Problematische Dielen auf Holzbalkendecke

02.04.2013



Hallo,

wir befassen uns jetzt mit den Dielenböden von ca. 1900 im 1. OG unseres Bauernhauses. Die Dielen liegen auf einer Holzbalkendecke und sind anscheinend direkt auf die Trägerbalken festgenagelt worden. Außerdem sieht es so aus wären alle Zimmerwände *direkt* auf die Dielen gemauert worden, was ein entfernen in mindestens einem Zimmer unmöglich machen würde.

Der Zustand der Dielen hat gute und schlechte Aspekte: sie sind niemals abgeschliffen worden (ca. 2 cm dick), ca. 10 cm breit, 3,5-4,0 m lang, Nut und Feder, vernagelt, früher mal anscheinend mit Ochsenblut angestrichen, höchstwahrscheinlich Fichte. Unter den Dielen ist Hohlraum von ca. 20 cm, darunter Deckenputzträger aus Holz.

Ein Zimmer haben wir schon als Test abgeschliffen. Was unheimlich stört, sind die Fugen, die hauptsächlich im zentralen Bereich des Zimmers zu finden sind. Sie sind meist ca. 5 mm breit und man sieht, dass verschiedenste Substanzen in die Fugen geschmiert worden sind (nichts hat gehalten). Und es gibt viel Dreck, den man nicht wirklich saugen kann, sondern rauskratzen muss.

Eigentlich würde ich die Dielen gerne ersetzen, denn eine effektive Methode mit dem Fugen-Problem in dieser Konstellation umzugehen habe ich bis jetzt nicht gefunden (gerne irre ich mich). Aber Entfernen würde sicher schwierig werden, wegen den Wänden.

Also denke ich jetzt, dass wir in 2 Zimmern vielleicht Rollkork Verlegen könnten (Trittschall und leichte Ausgleichung von Unebenheiten) und dann Holzfertigparket oder ähnliches. Ich vermute, dies kann schwimmend gemacht werden?

Das 3. Zimmer ist zusätzlich problematisch, denn es soll ein Badezimmer werden. Ich wäre dankbar, wenn jemand einen Vorschlag hätte, wie man damit am Besten umgehen könnte. Wie schon gesagt, wir haben eine Holzbalkendecke die sich bewegt (Statiker meinte kein Problem) und sehr wenig Platz für den Bodenaufbau wegen den Türen und der obersten Stufe der Treppe, die nicht zu hoch werden soll.

Vielen Dank für eure Ratschläge.



Wenn...



da tatsächlich nur 20mm Dielung liegen, dürfte der Boden kaum hinreichend tragfähig sein; nach einem Abschliff noch viel weniger.

Also überbauen: Fertigparkett braucht eine perfekt ebene Fläche, und das ist Euere Dielung mit Sicherheit nicht. Ich würde störende Erhöhungen (Äste) wegfräsen, vertiefungen spachteln, Rohfilzpappe vollflächig auslegen, und dann eine massive 20/28mm-Dielung quer zur Altdielung verschrauben.

Fertigparkett finde ich auch optisch im Bauernhaus nicht als Gewinn.

Grüße

Thomas



Tragfähigkeit?



Vielen Dank für die Antwort!

Das mit der fehlenden Tragfähigkeit verstehe ich nicht ganz. Das Haus ist seit dem Umbau vor 100 Jahren bewohnt gewesen, die Voreigentümer hatten viele Möbel auf dem Boden stehen. Der Statiker sah auch kein Problem mit dem Boden im OG. Er weiss auch, dass wir ihn Abschleifen wollen.

Noch zur Info: im EG haben wir 3 tragende Wände entfernen lassen, und diese sind mit Stählträgern/Stützen/Betonfundamenten ersetzt worden.

Der Abstand zwischen den Holz-Trägerbalken der Orginaldecke liegt bei etwa 60 cm. Ich werde es nochmal nachmessen, wie auch die Dicke der Dielen. Vielleicht sind sie ja etwas dicker als 2 cm.

Die von Ihnen vorgeschlagene Lösung hört sich sehr gut an. Haben Sie eine Empfehlung wo man einen guten Dielenboden, relativ Preiswert herbekommen könnte? z.B. Buche o Kastanie?



Nachgemessen



Ich habe nachgemessen: der Dielenboden ist durschnittlich 26-27 mm dick (+/- 1 mm). Ich hoffe, die Tragfähigkeit ist damit ok.

Wir werden den Boden wohl erstmal etwas abschleifen um ihn so flach wie möglich zu bekommen, dann so vorgehen wie beschrieben (Rohfilzpappe vollflächig, massive 20/28mm-Dielung quer zur Altdielung verschrauben).



Die 20/28mm



der Dielen sollen die Stärke angeben: 20mm sollten es sein, wer 24 oder 28mm haben will, macht auch keinen Fehler.

Grüße

Thomas



Rohfilzpappe auch im Bad?



Danke, die Dielen werden wahrscheinlich 21 mm massiv Seekiefer werden (18 cm breit, 200 cm lang).

Wir planen das ganze dann mit Osmo Hartwachsöl zu behandeln.

Was mich aber noch interessiert: eins Zimmer wird ein Bad. Sehen Sie ein Problem damit hier Rohfilzpappe zwischen den alten und neuen Dielen zu verlegen? Wenn es mal einen Wasserschaden geben sollte...



Im Bad...



...würde ich auf Rohfilzpappe verzichten, und in der ganzen Wohnung auf OSMO Hartwachsöl. Hier im Forum stehen einige Beiträge, wo Anwender Probleme mit ebendiesem Produkt schildern, und für meinen Geschmack ist da zuviel von der Tankstelle drin.

Nimm besser ein Fußbodenöl eines Naturfarbenherstellers. Ich verwende (und verkaufe) seit nunmehr nahezu 10 Jahren die Öle von Natural und kann Dir das Parkettöl empfehlen.

Grüße

Thomas