Massivholzdielen auf OSB auf Estrich

04.09.2012 spiracullum



Sehr geehrte Fachwerkler, wahrscheinlich klingt die Überschrift in ihren Ohren schon schmerzhaft nach.

Wir haben einen neuen Zementestrich 10 Wochen alt und 20mm Osmo Massivholzdielen (Lärche), 2m lang mit Nut und Feder und wollten diese schwimmend verlegen.

Warum? Aus Gründen der Verringerung des Aufbaus.

Auf dem Bau reagieren wir gerade eher als aktiv zu agieren, insofern waren wir schlecht informiert, als dass wir mit Elastilonfolie oder Klammern Verlegen wollten. Beides stellt sich nun als nicht überzeugend heraus.

Wenn wir nun doch ganz klassisch verlegen? Wie hoch müssen die Lagerhölzer in jedem Fall sein? Und da einige hier OSB Platten ins Spiel bringen: Könnte man auch OSB auf Estrich und darauf dann Dielen verschrauben? Fragen über Fragen, weil mir beim letzteren eine Durchlüftung ganz und gar unklar ist.

Ich würde mich freuen, wenn jemand mir vor allem auf die Frage der Dicke der Lagerhölzer antworten könnte und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Spiracullum



Ich würde ...



... auf OSB-Platten ganz verzichten und eine Verlegung der Dielen verdeckt auf federnd in Holzfaserplatten eingelegten Traglatten geschraubt empfehlen.

Wir selbst haben gute Erfahrungen mit dem System PAVATHERM-PROFIL, eine druckbelastbare Holzfaserdämmplatte für den Fussbodenbau von PAVATEX (früher PAVATHERM-FLOOR-NK) gemacht.
Bei nur 20 mm starken Dielen würde ich auf jeden Fall die 40 cm breiten Platten (Deckbreite = 39 cm) verwenden. - 60 cm Abstand werden erst ab einer Dielendicke von 24 bis 30 mm empfohlen.
Nähere Informationen zum v. g. Produkt finden sich unter:
http://www.pavatex.de/produkte_detail.aspx?PROID=49&ProductName=PAVATHERM-PROFIL
sowie der dort als pdf-Datei abrufbaren Broschüre "Technik für den Profi BODEN". Darin wird auf die unterschiedlichsten Einbauszenarien und Anforderungen an den Wärme- und Schallschutz eingegangen.

Wichtig, ja geradezu unumgänglich ist, dass die Kopfstöße, d. h. die Stirnseiten der Bretter, mit Holz-Lamellos verbunden werden. Anderfalls können sich die Dielen gegeneinander verdrehen und beim Aneinanderreiben erbärmliche Geräusche von sich geben. Dies erfordert allerdings den Einsatz einer speziellen Nutfräsmaschine.

Weiterhin wichtig ist die Verwendung spezieller Dielenschrauben (z. B. von abc spax) mit schlankem Senkkopf mit Fräsrippen sowie Teilgewinde mit Cut-Spitze.



Zunächst...



sollten Sie eine etwas stärkere Trennschicht gegen die Restfeuchte des Estrichs legen, z.B. die Gefitas PE 3/300. Leicht aufgeschäumt auf 3mm, selbstverklebend.

Darauf brauchen sie bei SPAX-Dielenschrauben 45mm mindestens 30mm Lagerhölzer. Optimal ist der Aufbau Lagerhölzer zwischen Holzweichfaserplatten. Etwas trittfester und spabiler sind Holzweichfaserplatten mit einer Rohdichte von 0,25, wie die von DOSER. Legen Sie 18 und 12mm überlappend, dann passt's.

Ich würde die Lagerhölzer je 1m einmal mit dem Estrich verdübeln (Schlagdübel).

Ordnen Sie die Lagerhölzer unbedingt so an, daß über Hirn auf den Lagerhölzern gestoßen wird. Das sollte bei gleichen Längen kein Problem sein und bringt ein gleichmäßiges Verlegebild.

Querverbindungen mit der Lamellofräse kann ich nicht empfehlen, besser kommt eine Oberfräse mit Scheibennutfräser 5mm und losen Fremdfedern. Aber vermutlich sind Ihre Dielen hirnseitig genutet.

Grüße

Thomas