Dielen schwimend auf Lehmstaken

30.05.2012 Frank Geppert



Hallo an die Fachwerkhaus-Community!

Ich muss in einem alten Fachwerkhaus die Dielen in einem Zimmer ersetzen, da sie nur in der Hälfte des Zimmers verlegt wurden und der Rest mit irgend einem Gips/Zementestrich gefüllt war. Den Estrich habe ich bereits entfernt.

Wie auf dem beigefügten Bild dargestellt, liegen in dem Haus Lehmwickel/-staken auf den Balken und nicht wie häufig dazwischen. Darüber wurden Bretter als Unterkonstruktion/Lagerholz verlegt, die zwischen 2 und 3 cm hoch sind und ca. 50 cm auseinander liegen. Die alten Dielen sind 2,8 cm hoch und nicht durch Nut/Feder verbunden. Der Boden ist aber erstaunlich stabil, macht keine Geräusche und schwingt nicht.

Heutzutage nutzt man aber höhere Lagerhölzer und verbindet die Dielen mit Nut und Feder.
Was spricht jetzt dagegen, nach dem historischen Vorbild weiterhin eine so dünne Unterkonstruktion zu nutzen? Das würde mir ein Kopfhöhenproblem ersparen, denn ich komme derzeit gerade so unter den Deckenbalken durch.
Sollte ich den Hohlraum zwischen den Brettern füllen?

Viele Grüße,
Frank



Den Nachweis,



daß so ein Aufbau möglich ist, hast Du ja vor der Nase.

Ich würd's dennoch modifizieren: Um wenigstens 40mm Lagerhölzer zu ermöglichen, würde ich den Lehmverstrich für die Lagerhölzer streifig etwas tiefer auskratzen. Das bringt mehr "Fleisch" für's Schrauben, und bremst Schwingversuche des Bodens besser. Deine Böden liegen auch deshalb recht ruhig, da sie durch Nachtrocknen Spalten ausgebildet haben. Die Dielen schwingen einzeln, knarren aber mangels Kontakt nicht. Bei aller Historie wirst Du ja vielleicht bei einer Neuverlegung die Fugen minimieren wollen, ich würde auch zu N/F raten.

Ist der Lehmverstrich eben / nivellierbar, könnte zwischen den Lagerhölzern eine Holzweichfaserplatte liegen. Stimmt deren Höhe, liegt die Dielung flächig und ggf. sogar entkoppelt. Dann bekommt man sogar mit 20mm Dielung einen sehr soliden Boden hin.

Grüße

Thomas