Weisser Schimmel unter Fußboden

22.06.2006



Hallo,
ich Saniere im Moment ein 300 Jahre altes Bauernhaus nun habe ich ein Problem mit meinem Fußboden im EG.
Bei der Sanierung des nicht unterkellerten Fußbodens der alten Wohnstube habe ich die vorhandenen Fichtendielen (keine mit Nut und Feder, erst seit ca. 20 Jahre verlegt) entfernt. Darunter befand sich eine Baufolie und unter der Baufolie ein gestampfter Lehmboden (Abstand Lehmboden-Diele ca. 5cm). Der Lehmboden war augenscheinlich trocken. Die Dielen waren auf Lagerhölzer aus alten Balken, die einfach im Erdreich liegen vernagelt. Nun habe ich die Baufolie entfernt und einfach neue Eichenholzdielen ohne weitere "Untergrundverbesserungen" auf die vorhandnen Lagerhölzer geschraubt (Schrauben in der Nut).
Nach ca. 2 Wochen haben sich die Dielen ein bischen angehoben. Darauf habe ich einige Bretter wieder entfernt und festgestellt, daß der gesamte Lehmboden dünn mit weissem Schimmel bedeckt ist. So, was nun tun? Eigentlich bin ich davon ausgegangen, daß ich nichts falsch gemacht habe, da der Lehmboden vorher trotz Baufolie trocken und Schimmelfrei war.

Für Ihre Hilfe im voraus vielen Dank
Gruß Wolfgang





Wenn Sie den Hohlraum unter den Dielen nicht mit einer geeigneten Schüttung ausfüllen, dann sollte dieser belüftet sein, die Luft zirkulieren können. Ob vom Schimmel eine Gefahr ausgeht, vermag ich nicht zu sagen, halte manche Reaktion für überzogen. Der Lehm müßte dann aber eigentlich mit Stroh vermischt und ausreichend feucht sein. Kann mir gut vorstellen, daß er unter der Folien eben ausreichend mit Wasser angereichert war, das er nun wieder abgibt. Mit dem Abtrocknen verschwindet der Schimmel wieder bzw. "ruht" und breitet sich nicht weiter aus. Bis dahin würde ich die Dielen offen lassen, wenn das geht.



Schimmel



ist immer ein Zeichen von Feuchtigkeit. Und die kommt in Ihrem Fall wahrscheinlich aus der Raumluft. Dann kondensiert die relativ warme Raumluft mit ihrem hohen absoluten Feuchtegehalt eben auf der wahrscheinlich nur 12 - 14 Grad warmen Erdoberfläche. Sie lädt hier ihre Feuchtigkeit ab. Das kann man nicht abstellen, wenn man den Konstruktionsaufbau beibehält. Aber m.E. kann man damit leben, wenn die Hölzer das mitmachen, also aus Eiche, Lärche oder einem Wasserbauholz wie Erle / Robinie sind.





War denn die Folie über oder unter den Lagerhölzern angebracht? Konnte vor bzw. nach Ihren Maßnahmen die Raumluft unter die Dielen gelangen? Wie feucht war die Raumluft?





Hallo,
damke für die schnelle Antworten. Die Folie war über den Lagerhölzern. Ich habe im Frühjahr den Raum mit Lehmputz verputzt, deshalb hatte und habe ich mit Sicherheit eine Feuchte Raumluft (zur Zeit ca. 75%, ändert sich je nach Wetterlage) obwohl der Lehm zwischenzeitlich abgetrocknet ist und bereits mit Feinputz verputzt ist. Nach entfernen der Dielen lag der Boden ca. 3 Tage frei.
Welche Schüttung wäre denn geeignet?





Dann hat Herr Beckmann offensichtlich Recht, unter normalen Bedingungen wird das aber sicher nicht passieren. Wenn die Lagerhölzer trocken waren, zeugt das für die hohe Güte eines solchen Bodenaufbaus. Darunter müsste man groberes Material finden, Schotter oder Kies. Üblicherweise hatte man früher Schlackeschüttung verwendet, habe auch schon Gartenerde inklusive vertrockneter Regenwürmer gefunden, allerdings im Obergeschoss. Geeignet erscheint mir eine Lehm-Holzhackschnitzel-Schüttung. Die muß aber einige Zeit trocknen können. Katzenstreu oder ähnliches würde ich nicht nehmen.