Dielen auf Lehmstakendecke?

04.01.2005



Dielen auf Lehmstakendecke?
Hi, wir haben ein ca. 170 Jahre altes Innenfachwerkhaus nahe Berlin gekauft, das wir z.Zt. sanieren und mordernisieren. In großen Teilen des Hauses konnten wir die ursprüngliche Lehmstakendecke zwischen den Deckenbalken erhalten. Die bisherigen Dielen waren zu schadhaft und mußten entfern werden. Nun wollen wir neue Dielen im Dachgeschoß verlegen. Der nötige Höhenausgleich beträgt bis zu 8 cm und die Balken liegen 100 - 120 cm auseinander. Wegen der recht niedrigen Pfetten und Kehlbalken können wir keine Lattenkonstruktion noch über die Balken bauen. Fragen: - Wie dick sollten die Dielen sein? - Wie sollten sie in den Balken befestigt werden? - Und, ganz wichtig: soll unter die Dielen und damit auf die alten Lehmstakenfelder eine Schüttung? Würde man dann nicht zu sehr auf den Lehmdecken rumtrampeln? Danke für alle guten Ratschläge! Miriam



Dielenstärke



Tach Miriam,

bei lichten Balkenmaß von 1,00m solltet Ihr mindestens 28 er Dielenstärke verbauen.
Ich befestige ausschließlich nur mit Nägeln, sichtbar oder verdeckt genagelt! Man kann sie auch mittels Schrauben befestigen, was ich allerdings nicht für sinnvoll halte!

Warum soll in die vorhandene alte Lehmstakendecke noch zusätzlich Schüttung eingebracht werden?

Schöne Grüße



Warum Schüttung:



Uns ist gesagt worden, daß wegen des Trittschalls ein Hohlraum (eben max. 8 cm) zwischen Dielen Lehmstakendecke schlecht sei, und daher mit Schüttung, Dämmung, o.ä. gefüllt werden müsse. Gleichzeitig haben andere uns davor gewarnt, die Lehmstaken zu belasten, da die mit dem Gewicht der Lehmdecke bereits ausgelastet wären. Mh. Grüße zurück.



Dielung



Brettstärke
Balkenabstand 1,00 --> 28 mm
Balkenabstand 1,20 --> 35 mm
Befestigung auf Balkenlage durch Vernagelung oder Verschraubung (Schrauben mit bauaufsichtlicher Zulassung), min. 2 Verbindungsmittel pro Brett und pro Auflager. Eine Vernagelung oder Verschraubung in die Feder ist aus statischen Gründen in den meisten Fällen nicht angesagt.
Hohlraum unter den Brettern mit z.B. Zellulose verfüllen (Hohlraumdämpfung).



@ Dielung



Danke für die Infos! Und eine "weiche" Dämmschicht wie Zellulose würde dann den Druck nicht an die Lehmstaken weitergeben, habe ich das richtig verstanden? Ein schönes neues Jahr übrigens allen FachwerkerInnen :-)



Dämmstoff blasen



Den Boden fertigstellen und ein Brett am Rand noch offen lassen und dort mittels Einblastechnik einen Dämmstoff unterblasen.
Zellulose, Holzfaser, Liaver oder ähnliches ist da möglich.

Grüße



@Udo



Einblasen funktioniert natürlich nur bei entsprechend großem Zwischenraum. Ich denke 8,0 cm müssen schon mindestens sein. Und dann ist es noch sinnvoll eine Schnur einzulegen, mit der man den Schlauch durchziehen kann.
Bei Zellulose geht aber auch offen aufblasen. und die fertige Oberfläche leicht besprenkeln, so dass der Dämmstoff an der Oberseite etwas verfilzt.



Einblasen schwierig



8 cm ist (glücklicher Weise) der Extremfall, im Schnitt liegt die auszugleichende Höhendifferenz um die 5 cm, teilweise aber auch deutlich darunter. Gibt es irgend einen ähnlich geeigneten Füll-/Dämmstoff, den ich VOR Verlegung der Dielen schütten oder auslegen kann, und der trotzdem nicht schwer ist und den Druck/Schwingungen nicht an die Lehmstaken weitergibt und sie damit zusätzlich belastet? Oder mache ich mir zu viele Sorgen um die Belastbarkeit der Lehmstaken???? Alles gar nicht so einfach ;-)
Trotzdem schon mal vielen Dank für die guten Ratschläge!



Hohlraum über Lehmstaken



Dachog, mich wundert, daß kein Statiker verlangt wird. 170 Jahre steht das Haus wie es steht. Nun wird einem gesagt, der Hohlraum über den Lehmstaaken ist seit 170 Jahren schlecht für das Wohnen. Warum soll das nicht richtig sein, was der Michael meint? Welcher Gewinn ergibt aus der zusätzlichen Schüttung? Ich würde alles in Ordnung bringen und, so Gott will auf die nächsten 170 Jahre vertrauen. Meine Meinung



@ Siegfried



Da besteht ein Mißverständnis: bisher gab es keinen Hohlraum zwischen Dielen und Lehmdecke, da die alten Dielen den Balken folgten - dafür gab es allerdings auch keinen auch nur annähernd waagerechten Fußboden im DG. Der neue Dielenboden soll ein wenig waagerechter werden, und beim dafür nötigen Ausgleich entsteht besagter Hohlraum. Die Frage ist auch nicht, ob die Balken noch mehr Gewicht vertragen würden (kein Problem laut Statiker), sondern was mit Lehmstaken passiert, wenn sie über das Eigengewicht hinaus belastet werden - und dazu kann unser Statiker nix sagen. Tut mir leid, wenn ich mich unklar ausgedrückt habe.



Dielenboden auf Balkendecke mit Lehmwindeln



Hallo Miriam,
die Berechnung der Bohlenstärke erfordert wegen der Durchbiegung, Berechnung über Elastizitätsmodul und Trägheitsmoment, ca. 35 bis 40 mm. Diese Dicke ist schwer zu bekommen. Wir hatten gut einen Meter zu überbrücken und konnten zu vernünftigen Preisen nur 28 mm erstehen, schwedische Kiefer. Der Luftschall, Resonanzwirkung des Hohlraums zwischen Lehmwickel und Dielenfußboden macht sich nicht sehr stark bemerkbar. Den Trittschall kann man durch schmale Auflagen, 30 mm breite Latte auf der Balkenmitte erheblich mildern. Diese Latten kann man aus Fußbodenbrettern auch schräg sägen, dann kann man damit auch Ausgleich der Höhe schaffen. Man kann auch ein Brett von 30 mm an beide Seiten des Balkens hokannt anschrauben wenn man sehr viel Höhendifferenz zu überwinden hat. Die Höhenausgleichsmaßnahme ist aber eigentlich nur bei von Balken zu Balken unterschiedlichen Höhendifferenzen erforderlich; oder bei Nassräumen. An schiefe Fußböden kann man sich gut gewöhnen. Besucher fühlen sich leicht besoffen. Wir haben die Fußbodendielen mit speziellen Schrauben verdeckt geschraubt. Zusätzlich haben wir in der Mitte zwischen den Balken unter dem Fußboden noch ein altes Fußbodenbrett fliegend verschraubt. Nach dem Verlegen ist der neue Fußboden mehrere Wochen zu belichten, damit das Holz gleicmäßig Farbe annehmen kann und 2x mit Fußbodenöl zu streichen.
MfG Günter Lange



mein fachwerkhaus ist 283 jahre alt und...........steht wie ne eins



schön gun tach
bin begeistert von allen vielen guten ratschlägen,
möchte mich nur einem anschliessen, nicht soviel angst vor
architekten statikern und vielen verschiedenen meinungen
erst mal sortieren dann den gesunden menschenverstand einschalten und keine bausünden begehen.
jedes haus hat mal den zustand erreicht wo die elemente
sich auflösen, doch ein Fachwerkhaus kann viel mehr.

angst machen gilt nich...........

gruss r.k.aus o.