Dielenboden erhalten?

15.12.2021 Böhnchen


Hallo, wir haben einen Altbau von ca.1830. Im zukünftigen Kinderzimmer wollten wir eigentlich den alten Dielenboden erhalten, den wir unter zwei Schichten Teppich gefunden haben. Allerdings ist dieser an ein paar Stellen morsch und von Holzwurm (?) befallen.
Lohnt es sich unseren Untermieter zu bekämpfen oder sollten wir den Schaden einfach hinnehmen und eine andere Bodenvariante (wahrscheinlich dann nicht Holz?) darüber legen?
LG Böhnchen



Zwischen...



morsch und morsch gibt es riesige Unterschiede.

Wenn die Dielung ihre Tragfähigkeit verloren hat, oder diese eingeschränkt ist, muss die Dielung 'raus. Ein Überbau ist dann kontraproduktiv.

Desweiteren würde ich mir Gedanken machen, warum sich die Schädlinge wohlfühlen. Ist das vielleicht EG, schlecht gegen Erdreich oder Keller gedämmt?

Grüße

Thomas



Morsch



Wenn ich den Zustand von meinem Morsch beschreiben müsste:
Teilweise sind die Dielen hart wie Holz, teilweise (an den offensichtlichen Fraßstellen) kann ich sie mit meinem Finger eindrücken.
Der Boden im EG musste aufgrund von Fäulnis etc. erneuert werden. Dieser Dielenboden befindet sich allerdings im 1.OG.
Dort ist nichts feucht.
Die Decken des Hauses sind mit dem typischen Stroh-Lehm-Gemisch erbaut.
Zwischen dem Dielenboden im 1.OG (Kinderzimmer) und dieser Stroh-Lehm Decke vom EG scheint auch etwas Luft zu sein.
LG



Das klingt eher wie:



Erneuern. Wenn in diesem Zuge die Balkenköpfe inspiziert werden, gibt das Sicherheit für die Zukunft.

Eine neue Nadelholzdielung kostet nicht die Welt.

Grüße

Thomas



Alternativvorschlag



Alle Dielen möglichst vorsichtig rausmachen: in der Regel gelingt dies ganz gut. Die erste Diele geht sicher kaputt, die nachfolgenden dann vorsichtig mit Kufuß heraus hebeln....gern von unterhalb der Dielung: zw Diele und Balken.

Sollten dabei Federn kaputt gehen, kann man sie notfalls nachfräsen....muss aber meist gar nicht.

Der Vorteil: so können alte, überbreite Dielenmaße erhalten werden, die sonst oft unwiederbringlich zerstört würden. Anschließend Abschleifen und neu einbauen.



@ Bernd



Wozu soll das alles gut sein? Beschäftigungstherapie?

Eine zerfressene Diele ist auch im ausgebautem Zustand zerfressen, und sie wird durch Schleifen nicht besser.

Zudem, selbst wenn die Dielen nur minimal beschädigt wären und sich kitten lohnen würde: Niemand, und damit meine ich wirklich NIEMAND, baut Dielen aus, um sie zu schleifen und an derselben Stelle geschliffen wieder einzubauen. Das wäre jede Menge sinnloses Murksen, verbunden mit unvermeidbaren Schäden beim Ausbau. Ein Boden wird nahezu immer im eingebauten Zustand geschliffen. Dafür gibt es leicht handhabbare Maschinen, der Aufwand ist gering und das Ergebnis weitaus besser. Zum Beispiel auch deshalb, weil das Höhenniveau der Dielen zueinander stimmt, was bei der "Methode Bernd" nicht realisierbar ist ohne zusätzlichen Schliff im eingebautem Zustand.

Grüße

Thomas



So machen wir es...



Vielen Dank für die Vorschläge und Anregungen. Wir haben uns dazu entschlossen den Boden komplett zu erneuern. Mit nicht angefressenen Dielen. Man könnte zwar ca. 2/3 der Dielen schleifen und somit weitgehend erneuern. Allerdings befinde ich das persönlich auch als ABM ??
LG Böhnchen



Missverständnis?



Guten Tag,
ich verstehe den Beitrag von Bernd so, dass es sich je nach Art der verbauten Dielen lohnen könnte diese zu erhalten. Also ausbauen, sortieren in kaputt und brauchbar, und die noch brauchbaren wieder verwenden. Das schleifen könnte dann auch im wieder eingebauten Zustand geschehen.
ABM? Sicherlich, dieses Vorgehen bedeutet ein höheres Maß an Aufwand, aber wenn es sich zum Beispiel um Kieferndielen mit fallenden Breiten von bis zu 40 cm handelt, am besten noch auf eine Länge von 5,00 m, dann würde ich nicht mal eben alles raushacken und Industrieware einbauen, die den Charakter eines ganzen Raumes grundlegend verändern würde.
Ob also von ABM geredet werden kann entscheidet sich wohl am ehesten bei genauer Betrachtung der Gegebenheiten, oder? Alles neu geht ja fast immer schneller, oder ist günstiger, oder beides, sieht aber auch aus wie Tupper-Ware, wenn das Geld wie meist begrenzt ist.
MfG Jakob Spohn



"Beschäftigungstherapie"



bezog sich, das ist nicht missverständlich, auf die umständliche idee von Bernd.

Im übrigen muss, wer die Dielen aufnimmt, aussortiert, umverlegt... passende alte Ersatzdielen für die Aussortierten haben, sonst ist das Ergebnis optisch randständiges Flickwerk. Im Übrigen habe ja Entscheidungskriterien genannt. Vor Ort ist nur der Bauherr, er kennt seine Bretter am Besten.

Den erheblichen Mehraufwand würde ich dann wählen, wenn der Raum das auch hergibt. Wohnzimmer mit Balkenwerk, Kachelofen, passender Möblierung... Für ein Kinderzimmer wäre mir wichtiger, daß der Boden glatt und mackenfrei daherkommt. Industrieholz? Alle Dielen kommen vom Baum. Und die 19cm breite Lagerware sieht ja nun nicht unbedingt billig aus.

Es ist eine Sache der Abwägung.

Grüße

Thomas