konkreten Fall zu sagen.
Allgemein sollte der Untergrund möglichst biegesteif ausgeführt werden, das kann man z.B. indem man mittels einer oder zwei Lagen OSB einen Plattenbalken mit der Balkenlage schafft.
Das Verlegen der Fliesen erfolgt auf einer Entkopplungsmatte.
Trittschallschutz ist normalerweise überflüssig; Bäder liegen entweder übereinander oder innerhalb einer Nutzungseinheit. Etwas anders ist es im Neubau bzw. bei Grundsanierungen im Geschosswohnungsbau, da sind die geltenden Bestimmungen zum Schall- und Brandschutz zwischen Nutzungseinheiten einzuhalten.
Ich denke aber das dieser Fall hier wohl nicht zutrifft. Wenn dann soll das Problem Ihr Architekt lösen, dafür wird er bezahlt.

Die fliesen werden üblicherweise auf einer Entkopplungsmatte



Bodenaufbau



Der soll so aussehen, das links und rechts je eine Diele an den Balken geschraubt wird (40 stark). Darauf kommt eine Lage OSB (27 mm), gut verschraubt. Anschließend dann die Elemente. So der Aufbau der uns Architekt und Zimmermann empfohlen haben.

Jetzt bin ich halt auf den Satz in der Anleitung gestoßen und wollte nochmal nach Erfahrungen fragen. Ich bin der Meinung das ist steif genug und wenn dann federt es auf einer gerissen lange durch und hat dadurch einen gerissen Radius, nicht wie meine knarrenden Dielen vorher.

Was gibt es an Erfahrungen?

Gruss
Markus

PS: ob Trittschall nötig ist muss ich am Besten wissen....



Fußbodenaufbau



Erst mal:
Das Sie am besten wissen ob Trittschall(dämmung!) nötig ist bezweifle ich.
Zum Aufbau:
Leider kenne ich weder Abstand noch Dimension noch Spannweite der Balken noch Art der Füllung noch die Größe der Höhenunterschiede im Raum.

Deshalb wieder nur ein paar grundsätzliche Bemerkungen allgemeiner Art:
Das Anlaschen von Bohlen ist möglich aber aufwändig. Dazu müssen die Balkenfelder ausgeräumt werden, mindestens bis zum Einschub, besser komplett sonst erfolgt nur ein Höhenabgleich, keine Erhöhung des Widerstandsmomentes. Wenn dann nicht wieder mit Masse (vorzugsweise Sand auf Rieselschutz) aufgefüllt wird verschlechtert sich das Schwingungsverhalten weiter. Das sich ohne Füllung die Luftschalldämmung ebenfalls drastisch verschlechtert verbeiße ich mir hier mal. So eine Maßnahme führt immer auch zum Neuaufbau der unteren Deckenbekleidung, die durch solch einen Eingriff leidet.

Ich schlage Ihnen folgende Alternativen vor:
Variante 1:
OSB 15 mm direkt auf vorhandene Dielung bis in die Balken nach festgelegtem Schraubenbild durchschrauben, zusätzlich mit der Dielung verschrauben,
Höhenausgleich mit Spachtel,
Abdichtung/Eindichtung einbauen,
Entkopplungsmatte,Fliesen.
Variante 2:
Altdielung ausbauen,
2 Lagen OSB 15 mm miteinander vollflächig verklebt und verschraubt aufbauen, obere Lage nach festgelegtem Schraubenbild auf die Balken durchschrauben, Ausgleichsspachtel,
Abdichtung, Entkopplungsmatte, Fliesen
Variante 3:
Gußaspaltestrich auf Altdielung, Entkopplung, Fliesen
Variante 4
neue Dielung, geölt.
Alle 4 Varianten funktionieren auch auf dem Höhenausgleich durch Beihölzer. Ob in einem verhältnismäßig kleinen Raum wie einem Bad solch ein drastischer Höhenunterschied vorhanden ist der so eine umfangreiche und teure Maßnahme erfordert vermag ich nicht zu beurteilen.
Na, den Zimmerer freut so etwas auf jeden Fall.