Dielen, Ochsenblut und die Lackfräse

05.11.2014 Lebowski



Hallo,

ich habe im Frühjahr ein Zimmer mit Ochsenblut gefärbten Dielen geschliffen, das hat super funktioniert. Es hat aber sehr lange gedauert und war im Endeffekt nicht so billig, da man doch einiges an Schleifpapier gebraucht hat.

Über den Sommer ist eine Metabo Lackfräse in meinen Besitz gekommen. Ich habe Sie bei eBay erworben und damit Fenster und Türen von altem Lack befreit. Wenn man darauf achtet, dass man immer scharfe Messer hat, ist dass eine fein und schnelle Sache. Messer sind auch nicht so teuer, habe 1,5 10er Sätze für insg. knapp 25 Eur für alle Fenster und Türen gebraucht.

Nun kann man meine Frage schon erkennen. Hat jemand schon Mal versucht, mit einer Lackfräse Ochsenblut von Dielen zu bekommen? Ich glaube ich wäre um ein Vielfaches schneller als mit der Schleifmaschine, und deutlich günstiger. Die Dielen haben eigentlich keine Wölbung, ich muss also nicht Plan schleifen.

Hat das jemand schon gemacht? Wie seid ihr vorgegangen? Wie habt ihr nach dem Fräsen geschliffen?


Besten Dank, Martin



Dielenbodenschleifen bei Ochsenblut



Hallo Martin,
Da alte Dielenböden, die mit Ochsenblutfarbe gestrichen wurden, auch immer genagelt wurden, wäre die Fräse wohl keine so gute Idee- die Gefahr doch mal einen unsichtbaren Nagel zu treffen wäre mir zu groß.

Zum Schleifen habe ich große Walzenschleifmaschinen, ca 70 kg schwer, mit 200 x 750 mm Schleifbändern genommen, bei solchen Farben mit 16 er Körnung.
Zuerst kreuzweise diagonal, dann in Längsrichtung der Dielen schleifen.
Dann geht's und braucht nicht ganz so viel Papier.
Bei den langen Schleifbändern, statt den kurzen , wird der Lack nicht so heiß und setzt die Schleifbändern nicht so schnell zu.
LG
Andreas Teich



Ochsenblut mit Lackfräse



Die Gefahr durch unverhoffte Nägel im Boden wäre mir auch zu hoch, um mit einem Messer zu arbeiten.

Die Walzenmaschinen sind schon der richtige Ansatz. Allerdings wird eine 16er Körnung ganz schön an Material abnehmen. Die Dicke der Dielen würde ich auf alle Fälle zuvor prüfen.

Für ein schonendes Abtragen haben Laien bei uns gute Erfahrungen mit einem 36er Schleifgitter und einer schweren Rundschleifmaschine gemacht. Der Materialabtrag ist nicht so hoch und das Gitter setzt sich lange nicht so schnell zu wie bei Schleifscheiben oder den Bändern.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



"Ochsenblut"...



ist üblicherweise mehrfach in verschiedenen Schichten gestrichen, dazwischen immer wieder Bohnerwachs...

Mit einer Tellerschleifmaschine (miese oder keine Absaugmöglichkeit!) sehe ich da schwarz.

Ich würde also auch zu einer schwereren Parkettschleifmaschine greifen. Sogar mit 12er Korn mussten wir schon 'ran. Das Verkleben kann reduziert werden, wenn man möglichst schnell (weniger Reibungswärme) über die Lackschichten fährt.

Die Lackfräse ist in jedem Falle für die Ränder und Ecken geeignet, wenn größere Niveauunterschiede bestehen. Ob's auch in der Fläche funktioniert, hängt tatsächlich von den Nägeln ab. Üblicherweise gibt es ein regelmäßiges Nagelbild, diese wären also (ggf. auch 'mal durch Kratzen) zu finden und zu versenken. Ferner könnte zu dicker Lack/Wachs die Messer verkleben.

Berichte doch 'mal, wie's funktionierte.

Grüße

Thomas



Also



hier (Wien und weitere Umgebung) kriegt man die großen Walzenmaschinen à la Laegler Hummel als Privatmensch nirgends! Alle mir bekannten Verleihfirmen bieten nur die kleineren Maschinen für Räume ab 5 m2 (Laegler Profit, Janser Jaguar & Co.) an. Und 24 als gröbste Körnung, wenn überhaupt. Manche Baumärkte haben gar nur 36, 60, 80 und 100 im Angebot!

Vor 9 Jahren wurde hier im Forum Ablaugen mit Soda wärmstens empfohlen:

http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/ochsenblut-abbeizen-25396.html



Das ist ja lustig:



Nur Gartenzwerggeräte in Wien! Mähet Ihr den Rasen denn noch mit der Sichel?

Ein nicht unbekannter Österreicher hat sich dazu geäußert: "Österreich ist das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten"

Egal. Sicher kann man 'mal bei einem Parkettleger eine richtige Schleifmaschine ausleihen. Die werden ja wohl nicht mit Spielzeug arbeiten. Und für die groben Körnungen gibt es das Internet.

Das Ablaugen mit Soda ist immer noch nicht der Hit und keine wirkliche Alternative, besonders nicht auf vermutlich eher dicken Ochsenblutkrusten. Wer unbegrenzt Zeit hat, mag es freilich damit versuchen.

Grüße

Thomas



Maschinenverleih



So ein Pech, daß ich jetzt in der entgegengesetzten Ecke von Österreich wohne- sonst wäre das ja noch eine Marktlücke.
Ich hatte früher alle Schleifmaschinentypen verliehen- egal ob die kleine Profit, die Hummel, Tellermaschinen zum Wachsen oder die Trio.
Ich würde auch raten einen Parkettlegebetrieb zu fragen, ob die nicht am Wochenende eine Maschine verleihen.

Bei Ochsenblutfarbe oder auch bei großen Unebenheiten würde ich auf jeden Fall mit mind. 16 er Körnung arbeiten-es braucht doch erheblich weniger Schleifpapier.

Die ganzen Tellermaschinen egal ob mit Schleifpapier oder Gitter sind ungeeignet für Lackentfernung.

Schleifmittel wie schon gesagt im Internet suchen:
Schleifbänder oder Hülsen, wenn man den Maschinentyp angibt bekommt man das richtige Band.Sonst kann ich was besorgen wenns Probleme gibt.
Bei Fragen zum Schleifen oder Ölen ggf nachfragen
LG
Andreas Teich





Hallo,

um die Nägel mach ich mir die wenigsten Sorgen, die habe ich auch vor dem Schleifen etwas reingeschlagen. Die sind auch einheitlich genagelt.

Es ist auch nur ein Anstrich Ochsenblut. Das Haus und somit der Boden ist von 1966. Es lag aber schon sehr früh Teppich bzw. PVC, beides nicht verklebt drauf. Nachgestrichen worden ist nie.

Ich habe mit der Lackfräse an einem alten Stück Fußleiste aus dem schon gemachten Zimmer probegefräst, und das geht wirklich problemlos. Einmal drüber und es ist nur noch blankes Holz da.

Meine Bedenken waren eher, ob ich nicht Dellen Fräse, da die Auflagefläche ja nicht besonders groß ist. Hat man nun hartneckige Stellen, und fräst mehrfach, entsteht dann nicht eine Delle die man später sieht?

Beim Schleifen, ich glaube ich bin mit Körnung 24 angefangen, saß das Band schnell zu. An die Fräse schließe ich meinen Kärcher INdustriesauger an, so hatte ich nie Probleme mit dem zusetzen. Und die Schleifbänder haben mich damals mehr als die gebrauchte Metabo Lackfräse gekostet.



Also,



Bänder Körnung 16 kosten mich 1,90€ netto / Stück. Noch billiger wird's bloß, wenn man mit den Fingernägeln abkratzt...

Bei nur einer Schicht Lack sollte der Raum (geschätzt für 25m²), sehr großzügig betrachtet, nicht mehr als 5 Bänder Körnung 16, und dann je ca. 1 Band der folgenden Körnungen brauchen.

Das ist doch gar nicht erwähnenswert, oder? Die Wendepülatten kosten auch Geld, und die Körnungen, zumindest ab 24, müssen ja doch geschliffen werden, auch nach Lackfräse.

Grüße

Thomas



Wo bekomme ich



denn die Schleifbände für den Preis. Habe doch deutlich mehr bezahlt.

und die saß extrem schnell zu. Kann man da was falsch machen?



Manchmal...



frage ich mich denn doch, ob ich das hier nicht lassen sollte. Ich würde gern über fachlich interessante Sachen schreiben - statt über Banalitäten.

Also: "Schleifband 750 x 200 Preis" bei google eingeben. Ignoriert man die Werbung, kommt bei den Suchergebnissen z.B. an zweiter Position die Firma Retol. Da kaufe ich. Der Brutto-Preis für Korn 16 für Verbraucher beträgt da 2,86€. Das ist nun 50 cent netto teuerer als für Profis, aber hoffentlich verschmerzbar.

Es gibt auch teurere Bänder mit besseren Standzeiten (auf Hartholz z.B.). Auf schmierigem Ochsenblut Kleben die aber genau so schnell zu.

Also: Erst googeln, dann fragen...

Grüße

Thomas



Lackfräse



Ja so ganz wesentlich ists natürlich nicht, ob man jetzt für den ganzen Raum 80,- oder 95 € an Schleifbändern braucht-
und alles was man bei Google, Yahoo etc einfach herausfinden kann benötigt natürlich nicht das Fachwerkforum mit seinen hochqualifizierten Leuten.

Macht natürlich mehr Spaß wenn anspruchsvollere Fachfragen erörtert werden, zu denen auch Fachleute unterschiedliche Positionen beziehen....
Aber jemand, der vor seinem Do-It-Yourself Projekt steht sieht das sicher ganz anders und hat da andere Prioritäten.
Zu deiner Frage:
Mit einer Lackfräse bei einer derart kleinen Arbeitsfläche kann man sicher kein einwandfreies Ergebnis bekommen- ähnlich wie mit einer kleinen Flex mit 115 mm Schleifscheibe- das wird dann eher eine Oberfläche wie am Strand oder in der Wüste mit vielen kleinen Bergen und Tälern werden.
Selber kann ja jeder machen was man will und wenn nicht der Profianspruch erfüllt werden muß- der auch evt.Sachverständigengutachten standhalten muß- kann einen das Ergebnis der eigenen Arbeit immer noch befriedigen.
Abschleifen und renovieren ist immer besser als Plastiklaminat drüberlegen.
LG
Andreas Teich



Die



Handwerker haben teilweise größere Maschinen, da dominiert die Hummel. Ich wäre allerdings nie auf die Idee gekommen, dass die ihre Maschinen auch Betriebsfremden in die Hand geben könnten.

Die irrsinnigste Ausnahme bislang war ein sehr bekannter Betrieb, der als Werbegag mit APE 50-Kabinenrollern herumkurvt. Mit denen hatte ich 2013 das Vergnügen. Sollte 22 m2 Parkett schleifen (von ihnen neu verlegter Altparkett) und kommt mit einem Maschinchen von Walzenschleifer, gegen das eine Profit ein Monster ist. Sah aus wie aus der Steinzeit und lief mit Schleifblättern, die mittels Schrauben an der Walze befestigt werden. Das Resultat sieht aus wie eine Berg- und Talbahn und hat mich veranlasst, den eigenen Boden von einer anderen Firma mit der Hummel schleifen zu lassen.

Die Jaguar hat mich persönlich von allen getesteten Verleihmaschinen bislang übrigens am meisten überzeugt, nur das Anheben und Absenken der Walze ist nicht 100% ideal gelöst, man kann aber viel leichter die Walze gefühlvoll aufsetzen als bei der Profit und einer Bona-Maschine die wir mal hatten. Die Profit war übrigens vor 10 Jahren DIE Standard-Verleihmaschine, inzwischen haben die großen Baumarktketten eher andere Modelle, OBI die Janser Jaguar und Baumax etwas, das ich ebenfalls für eine - umlackierte und neu beschriftete - Jaguar halte.