Ohne Verluste alte Dielen lösen ...

08.07.2010



Hallo,

im Obergeschoss unseres 1920 erbauten Hauses sind bis heute die wohl noch original Dielenböden erhalten geblieben. Die alten Balkendecken schwingen allerdings deutlich merkbar, weswegen ich nun gern einen Blick auf die einzelnen Balken werfen würde.
Da wir die wunderbar ungleichmäßig breiten Dielen ( ca. 30mm Stärke mit Nut & Feder) aber auch gern weiter behalten würden, suche ich nach einem Tip, wie man diese möglichst unbeschaded gelößt bekommt. Meine Versuche im Erdgeschoss, wo die Böden leider durch mehrere Reparaturversuche der Voreigner nicht wirklich mehr zu gebrauchen waren, haben leider meist zu bleibenden Schäden im Bereich der Nagellöcher oder aber an Nut & Feder geführt. Wie sind eure Erfahrungen? ...

Gruß,
Stephan



Dielen lösen



Ich habe gute Erfahrungen mit einem abgedrehten Rundmeissel in der Hilti gemacht. Damit werden die Nagelköpfe durch das Holz in die Balkengetrieben. Vorher die Nägel versenken, damit der Meissel nicht aus dem Ziel hüpft und Druckpunkte auf der Oberfläche hinterlässt. Der Vorteil: Die Nagelköpfe reissen höchstens auf der Unterseite Material mit, die Dielen müssen nicht an Ihren schwachen Rändern beansprucht werden, wo sie zu gern ausbrechen. Das entstehende Loch wird beim neuen Verlegen verfüllt und geschliffen, darin kann sogar die neue Schraube mit passenden Kopf versenkt sein.
Eine Probefläche ist wichtig, eventuell passt es nicht zu den vorgefundenen Gegebenheiten. Denkbar sind als Alternative Hebelinstrumente, die nach dem Prinzip eine Sackkarre unter die Ränder greifen und mit derart verteiltem Druck die Dielen vorsichtig lösen können.



wichtig



bei angerosteten Nägeln ist ein kleiner Befreiungsschlag, um danach erst den als Var. 2 genannten Hebel anzusetzen.



Habe



erst im Frühjahr im Wasserschloß Unsleben ca. 50 qm Dielen zerstörungsfrei ausgebaut mit folgender Methode:

Mit einem Durchschlag den Nagel, dessen Kopf ein wenig größer ist als der Nagelkopf, diesen durch die Diele in das Lager getrieben. Anschließend den Durchschlag mit einem Nageleisen herausgezogen.

Viele Grüße aus Ermershausen





Ich kann meinem Vorredner beipflichten. Habe auch schon den Nagelkopf weggebohrt: Mit einem Körner eine Ansatzstelle schaffen und dann mit einem Bohrer, der kleiner ist als der Nagelkopf, reinbohren. Auch wenn man nicht genau trifft, fällt dann der Nagelkopf weg. Dann mit einem Durchschlag den Stift reinschlagen.



Erfahrungsbericht ...



Hallo Zusammen,

ist zwar schon ein paar Tage her, trotzdem kurz meine eigenen Erfahrungen zu dem vorgeschlagenen Vorgehen:

... habe sowohl das Durchschlagen der Nägel, als auch die Bohrmethode probiert. Die Sackkarrenlösung hatte leider schon im Untergeschoss versagt. Grund hierfür wohl vor allem die Verwendung großkalibriger Nägel mit ebenso großen Nagelköpfen.

Hauptschwierigkeit bei beiden Methoden aber dennoch ... das auffinden der Nägel in den Brettern überhaupt. Mehrere Lagen Ochsenblut auf schon mal geschliffenen und daher versenkten, anschließend sauber verspachtelten Nagelköpfen … nicht ganz einfach! Am Ende ließ sich die Position der Nägel oft nur erahnen.

Das Anbohren der Nagelköpfe schien mir anfangs eine super Lösung. Fazit: … Zeitaufwändig, glühende Bohrer, und am Ende doch nicht ideal getroffen und ins Holz abgerutscht. … Ich hab das dann wieder sein lassen und die Nägel auf Verdacht mit einem Splinttreiber von oben durch das Holz geschlagen. Ging dabei ganz gut, bis auf eins zwei mal, wo der Widerstand im Balken wohl so groß war, daß der Nagel lieber seitlich in die Diele ausgewichen ist. Bei den großen Nagelköpfen blieben die Unterseiten der Dielen aber nicht immer heil.


Trotzdem Danke noch mal für die Antworten,
Stephan