Alten Dilenboden neu verlegen

03.02.2008



Hallo!

Ich habe im Zuge eines Dachausbaus vor, den alten Dielenboden, leider nur Nadelholz, da früher als Speicher genutzt, zu restaurieren.
Dabei muss ich sicherlich einige Dielen erneuern, da der Boden in den letzten 180 Jahren viel erlebt hat.
Deßhalb sind die Dilen, die auf 15 Meter in drei abschnitten verlegt sind, in der Mitte auch etwas durchgebogen.
Ich denke das es daran liegt, das die Balkenlage nicht ganz eben ist.
Wie bekomme ich den Boden wenigsten einigermaßen wieder gerade?
Muss ich jede Diele eineln ausrichten und unterkeilen?
Oder schraubt man seitlich der Deckenbalken Bolen an, die die richtige Höhe haben?
Ich möchte den Boden danach abschleifen, damfür sollte der Boden ja einigermaße gerade sein.

Danke im Voraus.



Wenn



eine Begradigung des Bodens erfolgen soll und ohnehin ein Teil der Dielen erneuert werden muss, würde ich mal über eine schwimmende Verlegung nachdenken. Das dürfte eine wesentliche Verringerung des Trittschalls bringen.
MfG
dasMaurer



Es geht natürlich um einen Dielenboden ;-)



Ja daran habe ich auch schon gedacht, ich habe aber gehört, dass dies statische Folgen haben könnte, außerdem erhöhe ich damit ja auch den Boden, was auf dem Dach durch die Schräge ja eher von Nachteil wäre.



Alter Dielenboden



Ich würde auch schwimmende Verlegung machen, wenn man die paar cm Raumhöhenverlust in Kauf nehmen kann. Wenn man den Boden eben und horizontal machen will, muss der alte Belag herunter, und der geht ziemlich sicher kaputt dabei. Wenn der alte Belag noch tragfähig ist, d.h. nicht durchgebrochen, dann reicht es, einen Rieselschutz draufzulegen (Zur Not Packpapier), dann Trockenschüttung usw. Sonst darf man sich mit abbrechenden oder festgerosteten Nägeln, kaputten Dielen, Unterschiftungen und dergleichen herumplagen.



Wenn



ich denn Boden schwimmend verlege, würde keine Diele mehr passen, weil ich die dann schließlich in die andere Richtung Verlegen müsste. Ich hatte eigentlich auch nicht vor die alten, gut abgetrockneten Dielen zu entsorgen.
Ich dachte da mehr an ein ausgleichen und abschleifen.



Spielverderber



Guten Tag,
ich betätige mich einmal als Spielverderber:
Ist überprüft ob es sich bei dem Ausbau um eine genehmigungspflichtige Änderung handelt? Ist ggf. eine Genehmigung eingeholt? Was ist mit der Statik, der Boden zeigt starke Durchbiegungen. War er früher als Bergeboden hoch belastet oder wird die Verkehrslast eines Ausbaus so groß, dass die Belastung ansteigt? Also: Hat ein Tragwerksplaner einen Nachweis erstellt? (Vielleicht bietet sich ja an die Balken seitlich mit Furnierschichtholz zu verstärken. Das könnte man dann gleichzeitig als neue gerade Ebene nutzen.) Schwimmend bringt bestimmt etwas für den Trittschall. Wenn die Dielen stark verbogen sind habe ich meine zweifel, wie viele man in einer planebenen Konstruktion problemlos wieder einbauen kann. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Also



ich denke ich muss da noch mal was klar stellen.
Bei dem Haus handelt es sich um eine Villa, die ca 180 Jahre alt ist.
Sie wurde von einem Industriellen erbaut ist ist dem zu folge sehr solide.
Es handelt sich nicht um einen Dachboden, in dem früher die Bediensteten gewohnt haben, und der gleichzeitig als Speicher und Trockenraum fungiert hat.
Deßhalb sind auch einige wenige Dielen an bestimmten Stellen etwas morsch.
Ich habe die Balkenlage darunter kontrolliert und es war an keinem Fäulniss oder Schädlingsbefall zu erkennen.
Die Balken, die etwas durchgebogen sind, scheinen von anfang an nicht 100 % gerade gewesen zu sein (einfach das Alter) weßhalb beim Einbau des Dielenbodens schon mit Hilfe von schmalen Leisten niviliert wurde.
Es ist aber deutlich zu erkennen, das damals auf die Ästetik kein besonders hoher Wert gelegt wurde, da es nur Wohnraum für Angestellte war. (Die restlichen Böden sind alle aus Eiche, dieser aus Nadelholz).
Zur Statik ist zu sagen, dass sich ein Innenausbauer und ein Dachdecker, der auch im Zimmereigeschäft tätig ist, den Raum begutachtet haben und dem ganzen Haus eine sehr gute Bausubstanz bescheinigt haben.
Da mache ich mir also keine Sorgen.
Der Boden "hängt" in der Mitte ca 3-4 cm durch, was ich einfach nur begradigen möchte ohne alle Dielen zu entsorgen. Er soll quasi repariert werden und etwas niviliert, damit das Abschleifen besser geht, und die Schränke nachher besser stehen.
Dazu wollte ich einfach nur wissen, wie man am schnellsten einen solchen im Grunde soliden und vor allem trockenen Boden, möglischt schnell begradigt.
Ich entschuldige mich für das scheinbar entstandene Missverständniss.
Und bedanke mich für die bisherigen Antworten.



ich bleib dabei



Wenn Sie mit den 3-4 cm Durchhang nicht leben können müssen sie die Dielen aufnehmen und die Unterlage neu nivellieren, was bei so alten Böden ziemlich wahrscheinlich darauf hinausläuft, dass viele der Dielen kaputtgehen oder sich die Nägel durchs Holz ziehen, wodurch der Boden nicht schöner wird. Auch das Ausflicken ist eine Sache, die viel Geduld erfordert.
Man kann auch nur flicken und abschleifen und die Schränke auf der Vorderseite des Sockels mit passend gehobelten Leisten unterlegen, damit die Schränke nicht ins Zimmer hängen.

Bei schwimmender Verlegung bleibt der alte Boden so uneben wie er ist drin, da er noch tragfähig ist. Man kann auch gleich Elektro-Leerrohre für weitere Steckdosen in die Schüttung verlegen. Googeln sie mal nach "Boden schwimmend verlegen".

Da Sie ja schreiben, es sei auf Ästhetik nicht viel Wert gelegt worden, müssen Sie sich überlegen, ob sich der Aufwand lohnt, den alten Boden wieder hinzubekommen.



Also..



...wenn es jetzt die tollen Eichendielen wären, OK. Aber einen alten Nadelholzboden, der teilweise morsch ist, versuchen wieder zu verwenden, naja. Ich würde die Dielen entfernen, die Balken seitlich Aufdoppeln zum Ausgleich und neue Dielen durch die Feder an die Aufdopplung schrauben. Nicht der tolle Schallschutz, aber alle mal noch authentischer als auf die alten einen Rieselschutz und Schüttung und dann wer weiß noch was. Schließlich gibt es vielleicht noch die eine oder andere Tür, die bleiben soll.

Gruß Patrick.



Einverstanden.



Aber: Er will die alten Dielen unbedingt drin lassen. Schreibt er mehrmals. Der Boden soll auch absolut eben sein und schön aussehen. Schreibt er auch.
Also alte Dielen drin lassen, Rieselschutz auf die morschen Stellen, falls diese noch tragen, und dann diese Trockenschüttung drüber. --> der alte Boden ist noch drin, und es sieht besser aus ...



Hallo Jens..



klang für mich eher nach drinlassen, weil er ihn wieder verwenden will. Und damit wird er wohl nicht glücklich, wenn schon ein paar morsch sind. Weiter hat er noch erwähnt, daß er nicht alle entsorgen will. Auch verständlich. Aber alles in allem hört sich das nach wenig Gesamtaufwand an, und wenn noch Türen- und Treppenniveaus und Ähnliches auf ihn zukommen, ist mein Tip wahrscheinlich noch der mit dem geringsten Aufwand, zumal Nadelholzdielen nicht wirklich teuer sind. Abgesehen davon, daß ich nicht der Fan von Schüttungslösungen auf alten Dielen bin (ist mir zu baumarktmäßig, geht so in Richtung Ausgleichsmasse im Hornbachprojektordner), schaue ich immer gern mal unter was Morsches drunter.

Gruß Patrick.



Hallo Patrick ...



Deine Argumente sind für mich nachvollziehbar. Spätestens jetzt würde ich den Boden und die Räume sehen wollen, bevor ich weiter etwes dazu sage. Dass man sich den Untergrund anschaut, bevor man etwas darüber verlegt, ist wohl selbstverständlich, ebenso das Vorgehen 'nach Massgabe der Umstände' wie es so schön heisst.
Wir haben viel mit Trockenschüttung gemacht und sind zufrieden damit, wegen Wärmedämmungs- und Trittschalldämmungseffektes. Hatten aber den Vorteil, dass die Türen etwa 20 cm hohe Schwellen hatten. Und ich konnte die Elektroinstallation weitgehend verschwinden lassen. Selbstverständlich kann man (aber das kostet dann) schöne und baubiologisch einwandfreie Bodenbeläge verlegen. Um all die Spachtel-, Kleister- und Spezialkleberkübel bei Horn**, O** und Co. mach ich auch einen Bogen.
Man sollte sich auch überlegen, ob 'wenig Gesamtaufwand' sich alles in allem lohnt, die Nebenarbeiten (alle Möbel usw. raus und dann wieder rein, Transport, Lärm, Dreck) hat man genauso und die fallen durchaus ins Gewicht. Das ist ein bisschen so wie mit Billichwerkzeug, 20 E gespart aber 3x zum Baumarkt fahren und auf Garantie austauschen weils nicht hält.



Schön isses immer,



wenn die Antworten auf die Frage eingehen. Die alten Dielen sollen ja wohl immer noch bleiben.

Auch bei vorsichtigem Ausbau wird es weitere Schäden geben, wenn das ein nicht so geübter Bauherr selber macht, kommen schnell 20% kaputte Dielen zustande. Die Dielennägel werden ja wohl dem Alter des Hauses entsprechend geschmiedete Vierkantnägel sein, die halten recht gut. Wenn's zwischendurch mal einen größeren Dachschaden gab, sind sie auch noch festgerostet.

Ich rate dringend dazu, die geringe Höhentoleranz zu ignorieren, den Boden mit passender Altdielung zu reparieren (Balkenköpfe genauer anschauen, die Gelegenheit kommt nicht gleich wieder!) und nach dem Schleifen auf Lacke zu verzichten. Heißöl ist m.E. optimal.

Grüße

Thomas