Sanierung Dielen im Erdgeschoß - Anfänger in der Fachwerksanierung

09.07.2011



Guten Tag,

ich bin im Formum neu und irre noch ein wenig durch die Gegend...
Ist-Zustand unseres Fußboden von unten nach oben:
1. trockenes Erdreich
2. Mauersteine zur Lagerung der Balken
3. Balken, soweit erkennbar in gutem Zustand
4. Fussbaodendielen, die genagelt sind (kein Nut und Feder)und dann mit der früher üblichen rotebraunen Farbe gestrichen

Das Problem:
die Dielen sind bei jedem einzelnen Brett hochgewölbt, die Fugen sind teilweise breit (Kälte) und an einer Stelle federt der Boden mehr als gewünscht.
Mein Mann möchte am liebsten "aufbauen" diese Spanplatt drauf, darauf Teppich.

Meine Überlegung:
Lieber die Dielen erneuern, da der Raum nicht besonders riesig ist.
1. Was nimmt man da für Holz?
2. Tut man was für die Wärmedämmung oder bekommt man dann nur Probleme im Anschuss?
3. Sind Feuchtigkeitssperren zu setzen? Zur Zeit gibt es keine Probleme.
Ich liebe ja Holzdielen, ABER.. Es soll nicht zu rustikal aussehen und es soll nicht zu teuer werden. Daher würde ich auch Teppich drauf legen, wenn sinnvoll.

Unsere Rahmenbedingungen:
Haus: kleines Fachwerkhaus um 1900, Familienbesitz - leider von aussen verklinkert. 1975 letzte große Sanierung. Danach nur normale Renovierungen.
Wir: sind schon ältern und wollen hauptsächlich die Substanz erhalten und uns am Haus erfreuen. Es ist vollkommen in Ordnung, dass es keine "3-Liter-Energiesparhaus ist"
wir sind handwerkleich erfahren und geschickt, aber mein Mann und ich sind auch nicht mehr so fit. Budget für Handwerker ist aufgebraucht, dies ist jetzt unser Part.

Wisst Ihr eine Renovierung, die zu uns passt? Sicherlich gab es darauf schon Antworten, aber ich bin noch nicht darüber gefallen und es ist dringend.

Einen schönen Abend.
Gabo



...



Hallo Gabi,

ich nehme an, daß diese Bodenkonstruktion belüftet ist. Irgendwo im Sockelbereich sollten sich entsprechende Belüftungsöffnungen befinden.

Das die vorhandenen Dielen geschüsselt haben ( bei jedem einzelnen Brett hochgewölbt ) weißt darauf hin, daß es mal einen größeren Feuchteeintrag gegeben haben muß. Auch schreiben Sie, daß der Boden schwingt. ...

In meinem eigenen Haus, haben die Böden ebenfalls stark geschwungen. Dies lag daran, daß die mittigen Auflager abgesackt waren. Hier müssen Sie selbst entscheiden, ob das für Sie noch akzeptabel ist, oder ob Sie hier aktiev werden müssen. Durch Masseeintrag (Möbel, etc.) Wird sich das Schwingen zwar etwas abmindern, jedoch wird sich der Boden entsprechend stärker durchbiegen.

Die Einbringung einer Feuchtesperre ohne Dämmung wäre kontraproduktiv, da Sie dann mitunter Feuchteschäden erst provozieren. Die aktuell hoffentlich noch ausreichend vorhandene Zugluft umspült die hölzernen Balken und Dielen und hält diese hierdurch auf einem akzeptablen Feuchteniveau. Das Einbringen von dichtenden Spanplatten + Teppich kann hier deshalb ebenfalls kontraproduktiv sein.

Fazit ist also: ... Entweder alles so lassen und dafür sorgen daß die Belüftung im Winter funktioniert (kalte Füße + höhere Heizkosten). Oder aber vernünftiger Dämmaufbau.
Hier im Forum kann man über die Suche verschiedenes dazu finden.


Gruß aus Berlin,



Also:



Wenn der Gatte eine Platte
auf die alte Dielung legt
fault die Dielung dank der Platte
und er bald sie schon zersägt.

Prosaischer: Ihr solltet einen neuen Fußbodenaufbau incl. Unterbau herstellen: Kiespackung, Geovlies, Unterbeton, Schweißbahn. Darauf weiter mit Schüttung zwischen Lagerhölzern (z.B. Liapor) oder mit Holzweichfaserplatten und zwischenliegenden Lagerhölzern. Darauf die Dielung Euerer Wahl, KEIN Rauhspund, mehrfach richtig und wachsfrei ölen. U.U. könnte die alte Dielung aufgearbeitet werden, wenn sie in gutem Zustand ist. Dann mit Samthandschuhen demontieren.

Grüße

Thomas