Dielenboden erneuern

16.01.2020 maipin



Hallo,
ich habe in den letzten Tagen extrem viel zum Einbau eines neuen Dielenbodens gelesen. Einerseits bin ich jetzt noch mehr verunsichert (ist wohl wie Krankheiten googeln ??), andererseits paßt es auch nie so richtig auf meine Situation - auch klar - es ist immer individuell.
Vorhanden ist ein Dielenboden, welcher auf Balken befestigt ist, die im Grunde nur auf gewachsenem Lehmboden aufliegen. Grundwasser haben wir in etwa 15 Metern Tiefe. Nach etwa 100 Jahren ist es nun soweit, zumal das Haus mal eben mit Gefälle an den schrägen Hang gebaut wurde, zudem würden sich die verlegten Brettchen wohl arg geschmeichelt fühlen, wenn man sie als „Diele“ bezeichnet.
Nach Nutzung als Küche/Wohnraum soll dort künftig eine Holzwerkstatt einziehen. Die Wände bestehen aus Ziegeln, die mit Lehm als Mörtel vermauert wurden. Ein (Streifen-)Fundament gibt es darunter nicht - evtl. an den Ecken ein drei- oder vierreihiges Punktfundament aus Ziegeln. Meist auch noch mal im Verlauf der Wand nach einem oder zwei Metern.
Heute sind Dielen durch Nut/Feder weniger Luft-/Feuchtigkeitsdurchlässig als die „Bretter“. Ich habe nun auch oft gelesen, dass das schnell zu dicht werden und Feuchtigkeitsprobleme verursachen kann.
Nun möchte ich nicht unnötig ein Fundament (Feuchte) einbringen, wenn es nicht sein muß und gewachsener Lehmboden ausreichende Festigkeit hat. Die Höhe könnte ich ja über die Unterkonstruktion ausgleichen (genügend Raumhöhe ist vorhanden).
Wäre ein Aufbau aus PE-Folie, Balken/Dämmung dazwischen und Diele die richtige Lösung? Ich denke da v.a. an die Feuchtigkeit, die eben nicht mehr wie früher durch Ritzen entweichen kann...
Oder bauen wie dazumal... Da denke ich aber auch an mangelnde Stabilität nicht verbundener „Bretter“ und an eine Hobelbank mit Anwender, die zusammen dann auch schnell 200 oder 300kg Belastung bringen...



Dielenboden auf Erdboden verlegen



Mögliche Aufbauhöhe fehlt noch.

Wenn keine Feuchtigkeitseinträge von außen möglich sind kann ohne Folien gearbeitet werden.
Falls Bodenfeuchtigkeit oder Radonbelastung möglich ist Abdichtungen verwenden.

Da angenehme Temperaturen und Fußwärme auch bei einer Holzwerkstatt sinnvoll und da spätere Umnutzungen möglich sind würde ich Dämmung des Bodens vorsehen.

Höhennivellierung unter Holzbalken (KVH) kann durch Abkratzen des Lehmbodens,
dann dünne Ausgleichsschicht mit scharfem Sand und aufgelegten Betonplatten als punktförmige Balkenauflager erfolgen.

Dämmung dazwischen oder zB als durchgehende Lage darunter mit Glasschaumplatten, XPS o.ä ausführen.



Interessant:



"Falls Bodenfeuchtigkeit oder Radonbelastung möglich ist Abdichtungen verwenden."

Wann genau soll "Bodenfeuchtigkeit" denn nicht möglich sein? Unter den Balken ist Erde und die ist halt erdfeucht, spätestens in ein paar cm Tiefe.

Sie brauchen in jedem Fall eine Abdichtung, und diese liegt am Besten auf einem Unterbeton, waagerecht abgezogen) von wenigstens 8, besser 10cm. Vorteilhaft wäre unter dem Unterbeton noch eine Schotterpackung und eine Trennschicht aus Geovlies. Auf den Unterbeton eine Schweißbahn (oder eine selbstklebende Bahn wie die Gefitas PS 3/300). Jetzt können Sie mit einer Balkenlage oder aber mit Holzweichfaserplatten und zwischenliegenden Lagerhölzern weiterbauen.

Ist der Raum dauerhaft beheizt und gibt es genug Luftwechsel?

Grüße

Thomas



Aufbauhöhe



Vielen Dank!
Die Aufbauhöhe liegt im Moment bei ca. 10/12cm. Da der Raum ca. 280cm hoch ist und Fenster und Tür (von außen) ohnehin umgebaut werden, ist da recht viel Gestaltungsspielraum. Selbst der Außenbereich wird erst später gestaltet. Es wären also theoretisch die vorhandenen 10 plus weitere 20 bis 30cm möglich.
Mit Feuchtigkeit und Radon haben wir keine Probleme.



Beton



fände ich schon irgendwie beruhigend - da weiß man eben was man hat. Gerade mit möglicherweise größeren Lasten auf den Boden. Der Raum ist nicht ständig beheizt. Ich weiß nicht, ob in einem längere Zeit kalten Raum eine natürliche Zirkulation stattfindet. Sonst könnte ich mir auch vorstellen, an den Längsseiten jeweils einen Belüftungsspalt zu lassen - auf einer Seite vielleicht in eine vorgehängte Wand übergehend, quasi als Kaminwirkung.



Tu's nicht...



Da entsteht schnell eine Kondensatsammelstelle. Zum Lüften benutzt man Fenster und Türen.

Ich würde allermindestens eine Temperierung oberhalb 0 Grad vorsehen. Kannst Du den Raum an die Heizung anschließen?



War nur ein Gedanke.



Über Null bleibt der Raum - denke so 6/7 Grad. Bei Nutzung wird eben der Ofen angeworfen.



Dielenboden auf Lehmuntergrund



Da der Boden bisher schon 100 Jahre überstanden hat und die Nutzung ähnlich bleiben soll sind für Wohnräume sinnvolle Konstruktionen hier unnötig.
ZB auf Betonplatten gelagerte Balken nehmen bei tragfähigem Untergrund wesentlich mehr Last auf, als der darüberliegende Dielenboden- auch bei sehr engen Abständen.

Wenns schneller gehen soll kannst du auch Gußasphalt auf Holzfaserdämmplatten mit Feuchtigkeitssperre Verlegen lassen- dann gibts gar keine Feuchtigkeit mehr.
Der Gußasphalt trägt nur so viel wie der Untergrund.

Alle Konstruktionen können auch auf in Sand/Splitt gelegten Betonplatten verwendet werden.

Hinterlüftungen innen sind schadensträchtig-
wenn überhaupt dämmen oder verkleiden dann ohne Hohlräume.



Wenn der Horizont...



...nur bis zur Gehwegplatte reicht, wird's eng.

Warum bei einem kompletten Neuaufbau eine Feuchtigkeitssperre weggelassen werden soll, ist völlig offen. Am Aufwand kann es nicht liegen. Wo gar Gussasphalt in's Spiel gebracht wird.

Der Herr kommt immer wieder mit den Abbruchüberbleibseln aus Rentnergärten an. In dieser Verwendung sind die Platten jedenfalls nicht empfehlenswert.

Und: eine "ähnliche" Nutzung?

"Nach Nutzung als Küche/Wohnraum soll dort künftig eine Holzwerkstatt einziehen."

Was isst der Mann überhaupt, und wie wohnt er???

Bauklimatisch wird tatsächlich alles anders. Früher gab es da ja sicher einen täglich betriebenen Ofen, der im Verein mit den nicht sonderlich dichten Fenstern und der allgemeinen täglichen Nutzung für regelmäßige Heizung und Luftwechsel sorgte. Jetzt wird wohl eher manchmal ein kleiner Husch im Öfchen gemacht, wenn was zu basteln ist. Die Wände werden also nie wirklich warm, und auch unter den Dielen bleibt es kalt. Dazu kommt die ungebremste Erdfeuchte von unten, somit Wasserdampfeintrag aus der Erdfeuchte. Und die Fenster und Tür wird neu, und ganz gewiss schön dicht. Es braucht nicht die Glaskugel der Wittwe Schlotterbeck, um vorherzusagen, daß sich die Holzfeuchten unter der Dielung leicht in Richtung Problem bewegen könnten.

Und dann werden die Balken direkt (ohne auch nur punktuelle Sperre) auf die Gehwegplatten gelegt, die Kapillarwirkung weggebetet und die ehemals wenigstens luftumspühlten Balken auch noch z.B. in XPS eingepackt? Da freut sich der Pilz...

Und letztlich: Ob die jetzige Dielung / Balkenlage wirklich 100 Jahre alt ist? Und was würde das im weniger wahrscheinlichen Falle beweisen?

Nichts.

Grüße

Thomas