Dielen mit Ausgleichsschicht - erhaltungswürdig?

30.04.2012



Hallo zusammen,

zunächst erstmal herzlichen Glückwunsch zu diesem informativen Forum. Hat mir schon sehr weitergeholfen.
Nun bin ich aber bei meinem Haus (Bj 1926) an einem Problem angekommen, für das ich spezifischen Rat brauche:

Fussbodenaufbau OG: DDR Spannteppich (PVC) - mehrere Lagen Filz, Papier (mit einer dünnen Teerähnlichen Schicht), eine (am Probepunkt) ca. 1,5 cm dicke Schicht aus rotbrauner Ausgleichsmasse - Dielung.
Eigentlich war meine Idee soweit möglich die Ursprüngliche Bausubstanz zu erhalten bzw. nachträgliche Bausünden (aus heutiger Sicht) zu entfernen um möglichst nahe an den Ursprungszustand zu kommen.
Das würde bedeuten, alles oberhalb der Dielen runter und die Dielen abschleifen.
Allerdings ist der Zustand der Dielen nicht bekannt (laut Vorbesitzer wurden sie vor Aufbringen des Spannteppichs zusammengerückt und neu vernagelt.
Bisher knarzt nichts, ein Durchschwingen des Bodens ist nicht spürbar, der Boden ist relativ eben und hängt nicht durch.
Sollte ich das Risiko eingehen sehr viel Aufwand in die Entfernung des Ausgleichsmasse zu stecken (wie macht man das überhaupt am besten)um dann evtl. vor kaputten dielen zu stehen, oder lieber doch eine neue Dielung obendrauf legen (natürlich ohne den Spannteppich)

Vielen Dank schonmal für die Antworten.

Gruss
Stefan Kirchner



Puh...



eine echte "Einserfrage" wie es in Österreich heißt!
Von was für einer Art Dielen reden wir denn hier? 10cm breit mit Nut und Feder oder eher 30-40cm breit und stumpf gestoßen? Bei simplen billigen Nut-und-Feder-Dielen würde ich eher zur Erneuerung tendieren, bei schönen breiten Planken retten was zu retten ist, die kriegt man so nie wieder.



Dielenboden in Dresden...



... wenn Du aus Dresden bist, dann kann Dir sicherlich Thomas Böhme weiterhelfen, der diesen Beitrag bald lesen wird. Vielleicht wirft es sogar mal sein fachliches Auge auf diese Dielen.

Dein Ansatz, zur Bausubstanz zurück zu finden, ist schon mal der richtige Ansatz. Jetzt braucht es eben noch eine exakte Bewertung der vorhandenen Dielen.

Vielleicht kannst Du doch mal mehr Freilegen und auch die Dicke der Dielen messen. Ein paar Fotos helfen auch weiter.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



wenn



es Dresden ist, dürften es normale Dielen sein
(Baujahr 1920, abgebrannt 1945 ?) die rote Masse könnte Holzzementestrich sein - war oft rötlich. Diese Schicht (nach 1945 ?) könnte erhaltenswert sein.



Aus dem Baujahr...



...heraus wäre zu vermuten, daß es recht dünne und schmale Brettes sein könnten. Da würde ich denn auch eher zum Neuaufbau raten.

Wo steht denn das Objekt? Wenn's passt, schau ich gern 'mal vorbei.

Grüße

Thomas



Viele



originale Dielenböden kenne ich zwar nicht, aber ich würde bei dem Baujahr auch etwas in der Gegend von 20mm stark, 100-120mm breit und Fichte vermuten. Eventuell sogar von oben vernagelt, was bei so einem Boden meiner Meinung nach besch*en aussieht, solche schmalen Bretter würde ich auf alle Fälle verdeckt nageln/schrauben.

Wenn allerdings diese rote Schicht nicht wäre... letztes Jahr bin ich zufällig in ein Arbeiter-Siedlungshaus in den 50ern gekommen, das gerade mitten in der Renovierung war. Unter diversen Teppich- und PVC-Belägen (alle nur lose aufliegend) kam da ein nagelneu wirkender Dielenboden zum Vorschein! Der entsprach aber wohl nicht dem Geschmack der Eigentümerin, war teilweise schon mit Laminat zugedeckt.



Wenn...



...die Altdielung nicht gefällt, wäre sie aber vermutlich eine schöne Basis für einen neuen Dielenboden.

Grüße

Thomas



Nicht abgebrannt..



Hallo nochmal,
zunächst steht das Haus noch grossteils im Originalzustand ohne Kriegsschäden. Im Hinterhaus hat eine Brandbombe den Dachstuhl vernichtet und seitdem ist da ein hässliches Flachdach drauf.
Ich bin leider noch nicht weiter dazu gekommen, mehr freizulegen, werde das aber in den nächsten Tagen machen. In einem Raum muss die Dielung bis auf die Balken weg. Den werde ich zu "Forschungszwecken" nutzen.
Thomas, es ist eines der Holzhäuser in der Alfred-Thiele Str.
Bei Interesse kannst Du gern vorbeischauen. Bin übernächste Woche Vollzeit im Haus.

Gruss
Stefan



Hallo Stefan,



Holzhaus klingt doch immer spannend, ich komme gern vorbei.

Wir sollten und zwecks Termin zusammentelefonieren.

Grüße

Thomas



Entwarnung



Hallo zusammen,

wir haben heute alle Bodenbeläge entfernt. Das Zimmerchen in dem wir die "Probebohrung" gemacht haben war das einzige mit einer solchen Schicht. Alle andere haben Dielenboden, der zwar Ochsenblutrot gestrichen ist, aber nicht mal der Teppich war verklebt.
Um die Ausgleichsschicht kümmert sich jetzt meine Frau. Das darunterliegede Holz (30mm Nut und Federbretter zwischen den Balken) halte lässt sich zwar wegen schlechtem Zustand nicht als Fussboden aufarbeiten, aber hier kann ich problemlos Dielen drauflegen.

Vielen Dank nochmal für alle Tips und Anregungen.

Gruss
Stefan



Na



herzlichen Glückwunsch!

Manchmal hat man als Renovierer auch Glück. Viel Spaß am neu entdeckten Boden!





Unser Hause (Karlsruhe), Bj 1914, mit Sandsteinsockel, hat auch einen rotbrauen Estrich in allen Räumen. Der Boden glänzt leicht, ist recht leicht und riecht, wenn man ihn aufbricht, angenehm nach Harz oder Kiefer. Der estrich wird eine Handbreit dick sein und recht weich, sodass er schnell eine Delle bekommt. Ich habe den Boden nun in der Diele freigelegt. Er war am Rand bemalt mit einem dunkelroten Rand und einer feinen helroten Abschlusslinie. Allerdings hat er ein paar Macken und ist in der Mitte abgesackt. Bei dem 1,5 breiten Flur hat der Boden einen Unterschied von über 4 Zentimeter zur Raummitte.
Wie kann ich den Boden restaurieren? Gibt es solch einen estrich noch? Und wie kann ich ihn so behandeln das er härter wird?



neue Frage



Hallo Heiner,

ich würde dies im Forum als neue Frage formulieren. Dann kommt es bei allen Lesern an und Du kannst auch mit mehr Antworten rechnen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de