Zeit- und Kostenkalkulation Dielenabschleifen und Fußleistenfrage




Wir wollen in eine große Altbauwohnung ziehen, in der über alten schönen Dielen verwohntes Laminat liegt. Unser Plan ist, das Laminat rauszunehmen und die alten Dielen abzuschleifen.

Wie lange dauert ca. das Abschleifen und Hartwachsen von 150m2 Dielenboden (2 kleine und 6 große Räume)?
Mit welchen Kosten muss man für Maschinenausleihe, Schleif- und Hartwachsmaterial realistisch rechnen?
Wie geht man mit den alten, schönen Fußleisten um, die bombenfest sind? Kann man hier bis zur Leiste Schleifen und die dann bei leichten Schleifmacken einfach überlackieren?

Für Tipps und Hilfe dankt
Bernhard



Aufwand Dielen schleifen



Hallo !

Wichtig wäre zu wissen was jetzt auf den Dielen drauf ist, Farbe, evtl. mehrer Schichten, Reste von Teppichkleber usw.
Du schreibst von "alten schönen Dielen", Ihr habt also schonmal an einer Stelle eine Probefläche freigeschliffen ? Ich dachte zuerst auch voller Elan, prima, Teppiche runter und abschleifen, aber nach 100 Jahren kann ein Nadelholzboden auch am Ende sein. Wenn man dann Eigentum renoviert und dort bis zu seinem Lebensende wohnen möchte, sollte man mal nüchtern den (erhaltenswerten ?) Zustand des Bodens, Aufwand und Kosten für neue Dielen vergleichen.
Kalkuliert bei der Maschinenleihe mal mehrere Tage, die Maschine wird 150qm am Stück schaffen, aber der Mann an der Maschine hat nach 2-3 Räumen erst mal keine Lust mehr ;-)
Arbeiten mit der großen Parkettschleifmaschine ist nicht ohne, die groben Schleifbänder nehmen in kurzer Zeit viel Material ab, eine gleichmäßige, glatte Oberfläche hinzubekommen braucht etwas Übung. Also nicht als erstes im Wohnzimmer probieren.
Wenn die Fußleisten dranbleiben sollen, würde ich sie bei der Arbeit mit dicker Pappe oder dünner Hartfaserplatte vor dem Schleifmonster schützen.


Viele Grüße,
Karsten



weitere Informationen



Auf den Dielen ist eine mitteldicke Schicht alter Lack.
In den Wohnungen drüber wurde das selbe schon professionell gemacht und sieht super aus. Nach Angabe der Vermieterin, liegen die gleichen und auch nicht stärker abgenutzten Dielen drunter.

Wg. der Fußleisten: Wenn man Pappe oder Spanplatte vorsetzt, wird ja nicht bis an den Rand geschliffen. Sollte dann ein Viertelholz vor (wäre schade) oder gibt es für die Feinarbeit ein extra Gerät?
Wg. der Zeitdauer: Wie lange dauert denn so ein Schleifgang für 150m2. Ich bin auch lustlos noch effizient :-) und könnte für die Randschleifmaschine noch einen Schergen verpflichten. :-)
Wg. des Hartwachses: Was nimmt man da und wieviel braucht man und was kostet das?

Fragt erneut und dankt
Bernhard





Hi, ich kann Karsten zustimmen.

Wir haben für 50 qm ca. nen dreiviertel Tag gebraucht (mit holen und zurückbringen ca. 140 km), hatten aber auch Ochsenblut drauf und mussten deshalb mehrmals schleifen.

Wir haben quer durch den Raum geschliffen, so wird alles problemlos glatt. Nur nicht in Dielenrichtung Schleifen oder gar gegen die Dielen!! Probleme damit hatten wir nicht. Man muss halt vorsichtig ne Art "Kupplung" ziehen um die Walze anzuheben und wieder abzulassen, am besten geeinget für das Abschleifen sind also Motorradfahrer ;o)

Für Ränder gibts extra Randschleifer.

Wegen Hartwachsöl bin ich nimmer so überzeugt wie anfangs (siehe anderen Thread)... Das ist nur schön, solange die Dielen nicht allzusehr beansprucht werden (in unsrem Schlafzimmer siehts noch aus wie neu). Alte Dielen schlürfen das Zeugs rein... wäre vielleicht möglich, erstmal so ein Sperrzeugs aufzutragen. Auf jeden Fall zieht das in nem halben Jahr ein und man läuft dann blank auf dem Fußboden. Das wird dann grau - egal, wie oft man ölt oder sonstwas, man müsste das nochmal abschleifen und neu hartwachsölen.

Grüße Annette



ein - voerst - letztes Mal



Vielen Dank für die bisherigen Tipps,

zum Glück bin ich Motorradfahrer :-).
drei Fragen habe ich noch:

zum Schleifen: Quer, d.h. also diagonal (45 Gradwinkel)? Nicht mal den letzten Feinschliff in Dielenrichtung?

zum "Versiegeln": Was wäre denn eine gesunde, kinderablecktauglich, kurzfeuchtfeudelbare und haltbarere Alternative?

zu den Fußleisten: Wie genau gehe ich damit um, wenn ich die alten Dinger weder abmachen noch einen Viertelstab vorsetzen will.

Fragt ein jetzt schon dankbarer
Bernhard



Quer zu den Dielen schleifen


Innenansichten

würde ich nicht. Den Abtragschliff für die alte Farbe diagonal und am Ende Finish längs zur Diele mit feinem Papier. So wurde es uns zumindest vom Fussbodenleger empfohlen und hatte sich in der alten Mietwohnung bewährt.

Aufpassen bei geliehenen Walzenschleifmaschinen. Diese werden ab und an mit zusammengeklappten Griff/Gestänge (Transport) ausgeliefert. Jede Schraube des Abhebegestänges auf Sitz und Festigkeit überprüfen, da ansonsten bei jedem Wandkontakt mit der Maschine ein Rolleneinschliff folgt.

Hartwachsöl (OSMO) haben wir im Schlafzimmer verwendet. Auch dort sieht man im Durchgang zum dahinterliegenden Kinderzimmer Abnutzungsspuren/Laufwege. Wir haben zum Glück nach den entsprechenden Hinweis in diesem Forum das Wohnzimmer nur mit Öl (bei uns Lumber Jack) behandelt. Das Ergebnis ist auf dauerhaft besser, auch da fühlbar Holz oben liegt. Ränder von neben dem Sessel abgestellten Bierflaschen gehen problemlos weg ;-)

Zeitkalkulation m.E. nicht möglich. Hängt vom Schichtenaufbau ab.

Eckard





Hallo Bernhard,

na wenn Du Moppedfahrer bist, ist das alles halb so schlimm ;o) *hihiiii*. Ist nur nicht so schnell.

Ja, man schleift 45° zu den Dielen. Das hat den Vorteil, dass die Dielen gleichmäßig werden, weil Dielen mit den Jahren ja "schüsseln", also sich an den Kanten aufwölben. Kann nur ganz leicht sein, aber man merkts beim Abtragen.
Erst ganz grobes Schleifpapier, bis der Lack vollständig ab ist, dann immer feiner werden. Ist garkein Hexenwerk.

Die zweite Frage kann ich Dir leider auch nicht beantworten, darüber bin ich mir selber nicht so klar... Nachdem ich die "Bescherung" in der Küche (obwohl, das Wohnzimmer sieht schlimmer aus) jetzt gesehen habe, will ich auch die Treppe nimmer Hartwachsölen. Wie gesagt, es könnte helfen, wenn man die mit so einem Zeugs vorstreicht, damit die Dielen "gesperrt" sind und nicht mehr das ganze Zeugs einsaugen. Das macht man auch bei geschliffenem Parkett drunter... Im Schlafzimmer beispielsweise sehen die Hartwachs-Dielen noch wirklich gut aus, da laufen wir aber kaum rum, geschweige denn mit Schuhen. Und da spielt unser Hund auch nicht dauernd mit seinem Ball fangen...

An den Fußleisten musst Du garnix machen, kannst Karton davor kleben. So weit reicht der Walzenschleifer nicht ran. Deshalb braucht man eh einen Randschleifer, der macht aber den Fußleisten nix.

Grüße Annette



P.S. Fussleisten



Den guten alten Abbrennfön, solange tatsächlich Farbe und nicht nur Bohnerwachs drauf ist.

P.S.2 : Ist quer nicht 90 Grad?





soll ja Diagonal. Also stimmen 45°

Grüße annette
PS: Nö, also für die ollen Fußleisten da würd ich mir den Fön net antun!

:o)



50m² an einem dreiviertel Tag!



Hallo annette,

möchteste bei mir anfangen? ;-)
Ich kalkuliere, bei Altdielung, mit ca 20m²/Tag, fix und fertig, und ich muß die Maschinen, deren Wert etwa dem eines mittleren Autos entspricht, nicht erst holen.
Zum Schleifen bis an den Rand gibts geeignete Maschinen. Das Abkleben bringt nix, die Maschine ist stärker.
Die Sockelleiste reicht nach dem Schleifen nicht mehr bis auf die Diele, was bedeutet, daß da sowieso eine unschöne Fuge bleibt.
Entweder man lebt damit oder man setzt einen Viertelstab davor, oder erneuert auch die Sockelleiste.

Je größer die Wachsanteile in der Versiegelung sind, desto mehr nähert man sich den Eigenschaften eines Lackes.

Gruß Lukas





Mit den 50 qm hab ich nur das Schleifen gemeint, nicht noch das Streichen.

Wir haben im 1. OG 25 qm geschliffen, dann noch die Küche unten. Doch, das ging locker an nem Tag :o). Hat auch total viel Spaß gemacht. Endlich hat man mal ein Stück gesehen...

Soll ich bei Euch anfangen? ;o)

Grüße Annette





@Eckhard

oh, ich hatte Ihren Beitrag mit dem Bild nicht gesehen, hat sich wohl mit meiner Antwort überschnitten.

Wie ist das mit dem Öl im Wohnzimmer?

Interessiert mich sehr!

Wir haben in der Küche das durchsichtige Osmo Hartwachsöl. Ich habe dann schon mehrmals mit Osmo Pflegeprodukten usw. nachbehandelt, auch mal mit Ballistol. Alles ist eingezogen und einfach weg :o(
Ist das mit diesem Lumber Jack anders??? Wie sieht der Boden aus?

Im Wohnzimmer und im Schlafzimmer haben wir das weiße Hartwachsöl. Das nutzt sich m. E. nicht so schnell ab, ist irgendwie widerstandsfähiger.

Grüße Annette



@ anette



Wir haben zwei Öle auf zwei unterschiedlichen Böden:

Lumber jack Holzöl (über Tischler besorgt) auf Lärche. Siehe Foto altes Wohnzimmer.

Öl sehr flüssig, Auftrag mit Farbroller. Stinkt stark nach Chemie(Terpentin?), verflüchtigt jedoch schnell.

Dielen bilden nach und nach honiggelbe Farbe. Pflege ab und zu wischen mit Holzpflegemittel seit 10 Jahren, keine Abnutzung erkennbar, da eingezogen. Kratzer etc. kann, muss man aber nicht mit feinem Schleifpapier abschmirgeln, dannach mit Öllappen drüber und fertig. Kein Unterschied.

Foto oben neues Wohnzimmer, doch kein Lumber Jack (meine Frau mus es wissen, da sie hierfür zuständig war)sondern ein anderes Produkt (Name morgen), festere Konsistenz, wird mit Federspachtel aufgetragen und verteilt.

Holz Douglasie, endgültige Maserung entwickel sich derzeit noch (Lichteinfall). Schöneres Holz als Lärche. Besseres Öl, da kaum Geruch, bisher auch keine sichtbare Abnutzung im Sinne von Verblassen etc, obwohl unser 2-jähriger Sohn auch schon mal ab und zu mit dem Bobycar durchkarjolt ist (sehen wir nicht so eng, da Dielen leben).

PS: Die Dielen haben wir nicht geschliffen sondern nur gehobelt eingebaut, Um den Eindruch der breiten Dielen noch zu verstärken. Hierzu passte dann auch nur Öl.

Unsern bereits gekauften Vorrat an Hartwachsöl haben wir dann für ein Bücheregal verwendet.

Eckard



Die - wirklich - vorerst letzten Fragen



Liebe Anette, lieber Eckard,

Verstehe ich das richtig, dass das mit dem Osmo Hartwachs-Öl keine so gute Idee ist, (Die schon abgeschliffenen Dielen sind übrigens sehr hell, vielleicht Fichte?)und du das selbst nicht mehr machen würdest?

Gibt es das Lumber Jack Holzöl auch in größeren Gebinden?
Weißt Du noch, was der Liter ungefähr gekostet hat?

Und, da sich mittlerweile ergeben hat, dass wir auch die Küchendielen Freilegen und Abschleifen wollen: Ist Hartwachsöl in der Küche sinnvoll? Sollte man die Fugen dann zukitten, oder ordentlich mit Öl tränken?

Grüßt und freut sich über soviele hilfreiche Antworten
Bernhard



Ölart



Ich würde das zweite Öl nehmen(Name morgen). Beide Öle gibt es wohl nur beim Tischler/Bodenleger.

Osmo Hartwachsöl ist schichtbildend, damit strapazierfähig (Kratzer) aber nutzt sich eben auch ab. Auffrischung der abgenutzten Stellen wohl kaum ohne Übergänge möglich. b

Holzöl dringt ein.

Ich geb es zu: ich bin mittlerweile ein Fan von Holzöl und dem damit einhergehenden anderen Holzgefühl, als es versiegelte Flächen hergeben.

In der Küche hätte ich auch keine Bedenken. Wir haben gewachsten Cotto, da gibt es auch ab und zu mal einen Fleck, der langsam verblasst und nach 3-4 Jahren (Reinigen+Neuwachsen) verschwindet. Der Boden lebt halt mit. Unsere Holzarbeitsplatte, auf der man ja nicht rumläuft, haben wir mit Hartwachs behandelt.

Eckard

Einfach mal ein Probestück Holz Ölen bzw. mit Hartwachs behandeln und das Ergebnis vergleichen!



Danke und eine - wirklich- allerletzte Frage



Lieber Eckhard,

das wäre super, wenn du mir den Namen sagen könntest.
Diese Lumber Jack Öl gibt es nach Auskunft der Firma auch nur
in 0,75 Liter-gebinden. Was soll ich denn mit sovielen Dosen?

Und jetzt die Frage:
Ich habe mich geirrt, was die Beschichtung der Dielen angeht.
In unserer Wohnung ist nur Wachs drauf. Kann man das Abschleifen oder verklebt das die Schleifbänder? Oder muss man das irgendwie mit einer Klinge abziehen?

Herzliche Grüße
Bernhard





Hallo Eckhard,

ja, wie gesagt, bei uns ists immer noch ziemlich "baustellig" und momentan nervt mich das, wenns nicht wenigstens in der Küche und im Wohnzimmer glänzt ;o). Diese Phase kann aber wieder rumgehen...

Wir haben auch Dielen in der Küche und ich würde mich auch immer wieder für Dielen entscheiden. Man sieht den Schmutz nicht so *grinsgrins* und das Holz ist wirklich nicht so empfindlich, wie man immer glaubt. Unser Hund schlabbert sein Wasser, tröpfelt ziemlich nach dem Spazierengehen im Herbst auf der nassen Wiese und es ist kein Problem, wenn man nicht immer gleich hinterherwischt. Dazu hab ich nämlich wenig Zeit, weil berufstätig.

Dielen - jederzeit wieder, auch in der Küche (und warum auch nicht im Bad!). Flecken hab ich bis jetzt immer weggekriegt, gut, ist auch noch nichts ausgeschüttet worden wie Rotwein, dafür ist unser Hund wie gesagt ziemlich dreckig nach dem Spazieren.

Was mich halt momentan etwas "nervt" sind diese Laufspuren, da ist das Holz nämlich grau und man kann wienern, wie man will, es geht nicht weg und sieht immer ein bisschen "ungeputzt" aus. (Es gibt auch Entgrauer, da müsste man aber mit viel Wasser nachspülen und deshalb hab ich das n.n. probiert). Auch Marsailler Seife hat nix genützt (eigens dafür angeschafft).

Ich bin auch kein Lackier-Fan, aber auf der Treppe möchte ich beispielsweise keine solche grauen Laufspuren haben, dafür hab ich mir net solche Mühe gegeben, den Teppich da abzukratzen...

Vielleicht wäre Bohnerwachs was? Es gibt Bohnergeräte, wie Staubsauger. Hat das jemand schonmal probiert?

Grüße Annette



Ich suche immer noch



die Restbüchse. Hoffe Produkt zweites Öl morgen angeben zu können.

Eckard



Da haben wir es:



blumor Naturöl extra (ein Auftrag genügt). Gibt es auch im größeren Gebinde (wir hatten 5 Liter).