Dielenboden

01.07.2010



Hallo,
eine Frage an die Dielenboden-Experten:
ich habe im Wohnzimmer (nicht unterkellert) einen Dielenboden der recht gut erhalten ist und drin bleiben soll. Er liegt auf Rahmenhölzer ca. 10cm hoch, drunter ist Dachpappe und dann Sand. Da ich die Wände grade verputze würde ich gerne wissen:
muß dieser Holzboden belüftet werden (durch einen Spalt an der Wand bzw. Fußleisten mit Abstandshaltern) oder darf keine Feuchte Luft vom Wohnraum in die Unterlüftung? Könnte ich dann den Putz (Lehm) bis auf den Dielenboden ziehen oder den Spalt vorher mit z.B. Stopfhanf abdichten?
Vielleicht hatte schon jemand das gleiche Problem und ist schlauer...

Gruß vom Landei



Wenn die Angelegenheit furztrocken wäre,



muß eine kondensatverdächtige Luftbespülung der Fußbodenlager nicht sein. Doch die Situation sieht wegen der Oberflächenkorrosion der Wand m.E. verdächtig nach Salzbelastung aus. Und dann stellen sich die richtigen Fragen etwas anders.

Konrad Fischer
Skeptiker





Es sieht aber alles andere als furztrocken aus.
Da würd ich vor dem Neuverputz erstmal die Ursache suchen und abstellen.

Grüße aus Schönebeck



Genau!



Sach ich doch.

Konrad Fischer
Vorredner



Ob...



...die Lagerhölzer wirklich in Ordnung sind? Ich habe keine Glaskugel, aber aus der Ferne sieht's bedenklich aus. Wenn dann die Dielenbretter auch noch eingeputzt werden, kann es schnell Schäden durch in der Wand aufsteigendes Wasser geben. Die Pappe auf Sand ist denn auch nicht das Hohe C der Baukunst. Minimalvariante: Dielen im Wandanschluss umlaufend soweit zurückschneiden, daß sie nicht mit eingeputzt werden. Keine Lüftungslöcher vorsehen, Boden nach dem Schleifen harzarm und wachsfrei ölen, dann kann über die Fläche ein gewisser Feuchteausgleich erfolgen.

Wenn ich's für mich machen täte, würde ich den Boden erneuern incl. gedämmter Unterbau und neuer Abdichtung in der Fläche. Die Wirksamkeit der Horizontalsperre in der Wand sollte geprüft werden.

Grüße

Thomas



Und wenn's für mich wäre,



würde ich an dem vorhanden Aufbau nach Beseitigung der Baumängel nix ändern und was nur geht erhalten.

Konrad Fischer
Restaurierer



Nicht jeder...



...liebt Wollsocken:-)

Grüße

Thomas



Ich hab noch die von der Omma,



weil ich so sparsam bin und lieber stopf und flick, anstelle Kunstharzfaser an die Füße ;-)



Das wird...



...den latent kaltfüssigen Lebensabschnittsgefährtinnen kaum vermittelbar sein.

Baumwollbesockte Grüße

Thomas



Stimmt.



Die fröstelt es nämlich auch auf dem Fliesenboden im 27°C warmen Bad im OG über dem 22grädigen Wohnzimmer. Weil es auf die Temperaturdifferenz zur nackerten Haut ankommt und nicht auf die Dämmstoffkilometer unter dem Estrich. Und deswegen ziehen die dann Filzpatschen an. Vielleicht auch rosa geplüschte Bommelschlappen. Nur das hilft wirklich. Oder auch teure Fußbodenheizung, die ja oft im mangelnden Durchblick bei der dämlichen Wärmelehre ihren Ausgang nimmt.

Brrrr!

Konrad Fischer
Kälteresistenter Barfüßler



Wenn eine Salzbelastung



vorliegt, reicht nur ein belüften und Verputzen (mit was auch immer) auf die Dauer aber nicht aus, um einen dauerhaften Erfolg der Instandsetzung zu erreichen.



Stimmt!



Belüften wäre hin und wieder sogar nachteilig, soweit damit Wasser auf die Mühlen der hygroskopischen Feuchteaufnahme der Salze angeliefert wird. Und wenn das Salz nicht rauskommt, wandert es frech in den Frischmörtel ein und verwüstet diesen nach besten Kräften.

Ja, auch die richtige Salzsanierung will gelernt sein. Eben nou hau!

Konrad Fischer
Anglizist



Dielenboden



Hallo,

danke erstmal für die vielen Infos und Gruß an die Wollsocken-/Schlappenfraktion. Da ich momentan noch in einer gefliesten Souterrain-Wohnung lebe, kenne ich nichts anderes...
Zu den Dielen: ich würde sie wirklich sehr gerne erhalten und traue mir einen zerstörungsfreien Ausbau zwecks Unterbausanierung nicht zu. Ich hab noch ein Bild eingestellt in dem der Zwischenraum und ein Lagerholz am Rand zu sehen ist. Für mich als Laien sieht das i.O. aus...??
Die Minimalvariante von Thomas W. Böhme hatte ich schon teilw. vorgenommen und die Dielen wandseitig gekürzt. Dann also keine Hinterlüftung vorsehen und nicht einputzen sondern nur mit Sockelleisten abdecken. Darüber sollen übrigends Heizleisten montiert werden, vielleicht hilft das ja auch ein bisschen gegen evt. aufsteigende Feuchtigkeit in der Wand (immer diese aufsteigende Feuchtigkeit, die sollte verboten werden!)
Noch eine Frage: woran erkennt man auf dem ersten Bild eine Salzbelastung?

Gruß vom Landei





Hallo,

ich sehe da keine Ausblühungen.

Grüße aus Schönebeck



Das...



...sieht doch ganz nett aus. Wenn die Bitumenbahn noch dicht ist, kann man den Ball vermutlich flachhalten.

Grüße

Thomas



Auf den ersten Blick:



Die Baustoffoebrflächen erscheinen feucht.

Auf den zweiten: Und bröselig, teils Ausblühungen//weiße Ränder an sich wolkig abzeichnenden Fleckenbildungen.

Auf den dritten: Materialbetestung mit Nitratteststäbchen. Gibts in jedem Aquaristenbedarf/Tierhandel.

Konrad Fischer
Salineninspektor