Dielenboden (Kiefer) ölen




Liebe Experten,

im OG unseres Altbaus haben wir neue Kieferndielen verlegt, die nun geölt werden sollen. Ich habe mich schon ausgiebig zu den verschiedenen Möglichkeiten belesen, komme aber einfach zu keinem Ergebnis. Es gibt so unglaublich viele Produkte...
Am liebsten wäre uns ein preiswertes, möglichst naturbelassenes Öl ohne viele Zusätze, dass sich auch vom handwerklich geschickten Laien gut Verarbeiten lässt. Die Dielen waren eher günstig und wir haben zwei kleine Kinder - es muss also kein HighTech sein...

Hat vielleicht jemand einen konkreten Tipp für uns?

Und noch eine Frage: Die Dachschrägen sind mit Profilholz und die Trockenbauwände mit Rauhspund beplankt. Sollten Profilholz und Rauhspund grundsätzlich auch geölt werden?

Vielen Dank und schöne Grüße
Anne



Annes Dielenboden oelen



1. Der Fußboden
Der vorab Anstrich.
Ein Esslöffel Leinoel auf einen Liter `Reines` Terpentinoel (Balsam).Gibt es im Fachmarkt, (Farben und Oele).Was Passiert:
Das Stark verdünnte Leinöl zieht beim ersten Anstrich tiefer ins Holz. Beim zweiten Anstrich mehr Leinöl nehmen.Zuviel Leinöl klebt und Trocknet nicht aus.Diese Stellen mit einem Terpentinöl getränken Lappen nacharbeiten.Das Ganze Riecht Lecker,und ist eine Arbeit die ich im Sommer mache,weil ich da auch mal im Garten Schlafen kann! (Trockenzeit,je nach Belüftung, Restölzer zum ausprobieren nehmen)

ZU 2. Holz in der Dachschräge:Da emfpehle ich
Holz Dunkelt nach (zb.durch Sonneneinstrahlung),dem vorzubeugen einmal Weiß Lasieren, die Maserung bleibt erhalten und das Zimmer wird heller.
By E.T.



Danke Eddie



Leinöl klingt gut, so würden wir es am liebsten machen.
Ich frage mich nur, wieso hier im Forum eigentlich immer fertige (und recht teure) Produkte von Naturfarbenherstellern diskutiert und empfohlen werden, wenn es doch auch so einfach und günstig geht? Sind die Vorteile der fertigen Produkte so deutlich? Wenn ja, wo liegen sie - in der leichteren Verarbeitung, dem besseren Holzschutz? Ökologie spielt hier doch auch für viele eine wichtige Rolle und zumindest in dieser Hinsicht müsste Leinölfirnis ja ganz klar die Nase vorn haben.

Eddie, verwendest du ganz normales Leinöl oder voroxidiertes wie Linolja?





Die Tips von Eddi sind leider ein Garant für größtmögliches Mislingen.

Normales Leinöl ist nicht entschleimt und bleibt klebrig. Balsamterpi mag die Klebrigkeit beseitigen , der Holzschutz ist aber auch gleich mit weg , wenn er denn nach der Methode je da gewesen sein sollte.
Stark verdünntes Leinöl ist sinnlos. Durch die Verdünnung ändert sich nicht die Molekülgröße des Fußbodenöls, sondern die Anzahl der in das Holz eindrinmgenden Ölmoleküle reduziert sich. Irgendwann ist die Verdünnung verdunstet und dann fehlt das Öl, also mit Hilfe von Terpi drimgt das Öl nicht tiefer ein sondern es dringt weniger Öl ein. Sie brauchen aber gerade die Ölmoleküle im Holz und zwar gesättigt!

Nebenbei noch , Balsamterpentin hat ein hohes allergenes Potential, "... bevor die moderne Farbenindustrie, Anfang des Jahrhunderts, zur Petrochemie konvertierte, wurde der Nadelholzsaft fast allen Anstrichmitteln beigemischt. Wer ihn einatmet, pinkelt Urin mit Veilchenduft. Bei Hautberührung bilden sich Ekzeme und rote Bläschen an Lippen und Armen ("Malerkrätze"). Enthält ein Produkt mehr als 25 Prozent Terpentinöl, muß es mit einem schwarzen Warnkreuz versehen werden. ..." (zit. aus der Spiegel 7/1995)

Wenn das Öl in den Boden eingedrungen ist oxidiert es i.d.R. mit dem Luftsauerstoff oder/und anderen Oxydanten. Dadurch kommt es zu einer leichten Volumenvergrößerung, durch die das Porenvolumen an der Holzoberfläche verkleinert , bzw. idealerweise verschlossen wird. In diesem möglichst optimalen Porenverschluß besteht später der Holzschutz.

Ich verwende meist von Woca das HS Meisteröl. Verarbeitung für den ungeübten Laien eher schwierig. Es gibt aber zig andere Produkte und Hersteller.
Verbrauch hier bei Nadelholz ca. 1L/15m² bei einem Preis von 18€/1L im 5L Gebinde entspricht das 1,20€/m² Fußboden. Finde ich für ein gutes Ergebnis den Preis wert.

Abraten möchte ich von sog. ÖL-Wachs-Emulsionen (z.B. ****-Hartwachsöl). Besser ein reines Hartöl nehmen.
M.E. sind die größten Schwierigkeiten im Ergebnis beim geölten Fußboden,
a die Verschmutzungsempfindlichkeit, (durch zu wenig Öl, verschmutzter Rohfußboden, raue Oberfläche)
b. eine etwaige Oberflächenklebrigkeit (durch zu viel Öl, exxessiver Lösemitteleinsatz)

Beides ist oft auf mangelhafte Verarbeitung zurückzuführen.



Annes Dielenboden oelen



Hallo Anne
Ich nehme normales Leinöl, das reine Terpentinöl ist wichtig, kein Terpentin `Ersatz`!
Da ist in dem weiteren Beitrag der `Holzschutz` angesprochen worden. Deinem Beitrag nach, willst Du den Boden gegen, z.B. Flüssigkeiten, Schützen. Das war auch mein Anliegen. Ich habe alle Kinderzimmer, derer gibt es drei und mein Schlafzimmer, damit Geölt. Die Krätze habe ich mir in Portugal in der Pampa eingefangen (keine Malerkrätze). Der Weitere Beitrag hat mir wirklich Angst gemacht. Also: Reines Terpentinöl (veraltet Terpentingeist ) wird aus Kiefern (Nadelhölzern) gewonnen! Es wird auf den Holzboden aufgetragen, nicht Trinken.!
Mir war die ´nach Behandlung´ wichtig , ich habe in der Gründerzeit Rau Spund verlegt und Geölt. Meine Pänz nutzen die Schutzschicht an bestimmten Bereichen stärker ab, das lässt sich ohne Probleme nach ölen!
P.S Die Chemische Bietet ohne Frage gute Sachen an, jedoch wenn der Holzwurm meint er kann bei mir zur Unter `Ohne ´miete zu zahlen, Wohnen, hole ich lieber den Heizluftföhn, als Ex und Hop darauf zu schütten. Es ist gut zu wissen, was im Eimer ist. Da war noch das mit dem Pipi, wenn Farbe sich nicht lang ziehen lässt, dann hat der Opa ein bisschen Pipi dazu getan . ….
Ich bin kein Maler und Lackierer, meine Tipps habe ich von alten Leuten , wie mein Schwiegervater.
Der hat die alte Schule in Thüringen (Osten) als Maler und Lackierer besucht
E.T. Boderas



Die Altvorderen hatten sicher bewährte Rezepte



aber die Umsetzung ist heute nicht mehr ganz so einfach, da es auf das spezifische Wissen im Ganzen ankommt um zum vorgestellten Ergebnisses zu kommen.

Auf Urin im Leinöl sollte man besser verzichten: Früher wurde gern mal in den Kalkeimer gepinkelt bei der Herstellung von Kalkfarbe. Der Urin hat dabei die Aufgabe als Netzmittel zu wirken.

Standöl früher, war abgestandenes Leinöl unter Luftabschluß in dem die Schwebteilchen sedimentiert sind. So bekam man ein rel. sauberes Farbleinöl. Die Moleküle bleiben unverändert.

Standöl heute, ist ein mit ca. 230°C gekochtes Öl. Dadurch dickt es ein und trocknet schneller. Nachteil ist, dass die Moleküle größer werden und damit die Penetrationsfähigkeit (=Eindringvermögen) erheblich sinkt.

Firnis ist voroxidiertes gekochtes Leinöl, Vorteil: schnelltrocknend, Nachteil: Penetrationsfähigkeit deutlich schlechter als historisches Standöl.

Also weder modernes Standöl noch Firnis eignen sich sonderlich gut.

Bei einem Anstrich mit historischem Standöl können sie locker 2 bis 4 Wochen Trockenzeit rechnen oder sie arbeiten nur mit homöopatischen Ölmengen wie vorgeschlagen, nur dann können sie sich das Ölen schenken.

Balsamterpentin und kein Terpi-Ersatz versteht sich von selbst, aber auch wenn es von "Kiefernnadeln gewonnen wird" heißt das lange noch nicht das der Stoff harmlos ist.

Gruß
Selle



Inhaltsstoffe Woca Öle



Denmark, Januar 2011
WOODCARE DENMARK A/S
DK-6640 LUNDERSKOV
DENMARK TEL.: +45 99 58
56 00
FAX: +45 99 58 56 34
Volldeklaration
Produkt: WOCA Exterior Öl
Trockenmasse etwa
25 %
Komposition von Trockenmasse:
Vegetabilische Öl Komponenten
< 70 %
Andere Bindemittel
< 10 %
Fungizid
< 4 %
Unorganische Pigmente
< 6 %
Sikkative (Kobolt-, zirconium-, barium-Salze von
Fettsäuren.
< 2 %
Zusatzstoffe Verdickung, Eindringen usw.)
< 3 %
Lunderskov 16.03.2011

Mann beachte die 4% Fungizide für den innen Bereich!
Boderas



Inhaltsstoffe Woca Öle



Allergie auf mit Trip-Trap-Öl behandeltes Eichenparkett
Diesen Beitrag gibt es unter Fachwerk.de

Zu dem erinnere ich mich an einen weiteren Holzschutzhersteller der große Probleme hatte.
Trip Trap ist heute Woca, warum Herr Selle?

Boreas



Wer lesen kann ist klar im Vorteil



und die 4% Fungizide sind für die Pilze, die diese Kunst nicht mehr beherrschen... .

Schon in der von boderas erwähnten Produktbezeichnung steckt einiges an Information:
Produkt: WOCA Exterior Öl
Wort 1: Woca = Hersteller
Wort 3: Öl = Öl
soweit unstrittig
Wort 2: Exterior
Darin findet sich das Wort "exter" kommt mir lateinisch vor... .
Aber google hilft auch:
"exter" steht für außen liegend, ausländisch, fremd. Ups da wirds politisch, hier gehts aber um ÖL.
Wat soll nu noch dat "ior" dahinter?
Auch hier hilft der große Bruder google: Man findet
"exter mit ior" zusammen also exterior und den Hinweis "comparativ" von "exter". Früher hieß sowas "Vergleichsform". Es sollte also etwas verglichen werden, Nehmen wir die 3 o.g. Beschreibungen und bilden den Gegensatz dazu:

1. fremdes Öl./. nicht fremdes Öl … seltsam

2. ausländisches Öl ./. inländisches Öl … vielleicht, aber das Zeug heißt in DK auch so und dann stimmt es nicht. Wieder daneben.

Bleibt noch

3. außenliegendes ÖL ./. innenliegendes Öl
Woca außenliegendes ÖL. .. und dann mischen die Pschurken auch noch 4% Fungizide unter.. Jetzt genügt es aber und ich lese doch mal die Anwendungshinweise zum Datenblatt : Soweit komme ich aber gar nicht, schon der Name bei big brother google verrät:

„Woca Terassenöl für den Außenbereich“ usw.

Wer lesen kann ist also klar im Vorteil!

Und da sie werter Boderas kaum an die Volldeklaration gekommen sein können, ohne zuvor über den Anwendungsbereich zu stolpern war ihnen dieser Anwendungsbereich auch bekannt. Trotzdem hielt sie das nicht davon ab wissentlich einem Fußbodenöl für den Innenbereich 4% Fungzide und andere falsche Inhaltstoffe anzudichten:

Ihr Beitrag
[thread-Anfang]:
Inhaltsstoffe Woca Öle …
Volldeklaration
Produkt: WOCA Exterior Öl
……
Mann beachte die 4% Fungizide für den innen Bereich!
Boderas
[thread-Ende]


Vorsätzliche Falschinformation hilft nicht dem Fragesteller,

Gruß
Selle

PS:
Innenbereich schreibt man auch nach der neuen Rechtschreibung zusammen und groß.



Mein letzter vesuch, sauber zu bleiben



Mein Lieber D. Selle, erst mal wünsche Ich Ihnen einen schönen Abend vor dem kommenden Wochenende! Sollte ich Ihnen Krümel ins gemachte Bett geworfen haben, war das nicht mein Anliegen.
Denken Sie doch noch mal darüber nach warum es dieses Forum Fachwerk.de gibt! Es geht der Anne darum, dass Sie sich, mit ihren Mitteln, in ihrem zuhause wohl fühlt. Geht es ihnen nicht genauso.? Sie als Unternehmer in Sachen Bautenschutz sollten ihre Türe immer weit offenhalten, liegt ihre Schwelle auf den Rechtschreibfehlern andere, so schauen Sie zu,das ihre Rechtschreibkorrektur auf dem neusten Stand ist. Wenn mir einer eine Zitrone reicht, Zitat: D.Selle, Wer ihn einatmet, pinkelt Urin mit Veilchenduft. Bei Hautberührung bilden sich Ekzeme und rote Bläschen an Lippen und Armen ("Malerkrätze"). dann mache ich daraus Limonade. Sie haben dermaßen das Thema verfehlt, das ich mir Sorgen mache.

Geben Sie zu, Sie Schweigen ganz Bewusst zu dem Beitrag: Allergie auf mit Trip-Trap-Öl alias ` Woca` behandeltes Eichenparkett.
Wenn ich an meine Fehleinschätzungen denke, werde ich meist Tolerant. Gehen Sie hin und Schenken der Anne ihr Bestes Öl für ihre neuen Dielen.! In dem Fall werden Sie einen positiven Beitrag in das Gästebuch erhalten. Das tut dann Der SELE gut! Davon bin ich fest überzeugt.
Boreas
Wenn ich Ihnen mal einen Tipp geben darf wie man Leute mit kleiner Geldbörse glücklich macht, Schreiben Sie mir. (Kalk Kälken Kernseife, da gibst es noch Quark oder der Trockenstoff um sich selber Farben an zumischen)





Die Ausgangsfrage von Anna war nach einem „preiswerten, möglichst naturbelassenen Öl ohne viele Zusätze, dass sich auch vom handwerklich geschickten Laien gut Verarbeiten lässt.“
Die Antwort von ET alias Boreas alias Boderas zu 1 als sinngemäße Zusammenfassung:
Als Grundierung Leinöl mit Terpentinöl mischen und auftragen und in den Folgedurchgängen den Ölanteil umgekehrt proportional zum Terpentinöl zu erhöhen.
Das Mischungsverhältnis solle dabei mit 20ml Leinöl zu 1000ml Terpentinöl betragen, mithin 1:50.
(1 Esslöffel entspricht je nach Größe 10bis 20mL)
Es kommt noch der Hinweis, beim 2. Anstrich mehr Leinöl nehmen, die Klebrigkeit bei zuviel Leinöl und die Empfehlung besser im Garten zu schlafen.
Das war’s.

- Glauben sie ernsthaft, das damit ein Laie seinen Fußboden erfolgreich Ölen kann?
- Die Behauptung das Leinöl würde tiefer eindringen durch das Terpentinöl, ist schlicht Unsinn.
Dann kommt ihr Hinweis auf Fungizide in Wocaölen für den Innenbereich, dumm nur das sie das Datenblatt eines Holzöl bemühen, welches nicht für den Innenbereich ist!

Das von mir erwähnte Öl war ein High Solid-Öl, d.h. ein Fußbodenöl mit hohem Festkörper und geringem Lösemittelanteil. Sie empfehlen demgegenüber eine Ölung im ersten Durchgang mit 98% Lösemittelanteil. Weder mein noch ihr Öl erfüllt dabei jedoch die Kriterien der Ausgangsfrage.
Und dazu nun noch zurück:
Eigenmischungen halte ich für riskant, gerade wenn keine Erfahrungen vorliegen. Ein Boden mit reinem Leinöl behandelt wird sehr lange klebrig bleiben, bzw. ohne weitere Harze auch keine sonderlich brauchbare Schmutzresistenz haben. Diese Harze durch Tepentinöl beizumengen ist kritisch zu betrachten.
Soll es lösemittelfrei sein wäre ein pure solid Öl meine Wahl, ansonsten mindestens high solid. Ein Blick in die Volldeklaration ist sinnvoll. Möglichst naturbelassen wäre das pure solid von Kreidezeit, den Preis wert ist es wahrscheinlich auch. Ob gut zu verarbeiten, weiß ich nicht.

Gruß
Selle



Vielen Dank



für die Kommentare, auch wenn ich nun nicht wirklich schlauer bin als vorher. Ich werde mich wohl noch einmal ausgiebig mit den verfügbaren Highsolid-Produkten und deren Verarbeitung befassen.

Schöne Grüße
Anne



Das empfohlene Selbermixprojekt...



...ist völlig wirkungslos (zu wenig Öl) und setzt zudem unsinnig viel Terpentin frei. Vermutlich will auch nicht jeder im Garten schlafen, bis der Gestank verflogen ist.

Pures Leinöl trocknet deutlich langsamer als Fußbodenöle und gilbt sehr stark. Deshalb wird es für diese Anwendung nicht in Frage kommen. Zudem ist ein halbwegs geeignetes Farbleinöl keineswegs billig. Das Fläschchen Speiseleinöl aus dem Supermarkt wäre eh nicht geeignet.

Ein gutes Fußbodenöl ist zwar je Mengeneinheit "teuerer", ist aber sparsam im Verbrauch. Und vorallem, es funktioniert langfristig. Beim Fußboden tun Irrtümer besonders weh.

Grüße

Thomas