Dielen restaurieren

13.04.2005



Ich habe in meiner Wohnung alte Holzdielen. Ich überlege nun, ob ich die Restaurieren kann. Nach meinen Schätzungen ist der Haus um Ende 1940 bis Ende 1950 gebaut worden. Das Holz ist lackiert worden, was aber kaum ein Problem darstellt, da die Farbe sehr leicht abblättert. Das Holz scheint gewachst zusein. Zudem sieht es teilweise schwarz aus. Sobald der Lack runter ist, riecht das Holz leicht muffig. Könnte das durch Feuchtigkeit sein?

Ich habe nun ein kleines Stück komplett entlackt und die Dielen sehen sehr unterschiedlich aus. Teilweise ist eine schwarz, manchmal wieder hell usw. Werden die Dielen nach dem Schleifen eine einheitliche Farbe bekommen? Die Holz sorte scheint identisch zusein.

Nach dem Entlacken würde ich mit einem Bandschleifer rüber gehen. Ist das Okay? Welche Körnung muß ich verwenden? Das Wachs soll auch verschwinden.

Sehr unschön sind allerdings die Spalte zwischen den Dielen. Ich habe hier gelesen, daß man die ausfräsen soll? Das wäre wohl kein Problem, aber was ist danach?

Ich hatte im Kopf das Holz danach mit Klarlack zu versiegeln. Hier hatte ich immer nur etwas von Farbe, Öl und Wachs gelesen. Theoretisch müßte doch auch Lack für Parkett gehen? Resultate:
Lack : Glänzt, Pflegeleicht
Öl : Matt, anfälliger gegen Abnutzung, aber Maserung soll schöner werden
Wachs: Glänzt oder Matt, anfälliger gegen Abnutzung

Ist das richtig so?



Arbeit lohnt sich



Hallo, Manuel
zunächst einmal müsste wirklich ausgeschlossen sein, dass die Dielen feucht sind (gibt es hierfür einen Grund...?), dann die Farbe mittels Heißfön entfernen. Die unterschiedliche Farbe kam bei den alten Dielen, die ich bereits aufgearbeitet habe teilweise von unterschiedlich dicken Belägen aus altem Bohnerwachs. Diese Beläge müssen komplett runter.
anschließend kann enweder mit einem Elektrohobel (Dicke der Dielen beachten)nach einschlagen der Nägel (sonst geht der Hobel kaputt)oder mit einer Dielenschleifmaschine mit grober Körnung zunächst die grobe Arbeit gemacht werden.
anschließend sind sicherlich noch mehrere Schleifgänge mit dem Band- und Schwingschleifer erforderlich.
aus meiner Erfahrung mit einem Parkettlack würde ich von dieser Option eher abraten, da dieser als sehr harte Oberfläche in kurzer Zeit bei arbeitendem Holz bricht und sich Schmutz in die Rillen setzt. Meine neuen Dielen habe ich jetzt geölt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
bei den spalten zwischen den dielen haben wir die einfache Variante gewählt und diese mit einem Spachtel ausgekratzt. hier verbleibt natürlich ein "schmutzreservoir" erhalten, das bei uns aber keine negativen Auswirkungen hatte. muss man halt mit leben können.
Ingesamt kann ich Dir nur raten die sicherlich anstrengende Arbeit durchzuführen, denn das Ergebnis ist optisch sehr schön.
Viel spass
Oliver



Nur Mut!



So eine ähnliche Situation hatten wir bei einem Bekannten.
Zuerst muß man sicher sein, dass die Dielen keinen Schimmel haben (sie riechen ja muffig-> VORSICHT). Wenn Schimmel drin ist: austauschen, Heißluft löst das Problem nicht. Und vor allem muss sichergestellt werden, dass die Ursache für die Feuchtigkeitsprobleme eliminiert werden, auch wenn es manchmal eine "saumäßige" Arbeit ist.
Wir haben damals mit einem Tellerschleifer (wg der großen Flächen taugt ein Bandschleifer da nicht so sehr) mit zunächst 60er Papier abgeschliffen, um die ausgekehlten Diehlen wieder Plan zu bekommen (60er Papier=hoher Abtrag!), dann mit 80er und anschließen mit 150 Papier geschliffen.
Anschließend mit dem Staubsauger allen Staub runter, und Osmo Wachs aufgetragen. 24h trocknen lassen, mit dem Tellerschleifer mit Polierausatz poliert, nochmal gewachst, nochmal poliert, das sieht jetzt genial aus. Den Tellerschleifer kann man bequem in den meisten Baumärkten leihen (mit den benötigten Aufsätzen wg, schleifen und polieren). Es gibt bei der Aktion allerdings viel Staub: daher am besten gleich genügend Abdeckfolie besorgen und den Raum so gut es geht mit urchzug Lüften und eine Staubmaske aufsetzen!
Zum Thema Lack kann ich mich dem Vorredner nur anschließen: es gibt extra Parkettlack, der extrem hart und abriebbeständig ist, aber sobald das Holz arbeitet, reisst er.
Viel Erfolg



Dielen



Hallo Manuel.


Ich habe ein Haus im ähnlichen Alter.
Letzte Woche habe ich meine Holzdielen abgeschliffen.
Dazu habe ich mir einen Parkettschleifer aus dem Baumarkt geliehen. Erst habe ich das gröbste Papier (40er glaube ich) genommen, um die Farbe (kein Ochsenblut) zu enfernen. Anschließend habe ich ein 80er Papier genommen und zuletzt ein 180er. Während der Arbeit roch es auch moderig - ich glaube aber, dass es nicht durch die Feuchigkeit so roch, denn der Raum war immer trocken.
Nach dem Schleifen waren alle Dielen hellbraun (Eiche).

Letztlich habe ich einen Kunststoffsiegel genommen. Ursprünglich wollte ich die Dielen wachsen und Ölen das Ergebnis ist aber jetzt nahezu das selbe. Außerdem habe ich langfristig keine weitere Arbeit mit dem Nachwachsen.
Nun ist durch den Siegel schön die Maserung zu erkennen und die Dielen sehen nicht wie in Folie eingeschweißt aus.

Ist cool geworden.


Probier´s aus.
Viel Glück.


Gruß Lutz



Rückmeldung



Hallo!

Erschreckender Weise bin ich immer noch nicht fertig. Ich habe mich dazu entschlossen, auch die Wände zu tapezieren etc.

Diese Dinge haben sich geklärt:

1. Das Haus ist 1952 bezugsfertig geworden. Habe ich ja ganz gut geschätzt :
2. Nachdem die Tapeten runter sind, wußte ich auch warum die Dielen schwarz waren. In der Wand war eine Ofenöffnung. Das schwarze war demzufolge Ruß. Das Mufflige ist auch verflogen. Offenbar entstand der Geruch durch das abziehen der alten Farbe.

Für die Versiegelung werde ich wohl Öl nehmen. Da ich das Holz etwas dunkler haben möchte, kommt wohl keine andere Alternative in Frage. Mittlerweile habe ich mir Dielen in anderen Wohnungen angesehen, für mich scheint dies die beste Lösung zusein.

Zum Schleifen habe ich mir den Plan zurecht gelegt:

1. Mit einem großen Tellerschleifer die Dielen plan schleifen (80er Papier).
2. Mit einem Bandschleifer die Wandbereiche schleifen (80er Papier).
3. Das "Finishing" mit > 100er Papier mit dem Tellerschleifer.

Beim 3. Punkt weiß ich die Körnung noch nicht genau. Ich vermute, daß man sich nach dem Öl richten muß? Ich meine, wenn ich 600er Papier nehmen würde, dann wird das Öl nicht so gut einziehen wie mit 80er geschliffenes Holz.

Aber Danke soweit schon einmal.



Ganz vergessen…



Ich war neulich bei Obi und habe nach einem Schleifgerät gefragt. Der wollte mir aber gleich zwei Maschinen andrehen. Eine zum Planschleifen und eine andere zum „Polieren“. Macht dies wirklich Sinn, oder sollte das eine Art Abzocke darstellen?



noch mehr Dielen...



Das mit dem Schleifgerät ist sicherlich von Laden zu Laden unterschiedlich.
Ich habe lediglich einen Parkettschleifer (ist´n Bandschleifer) ausgeliehen. Mehr habe ich nicht benötigt. Und für die "Politur" habe ich halt feineres Papier genommen. Wurde mir auch so im Baumarkt empfohlen.
Für die erst Schmiergelei würde ich Dir allerdings ein gröberes Blatt als das 80er empfehlen. Mir wäre das schon fast zu fein gewesen. Und mein Boden war nur leicht lackiert.

Vor´m Ölen und Wachsen solltest Du Dir allerdings im Klaren sein, dass Du mindestens einmal pro Jahr nochmal alles nachwachsen musst. Und das jedes Jahr.
Ich hab, wie gesagt, einen Kunstsoffsiegel genommen. Damit ist´s auch ein wenig dunkler geworden. Die Holzmaserung ist dabei schön deutlich herausgekommen. Vielleicht gibt´s das Plastikzeugs ja auch in dunkel. Damit hab ich auf jeden Fall erstmal keinen Ärger.


Also - viel Glück mit Deinem Boden.