Holzdielen auf Betonboden

22.08.2007



Hallo allerseits

In unserem alten Bauernhaus wurde in zwei Zimmern vor ca. 25 Jahren ein Leichtbetonboden eingebracht (Beton+Schlacke). Diese zwei Räume sind nicht unterkellert, trotzdem macht alles einen recht trockenen Eindruck.
Nun möchten wir Holzdielen legen (Esche).
Dabei stellen sich nun noch zwei Fragen:

1. Brauche ich eine Dampfbremse auf dem Beton? eigentlich möchte ich nicht, denn vorher war Dachpape und Spanplatten drauf und es hatte einige gammlige Stellen.

2. Soll ich die Lagerhölzer (Dachlatten) mit dem Betonboden fest verdübeln und dann die Dielen darauf schrauben? Trittschalldämmstreifen zu den Wänden ist klar, aber nach unten? Mir gefällt z.B. die Idee, auf den Beton die lagerhölzer mit fussboden verdübeln. dämmstreifen (z.B. kokosfaser) drauftackern. dielen drauflegen, jedoch nicht mit den lagerhölzern verschrauben. zwischen die lagerhölzer kommen weitere Dachlatten , mit denen wird die Dielung verschraubt. wenn alles ferigt ist, liegen die dielen (schwimmend) auf den dämmstreifen und es gibt keinen direkten kontakt zwischen boden und decke.
Dabei stellt sich nur die Frage, ob das überhaupt nötig ist??? Womit fülle ich den entstehenden Hohlraum? Wie wär's mit unten Dampfbremspapier und in den Hohlraum Zellulose?

Viele Ideen, aber welche ist die beste?

Vielen Dank für jeden Hinweis und Denkanstoss!

Gruss aus der Schweiz

Marc



Lieber Marc,



du musst davon ausgehen, dass ständig Feuchtigkeit durch den Betonboden nach oben steigt. Vermutlich wurde die Spanplatte gammlig, weil die Dachpappe Fehlstellen hatte oder nicht verklebt war. Ich würde in diesem Fall auf eine Feuchtigkeitssperre nicht verzichten.
Den Holzboden kannst du doch "tradtionell" schwimmend verlegen: Lagerhölzer auf Kokosstreifen (o.ä.) und den Holzboden direkt auf die Lagerhölzer schrauben. Dein Vorschlag stammt aus Lösungen, bei denen die Aufbauhöhe reduziert wird, wenn die fliegenden Lager zwichen den Deckenbalken angeordnet werden.
Viele Grüße aus Lörrach. Jürgen



Bodenaufbau



Hallo Jürgen

Danke für die Antwort.
Du hast recht, die Dachpappe war nicht verklebt. Jedoch habe ich an den Wänden gesehen, dass der untere Bereich recht feucht war. An den Wänden war Styropor und eine Spanplatte drüber. Jetzt Lehmputz. Eigentlich möchte ich nicht noch mal den Boden dicht machen, dass alles in die Wände geht, auch wenn die Feuchtigkeit dann durch den Lehmputz entweichen kann.
Zum Aufbau hatte ich noch folgende Idee, da auch ich mit wenig Aufbauhöhe glücklich wäre: Ich spitze Fugen (Abstand z.B. 80cm)in den Boden (geht gut, da Leichtbeton), zwischen die Fugen lege ich vollflächig Trittschalldämmung. Die Dielen liegen dann auf der Trittschalldämmung und werden durch die in den Fugen ligenden Hölzer zusammengehalten.
Dieser Aufbau lässt sich mit und ohne Dampfsperre/-bremse erstellen.
Problematisch bei einem schwimmenden Boden sehe ich nur noch den Anschluss an die Tonplatten, die einen Teil des Bodens bedecken und sich natürlich nicht bewegen im Vergleich zum Holz. Weiss nicht, ob da eine Dichtungsmasse die Bewegungen mitmacht!?!?

Was meinst Du dazu?

Gruss aus Dornach nach Lörrach!

Marc



Wozu denn die Trittschalldämmung?



Das ganze is doch nur sinnvoll, wenn darunter ein genutzter Raum ist.

Ob der Boden jetzt trocken "aussieht", ist nicht sonderlich aussagefähig. Der Gefahr aufsteigender Feuchte können Sie nur durch eine Abdichtung begegnen, die eigentlich unter dem Leichbetonboden zu finden sein sollte. Das ein abgedichteter Boden Wasser in die Wand treibt, ist ein liebgewordenes Fachwerkmärchen, für das sich noch kein Beweis fand.

Grüße

Thomas



Hallo Marc,



es ist tatsächlich so, wie Thomas W. Böhme es sagt. Die Feuchtigkeit, die im Bodenbereich abgesperrt wird, steigt deshalb nicht in der Wand auf. Jedenfalls höchsten ein marginaler Anteil, der nur ein Bruchteil dessen ist, was in der gemauerten Wand aufsteigt, weil diese direkt und ohne Sperre auf dem gewachsenen Boden steht.
Wenn du keine Feuchtigkeitssperre verlegst, wirst du keine Freude an deinem Massivholzboden haben. Leider.
Ich denke, du weist dass die Trittschalldämmung hier nicht im Wesentlichen den Zweck einer Dämmung des Trittschalles erfüllt, sondern die Nutzerqualitäten durch das Prinzip eines Schwingbodens verbessert.
Die aufsteigende Feuchtigkeit in der Wand gilt es genau zu beobachten. Vielleicht genügen die getroffenen Massnahmen. Wenn aber die Feuchtigkeit im unteren Bereich nicht verschwindet, kann es im bewohnten Zustand zu Schimmel kommen. Schöne Grüße. Jürgen