Dielen, OSB, Fertigteilestrich???

20.06.2012 Daggimoney



Hallo!

Wir verfügen über ein ZFH aus dem Jahre 1950 mit Holzbalckendecken (Lehmeinschub). Die Abstände der Balken sind an der maximalsten Stelle 85 cm (Balkenmitte zu Balkenmitte).
Nachdem unsere alte Mieterin die Wohnung im 1. OG nach Jahrzehnten nun verlassen hat wird diese nun kernsaniert.
Gegenwärtig soll die Wohnung von uns selbst genutzt, aber in ein paar Jahren, wenn wir wieder allein im Haus sind wieder vermietet werden.

Als die gesamten Teppiche, PVC-Beläge usw. entfernt worden waren tauchte ein alter Fichtendielenboden (22 mm Stärke) auf. Die Dielen sind teilweise defekt, haben geschüsselt und die Fugen sind sehr weit auseinander, sodass sie nicht mehr ineinander fassen.
Ein Tischlermeister meinte dazu, dass es sich nicht lohnen würde den Boden abzuschleifen, da dieser dann zu dünn und an zu schwingen fangen würde.
Wir haben nun von mehren Seiten Rat eingeholt und haben die unterschiedlichsten Vorschläge erhalten. Nun wissen wir nicht mehr so recht weiter.

Hier mal die Vorschläge:

1.) Alte Dielen raus und neue Dielen (28 oder 34 mm Stärke) wieder rein. Nach meiner Meinung ist der Schallschutz dann nicht der beste bei einer evtl. Neuvermietung in einigen Jahren.

2.) Alte Dielen drin lassen, neue Dielen (22 mm Stärke) in Gegenrichtung (verschraubt) wieder drauf. (Schallschutz???)

3.) Alte Dielen drin lassen, Holzwolldämmplatten (10 mm Stärke) dann OSB bzw. Verlegeplatten (18 mm Stärke) und neue Dielen verschraubt oben drauf. Bei Verlegeplatten hege ich so meine Bedenken wegen Formaldehyt. Bei OSB habe ich keine Ahnung ob das dort ebenso existiert.

4.) Alte Dielen drin lassen, Holzwolldämmplatten (10 mm Stärke) dann Fertigteilestrich (z.B. Fermacell / 20 mm Stärke) oben drauf. Auf den Fertigteilestrich dann verklebtes Parkett. Nach meiner Meinung holt man sich bei einer Verklebung wieder irgendwelche Giftstoffe ins Haus?!

5.) Alte Dielen raus. OSB-Platten (22 mm Stärke) wieder rein, dann 10 mm Holzwolldämmstoffplatte und Dielen in 18 oder 22 mm Stärke oben drauf.

Es wäre möglich den Fußboden etwas anzuheben, da die alten Türstürze ca. 4 bis 5 cm höher liegen als normal.

Nun sitzen wir da und können uns nicht so recht entscheiden welcher Weg denn nun der Richtige sein wird? Haben hier bereits auch schon eine Menge gelesen und sind nun erst recht verwirrt.
Wie soll man sich entscheiden??????
Evtl. kann ja jemand etwas Hilfestellung geben.

Viele Grüße aus Ostwestfalen!
Rolf



Vor- und Nachteile...



... gibt es eigentlich immer...
1. und 2. sind suboptimal aus Schallschutz-Sicht, wie ja auch schon selber erkannt...
3. ist besser, wegen Formaldehyd musst Du Dir eigentlich keine Sorgen machen, auf den Verlegeplatten könnte auch der Oberboden (z.B. Fertigparkett) auf Trittschalldämmung schwimmend verlegt werden, auf Dämmung zu den Wänden achten (Körperschall)
4. siehe 3. ansonsten hängt es natürlich vom Kleber ab
5. warum?

Noch ne Variante: Randdämmung, Trockenschüttung, Verlegeplatten/OSB auflegen, Trittschalldämmung, Fertigparkett schwimmend.
Vielleicht ist ja auch was mit Gussasphaltestrich möglich (Statik)...
Nebenbei: ein Mieter hat durchaus ein Anrecht auf Schallschutz, also solltet Ihr ein wenig Sorgfalt walten lassen...

Gutes Gelingen,
Sebastian Hausleithner





Hallo,

das klappt alles nicht.
Grund: bei einem Abstand der Balken von 85 cm sind alle Tragreserven vermutlich ausgelutscht, d.h. die Decke schwingt.
Der Trittschall bleibt Ihnen auf diesem Wege treu.
Abhilfe könnte allerdings der Umbau der Decke zur Decke mit mittragenden Plattenbalken sein. Dazu wird ein schubfester Verbund mit 2fach diagonal aufgenagelten Bohlen hergestellt, die dann rechnerisch teilweise mittragen und auf jeden fall die Durchbiegung reduzieren. Dazu sollten Sie einen Tragwerksplaner (Statiker) mit heranziehen. Diese Konstruktion erhöht die mögliche Verkehrslast.
Darauf können Sie dann den eigentlichen Trittschallschutz realisiern (viele optionen).


Grüße