alte Dielen und Heizung

16.09.2002



Hallo! Wir sind gerade in die Planung für unser Fachwerkhaus eingestiegen und wollten eigendlich die alten Dielenfußböden soweit es geht erhalten. Die aller meisten Dielen sind noch in einem ganz guten Zustand, wäre also wirklich schade drum. Jetzt hat uns neulich ein Heizungsbauer gesagt, dass die Dielen sowieso raus müßten, da sie unter modernem Raumklima (Zentralheizung)austrocknen würden, schrumpfen und Risse bilden würden. Klingt irgendwie logisch, aber sind die Auswirkungen wirklich so gravierend? Macht es hier einen Unterschied ob man Heizkörper oder Fußbodenheizung hat? Bisher gibt es nur zwei kleine Kohleöfen im Haus, arg warm war's im Winter also bestimmt nicht! Vielen Dank!



man kann doch damit leben!



auch wir haben in unseren büroräumen alte dielenböden und eine neue zentralheizung! bedingt durch die geringere Luftfeuchtigkeit bei zentralheizungen schwinden die holzdielen; bei uns haben sich spalte von 1 - 5 mm eingestellt und wir leben damit; es ist logisch, dass hier ein etwas höherer staubanfall auftritt aber man muss doch nicht unbedingt - ausser man hat eine Allergie - im reinstraum leben; ein weiterer faktor ist die reinigung; es ist auch hier logisch, dass man keinen "eimer wasser" hinenschütten kann; wir haben unsere putzfrau soweitgebracht, dass sie die räume zuerst absaugt und dann wöchentlich einmal feucht wischt, ggf. unter dem einsatz von Schmierseife - hierbei regeln wir auch etwas den feuchtigkeitshaushalt;
fussbodenheizung würden wir nicht empfehlen; das anfahren der heizkörper kann auch über die Sockelleiste erfolgen; sollte es evtl probleme mit den balkenköpfen geben wäre auch eine Sockelleistenheizung sinnvoll;
wir hoffen etwas geholfen zu haben;
grüsse w. greb



man kann doch damit leben!



auch wir haben in unseren büroräumen alte dielenböden und eine neue zentralheizung! bedingt durch die geringere luftfeuchtigkeit bei zentralheizungen schwinden die holzdielen; bei uns haben sich spalte von 1 - 5 mm eingestellt und wir leben damit; es ist logisch, dass hier ein etwas höherer staubanfall auftritt aber man muss doch nicht unbedingt - ausser man hat eine allergie - im reinstraum leben; ein weiterer faktor ist die reinigung; es ist auch hier logisch, dass man keinen "eimer wasser" hinenschütten kann; wir haben unsere putzfrau soweitgebracht, dass sie die räume zuerst absaugt und dann wöchentlich einmal feucht wischt, ggf. unter dem einsatz von schmierseife - hierbei regeln wir auch etwas den feuchtigkeitshaushalt;
fussbodenheizung würden wir nicht empfehlen; das anfahren der heizkörper kann auch über die sockelleiste erfolgen; sollte es evtl probleme mit den balkenköpfen geben wäre auch eine sockelleistenheizung sinnvoll;
wir hoffen etwas geholfen zu haben;
grüsse w. greb



Dielen und Zentralheizung



Hallo, Sonja!
Warum ist eine Zentralheizung mit trockener Luft logisch? Zum einen sollte das Haus so gedämmt werden, daß die Wand atmen kann, also diffusionsoffen ist. Das hat in aller Regel zur Folge, daß das Raumklima etwas feuchter, aber angenehmer ist. Denkt mal ggf. über eine Wandflächenheizung nach. Diese hat ebenfalls ein günstiges Raumklima zur Folge, welche eine verminderte Raumtemperatur um bis zu drei Grad bei gleichem Behaglichkeitsgefühl bringen kann. Weiterer Vorteil: Die Wände trocknen schnell ab. Und der Wärmeverlust ("Ich heize doch nicht die Straße!") nach draußen ist auch nicht so groß, wie man annehmen könnte und wie weitverbreitet noch angenommen wird. Und wenn die Dielen tatsächlich etwas schwinden: Da schließe ich mich meinem "Vorredner" an. Ihr werdet wohl auch leicht schiefe Wände haben. Das gehört zum Charme eines Fachwerkhauses eben dazu. Gruß, Manfred Tessin



bewusst anders Bauen



Hallo! Wir sind gerade in die Planung für unser Fachwerkhaus eingestiegen und wollten eigendlich die alten Dielenfußböden soweit es geht erhalten. Die aller meisten Dielen sind noch in einem ganz guten Zustand, wäre also wirklich schade drum. Jetzt hat uns neulich ein Heizungsbauer gesagt, dass die Dielen sowieso raus müßten, da sie unter modernem Raumklima (Zentralheizung)austrocknen würden, schrumpfen und Risse bilden würden. Klingt irgendwie logisch, aber sind die Auswirkungen wirklich so gravierend? Macht es hier einen Unterschied ob man Heizkörper oder Fußbodenheizung hat? Bisher gibt es nur zwei kleine Kohleöfen im Haus, arg warm war's im Winter also bestimmt nicht! Vielen Dank!
Sonja (werhahn.lammerschmidt@t-online.de) 16.09.02



Hallo Sonja,

warum die alten Dielen raus???
Wollt Ihr die Kachelöfen erneuern?

Plant keine normale Zentralheizung mit Konvektionswärmebereitstellung. Auch eine Fußbodenheizung birgt gesundheitliche Risiken und wäre für einen Altbau gänzlich falsch. Wechselt als erstes den Heizungsbaue, denn der versteht von seinem Handwerk sicher nichts. Er hätte euch nämlich als erstes eine Temperierungsheizung oder eine Wandheizung empfohlen. Die halten euch die wände warm und trocken. Das ist das wichtigste. Eine Fußbodenheizung führt euch das Wasser verstärkt unter den neuen Fußboden und eure Wände sind bereits nach 5 Jahren derart feucht, dass diese wieder teuer saniert werden müssen. Wenn Ihr es doch macht, dann habt Ihr mit einen guten Anwalt noch das Glück nach BGB das 30 jährige Haftungsrecht einklagen zu können, denn alle Planungen unterliegen dieser „Haftungszeit“! (Tipp an alle)

Aber wollt ihr dann noch mal den ganzen Dreck im Hause haben?? Überlegt einfach, warum es früher so lange funktioniert hat, und ab wann Probleme auftraten.

Wir planen für solche Bereiche einen diffusionsoffenen Fußbodenaufbau. Der hat sich sogar bei der Hochwasserkatastrophe bestens bewährt und hohen Schaden vermieden. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der betroffene Bauherr selbst von diesem vollends überzeugt.

Wir nehmen nie Baustoffe wie Folien, Schaumstoffe, Mineralwollen, Dampfbremsen, diffusionsoffene Unterspannbahnen, Gasbetonsteine, Sanierputze, Ziegel, Strukturputze, da sie einfach nicht funktionieren und in vielen Bereichen einfach versagen.

Mein Tipp: Bedenken Sie bei all Ihren Sanierungen immer welchen Weg das Wasser in all seinen Formen geht und sie werden auch noch in ihren alten Tagen Freude an Ihrem Haus haben. Lehm und Holz sind die besten Baustoffe die uns zur Verfügung stehen, alles andere sind meist kränkelnde Systeme der geldhaschenden Baustoffindustrie.

Und die meisten Baustoffe funktionieren trotz großartiger und bunter Prospektbeschreibung doch nicht.

Die Lösung liegt immer im EINFACHEN,
viele Grüße und Mut,
Michael Reisinger (www.gesundes-Bauen.com)

Auch mal unter www.google.de nachschauen



bewusst anders Bauen



Nachtrag:

Bei uns sind noch keine Dielen geschwunden, ansonsten war’s ein schlechter Tischler. Bei der Konvektionswärme ist es jedoch eine Konsequenz, die sie mit anderen unten beschriebenen Heizungssystemen verhindern.

Michael Reisinger



"Dielenritzen"



Ich bin mir bewußt, dass unsere neuen Dielen irgendwann mal Ritzen bekommen, das ist eben so bei Holz. Es trocknet ja nicht nur, sondern 2schwindet" auch in einem geringen Maße. Aber bei alten Dielen hätte ich gar keine Sorge, wenn es möglich ist, sie zu lösen und wieder fest verkeilt einzubauen- wenn die wirklich noch gut sind, lohnt sich das! Und mit der Wandheizung im Granithaus bin ich (bisher) auch recht zufrieden.(Erster Winter)