Dielenfußboden 1. OG

27.02.2014 1000markhaus



Hallo Zusammen,

ich habe vor ca. 1 Jahr ein sogenanntes 1000 Mark Haus (Baujahr 1931) in Mecklenburg Vorpommern gekauft. Auf dem ca. 50 qm großen Dachgeschoss befindet sich derzeit noch ein alter Dielenboden (schon mit Nut- u. Feder, also vermutlich etwas Neuer als das Haus selbst), der allerding schon durchbiegt. Diesen möchten wir nun gern erneuern. Ursprünglich war geplant diesen zu belassen und einfach neue Dielen (Renovierungsdielen) drüberzuschrauben. Davon wurde uns im Holzfachhandel allerdings abgeraten, zumal die Renovierungsdielen dann in gedrehter Richtung verschraubt werden müssten, was aus meiner Sicht nicht wirklich möglich ist.
Es handelt sich um eine Holzbalkendecke mit einem Balkenabstand von 70-80 cm (80 cm im Flurbereich). Die Balken sind noch super und wurden fachgerecht behandelt um vor weiteren Angriffen von Holzwürmern geschützt zu sein. Zwischen den Balken finden sich Lehmeinschübe, die auf Brettern, die eingeschoben wurden, liegen. Diese möchten wir ungern entfernen. Das darunterliegenden Weizensprossen mit einem Haufen Staub sowie die alte Kalkputzdecke mit genageltem Strohmatten an Brettern haben wir bereits entfernt und durch eine Rigips-Decke ersetzt.

Auf der 1 Hälfte der alten Dielung wurden vom Vorbesitzer Gipsfaserplatten mit darunter aufgeklebtem 3 cm Styropor schwimmend verlegt. Das sieht zwar super aus, aber hatte den Balken scheinbar nicht gut getan, da die Feuchte nicht in den darüber liegenden Raum transportieren konnte. Diese "Konstruktion" werden wir entfernen, wie die Dielen darunter aussehen lässt sich nur vermuten.

Nun aber meine eigentliche Frage:

Welche Dielen nimmt man am Besten für den oben angegeben Balkenabstand. Wir möchten ohne Lagerhölzer arbeiten. Wie stark müssen diese sein. Es geht nicht um eine auf Teufel komm raus billige Variante, es soll einfach nur etwas länger halten und die Oberflächenbehandlung können wir auch selbst vornehmen (Zeit ist genug vorhanden :-) )

Vielen Dank schon einmal für eure Antworten.

Gruß Sven



Dielen für Balkenabstand



Guten Tag auch!
Es gibt im Fachhandel (Klö....) Kieferndielen in 33mm Dicke ("Mecklenburger Landhausdielen"). Diese Tragen nicht nur große Lasten bei diesen Balkenabständen sondern sie können auch direkt auf die Balken genagelt oder geschraubt werden (ev. Balken vorher in der Höhe ausgleichen). Es gibt sie in mehreren Qualitäten (Preis!) und sie halten bei sorgfältigem Einbau locker 250 Jahre.
mfg
Neil



Es genügen...



27 / 28mm vollauf. Holzfeuchte sollte 9% betragen. Verlegung raumlang.

Die handelsübliche (preiswerte!)nordische Kieferndiele ist 19cm breit, wird bis 5,40m lang und hat eine gute Oberfläche, so daß üblicherweise nicht oder nur sehr fein geschliffen werden muß.

Grüße

Thomas



Dielen für Balkenabstand



Es gibt die Mecklenburgische Landhausdiele auch in 28mm Dicke als Berliner Hobeldiele 28x250mm bis zu 6,-m (bei Bedarf bis zu 8,-m) lang. Der Vorteil ist, daß für beide Sorten der Rohstoff (die Holzstämme) nachweisbar aus der Region stammt und nicht aus "Nordien".
mfg
Neil



Irgendwie ist mir entgangen,



welcher Vorteil darin liegt, daß die Bretters aus dem Wald hinter dem Haus kommen. Ob das Holz nun vor oder hinter der Ostsee wuchs, ist nun wirklich belanglos, auch in Skandinavien wird nachhaltige Forstwirtschaft betrieben.

Wichtig ist aber die Qualität: Wer sich nämlich die beworbenen Dielen bei Klöpferholz anschaut (die nennen sich da übrigens ohne das folkloristische Gedöns "Mecklenburgische Landhausdiele" schlicht "Kiefer" im Gegensatz zur "Nordischen Kiefer") stellt fest, daß die Holzfeuchte mit 12% +/-2% ganz klar über den für Innenräume empfohlenen Werten liegen. Für minderbeheizte "Mecklenburgische Landhäuser" mit saisonaler Nutzung mag das angehen, für Wohnräume lehne ich's ab. Das Nachtrocknen der Dielung wird zu beträchtlichen Fugen führen. Ferner sind auch Schüsselungen, Verwerfungen und Rissbildungen wahrscheinlich.

Wer sich ferner allzu rustikal beschriebene Sortimente des Preises wegen zulegen will, schaue sich besser (allgemein betrachtet und nicht auf einen bestimmten Anbieter bezogen)vor dem Kauf genau die Sortierungskriterien an, sowie jedes Brett vor dem Aufladen. Nicht jeder liebt Bläue und herausgefallene Riesenäste.

Grüße

Thomas





Also wir haben bei Klöpfer in 2012 wirklich sehr gute Hobeldiele gekauft.
Die liegt 1a und kam damals um die 18,25€ netto.



Ja,



und was Du da fotografiert hast, lieber Fabig, ist Nordische Kiefer, stimmts? Das hat jeder Holzhändler im Sortiment.

Daß die sehr gut liegt, ist nicht verwunderlich. Sie wurde eben mit einer für beheizte Räume geeigneten Holzfeuchte geliefert.

Grüße

Thomas





Naja wir hatten auch günstiger gekauft. Die Billige schüsselt und dort gibt es auch leckere Spalten, lose Äste etc.
Die von Klöpfer war eher zu trocken für die Räume. Die Dielen liegen nunmehr fast komplett an der Wand.
Laut Rechnung Gapro Massivholzboden nordisch Classic 8% +/-2% 166x27 ringsum Nut/Feder.
Auch keine losen Äste oder Harzgallen drin gewesen.



Das ist...



leicht zu trocken, aber im tolerablen Bereich, wenn keine Baurestfeuchte dazu kommt. Erstaunlicherweise ist in diesem Fall das Billigste durchaus gut und verwendbar. Wer's individuell haben möchte, investiert halt viel oder sehr viel mehr, aber auch auf Deinem Boden kann man laufen...

Viel Spaß dabei wünscht

Thomas