Lerchendielen restaurieren, ca. 60 Jahre - welches Öl?

26.08.2012



Hallo zusammen,

Wir haben vor vier Jahren ein Nachkriegshaus erworben und im 2OG bin ich gerade dabei die Dielen zu schleifen. Zuvorige Beläge (PVC, Linoleum) habe ich abgetragen, das Holz in mehrtägiger Arbeit nun auf 80er Körnung geschliffen. Mein Plan ist den Boden auf 120er Körnung zu Schleifen und anschließend zu ölen.

Als Produke schweben mir AURO Leinölfirnis oder Hartgrundieröl von gleicher Firma vor.

Was würdet Ihr Verarbeiten und warum? Die Dielen wurden in Nut und Feder verlegt und vernagelt in der Nut. Zwischen den Brettern ist ein Spalt. Was ist hinsichtlich der Verarbeitung zu beachten? (Brandschutz, zB) Ich habe im Raum noch einen Metallrahmen mit darin verlegten Betonfliesen. Muß ich den Metallrahmen zuvor abkleben um Verfärbungen zu vermeiden? Fußbodenleisten müssen noch lakiert werden, soll ich das lieber vor dem Ölen machen? Die Poren der Dielen sind ja nun auf, was wenn Farbe auf die Dielen tropft?

Wäre dankbar um Tipps wie ich nu weiter vorgehe...

Grüße
Marcus



Lerchendielen restaurieren



Hallo Marcus, würde bis zu 180/200er Papier noch feiner schleifen. Das Holz bekommt dann eine sehr samtene Oberfläche. (mehr Arbeit, die sich jedoch lohnt) Habe mit der Fa. "Loba on top" sehr gute Erfahrungen gemacht. Die stellen ein Holzöl her auf Wasserbasis. Schau dir mal die Seite an.

LG vom tekt_er



Dielung



Ein "Holzöl auf Wasserbasis"...
Ich Dummerchen habe immer geglaubt solche Öle werden auf der Basis von Ölen hergestellt.

Viele Grüße



Im Ökodeppenbereich…



… kommt es bei der Vermarktungsstrategie nicht so sehr auf die Feinheiten an. Lösungsmittelfrei kommt auf jeden Fall immer gut an, dass die Alternative, das wasserlösliche "ungiftige" Acryl am Ende nix anderes ergibt als eine Plastikoberfläche, ist zweitrangig. Auch Öle werden in dieser Szene mit irgendwas verschnitten um die vorgegebenen Anforderungen zu erfüllen, aber Hauptsache lösungsmittelfrei, nach dieser Absolution kann man ja ruhig auf eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe verzichten.

In "Hausfrauen-Malkursen" dubioser Privatakademien gibt es auch oft so ein Beharren auf "extra ungiftigen wasserlöslichen Ölfarben". Sollen sie doch mit ihrem überteuerten Dreckszeugs glücklich werden, echt Öko sieht anders aus, um jetzt mal wieder auf die Fußbodenbehandlung zurückzukommen.





Danke schon mal für die Antworten... :D

Ich werde wahnsinnig. Auf Körnung 180/200? Alleine mit diesen Gedanken tun mir meine Knie weh. :-)

Ich bin in dem einen Raum nun bei 80, habe also noch einiges vor mir. Ich berichte wenn ich vor der Ölung stehe.

Grüße
Marcus



Junge, --



-- lass Dich nicht von irgendwelchen "Schlaumeiern" verrückt machen ! --

Schleife noch einmal mit 100 - 120- ziger Körnung - dann ist es aber gut ! --- Ist doch nur ein Fußboden , auf dem mit den Füßen herumgetrampelt wird ! - Körnung 180 - 200 verwenden Autolackierer für ein perfektes Endergebnis.
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Zum Ölen des geschliffenen Bodens solltest Du das langjährige und hocherfaherene Mitglied Thomas W. Böhme
direkt befragen bzw. seine Beiträge hier aufmerksam durchlesen.
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In die Suchmaske "Restauratio" eingeben !
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Beste Grüße,
- Andreas Milling



Lärchendielen ölen - mit welchem Öl



Hallo Markus,
zunächst ist es einmal gut und richtig das Du die Dielen
ölen möchtest.
Das beste ! Öl ist das Natural Heissöl. Stuhlrollengetestet
und wesentlich tiefenwirksamer als alle anderen Öle.
Das kann ich Dir mit ruhigem Gewissen empfehlen.
Übrigens die Fußbodenleisten musst Du nicht vorher lackieren
sondern z.b. auch ölen. Dies nachher oder vorher.
Somit bekommst Du keine Glanzunterschiede.
Das Natural Heißöl wird nochmals mit Pflegewachsöl dünn
eingepflegt.

Sende mir eine private Mail um Dir mehr Infos zukommen
zu lassen.

Bezugsquelle Natural z.b.
www. restauratio.de
www.natural-naturfarben-deutschland.de


LG aus Sachsen von

Christoph Schulze
Tel. 01752325093
Mail : schulze-schirgiswalde@t-online.de



Schleifaufbau für Lärchendielen



Der 120er Schliff ist für ein Naturöl tatsächlich noch ein wenig rau. Ich würde ebenfalls zu einer 180er Oberfläche raten. Diese kannst du aber problemlos mit einer Tellerpoliermaschine und einem 120er Schleifgitter erreichen (entspricht einer 180er Körnung Sandpapier).

Für Laien empfehle ich das Parkettöl - Fußbodenöl in der Kalttechnik von Natural. Leinölfirnis wäre mir zu wenig widerstandsfähig für einen Holzboden.

Wenn Du auf einem 120er Schliff das Öl einwirken lässt, dann bleibt Dir u.U. zuviel Öl auf der rauhen Oberfläche stehen. Eine schnellere Anschmutzung ist vorprogrammiert.

Wegen den Fugen zwischen den Dielen: Wenn Du befürchten musst, dass zwischen den Fugen Öl in den Unterbau abgehen kann, dann musst du bei dem Auftrag ensprechend vorsichtig arbeiten. Normaler Weise verhindert dies die Nut- und Federverbindung.

Zementfliesen können Öl gut als Oberflächenschutz gebrauchen. Vielleicht hast Du an einer Stelle eine Möglichkeit für einen Test. Dann bräuchtest Du keine Abdeckung - allerdings musst du bei dem Metallrahmen und bei den Fliesen sehr darauf achten, dass kein Überstand von Öl bleibt. 30 Minuten nach dem Auftrag solltest Du dort besonders gut mit trocknen Tüchern alles an Öl abnehmen. Der Metallrahmen muss aber vor dem Schleifen geschützt werden. Metallstaub könnte sonst zu hässlichen Flecken im Holz führen.

Wenn die Wände noch gestrichen werden sollen, dann würde ich so vorgehen. Nach dem 120er Schliff ölen bis zu Sättigung und Überstand abnehmen. Boden abdecken und Wände streichen. Abdeckung auf dem Boden nach den Arbeiten sofort wieder wegnehmen. Dann mit 120er Schleifgitter Feinschliff und als Finish das Pflegewachsöl mit Sprühflasche und weißem Pad aufpolieren.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Ein sauberer Schliff...



...mit dem 120er Gitter reicht völlig aus.

Wasserhaltige Ölemulsionen sind für die Katz (oder für den Emu :-)

Grüße

Thomas