Massivholzdielen auf Betonboden

17.05.2008



Hallo zusammen.
Ich suche schon den ganzen Tag im Internet, welches für mich der beste Boden wäre für die Sanierung des Hauses, welches wir gekauft haben.
Das Haus ist BJ 1978. Im ersten OG (direkt unter dem Dach) ist zur Zeit noch ein alter Spannteppich direkt auf einen Beton-Boden verklebt. Wir wollen den Spannteppich rausreissen und durch Parkett / Massivholzdielen ersetzen.
Es geht um 5 Räume, der Grosser Raum in der Mitte mit 4m x 8m, dann vier angrenzende Räume mit je 4x4m Fläche.
Total somit rund 95qm zu verlegen.

Der Aufbau des neuen Bodens auf dem Betonboden darf nicht mehr als 20mm sein.

Ich war heute bei einem Fachgeschäft für Innendekoration.
Man hat mir dort als ultimative und wertbeständige Lösung Massivholzdielen mit 20mm Dicke empfohlen (Länge bis 2000mm, Breite 160mmm, Holz: Eiche natur, Nut und Feder).
Der bestehende Boden soll geebnet und abgeschliffen werden, dann eine Haftschicht aufgetragen werden. Auf diese Haftschicht werden dann die Massivholzdielen direkt aufgeklebt, mit einem elastischen Leim, wie man mir erklärte.
Anschliessend wird der Boden verspachtelt, verschliffen und zwei mal versiegelt.


Jetzt lese ich hier in den Foren, dass man Massivholzdielen immer mit Unterbau Verlegen soll. Das geht bei mir aber nicht, da der Platz dafür nicht vorhanden ist (Höhe).

Da ich kein Handwerker bin, kann ich nicht einschätzen, ob ich optimal beraten wurde oder nicht.
Man sagte mir auch, dass Fertigparket mit Nutzschicht viel feuchteempfindlicher sei, und darum die Massivholzdielen besser seien.

Hilfe!!!
Ich bin total verwirrt!! Ich habe ein Angebot für die Arbeiten mit Material und Sockelleisten von rund 10000 Euro erhalten. Bevor ich nun so viel Geld ausgebe, möchte ich die Gewissheit haben, dass alles gut invesitert ist.

Danke für eure Hilfe zu diesem Thema.

Grüsse, Michael





Hallo Michael,
wir haben es so machen lassen (d.h. wir haben als Endbehandlung den Boden Ölen lassen) und leider löst sich der Dielenboden nach gut einem Jahr wieder an einigen Stellen vom Untergrund. Das müssen wir jetzt reklamieren. Lästig. Keine Ahnung, ob es an der Art der Ausführung liegt.Bin auf fachkundige Antworten vom Forum gespannt.
Herzliche Grüße
Carola



Cling System



Hallo,
es geht auch ein Massivholzboden mit einem Feder-Spannsystem welches wir seit Jahren in solchen Fällen einsetzten. Die Verlegung ist einfach und schnell.
Bei Eiche (je nach Sortierung) kann man ca.80-100.-€/m² incl. Verlegung veranschlagen. Kein Kleber absolut Baubiologisch.





Haben Sie sich schon mal bei forbo.ch umgesehen? Ist zwar nicht Holz, aber Linoleum ist aus Leinöl und ergo auch ein Naturprodukt. Wenn quasi keine Aufbauhöhe Platz hat, finde ich das eine ganz gute Alternative.



Lino



Super Material,
untergrund muss extrem eben und Glatt sein, Selbstverlegung nicht möglich und kostet ca. 40-50€/m² fürs Verlegen und Material.
Die Untergrundvorbereitung kostet natürlich extra , sowie Sockelleisten usw. Ausserdem Fußkalt.
Baubiologisch fast ok da eine unökologische Schutzschicht auf den Lino kommt.



Lino-Boden



Naja, ein Natur-Produkt mag es schon sein, wenn ich aber auch Geld für nen neuen Boden in die Hand nehme, dann möchte ich neben dem wohnlichen Aspekt auch eine möglichst gute Werterhaltung, allenfalls sogar ne gewisse Wertsteigerung.
Was das betrifft bin ich mir bei Lino nicht so sicher.
Grüsse, Michael



Fußbodenaufbau



Ein gutes Linoleum hält Jahrzehnte!
Die Frage stellt sich für mich nicht nach dem körperlichen, sondern nach dem moralischen Verschleiß.
Wenn die nächste Modewelle durch die Baumärkte und die Hausbau- Dokosoaps im Fernsehen schwappt, was dann?

Viele Grüße



Grundsätzlich...



... kann man massive Dielung auf Estrich kleben, mit Parkett wird's ja auch praktiziert. Das Verkleben ist nicht unproblematisch, weil das Arbeiten des Holzes immer für Bewegung sorgt. Das Risiko steigt mit der Breite der Elemente und ist abhängig von der Holzart und den klimatischen Verhältnissen im Raum. Vor der Verlegung sollte genau ermittelt werden, welche optimale Holzfeuchte für die konkreten Bedingungen erforderlich ist. Ggf. sollte in einer Jahreszeit mit höherer Luftfeuchte die an diese Luftfeuchte angepasste Dielung verbaut werden. Auch direkte Sonneneinstrahlung (Terrassentüren bis unten verglast) kann zum Problem werden.

Die gewählte Holzart ist geeignet, Eiche arbeitet etwas weniger und vor allem langsamer als manch andere Holzart (Buche z.B.). Alles andere liegt in der Kompetenz des Fachbetriebes.

Fazit: Es kann viel schief gehen, muß aber nicht unbedingt.

Gleiches gilt für die Klammersysteme bei einer schwimmend verlegten massiven Dielung. Zusätzliche Probleme entstehen dann, wenn die Klammern die Dielen beim trocknungsbedingten Zusammenziehen nicht mehr in die alte Position zurückholen können (Foto: Berthold-Diele Esche, geklammert, mit 6mm Fuge gegen Ende der Heizperiode). Auch die über Hirn gestoßenenen Verbindungen öffnen sich zuweilen. Um so größer der Raum (Verlegebreite), um so größer die Probleme. Schleifbar ist diese klappernde Verlegung nur unter deutlichen Abstrichen am Schliffbild.

Aus meiner Sicht ist die Verklebung von massiven Dielen auf Estrich machbar, bedarf aber einer besonders sorgfältigen Ausführung. Die schwimmende Verlegung von massiver Dielung betrachte ich als systembedingt mängelbelastet, rate ab und würde sie selbst aus Gewährleistungsgründen nicht verlegen.

Die Dreischichtdiele ist für Ihre Anwendung besser geeignet, sie arbeitet kaum. Trotzdem sollte sie vollflächig verklebt werden. Eine schwimmende Verlegung ist möglich, zeigt über die Jahre jedoch mehr Mängel und ist nur sehr eingeschränkt schleifbar.

Wenn Sie eine Dreischichtdiele mit 6mm Nutzschicht wählen, haben Sie eine etwa vergleichbare Nutzschichtdicke wie bei der 20mm Massivdiele, also durchaus einen Boden für eine kleine Ewigkeit.

"Man sagte mir auch, dass Fertigparket mit Nutzschicht viel feuchteempfindlicher sei, und darum die Massivholzdielen besser seien."

Das gilt nur für auf Unterbau geschraubte / genagelte Dielung.

Eine Dreischichtdiele arbeitet viel weniger als Massivholz, ist in dieser Hinsicht viel weniger feuchteempfindlich. Nebelfeuchtes Wischen ist bei beiden Arten möglich. Was passiert bei einem Wasserschaden (Heizungsrohrbruch...)? Es wird in jedem Fall ein Fall für die Versicherung: Bei der Mehrschichtdiele kann der Leim versagen und es trennen sich die Schichten, die massive Diele kann soviel Kraft entwickeln, daß sie mitsamt Kleber und Estrichresten abreißt. Da dabei oft der Estrich zerreißt, ist das Gefahrpotential hier eher höher.

Noch eins: Geölte Böden arbeiten mehr als lackierte. Das gefällt mir zwar nicht, ist aber halt so.

Daß Ihr Fachgeschäft Ihnen massive Dielen anbietet, verstehe ich gut: Bei einem möglicherweise ähnlichem Endpreis steckt viel mehr Arbeit und Gewinnpotential in der Massivholzvariante. Dreischichtdielen werden oft schon oberflächenfertig eingebaut, da ist bei weitem nicht so viel zu tun.

Vielleich wenden Sie sich zu Fußbodenfragen besser direkt an einen versierten Parkettleger?

Sonntägliche Grüße

Thomas



Dokusoaps?



Ich glaube nicht, daß Holzböden durch Dokusoaps gepusht werden müssen oder werden. (Echtes) Korklino ist ein gutes, aber auch völlig anderes Material als Holz. Für's Bad sicher nicht schlecht, wer's mag auch für die Küche. Jedenfalls fehlt ihm die lebendige Ausstrahlung von Holz.

Ist im übrigen Geschmackssache.

Hier noch das oben angekündigte Bild zu den Klammerholzklapperfugen.

Grüße

Thomas



Somit...



hängt wirklich alles von der Qualifikation der Bodenleger ab, wie sorgfältig alles gemacht wird.
Was mich jetzt erst mal beruhigt hat, ist der Umstand, dass das Verkleben, wenn richtig ausgeführt, eine vernünftige Vorgehensweise ist.

Danke an Thomas für die sehr ausführliche und kompetente Antwort.

Grüsse, Michael



Fußbodenaufbau



Ich meinte mit den Modewellen die Fälle, wo auf der Echtholzdielung erst Belag verklebt wurde, weil es Mode war und dann ein paar Jahre später Laminat im Dielendesign draufkam, weil es auch gerade Mode war (oder noch ist).
Meine Antwort zielte übrigens nicht auf Dielung, sondern auf die Frage nach der Haltbarkeit von Linoleum.
Neben Korklino gibt es viele ansprechende Oberflächen, die m.E. nach auch richtig gut aussehen.


Viele Grüße



Holzdielen



Wieso dann nicht gleich Stabparkett kleben, Schleifen und ölen ? Wohnlichkeit stimmt, Preis auch, Fachleute gibt es.

Grüße



Bodenaufbau



Hallo,

sicher kann ich Ihnen weiterhelfen.

Senden Sie mir einfach eine Bauskizze zu mit Angaben zum Raummaß,zur Raumnutzung, dem vorhandenen Balkenabstand und der Balkenbreite.

Bei Fagen und näheren Informationen gebe ich Ihnen gerne weitere Auskünfte (Tel.: 030 - 351 375 48 / 49 oder www.duofor.de).

Mit freundlichen Grüßen

Michael Christoph



Parkettböden Kleben



Egal welche Holzart und Materialart.
Kleben bedeutet Lösemittel und somit Ausgasungen.
Für Massivholzdielen gibt es keinen baubiologischen Kleber.
Unter www.holzbodenwerk.de wird das hervorragende Klammersystem für Massivholzdielen erklärt. Diese Beschreibung der Bertholddiele ist etwas Augenwischerei - weil es geug Objekte gibt wo es sehr gut Funktioniert.
Die richtige Holzart und normale Bedingungen dann geht es.
Solche extreme Beispiele sind klare Auswirkung von äusseren Umständen und falschen Bedingungen -da hätte mit Sicherheit auch der geklebte Boden Schwierigkeiten.
Nur Mut zur Massivholzdiele - es geht ohne Kleber.
Ausserdem ist bei normalen Bedingungen Eiche ein Super Bodenholz. Der Verlegungszeitpunkt ist beim Klammersystem Krottenthaler nicht ausschlaggebend.



@ Herr Christoph



Pressiert's mit Ihren Blechen so sehr, daß Sie die ständig da anbieten müssen, wo sie mit Sicherheit nicht verwendet werden können? Bitte Fragestellung durchlesen.

@ Jan D.
Baubiologische Scheuklappen? Die Baubiologie ist durchaus eine wesentliche Bereicherung für gesundes Bauen, sollte aber nicht zur Ersatzreligion mutieren. Das erwähnte Beispiel (wo im Übrigen KEINE unüblichen Verlegebedingungen herrschten) ist kein Einzelfall. Baubiologisch ausgeführter Pfusch bleibt Pfusch auf hohem Niveau. Wer täglich mit Holzböden und Massivholzmöbeln arbeitet, wird meine Bedenken gegen das Klammersystem verstehen und ganz überwiegend teilen.

Grüße

Thomas



Darfs



vielleicht auch Naturstein sein? Afrikanischer Schiefer zum Beispiel? War nur eine Frage. Grüße H. Köhler