Dielen/Rauspund verlegen: vorher schleifen und ölen?

02.11.2012



Hallo,

auf den Holzbalken des bislang ungenutzten Dachbodens würde ich gerne Dielen verlegen. Ein befreundeter Bodenleger meinte, ich solle doch Kiefer-Rauspund benutzen und die ölen. Eigentlich dachte ich ja an Buche Parkett, aber je länger ich drüber nachdenke, desto mehr gefällt mir die Idee. Großartigen Publikumsverkehr erwarte ich dort oben nicht, deshalb ist Weichholz durchaus in Ordnung.

Nun die eigentliche Frage: was spricht denn dagegen, die Dielen vor dem Verlegen zu Schleifen und zu ölen? Die üblichen Schleifmaschinen zum Herumfahren bekomme ich dort oben nur mit erheblicher Mühe hinauf und das Schleifen und Ölen von Hand auf zwei Böcken anstatt auf den Knien würden mir letztere auch sehr danken. Habe ich bei den Überlegungen etwas vergessen?

Danke und Grüße,
Micha



Was solls denn werden?



Ungenutzter Dachboden, Buche Parkett, Dielen, Kiefer Rauspund...

irgendwie kann ich das Ziel nicht so richtg erkennen.

Davon abhängig wäre Materialwahl und auch der Unterbau.

Grundsätzlich würde ich aber nicht auf die Idee kommen Rauspund einzeln zu schleifen. In der Zeit kann man eine Tellerschleifmaschine beliebig oft auf einen Dachboden bringen und eine ebene Oberfläche kommt dabei auch nicht heraus. Von der Materialqualität ganz abgesehen.

Wären Hobeldielen nicht einfacher?

Gruß Götz



Dielen fertig geölt



Du kannst schon Dielen fertig geölt kaufen - das ist dann aber ein ganzes Stück hochwertiger als Rauspund.

Selbst einen Rauspund nun vor dem Verlegen schleifen und ölen, macht nur für wirklich untergeordnete Räume Sinn. Der Rauhspund ist nicht exakt gehobelt. Die Nut und Federverbindungen werden Treppchen zulassen. Auf alle Fälle müsstest Du alle Dielen nicht nur schleifen, sondern auch länsseitig anfasen. Uneben wird es dennoch. Kritisch wäre ich auch über die Holzqualität und Holzfeuchte bei so einem Rauspund.

Auf der Fläche ölen ist dann wieder einfacher, als jedes Brett einzeln so zu ölen, dass die Holfaser auch die Sättigung erreicht hat.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Dachboden



Hallo,

besten Dank für die Tipps. Das Ziel ist, den - wie geschrieben - bislang ungenutzten Dachboden als Arbeitszimmer zu nutzen. Der Boden muss daher keinen "show and shine" Zweck erfüllen, sondern darf ruhig rustikal aussehen.

Als ich schrieb, dass ich eine der sonst üblichen Schleifmaschinen nur mit erheblicher Mühe dort hinauf bekomme, habe ich leider nicht übertrieben. Wenn es für mich einfacher wäre die Maschine hochzubringen, dann hätte ich nicht nach der Möglichkeit gefragt, das Ganze knie- (und Bandscheiben-)schonend auf Böcken zu schleifen.

Den Hinweis mit den Hobeldielen werde ich aufgreifen und beim Sägewerk fragen, ob sie die auch anbieten. Sollte eigentlich möglich sein.

Das Anfasen würde ich hinbekommen. Wie es mit der Feuchte im Holz aussieht, weiß ich allerdings nicht. Ich hatte mal danach gefragt und es hieß, die könnten im Ofen getrocknet werden. Über die Qualität der Dielen mache ich mir derzeit weniger Sorgen, da ich bislang von dem Sägewerk nur ausgesuchte Ware bekommen habe, also deutlich weniger Astlöcher als z.B. bei der Ware vom Baustoffhändler.

Was die "Treppchen" betrifft, mache ich mir allerdings mehr Sorgen. Rustikales Aussehen ist in Ordnung, aber einigermaßen eben sollte mein Boden schon sein. Insofern macht das Schleifen des verlegten Bodens schon Sinn. Eine ideale Lösung scheint es auch in diesem Fall leider nicht zu geben. Ich denke weiter drüber nach.

Grüße,
Micha



Rauhspund...



...ist zu nass für Ihre Projekte, er kann bis 20% HF haben.

Stattdessen sollten Sie eine (möglichst raumlange) Hobeldiele verlegen. Ansprechpartner wäre dafür, wenn's ein untergeordneter Boden sein soll, weniger das Sägewerk. Die üblichen Texte der Wald-Feld- und Wiesensäger, sie könnten keine Holzfeuchte von 9% liefern, herausgefallene Äste wären "natürlich" und Risse ganz normal, kenne ich zu Dutzenden.

Im Holzfachhandel (oder eben einem Sägewerk mit leistungsfähigem angeschlossenem Fachhandel) sind Hobeldielen in Längen bis ca. 5,10m/ 28mm Lagerware, foliert in Paketen. Ich mag's individueller, aber für Ihr Projekt bekommen Sie da passable Oberflächen und die richtige Holzfeuchte zu Preisen um die 30 EUR.

Soweit Sie sehr sauber verlegen (Schutzschuhe, Laufschutz auf der verlegten Fläche aus neuer Rohfilzpappe), ist die Oberfläche der nord. Kieferdiele, wenn hydrogehobelt, meistens so gut, daß ein Schliff bei weniger exponierten Flächen entfallen kann.

So können Sie direkt nach der Verlegung ölen. Vom Ölen vor der Verlegung rate ich dringend ab, das wird ein Murksen ohne Ende mit zweifelhaftem Ergebnis.

Grüße

Thomas





Hallo Micha,

die Dielung vor dem verlegen zu schleifen und zu ölen
macht nur Sinn wenn deine Lagerhölzer, ( Balken )
absolut Plan ausgerichtet sind. Eventuell mittels eines
Handhobels die Balken zueinander in der Höhe anpassen.
Dann kannst Du die Dielenbretter vorher anschleifen und
2 mal mit einem Naturöl ölen.
Um dem übermäßigen Schüsseln vorzubeugen sollte die Unter-
seite der Dielen auch 1x geölt werden.
Die Tiefenwirkung des Öles kannst Du mit anfönen mit warmer
Luft verbessern.
Bezugsquelle für gute Öle bei www.restauratio.com

Bei Fragen melde Dich.

MFG

Christoph Schulze
Natural Naturfarben Handelsvertretung
Tel./ Fax. 03592 - 500790
Funk : 01752325093
Mail : schulze-schirgiswalde@t-online.de



Dielen/Rauspund



Hallo,

danke für die Tipps. Bei dem Sägewerk handelt es sich nicht um ein "Feld-Wald-und-Wiesen-Säger", sondern tatsächlich einen Fachbetrieb, der auch sonstige Fußböden, Türen etc. anbietet.

Die Balken des Dachbodens sind leider nicht plan. Eine weitere Unterkonstruktion kann ich nicht drauflegen, weil die Raumhöhe jetzt bereits exakt meiner Körperlänge entspricht. D.h. ich würde die bestehenden Balken mittels Laserwasserwaage an den Auflagestellen durch Hobel oder Holzscheiben auf das gleiche Niveau bringen.

Auf der restauratio homepage habe ich unter "Start" oder "Leistungen" keine Auflistung der Öle gefunden - stellt mein Browser evtl. nicht die ganze Seite dar?

Im Moment überlege ich noch (wobei das wohl viel zu früh ist, da nicht einmal ein Brett oben liegt...), ob OSMO, Zweihorn oder Naturzeit die besten Produkte anbieten. Vielleicht ist das aber eine ähnliche Philosophie-Frage wie bei den Motorölen für Autos. Ein Produkt, das die Diffusionsfähigkeit zu sehr einschränkt möchte ich allerdings nicht verwenden.

Grüße,
Micha



Naturöl für Hobeldielen - Rauspund



Hallo Micha,

was das Verarbeiten von den Naturölen und deren "Philosophie" angeht, kannst Du dich bei Natural-aktuell umschauen. Die einzige "Philosophie" ist, dass man dem Naturprodukt Holz eine natürliche Oberflächenveredelung gibt. Holz soll Holz bleiben und kein Verbundprodukt mit Kunstharzen oder Paraffinen werden.

Für Dein Projekt würden wir das Parkettöl -Fußbodenöl von Natural verwenden - evtl. mit Weißpigment, wenn Du es möglichst hell lassen willst.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Öl



Hallo Frank,

die Produkte von Natural hatte ich vergessen zu erwähnen. Für meine Türen habe ich von Natural die Holzlasur verwendet.

Osmo werde ich wohl nicht nehmen, da unterhalb des zu legenden Bodens ein Badezimmer ist und ich die Diffusionsfähigkeit des Holzes nicht einschränken möchte.

Aber noch liegt der Boden ja gar nicht...

Grüße,
Micha