Holzschädling in den Dielen?



Holzschädling in den Dielen?

Hallo zusammen,

bei den Dielen in einem Zimmer meines Hauses wurde heute die Spachtelmasse bzw. der Kleber des vom Vorbesitzer verlegten Linoleums entfernt. Auf den jetzt noch ungeschliffenen Dielen sieht man deutlich kleine Löcher und teilweise ganze "Pfade", die wohl von Holzwürmern (?) stammen. Ich habe ein Foto beigefügt. Ich bin jetzt ratlos und verunsichert!

- Sind das Holzwurmspuren?
- Wie finde ich heraus, ob noch lebendige Holzschädlinge da sind, oder ob es sich um alte Spuren handelt? Das Linoleum war bestimmt viel Jahre oder sogar Jahrzehnte auf den Dielen.
- Falls noch Schädlingsbefall vorhanden ist, wie rücke ich den Viechern zu Leibe?

Vielen Dank - Karsten



Wenn...



...alles so aussieht, ist das keine Diele mehr, sondern ein Keks, der selbst seine statische Funktion kaum mehr wahrnehmen kann. Da werden Sie um eine Erneuerung nicht umhinkommen.

Ansonsten: Im Frühjahr zeigen sich üblicherweise Bohrmehlhäufchen bei akutem Befall. Sollten sich keine frischen hellen Löcher bzw. Bohrmehl zeigen, gibt es nichts essbares mehr in Ihren Brettern:-)

Auf das Wurmex aus dem Baumarkt sollten Sie in jedem Fall verzichten.

Grüße

Thomas



Holzschädlinge



Hallo Karsten ...
das mit dem Holzwurm ist immer wieder ein heikles Thema, da scheiden sich die Geister und kaum jemand hat eine optimale Lösung parat.
Normalerweise kann man mit einer Borsalz-Waschung den Schädlingen vorbeugen, aber zur nachträglichen Abtötung reicht es nicht aus.
Möglichkeit wäre: zu verbrennen, das heißt mit einem Heißluftfön oder ähnlichem Gerät (muss mindestens 50° haben) die Dielen zu erhitzen ... wenn man aber nicht aufpasst, ist schnell das Holz verbrannt. Danach direkt rohes Leinöl drauf, damit sich das Holz im Inneren vernetzt und aushärtet. Damit dürfte dem Insekt der Nährboden entzogen sein.
2. Möglichkeit (und da mache ich mal Schleichwerbung gegen mich) wäre ein Mittel von AURO, das da heißt: Biofa Nahos Holzschutzmittel Konzentrat (lösemittelfrei)... hier habe
ich allerdings keine Erfahrungswerte.
Ansonsten gibt es nur noch "Gift-Kram" zum Abtöten, und das würde ich Dir ausreden wollen.
Im übrigen sieht der Boden nicht so dramatisch aus, dass man in Panik verfallen muss.
Empfehlen würde ich Dir allerdings, als Endbehandlung Holzhartöl (hab ich ja).

LG
Christine



@ Christine



"Möglichkeit wäre: zu verbrennen, das heißt mit einem Heißluftfön oder ähnlichem Gerät (muss mindestens 50° haben) die Dielen zu erhitzen ... wenn man aber nicht aufpasst, ist schnell das Holz verbrannt"

Das war jetzt aber ein karnevalistischer Bauscherz, oder? Mit einem Fön einen Dielenboden flächig bis zum Absterben der Anobien bis in die Tiefe DURCHzuheizen ist genausowenig möglich, wie den Klimawandel durch Öffnen des Kühlschrankes zu stoppen.

Das Produkt von biofa scheint eine Nachempfindung des HM1 zu sein. Ob's wirkt? Amüsant immerhin, das das Mittel lt. technischem Merkblatt auch gegen Pilze wirksam sei. Dickgedruckt steht weiter unten dann:
"Evtl. auftretende Schimmelbildung nach längerem offenlassen der Gebinde ist kein Zeichen minderwertiger Qualität, sondern ein Indikator für die biologische Reinheit..."

Das Mittel ist biozidfrei. Testen mag man das an Stellen, wo es nicht darauf ankommt, oder man das behandelte Holz von allen Seiten behandeln und kontrollieren kann, und Zeit keine Rolle spielt.

Der Boden sieht nicht nur dramatisch, sondern völlig zerfressen aus. Oft sind die Substanzverluste unter der Oberfläche noch größer. Wenn Frassgänge angeschiffen werden, wird die Oberfläche noch schadhafter.

Noch ein karnevalistischer Bauscherz:
"Danach direkt rohes Leinöl drauf, damit sich das Holz im Inneren vernetzt und aushärtet. Damit dürfte dem Insekt der Nährboden entzogen sein."

Leinöl dringt gut ein, härtet aber in dickeren Schichten nur sehr langsam aus, braucht in diesem "Holzschwamm" vermutlich Jahre. Es wird Dreck binden ohne Ende, der sich in den Löchern sammelt. Und abgesehen davon, das "vernetzte und ausgehärtete Holz" (noch nie gehört) ist auch mit Leinölanteilen für Anobien fressbar. Ich habe schon Löcher in Folien und Kork-Linoleum gefunden.

***Jokemodus on***
Durch die gesunden und schmackhaften mehrfach ungesättigten Fettsäuren des Leinöles können die Anobien nicht nur Radikale binden und etwas gegen Anobienkrebs tun, das Überangebot an Nahrung führt sogar dazu, daß sie zu Bockkäferlarven mutieren und durch Ihren Größenzuwachs die Holzstruktur aufsprengen.
***Jokemodus off***

Fazit: Kuhfuß statt Leinöl.

Bild nebenan: So sieht es dann später aus.

Grüße

Thomas



Wurmkur



Hallo Karsten,

Dielen sind gut zu ersetzen fast wichtiger wäre ein Blick auf die Unterkonstruktion. Ich empfehle wie Herr Böhme die brutalst mögliche Wurmkur => hol das Zeug da raus und schau nach wie es darunter aussieht.
In welchem Geschoss zeigt sich der Befall und: nur in diesem Zimmer oder noch wo anders?

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Thomas



jetz hast Du zwar erläutert, was Mist ist, aber
mal eine konkrete Erklärung, was DU in einem
solchen Fall tun würdest bzw. was DU dem Karsten
raten würdest, kam bisher nicht aus Dir heraus ...
also, schieß mal los und lass was hören. Ich
nehme Kritiken gerne an, aber nur dann, wenn im Gegenzug
eine bessere Lösung vorgeschlagen wird ... wir hören ?

LG Christine



Re: Wurmkur



Hallo Christoph,

die betroffenen Dielen befinden sich im 1. OG und in dem Ausmaß wohl nur in einem Zimmer (genauer weiß ich es heute abend, wenn in dem anderen Zimmer die Spachtelmasse von den Dielen runtern ist). Im EG haben wir auch verinzelt Dielen mit derartigen Löchern, aber in nur ganz geringem Umfang.

Gruß - Karsten





Hallo Karsten,

also nachschauen ob auch etwas am Tragwerk zu finden ist.

@ Christine: "Kuhfuß statt Leinöl" empfinde ich als eine von Thomas klar beschriebene Vorgehensweise :-)))

Gruß aus Wiebaden,

Christoph Kornmayer



Christoph



... ja, sorry, hab den "Kuhfuß" gar nicht richtig beachtet.
Was ist das eigentlich "Kuhfuß" ... hab ich noch nie gehört ?

LG Christine





Hallo Christine,

ein Kuhfuß ist ein Nageleisen, also ein an einem Ende gebogenes/abgewinkeltes Werkzeug mit Einkerbung zum Nägelziehen (oder gleich die ganze Diele).
Funktioniert wie eine Brechstange, dieser fehlt aber die Kerbe.

Frei nach Hebelgesetz: Je größer der Kuhfuß desto wupp.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer

P.S.: Es ist anzunehmen, dass der Namensgeber nicht wie oft behauptet Wenzelslaus Kuhfuß war, sondern eher, dass die Art des Abknickens an einen (echten) Kuhfuß erinnert, oder aber die mit dem Werkzeug auszuübende Gewalt etwa der entspricht, die eine tretende Kuh .....



Neuer Stand



Gestern wurde eine der betroffenen Dielen teilweise entfernt - das krümelte recht ordentlich. der Balken darunter hatte aber auf den ersten Blick keine Löcher oder ähnliche Spuren. Heute werden alle betroffenen Dielen entfernt, dann können die Balken darunter umfassend betrachtet werden.

Wenn ich die Balken dann schon mal freigelegt habe, sollte ich dann vorsorgend die Balken behandeln lassen.

Viele Grüße - Karsten