Höhenausgleich über altem Dielenboden

28.03.2006



Hallo zusammen,

ich möchte einen alten Trockenboden zum Wohnraum ausbauen. Unter den Dachsparren ist gerade 2,20 m Platz, so dass der Aufbau möglichst niedrig sein soll. In der Raummitte haben sich die Dielen (die nicht sehr schön sind, weil es nie ein Wohnraum war) um ca. 2 cm gesenkt. Mein Dachausbauer schlägt vor, es gründlich zu machen, alle Dielen rauszureißen und einen neuen Unterboden so zu verlegen, dass der Endbelag möglichst dicht auf den Balken liegt. Nur ist das natürlich ein teures Vergnügen (100 qm Grundfläche, aber ziemliche Schrägen) für ein Extra-Wohnzimmer.

Könnte man nicht nur dort, wo der Boden sich gesenkt hat, Fließspachtel verwenden - nachdem die Fugen zugeschmiert wurden, damit der Spachtel nicht in die Decke läuft - und dann ein Fertigparkett drüberlegen? Oder sieht das blöd aus und ich stelle mir wieder alles zu einfach vor?

Über Antworten würde ich mich freuen, herzlichen Dank schonmal

Kate



zweizwanzig



ist nicht viel ...
ich würde das auch so machen wie der "Vorschläger"!
Allerdings würde ich gleich 28 oder gar 35 er Dielen N+F aus Kiefer nehmen!
Jetzt kommts wieder darauf an - man kennt nicht alle Randbedingungen!
Also nur ein Vorschlag!
Das mit dem Fliesspachtelgedöns - na ja - m.E. KEINE Geschmackssache!
Nicht machen!

FK



Fließspachtel



Vielen Dank - das hatte ich beinahe befürchtet. Mal sehen, ob ich genug im Budget habe für einen neuen Dielenboden. Andererseits spare ich dann das Parkett und es wird vielleicht nicht sooo viel teurer.

Viele Grüße

Kate



Tankwagen für Spachtel?



Guten Tag, bitte nehmen Sie die Überschrift nicht ganz so ernst. Abgesehen davon, dass ich von Fließspachtel in der Regel auch nichts halte, würden Sie sich wundern welche Mengen Spachtel Sie bräuchten. So preisgünstig würde die Lösung dann auch nicht mehr sein. Lieber gleich ordentlich. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Holz-Beton-Verbundsystem



Hallo Kate,

im bauexpertenforum habe ich schon öfter was von Holz-Beton-Verbundsystemben zur Deckensanierung gelesen. Dabei wird die Decke stabilisiert damit sie sich nicht noch weiter durchsenkt und außerdem eine höhere Tragfähigkeit erreicht.
Kannst Du dir auch mal anschaun, soll auch nicht so teuer sein, allerding beginnt die Aufbauhöhe bei 60mm soweit ich weiß. Der alte Boden kann drin bleiben, Du sparst dir also die Kosten fürs rausreisen und neu machen.
Sie hier:
http://www.zang-und-bahmer.de/ oder
www.friedrich-will.de oder
google mal nach "hvb"

Viele Grüße
Bauschnecke



Danke!



Hallo Bauschnecke,

danke für den Hinweis, ich schaue mir das mal an - 6 cm ist allerdings schon ziemlich viel. Ich werde wohl die ganze Aktion etwas verschieben und dann einen neuen Dielenboden verlegen.

Danke nochmals,

Kate



Ausgleich



Hallo Kate,
Florian hat es schön kurz gesagt: alte Dielen raus.
Ausgleichen kann man auch mit entsprechend gesägten, langen, flachen Keilen, das haben wir in unserem Kinderzimmer gemacht, praktisch balkenbreite, einstückige Ausgleichkeile, die direkt auf die Balken kommen, Reste kann man abhobeln. Ist alles gerade mit der Richtlatte, kann noch ein Trittschallfilz drunter und dann schöne dicke Dielen oder Rauhspund gehobelt obendrauf, und da ist mehr besser als weniger, also nicht am falschen Ende sparen.
Alles Gute



HBV



Hallo Kate,
es gibt da auch Systeme die zwischen den Balken eingebracht werden und dann eine geringere Aufbauhöhe haben. Die bauexperten sind davon recht begeistert weil gut und günstig. Ist sicher eine genauere Überprüfung wert.

Viele Grüße und alles Gute
bauschnecke



Beton und Holz!



Ich kann Ihnen Fotos zeigen was passieren kann, wenn Beton und Holz zu nah zusammen kommen!
Da würde ich die Finger von lassen!

Und für eine 6 cm dicke EstrichBetonAusgleichschicht (ist das die mindest oder die Maxidicke? muss man fast ne statische Berechnunge machen, ob das Haus und die Trockenbodenbalken das auch aushält!

Nicht mit Spatzen auf Elefanten schiessen - oder wie das noch mal hieß ...

FK



Höhenausgleich



Was sind denn schon 2cm Höhenunterschied im Boden? In meinem Wohnzimmer sind es etwa 5cm, das merke ich kaum, nur wenn die Kinder mit Murmeln spielen.
Beton? Was soll das denn? Vielleicht ne neue Betondecke? Dann aber auch gleich ein paar schöne neue Betonverstärkungen für die Wände und ein neues Fundament.

Ich halte es mit Florian Kurz. Wenn die Dielen nicht mehr gut sind, kann man neue verlegen und dabei, wenn gewünscht die Balken etwas ausgleichen. Ist bestimmt am kosterngünstigsten und braucht am wenigsten Höhe.

Gutes Gelingen,
jh



Wenns nur der Höhenausgleich ist



... dann würde ich gar nichts machen ...
abschleifen und Ölen - fertig!
Nur wenn die alten Dielen nix mehr sind, dann sollte man was tun!

Habe eine Fachwerkahauswohnung (1647) hergerichtet und da wurde in den letzten 100 Jahren 2 mal der Boden ausgeglichen ... wir haben alles wieder rückgebaut!
Dann Rohboden aus Holz und darauf dann lagergeholzte 35 mm Dielen ... und der Boden fällt auf ein Zimmereck ca. 18 cm ... und der Mieter - ein Student lebt immer noch - man merkt es nicht (sehr) .... :-)
Nur wenn man eine Schrankwand von MöbelXXXYYY reinbringen wöllte ... dann geht das nur mit ordentlich unterlegen!
Gott sei dank will der das gar nicht! ...

Und in Ulm gibt es sogar ein Hotel in einem alten FWH - da sind die Böden in den Zimmern - die recht klein sind - um 25 cm schief - und alle haben es bisher überlebt!

... und noch was zu "ungeraden" Böden ... der Architektkünstler 100Wasser hat in einem grossen und nobligen Hotel (www.blumau.com) die Gangböden wie eine "Hügellandschaft" gestaltet - wellig ... man geht wie auf einem Waldboden ... ... nur so mal nebenbei ...

FK



HBV



Vielleicht sollte ich erwähnen, dass der Beton i.d.R. nicht frisch, heißt "nass" aufgebracht wird sondern das ganze in vorgefertigten Paneelen.
Immerhin sind mit dem System schon verschiedentliche unter Denkmalschutz stehende Gebäude saniert worden und die stehen alle noch. Ein Zulassung hat das ganze auch.
So schlecht kann es dann wohl nicht sein.
Ob es überhaupt notwendig ist solch eine geringe Absenkung zu korrigieren ist natürlich fraglich. Das HbV-System verhindert aber z.B. auch ein weiteres Absenken.



Dielen



Vielen Dank für die schnellen Antworten, Ihr seid ja wirklich nett in diesem Forum. Ich gehe mir gleich die Dielen nochmals anschauen, ob man sie vielleicht doch mit Abschleifen noch retten kann. Aber mir schienen es ziemliche Lücken zwischen den einzelnen Brettern zu sein - das Haus ist von 1888 und der Trockenboden wurde eben nie zum Wohnen benutzt, deswegen sind die Dielen auch nicht so gut verlegt wie in den Stockwerken drunter. Die (offensichtlich nicht so tolle) Idee mit dem Fließspachtel kam mir nur, weil ich dachte, dass man wegen des Höhenunterschieds ein niedriges Fertigparkett nicht einfach drauflegen kann.

Viele Grüße

Kate



Fertigparkett



gefällt mir nicht!
... da würde ich die dicken Dielen nehmen ..

Bauschnecke:
Das Argument:
Ein Zulassung hat das ganze auch. So schlecht kann es dann wohl nicht sein.
finde ich persönlich sehr, sehr dünn! ... ich habe dünn gemeint und geschrieben!
Lindan, Asbestplatten, Styropordämmsysteme, Bauschaum,usw. hatten oder haben ALLE eine Zulassung (entgegen mancher Ökobaustoffe)
und was daraus entstehen kann und was sich nach Jahren dann so zeigt und ans "Tageslicht" kommt ....

Jedes Brett vom Schreiner hat keine Zulassung ... ????

Da denke ich eben ganz anders - (ich hab das ja auch alles gelernt und "geglaubt" aber mit der Zeit wird man ... anders ... "klüger" werden die anderen ...

FK



HBF



Hallo Herr Kurz,
ich lasse mich da von einem Fachmann natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen.
Bitte führen Sie - auch für einen Laien verständlich - aus, was gegen ein solches System spricht. Ich denke Kate wäre auch interessiert und ich selbst stehe evtl. auch bald vor einer Entscheidung zur Sanierung einer Holzdecke, die z.B. auch eine volle Badewanne trägt. Vielen Dank schonmal!



abschliessend:



Hallo
Sie schreiben:
"was gegen ein solches System spricht" - (Welches System: einmal die gegossene Variante, dann die PlattenTrockenbauBetonvariante) - Im Prinzip nichts! bloß in einem alten FWH ist eine starre Betonplatte nichts, zu schwer, zu "gerade" , zu dick ...

"zur Sanierung einer Holzdecke, die z.B. auch eine volle Badewanne trägt." - Sie glauben gar nicht wie stabil ein einfaches Brett mit 24 mm Dicke ist - wenn die Spannweite nicht zu gross ist und die balken das aushalten, können sie da locker eine Badewanne draufpacken - mit Wasser und zwei Personen drinnen ...

Machen "kann" man eigentlich alles - und die Bauindustrie erfindet immer wieder neue Zaubereien, die dann theoretisch auch super funktionieren ... aber ob sie dann im realen Objekt wirklich zu verwenden sind und mit was für Randbedingungen da zu arbeiten ist ... mir schauderts ....

Machen Sies so einfach als möglich - dann wirds schon was werden!
Lassen Sie's gescheit planen und arbeiten Sie dann alles nach und nach ab!
Geld gespart - gute Qualität!

Was wollen Sie mehr!

FK



okee



Hallo Herr Kurz,
vielen Dank.
Das hab ich mittlerweile - aber vor allem seit ich in diesem Forum lese (hab mich heute erst angemeldet) - schon gelernt, dass es immer am besten ist, die bewährten, herkömmlichen und einfachen Methoden einzusetzen. Leider ist es oft so, dass die neuen super-tollen technischen Möglichkeiten für einen Laien sehr verlockend und sind und sich auch ganz logisch anhören...
Ich hoffe wir finden einen guten Architekt/Planer o.ä. der auch diese Ansicht vertritt und uns gut beraten kann.

Wenn Sie Lust haben können Sie sich ja an meinem Thread zur Dämmung anschließen, mich würde Ihre Meinung zu Hr. Fischers These interessieren.
http://www.fachwerk.de/goForum.html?id=50315

Vielen DAnk.



Na ja ...



Hallo
Sie schreiben:
für einen Laien sehr verlockend und sind und sich auch ganz logisch anhören...
Nicht nur für Laien ... ! Da fallen auch andere herein! :-(

Ich hoffe wir finden einen guten Architekt/Planer o.ä. der auch diese Ansicht vertritt und uns gut beraten kann.
Ich kenne da einen oder zwei! :-)

frohes Schaffen!

FK



angepasst



noch zwei Gedanke zum Grundsätzlichen.
1. Im Gegensatz zu früheren Zeiten ist nicht alles ratsam, was technisch machbar ist. Beschränkung auf das Wesentliche und Sinnvolle spart nicht nur Kosten, sondern führt auch zu den besseren Ergebnissen.
2. Im Altbau hilft der Grundsatz, Gleiches mit Gleichem zu reparieren. Auch dieser Grundsatz beschränkt die Möglichkeiten und führt zu gestalterisch und bauphysikalisch angepassten Lösungen.

beste Grüsse,
jh



Hat sich die Balkenlage gesenkt, oder nur die Dielung?



Das mit den zwei guten Planern ist so ne Sache!! Naja,es gibt ja BV, wo sogenannte Planer falsche Materialien empfohlen haben und wo diese wieder entfernt werden mussten:-O
Würde eher auf die ausführende Erfahrung von Tischlern und Zimmerleuten vertrauen!

Zwecks Gefälle im vorhandenen Dielenbelag, wir sind glückliche Besitzer eines 120jahren alten Dielenbelages, der ein Gefälle von 1,2cm pro Meter im Raum besitzt;-)
Außer beim Murmel'n und legoburgenbauen fällt es nicht gar auf!!

p.s. Statische Probleme gibt es/gab Nie!



Handwerk oder Planer



Hallo
Sie schreiben:
Das mit den zwei guten Planern ist so ne Sache!! Naja,es gibt ja BV, wo sogenannte Planer falsche Materialien empfohlen haben und wo diese wieder entfernt werden mussten:-O
Leider ist das so - aber sehen sie sich mal die Ausbildung der Fachleute an ...
Baustoffkunde = lernen was die Industrie vorschreibt ... usw.
Mit der Zeit kommt die Erfahrung - oder auch nicht!
Da haben Sie schon recht! In gewisser weise!

Würde eher auf die ausführende Erfahrung von Tischlern und Zimmerleuten vertrauen!
Na bin selber "Tischler"! Aber in den Handwerkssparten gibt es ja auch allerorten solche, die nur noch "Industrieteilemonteure" sind und nicht mehr "Holzisch" denken und fühlen können ... da braucht es Erfahrung und nicht nur Idealismus ... es reicht halt nicht immer, wenn man das Holz so sehr liebt ... und mit dem Bleistift hinterm Ohr an einer alten Hobelbank steht und sich ne Japansäge gekauft hat ...
... aber ich bin guter Hoffnung dass es besser wird ... Ansätze sind hier wie dort zu beobachten ...

FK



Weder Handwerk noch Planer



der thread führt zwar vom Thema weg, ist aber doch sehr inpirierend. Lokales Handwerk kann in der Tat sehr einfach sein und kommt mit sehr wenig aus. Fragt von allem nicht nach Stilen oder Moden, immer neuem Werzeug, sondern macht das, was notwendig ist.
Und ist doch in der Einfachheit sehr komplex. Viel Erfahrung und überliefertes Wissen ist notwendig zum Schutz gegen Termiten, Ungeziefer, Feuchtigkeit...

Man braucht übrigens nicht nach Zanzibar zu fahren um so archaische Architektur zu finden, die wird auch in Europa immer noch gebaut.

zum Glück.
jh



Hobeldielen statt Fließspachtel



Hallo,

habe gestern nochmals geschaut und festgestellt, dass der alte Boden wirklich nicht schön ist (einige Bretter rausgerissen und beschädigt, zum Teil Fugen von 2 cm, von denen aus man in die Decke schauen kann, ziemlich schief verlegt sind sie auch). Habe gerade mal im Netz geschaut und festgestellt, dass es 27 mm Hobeldielen für um die 30 Euro gibt. Die würde ich direkt auf die Sparren schrauben (lassen) mit ggf. einem Höhenausgleich. Der Sparrenabstand beträgt 70-75 cm, ich hoffe, 27 mm reichen. Da nicht viel Schlacke in der Decke ist, passt vielleicht noch Dämmung rein. Dann wär's, denke ich, "ordentlich" und kostet kein Vermögen.

Vielen Dank für die Tips,

Kate



Klingt gut,



bei den Sparrenabständen können Sie auch eine Badewanne draufstellen, 27 mm sind ok.
Viel Spass und Alles Gute



spar dir die Dämmung



und das "Ausgleichen" würde ich auch lassen!

Wenn der Boden offen ist, könnte man noch ne Holz-Lehmschüttung reinmachen ... oder ne LehmSteinschüttung ...

immer im System bleiben!

FK



Tja, System...



Im System bleiben bei der Schüttung würde ich gerne, wenn die Handwerkerkosten so wären wie zu Bauzeiten - wenn ich an die Zeit denke, die man braucht, um eine Lehm-Steinschüttung per Hand in den 6. Stock zu transportieren... uff! Dann lasse ich das Innenleben wahrscheinlich, wie es ist.

Danke für alles,

Kate