Massivholzdielen aus Eiche

20.01.2006



Hallo gemeinsam,
heute geht es international zu. Ich komme aus Tschechien und mein altes Landhaus, zu dessen Besserung mit Ihren Tipps verhelfen werden soll, steht ebenfalls da. Aber jetzt zur Sache:
Ich möchte in unserer Diele (4m x 4m) Massivholzdielen aus Eiche verlegen. Die Bausubstanz des Hauses stammt aus 1930, ist entsprechend alt , aber trocken und gesund (im Sinne der Fäulnis, Schimmel und ähnlichen Plagen. Die Wände sind nicht gedämmt. Der Boden der Diele liegt auf einer Geschossdecke zum Keller und ist aus Lehmziegeln mit Hartstoffestrich. (Eigentlich ist das kein richtiger Keller, lediglich ein unbeheizter Abstellraum oberhalb der Erde - das sage ich nur der Vollständigkeit halber. Wichtig ist uns, dass Dielen der Länge nach nicht in versetzter Anordnung verlegt werden, sondern parallel und ganze 4 m haben (meine Erklärung mag zu kompliziert sein, einfach nicht aus zwei oder drei Teilen bestehen, sondern eine lange Diele muss es sein). Und jetzt endlich zu meiner Frage.
Unter diesen Bedingungen ist es von Bedeutung, welcher Stärke die Eichendielen sind? (die Aufbauhöhe ist dabei hier kein Problem) Macht Sinn, wenn ich Dielen (Bohlen) mit größerer Stärke als hierzulande übliche 30 mm verwende, z.B. 40 und mehr? Das ist meine Frage, denn der Fachmann gibt mir keine schlüssige Antwort darauf, irgendwie neigt er eher zu konventionellen Stärken. Ich möchte das Eichenholz jetzt im Winter im Holzwerk kaufen, 2 - 3 Jahre auf dem Hof bei Lüften und trocknen lassen und dann erst in Trockenkammer konditionieren. Hab ich irgendwie Bedenken was die schnelle ruck zug Trocknung betrifft.

Danke vorab

Hana



Dicke Dielen!



Hallo nach Böhmen
unbedingt notwendige Dicke kann man erst sagen, wenn man weiß wie weit die Balken darunter auseinander sind (der Balkenabstand)
Auf einen Estrich ist das mit den langen Dielen etwas problematisch. Da sollte man noch eine Tragschicht einfügen.

Zum Holz selber: wenn es Ihnen möglich ist würde ich dickere Dielen nehmen - die Eichen auf 50 mm schneiden lassen und gut aufgelattet einige Jahre geschützt liegen lassen und dann Verarbeiten ( hobeln, Fräsen etc.) Luft5 sollte schon zwischen den Brettern durchkommen - es muss nicht unbedingt in einer Scheune sein - aber Sonnen und Regengeschützt!

je länger die Eichen liegen desto besser die Qualität - manchmal werden die Stämme auch erst 1 - 2 jahre liegen gelassen und dann erst aufgeschnitten etc.

eine "künstliche" Trocknung macht das Holz anfälliger + spröder ...

also wenn es Ihnen um die Qualität geht: dann lassen Sie sich und dem Boden Zeit - und Sie werden lange Zeit Freude daran haben!

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



Massivholzdielen aus Eiche



Danke Florian,

der Balkenabstand weiß ich noch nicht, denn der alte (bestehende) Fußboden aus Weichholzdielen 30 mm Stärke haben wir noch nicht abgetragen. Die Zimmer (es geht um 2 Zimmer) werden laufend genutzt. Schwierig ist, dass keiner der Vorfahren nicht mehr da ist, um sich daran zu erinnern. Ich selber weiß nur, dass unterhalb der Diele ein Keller mit Bogendecke. Ob die genug Tragfähigkeit hat, schwer zu sagen. Naja. Aber können Sie vielleicht eine so was wie Regel aufstellen z.B. je weiter der Balkenabstand desto düner muss die Diele sein.
Und noch zur Tragschicht - Beton wegen der Gefahr, dass die Feuchtigkeit in die Wände schießen würde, kommt wahrscheinlicht nicht in Frage oder? Jetzt ist da eine Schüttung aus Schlacke und Bauschutt und eine Lattung.



Dielenbodenaufbau



Hallo!
Ihre These sollte man umschreiben:
z.B. je weiter der Balkenabstand desto düner muss die Diele sein.
wäre besser, wenn: je weiter die Balkenabstände - desto dicker müssen die Dielen sein!

Die Auflagerbalken wären gut gelagert in einer reinen Splittschüttung - Kalksplitt ...

Aber eine konkrete Massnahme lässt sich meines Erachtens erst beraten, wenn man die genauen Umstände genau kennt - sonst können sich zu viele Fehler einschleichen ....

allerdings haben Sie schon richtig erkannt, dass der Beton dort NIHTS zu suchen hat!!
Beton, Trass, zementäre Mörtel und Putze sollten unbedingt vermieden werden, da die mehr SCHÄDEN anrichten, als eine positive Auswirkung haben auf die Bausubstanz zu haben - also "Finger weg"

Frohes Schaffen und Viel Erfolg

Florian Kurz



Massivholdielen aus Eiche



Vielen Dank Florian für Ihre ermutigende Antwort. Ich ahnte so was. Jetzt steht mir an, das Holz für Dielen zu kaufen. Und da habe ich Bedenken, was die Redlichkeit einiger Holzwerke angeht (bin ich letzlich nur eine "dumme" Frau, die sich ein X für ein U vormachen lässt). Können Sie mir bitte sagen, auf welche Merkmale ich beim Einkauf des Holzes achten soll, damit ich keinen verhängniscvollen Fehler mache. Es geht ja um eine Investition auf viele Jahzente,(Gift für die Tochter. Ich weiß mittlerweile, dass ich nur Winterholz und möglichst astfrei nehmen darf. Gibt es bitte noch sonst etwas, was ich beachten sollte?

Nochmals Danke für kündige und schnelle Beratung
Das Forum für ein Häuslebauer wie ich, der Mut , Lust aber kaum Kenntnisse hat, ist sowas wie eine Schatzkammer.

Ein Wintergruß aus Böhmen
Hana



welche Merkmale



... sollte das Holz haben:
gerade gewachsener Stamm, nicht Drehwüchsig, keine Blitzschäden, keine ausgebrochenen oder faulen Äste, ... und so weiter
das kann man nicht so pauschel und nicht so in ein paar Zeilen schreiben ...!

Sie sollten sich in Ihrer Amgebung umschauen, wer ein Säge- und oder Hobelwerk hat und auch Eiche aufschneidet. Weil die Bretter ja auch nach der Trocknung gehobelt und gefräst werden müssen ... das kann man ja auch nicht alleine machen ...
und dann müssten Sie die %ualen Zuschläge für Verschnitt, etc noch dazurechnen ...!
Ist es wirklich so, dass alle ehrlichen Handwerker auch in Böhmen verschwunden sind ... ich denke, dass es da schon noch einige ehrliche Menschen geben solte, die noch ehrliches Holz verkaufen ...

Was ist den jetzt für ein Boden drinnen? Kiefer, Fichte??
In wie weit wird das Haus denn noch saniert - und wie schauts da aus mit "Gift" bei der Verarbeitung.
Dach? Wand? Technik? ...
ein weites Feld viele Fehler zu machen - aber auch die chance möglichst vile richtig zu machen!

auf dem richtigen Weg sind Sie schon!

Florian Kurz





Dieses Mal haben wir uns missverstanden. Aus meinem Verschulden, denn das mit Gift für Tochter, da habe ich einen schweren Bock geschossen. Gemeint ist natürlich
Mitgift! Und das ist was anderes.

Mit den Handwerkern und Redlichkeit ist es in Tschechien sehr schlimm. Mit einer Ausrottung dieses Gewerbestandes und der in ihm gepflegten Redlichkeit begann der Sozialismus. Die moderne Marktwirtschaft hat die Situation endgültig versiegelt und nachhaltich gemacht. Einen guten Handwerker finden zu wollen, ist so gut wie eine Stecknadel im Heuhaufen zu suchen. Damit habe ich 20 jahre Erfahrung und habe ich schon Nase dafür. Manchmal sind die Handwerker auch ehrlich bemüht und wollen dem Kunden entgegen zu kommen, aber die einschlägige Erfahrung, Kenntnisse, Zeit fehlen, und dann macht man alles so schnell, damit das Geld in die Tasche schlupft und fertig.

Mindestens bei Handwerkern, die mit Holz zu tun haben, verspreche ich mir was mehr als z.B. von den Autoschlossern, denn das Holz, hoffe ich, hat eine veredelnde Wirkung auf diejenigen, die es verarbeiten.

Von der Sanierung (das meinem Verstand nach sollte eher eine einmalige kapitale Aktion sein) kann gar nich die Rede sein. Seit 20 Jahren, immer wenn etwas Geld übrig bleibt, mache ich das, was ich für nowendig halte (die Scheune zu sanieren z. B. wird wohl der nächsten Generation überlassen)Seither habe ich die Kanalisation verlegt, eine zuerst Kohle- und jetzt neulich Gasheizung eingerichtet (kaum ich vor einem Jahrden Kredit dafür bezahlt habe, muss ich darüber nachdenken, auf welche Heizung ich angesichts der unverschämten Preissteigerung umschalten soll und vielleicht wieder einen neune Kredit zu nehmen)Im Wohnzimmer habe ich einen weißen Korkboden,in der Küche einen üblichen PVC Belag. Meine größte Bemühung galt bisher jedoch dem Hof und Garten. Da habe ich sehr viel gemacht, gestaltet. und sieht alles sehr schön aus. draußen im Garten und Hof.
Und jetzt ist der Fußboden in den zwei anderen Zimmern dran. Hier sollte meine Tochter mal ihren Haushalt führen. (Das ist wieder ein Traum). Und deswegen der Gedanke mit Mitgift. Jetzt ist da ein noch sehr stabiler Dielenboden aus Kiefer, Fichte ? (selbst gelernte Tischler fühlen sich überfragt). Leider im Sozialismus gab es keien anständige Farben im Geschäft und auch aus Unkenntnis habe ich nach Einziehen ins Haus den Fußboden mit einer synthetischen (sic!) Farbe angestrichen. Damals ging das noch. Heute sieht das brutal aus. Außerdem zieht es durch die Fugen zwischen den Brettern.

Ich denke, Florian, ich habe aufrichtig und vollständig alle Ihre Fragen beantwortet. Aber das ist aus puren Lust an der Sache. Ich mag diese Sorgen, Planungen um das Haus herum.

Einen schönen Abend und nochmals Danke

Hana



einen sehr schönen Satz ...



haben Sie da geschrieben ...
denn das Holz, hoffe ich, hat eine veredelnde Wirkung auf diejenigen, die es verarbeiten.
das ist eine schöne Hoffnung - und wie gesagt: die Hoffnung stirbt zu letzt.

Ihre Schilderung von den Gegebenheiten mit und von den Handwerkern ist doch hier auch nicht recht viel anders.
bloss "müssen" die hier einfach für Umsatz sorgen, da sich die meisten in deren Gründungszeiten verschulden - und die Banken kennt kein Pardon!
den letzten beissen die Hunde!

Ihre Absicht ihrer Tochter ein ordentliches Haus und gutes Material zu vermachen ehrt Sie gewaltig! Hutzutage schreiben sich die meisten auf die eigenen Fahnen: Nach mir die Sintflut! oder Ich lebe jetzt und geb alles (aus)!
Den meisten ist es Schiessegal was danach kommt! Auch viele Tendenzen im ökologischen Bauen sind in erster Linie Geldverschwender - meist ist der finanzielle und der energetische Einsatz wesentlich höher als die vermeindliche Einsparung ... aber das steht auf einem anderen Blatt.

Zu Ihren Überlegungen mit der Heizung:
Kachelöfen mit viel Masse / Gewicht sind sinnvoll; Wenn Heizkörper dann mit hohem Strahlungsanteil - www.sancal.de oder www.konrad-fischer-info.de mal nachschauen und lesen und oder sich hier im Forum durch die geamte Bibliothek lesen.

Viel Erfolg weiterhin!

Florian Kurz





Hallo Hana,

erst mal Glückwunsch und viel Erfolg für Dein Vorhaben !

Hat es einen Grund, warum die Dielen 4 Meter am Stück sein müssen. Gerade bei der von Dir erwähnten Eiche wir das ein sehr teueres Unterfangen werden ! Außerdem haben 4-5 cm dicke eichene Bretter ein ziemliche "Kraft" zur Gegenwehr und neigen doch etwas zum Verziehen. Die einigermaßen gerade zu verlegen wird viel Mühe bereiten !
Mit kürzeren würdest Du dich viel leichter tun und eventuelle Holz"defekte" würden auch nicht so ins Gewicht fallen.
Außerdem ist erstklassiges Material (astfrei usw.) in diesen Längen recht teuer und schwierig zu finden. Du brauchst ja nicht nur ein Brett ! ;-)

Ich würde Dir nach angemessener natürlicher Trocknung dringend zu einer künstlichen Nachtrocknung raten !

Gruß in den Osten, Andreas



Hallo Hana,



und Gruß nach Böhmen,

hast Du gutes Holz bekommen?

Der Unterbau wurde ja nur am Rande erwähnt, ist aber sehr wichtig. Wenn Du dazu noch Fragen hast, bitte schreibe.

Grüße

Thomas W. Böhme