Dielen - Verlegerichtung zwischen Flur/Treppenhaus und Zimmern wechseln

27.01.2021 grericht


Hallo,

wenn wir das Haus fertig gestrichen haben kommt als nächstes die Eichendielung. Es handelt sich dabei um 12cm breite 15mm dicke 2m Lange Eiche-Massivdielen vollflächig verklebt auf Zementestrich mit FBH.

wir haben uns nun überlegt wie wir die Verlegerichtung in den einzelnen Zimmern haben wollen. Eigentlich wollten wir das auch selebr machen aber nun habe ich etwas kalte Füße bekommen und wir haben uns entschieden das doch von eienr Fachfirma machen zu lassen. Als wir das abgesprochen haben hat er mich ganz verwirrt angeschaut und gesagt, dass wir die ersten wären, die die Verlegerichtung bei gleichem Boden innerhalb der Etage wechseln. Stattdessen würde er eine Richtung durch die ganze ETage ziehen und eigentlich auch komplett durch die ganze Etage fließend verlegen. Die Zimmer würde er mittels Korkstreifen vom Flur trennen. Rein technisch hat er gesagt, legt er aber natürlich unsere gewählte Richtung, es wäre nur sehr ungewöhnlich. Ich fidne halt dazu keine Beispiele und Empfehlungen. Für uns würde es Sinn machen, da wir im Flur gerne die Verlegerichtung parallel zu den Treppenstufen wollen (das stellen wir uns stimmiger vor) und in den Zimmern gerne genau gedreht, da der Lichteinfall eher dafür spricht. Außerdem sollen die Treppenantritte schon mit Fußboden belegt sein und die Austritte noch nicht. Wir gehen also davon aus, dass es einfgach wäre, wenn die Zimmer und der Flur komplett "unabhängig voneinander gelegt werden".



Kann man machen



Die einheitliche Verlegerichtung hat sich historisch einfach aus den Balkenlagen ergeben. Auf Estrich spielt das natürlich keine Rolle.
Bei Treppen verlegt man hingegen tendenziell nicht parallel zu den Stufen (wen die Balkenlage es zulässt), da man beim hoch gehen sonst auf viele, hintereinander folgende Fugen schauen würde. Aber auch das ist eher relevant bei traditionell verlegten Böden.



Danke für die Erklärung



Herzlichsten Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort! So habe ich wenigstens schonmal den Grund warum das zumindest früher gar nicht anders möglich war und sich deswegen evtl. auch heute noch so etabliert ist.

Ist es denn noch "etabliert"? Ich muss das nicht auf Krampf anders machen und dann das Gefühl haben, dass wir hier unseren eigenen Willen grundlos durchsetzen mussten. Ich will also tendenzell eher vermeiden etwas ungewöhnliches und evtl optisch zweifelhaftes zu machen als dass ich da ein neumodiges Designkozept fahren muss.

Zu der Treppensituation: Ist es aber nicht gerade traditionell so, dass Treppen eher längs der Balken, also zwischen den Balken nach oben führen und dann die Dielung quer dazu läuft? Ich stelle mir das sehr ungewohnt vor, wenn ich eine Treppe steige und die ganze zeit, durch die Stufen, Fugen sehe, dann plötzlich oben längs in Fugen zu schauen. Ich habe gerade auch nur ein Beispiel im Kopf und dort ist es genau so, dass quasi die Treppen"fugen" sich oben weiter im Raum fortführen. Dort aber halt durch die Balkenlage so vorgegeben und wohl weniegr aus optischen Gründen so gewählt.



Es gibt...



da keine Regeln, aber Gewohnheiten, die sich halt bewährt haben.

1. Man legt in Laufrichtung (also längs dazu)

2. Man legt längs zum hauptsächlichen Lichteinfall

Wo 1 und 2 nicht zusammenpassen, würde ich meist eher auf die Laufrichtung achten, als auf den Lichteinfall.

Der Lichteinfall wird mit der zu erwartenden Breite der Fugen wichtiger. Bei den schmalen Brettern und der reaktionsträgen Holzart Eiche ist nicht mit nennenswerten Fugen zu rechnen.

In der Diele quer verlegt, finde ich unschön (weil früher kaum 'mal gemacht) , und würde das nur noch nach vorheriger schriftlicher Willensbekundung des Bauherren machen. Ausserdem ist der Flur (die "Diele" :-) ja oft deutlich länger als schmal. Holz arbeitet (fast) nur in der Breite. Es würde also z.B. mit der Kraft von 1,20m oder 5m gegen die Treppe arbeiten.

Grüße

Thomas

P.S. Achte darauf, daß der Verleger die Belegreife des Estrichs (Estrichrestfeuchte!) prüft.