Dielenboden sanieren: Verschraubung

11.12.2014 Sättele



Hallo,
ich möchte einen alten Dielenboden sanieren. Ich denke, der erste Schritt wird sein, die Dielen neu zu verschrauben, da der Boden ordentlich knarrt. Aber wie genau macht man das am besten? Die ca. 8cm breiten und ca. 2 cm dicken, alten Dielen laufen durchgehend durch den ganzen Raum und liegen ca. alle 60cm auf Balken auf, die man vom Keller aus sieht (Zwischen den Balken ist Beton).
Ich bin auf Dielenschrauben von Heco-Unix-Top gestoßen, die Vollgewinde mit veränderlicher Steigerung haben, oder sind Teilgewindeschrauben besser? Welche?
Soll ich schräg in die Dielen schrauben, oder senkrecht?
Mittig in die Diele, oder am Rand? An jedem Balken in jede Diele eine Schraube?
Ich plane auf jeden Fall, die Schrauben zu versenken, da ich dann im nächsten Schritt Schleifen und mit Schleifstaub verspachteln werde...



Dielen verschrauben



bei den Maßen kann es sich nur um sehr billige minderwertige Dielen handeln- da lohnt sich der Aufwand nicht und du verlegst besser neue ab 14 cm Breite mit Nut und Feder.
Die kannst du schräg über der Feder verschrauben, brauchst nichts verspachtel, schleifen und sieht besser aus.
Hinterher kannst du die Ölen .
Wieviel qm hast du denn und wie lang ist der Raum?
Welche Holzsorte ist es?
Du kannst mir auch ein Bild mailen

Andreas Teich



Nochmal nachgemessen



Ich habe nochmal nachgemessen, die Dielen sind 9cm breit. Ich weiß nicht, was das für ein Holz ist, vielleicht erkennt das der Fachmann auf dem Foto. Aber vor ca. 13 Jahren wurde der Boden schon einmal abgeschliffen und lackiert, leider wohl nicht tief genug geschliffen, daher ist er jetzt fleckig. Und erst recht nicht verschraubt. Der Raum ist ca. 4,6m lang und 4m breit.
Ich habe etwas Respekt davor, die alten Dielen ganz raus zu machen, weil ich nicht genau weiß, was mich darunter erwartet...



Dielen erneuern



dann wäre es aber doch gerade gut mal nachzusehen und evt etwas zu verbessern.

Ist wie beim Arzt- wenn man nicht hingeht weiß man gar nicht wie krank man immer schon war...

Wo befindet sich der Raum im Haus und wie wird er genutzt?

Wenn der Unterboden schlecht ist wäre es in jedem Fall gut ihn zu reparieren , sonst steckst du viel Zeit rein und mußt doch irgendwann alles erneuern.
Andreas Teich



Die Breite...



...ist statisch nicht wichtig, wohl aber die Stärke.

Wenn da tatsächlich nur 20mm zu messen sind (nach Überschleifen ist der Boden allermeist in der Mitte noch dünner) und die Lagerhölzer 60cm auseinander liegen, sind die Dielen einfach zu dünn. Mit Nachschrauben wird's nicht schöner, aber auch nicht besser.

Ich rate, obwohl die Dielung ja in der Holzwahl sehr schön wirkt, zur Erneuerung.

Grüße

Thomas



Schrauben



Gibt es bei euch im Haus Denkmalschutz? Dann wollen die ggf. Das der Boden erhalten bleibt.
Das Holz ist schön aber wenn es zu dünn ist wird es immer knarzen,

Beim verschrauben auf jeden Fall Vollgewindeschrauben nehmen. Die Arbeiten sich nicht so schnell raus.
Anschließend wird euch die Suche nach sämtlichen überstehenden Nägeln leider nicht erspart bleiben.
Die Frage ist ob der Boden knarzt weil er lose ist oder weil die Dielung an sich zu wenig Raum hat um zu quellen.
Die Treppe im Haus von Bekannten knarzte nach dem verschrauben noch schlimmer.



Eine normale...



Vollgewindeschraube ist für diese Aufgabe unggeignet, da sie nicht "ziehen" kann.

Ist der Boden zu dünn, ist jegliche Verschraubung sinnlos, da zwischen den Auflagern zuviel Bewegung ist.

Demkmalschutz für 80mm breite Dielen? Extrem umwahrscheinlich. Nicht funktionierende Bauteile können aber auch dann denkmalsgerecht erneuert werden, da auch der Denkmalschutz eine zeitgemäße Nutzung nicht verhindern darf.

Grüße

Thomas





Danke für Euren Input.
Unser Haust steht nicht unter Denkmalschutz, aber in der Denkmalrolle. Das bedeutet, dass man innen ruhig verändern kann.
Ich habe auch nochmal nachgemessen, der Balkenabstand beträgt ca. 50cm, die Balken sind dann 18-20cm breit, zumindest, was man vom Keller her sieht.
Neu Machen ist sicherlich immer besser, aber wahrscheinlich auch recht teuer. Ich widme mich solchen Themen eigentlich ganz gerne selbst, aber wenn ich hier so lese, habe ich nicht das Gefühl, dass das noch etwas ist, was man selbst übernehmen sollte. Wo liegt denn so ein neuer Bodenaufbau von einem 20m²-Raum mit Material und Arbeit in etwa?

Eigentlich wollte ich nur die alte Raufaser loswerden, dann kam mir der Gedanke, die Fußleisten wegzunehmen und den Putz dahinter ganz runterzuziehen (die freie Lücke dahinter bis aufs Mauerwerk ist dämmtechnisch nicht so toll), und dann kam eben die Idee, wenn die Fussleisten weg sind, gleich auch den Boden abzuschleifen. Und jetzt bin ich dann schon beim kompletten Rohbau...



Kosten



Hallo,

Folgende Möglichkeiten gibt es wenn du neu Verlegen solltest:

Alten Boden drin lassen und neuen quer dazu drauf Schrauben. Das hat den Vorteil, dass du darunter eine weitere Schicht hast und nicht alles rausreißen musst.
Nachteile: das knarzen bleibt ggf. Erhalten und die Türen etc müssen abgesägt werden. Und du bekommst ne leichte Stufe rein.
Kostentechnisch kommt es natürlich drauf an was du reinmachen willst.
Wir haben bei uns Dielenboden aus Eiche genommen aus dem Baumarkt. Da lag der QM bei ca. 40 €. hier aber auf jeden Fall Restfeuchte prüfen und ob die Dielen gerade sind.
Die gleichen Preise sollte man ungefähr auch beim Parketthandel rechnen. Nach oben sind wie immer keine Grenzen gesetzt.
Hinzu kommen Kosten für die Miete der Schleifmaschine (50 € pro Tag), Schleifpapier, Lack und Grundierung.
Als was wird denn der Raum genutzt. Wenn man regelmäßig nacharbeiten kann oder will würde es m.E. Schöner und günstiger sein den Boden mit Leinölfirnis zu Ölen.
Sollte aber einmal im Jahr wiederholt werden.



Dielenboden verlegen



Besser und wesentlich stabiler ist wird es, wenn der alte Boden herausgerissen wird,das dürfte bequem in 2 h zu schaffen sein mit Balken säubern und Transport aus dem Haus.
Evt gehts schneller wenn du die vorher einmal in der Mitte mit der Handkreissäge oder Stichsäge durchsägst.

Dann Ebenheit überprüfen mit langer Richtlatte, Wasserwaage oder geradem Brett.

Den Balkenzwischenraum würde ich bis zur Oberkante der Balken vollfüllen zur besseren Dämmung und um den Resonanzeffekt zu reduzieren
(Zellulose, Hanf, Schüttung etc.)

Kleine Unebenheiten mit ca 5 cm breiten Sperrholzstreifen, Furnierstreifen etc ausgleichen.

Größere Unebenheiten- wenn das jetzige Niveau beibehalten werden soll- müssen dann mit entsprechend den Balkenunebenheit geschnittenen Holzleisten ausgeglichen werden.

Dielen gibt es auch in geschliffener und fertig geölter Oberfläche- aber dann fast immer als kürzere Systemdiele mit rundum Nut- und Federprofil.

Nut an die Wand legen und dann schräg über der Feder verschrauben mit ca 3,5 x 50 mm Teilgewindeschrauben- Schraubenlänge je nach Brettdicke.
Bei Harthölzern würde ich immer vorbohren, bei Weichholz nicht unbedingt nötig aber besser.
Bei 3,5 mm Schrauben mit 3 mm, sonst mit 3,5 mm Bohrer.

Sollte die Wand sehr uneben sein, müßte die erste Diele dem Wandprofil entsprechendent nachgeschnitten werden, sodaß du etwa 10 mm Wandabstand bekommst.

Es wäre auch eine gute Idee, nachzumessen wie es mit den Brettern ausgeht, daß nicht zum Schluß ein schmaler Streifen bleibt, falls beide Raumseiten gut sichtbar sind.
Evt dazu das erste Brett etwas schmaer schneiden.

Nach Möglichkeit Raumfeuchte und Brettfeuchte messen- die sollten in etwa zueinander passen-
oder die neuen Dielen ein paar Tage im Raum liegen lassen, (wobei sie sich an der Wand stehend schneller anpassen würden).

Dabei immer sicherstellen, daß die Bretter mit Zwischenraum gelagert werden, um schnellere Trocknung zu ermöglichen.

Ich denke die meisten hier werden solche Arbeiten selber durchführen-
nur bei sehr hochwertigen Böden oder entsprechenden Ansprüchen würde ich eine Firma fragen-
hier gibts ja auch einige davon.
Oder wenn du die örtliche Wirtschaft fördern willst.

Bei Fragen kannst du gerne eine mail schicken

Andreas Teich



Wohnzimmer



Der Raum wird als Wohnzimmer genutzt.
Wenn die neuen Dielen dicker wären, wäre das kein Problem, da es in den Raum eh ca. 2cm nach unten geht. Ich müsste lediglich die Tür, die nach innen aufgeht, etwas kürzen.
Aber wie dick müssten die neuen denn sein? Ich habe hier irgendwo im Forum was von 40mm gelesen, kann aber, zumindest im Netz, keinen Anbieter finden, der so dicke Dielen liefert.
Wie würdet Ihr von der Reihenfolge her vorgehen, erst Wände neu, dann Boden, oder umgekehrt? Ich plane Baumwollputz, d.h. ich müsste keine Angst vor Farbflecken auf dem Boden haben, aber da kommt kurzzeitig einiges an Feuchte in den Raum.
Dielen sägen hingegen macht auch ordentlich Dreck!



27/28mm...



genügen vollauf, am besten raumlang.

Die Information, daß sich Holzfeuchten in kurzer Zeit anpassen und die Bretter dazu strukturlos herumliegen sollen, ist falsch.

Lassen Sie sich die Feuchte beim Kauf nachweisen, die Dielen sollten 9% Holzfeuchte haben. Werden sie geliefert, sollten sie in Folie (oder wenn lose geliefert eingestapelt) 1-2 Tage einen Temperaturausgleich durchführen können. Ein Feuchtigkeitsausgleich auf der Baustelle dauert viel länger und führt zu Formveränderungen, die das Verlegeergebnis negativ beinflussen können.

Vorbohren müssen Sie nicht, wenn Sie Dielenschrauben mit Frässpitze und Fräskopf verwenden, z.B. von SPAX. Nur bei Verschraubungen ganz knapp vor dem Hirnende oder in einen Ast sollte trotzdem vorgebohrt werden.

Ich würde die Wände erst fertigmachen. Sägen kann man auch mit Absaugung...

Grüße

Thomas