Dielenboden OHNE Belüftung(sschlitze)

24.04.2009



Ich habe gerade ein Backsteinhaus von 1931 gekauft und darin ist der Dielenboden super intakt (liegt gut, trocken), obwohl es von aussen keine Belüftungsschlitze gibt - diese wurden auch nicht nachträglich verschlossen, soweit wir nachforschen/nachsehen konnten. Von diesem Haustyp gibt es in der Strasse noch andere, die genau so gebaut sind. Der Untergrund unter den Dielen ist eine ca. 40 cm Luftschicht und dann knochentrockener Sand.
Beim Renovieren/Schleifen des Bodens ergibt sich die Frage, ob er so 'unbelüftet' bleiben kann oder was für eine Überlegung dahinter steckte beim Bau des Hauses? Oder ist er auf eine andere Art belüftet? Bis jetzt hatte keiner eine Ahnung davon, weder Verkäufer (der im baugleichen Haus lebt) oder Fußbodenfachleute... (Bis jetzt war darauf vollflächig Teppich verklebt, dessen Reste sich aber gut ablösen lassen mit Heissluftföhn.) Danke vorab für einen Tip hinsichtlich der Belüftung/Restauration.



Fußboden



Hallo,

das alles ist so knochentrocken, weil es keine Belüftung gibt.
Die wäre nämlich bei entsprechenden Warmfrontlagen auch eine Bewässerung, weil die gesättigte Warmluft bei Abkühlung auf 15 Grad oder weniger hier erhebliche mengen Kondensat abgeladen hätte.

In wärmetechnischer Hinsicht haben sie daran aber keine Freude, weil der Boden völlig ungedämmt ist. Kalte Füße werden Ihnen sicher sein.

Wollen Sie das so lassen ?

Grüße vom Niederrhein





Wenn die Dielen intakt und der Sand knochentrocken ist, warum dann etwas verändern? Viele Jahre hat es sich schon bewährt, und wird es auch weiterhin tun.

Umstritten ist, ob eine unter dem Dielenboden eingebaute Dämmung überhaupt zu Fußwärme verhelfen kann. Ich glaube daran nicht, und die Dämmung kostet zudem Dein Geld! Lieber Hausschuhe anziehen!



Tja, durch den



Hohlraum findet ein ausreichender Feuchtigkeitsaustausch statt, somit bleibt die gesamte Konstruktion trocken.
Sinnvoll wäre eine Wärmedämmung schon, allerdings mit geeigneten Dämmstoffen wie Holzweichfaser oder Hanf. Eventuell kombiniert mit einer Dampfbremse.
MfG
dasMaurer



Daß ein gedämmter Fußboden...



fußwärmer ist als ein ungedämmter, ist nicht umstritten, sondern unbestritten.

Ob unter geänderten (modernen) Nutzungsbedingungen die vorhandene Sparvariante dauerhaft funktioniert und den Ansprüchen aller Nutzer entspricht, bezweifle ich. Ich rate also zur Dämmung.

Diese könnte durchaus, wenn genug Aufbauhöhe vorhanden, in diffusionsoffener Form AUF dem vorhandenen Dielenboden stattfinden, mit Holzweichfaserplatte, zwischenliegenden Lagerhölzern, Dielung. Sollte die Altdielung lackiert sein, würde ich dem Lack grob anschleifen, und die neue Dielung mit einem Fußbodenhartöl behandeln. Damit ist ein gewisser Feuchtetransport weiter möglich.

Grüße

Thomas



Warum Fusskalt?



Hallo,

ich bin bisher nur Leser, habe mich aber kurzum entschlossen auch mal etwas mitzuschreiben. Da ich kein Freund von großen Vorstellungsrunden bin, klink ich mich mal direkt in das Thema ein.

In meinem Haus ( Bj. 1900) habe ich ähnliche Situation vorgefunden (schöner alter Dielenboden mit ausgeziegeltem "Kriechkeller" auf Ziegelpfeilern, raumweise unterschiedlich von 40cm-110 cm Höhe, keine Lüftungslöcher und dieses auch so erhalten. Was mir nicht ganz klar ist, warum sollte das Fusskalt sein? Ein schöner alter, dicker Dielenfussboden ist doch schon von Natur aus angenehm und unserem Empfinden nach auch nicht "kalt". Tut es wirklich Not dieses Gefüge zu verändern und sollte der Nutzen daraus so hoch sein?

gruss

ide





Ide,

Deine Bedenken sind vollkommen berechtigt!
Die Sache mit der "Fußkälte" ist für mich ein immer wieder gern erzähltes Lügenmärchen.
Wer hat daraus einen Nutzen? Der Dämmstoffhersteller und derjenige, der das Zeug verkauft und einbaut, sonst niemand.



Holz ist bei Trittkontakt...



oder durch Strahlungswärme im Gegensatz zu vielen anderen Materialien schnell warm, weil es thermisch träge ist und die Wärme nur langsam ableitet. Soweit, sogut.

Es leitet Wärme aber ab, und ein 30mm Dielenbrett dämmt deutlich schlechter, als ein Bodenaufbau mit einer geeigneten Dämmung. Wäre das nicht so, würde die Blockstube des Umgebindehauses nie erfunden worden sein, da ja dann auch für eine Außenwand eine 30er Diele völlig ausreichen täte.

Zum anderen ermöglicht ein (nie fugenfreier) Boden auch auf dem Wege der Luftzirkulation den Wärmetransport in den Untergrund. Man heizt also mehr, als notwendig, und der Boden ist definitiv kälter, das kann man mit einem IR-Thermometer auch sehr schön messen. Das subjektive Empfinden und die Vorzugssockendicke sind hier unerheblich.

Ob man das ändert oder so lässt, kann jeder selber entscheiden. Bedacht sollte aber auch werden, daß durch veränderte Nutzungsgewohnheiten heute mehr Feuchtetransport in den Unterbau möglich ist, und daß das z.B. über Kondensatausfall im Bereich der Balkenauflager auch ein bislang funktionierender Aufbau geschädigt werden könnte.

Ferner: Auch staubtrockener Sand transportiert in Größenordnungen Feuchte.

Grüße

Thomas