Alte Dielen neu verlegen

18.11.2011



Hi, wir haben aus einem Abrisshaus ca 100Jahre alte Dielen ausgebaut, diese dann abgehobelt/geschliffen und wollen die jetzt in einem anderen Altbauhaus wieder verlegen. Untergrnd sind Fliesen (neu verlegt 2005). Wie gehen wir am besten vor? Lattung mit Trittschalldämmung gedübelt in die Fliesen/den Beton? oder schwimmende Lattung? Die Dielen haben wir "begradigt", d.h. die Seiten, die nach der Ausbauaktion jegl. Nut und Feder gelassen haben, abgesägt, weil uns damals gesagt wurde, am besten macht ihr das mit "Dopplenut und Einlegdfeder"! Stimmt das so? Und wenn ja, wie genau geht das? Eine Oberfräse haben wir, der Nutfräser ist aber auf die Kante aufzusetzen (ich hätte gedacht, dass es einen Fräser gibt, wo man die Fräse oben auf die Diele setzt- ist nach meinem Verständnis doch viel einfacher zu fräsen, und wir haben nen gleichen Abstand von oben, besser zum verlegen). Die Dielen sollen nämlich in einer Gewerbeeinheit verlegt werden, da kann nur am Wochenende gearbeitet werden, damit die Leute weiter ihr Geld verdienen können. Deshalb sind die Dielen schon geschliffen, müssen dann halt von unten aufrund der unterschiedlichen Dicke angepasst werden (hobeln/auffüttern, auc hier nehme ich gerne und dankend Erfahrungsbericht oder Hinweise entgegen).
Eine befreundete Architekin meinte, am besten/einfachsten sei es, die Dielen einfach mit Lücke zu Verlegen (5-8mm Fuge) und dann ein "Sikaflex-Zeugs aus dem Boostbau" dazwischen einbringen. Macht sowas Sinn ? Erspart ja das Fräsen...

Freu mich auf eure Antworten,

Grüße aus Hamburg



Sikaflex



Danke. Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht als über die Aussage der befreundeten Architektin.
Bitte ganz ganz ganz schnell diese Möglichkeit vergessen.

Ich finde die Nut - lose Feder Lösung gut und habe sie auch bereits mehrfach angewandt. Mit einer Handoberfräse würde ich aber den Weg nicht einschlagen. Eine Tischfräse mit autom. Vorschub sollte es schon sein. Gerne dann auch die Oberseite der Diele auf den Tisch. (Achtung sauber halten sonst verkratzt die leider bereits geschliffene Oberfläche)

Aus welchem Material sind die Dielen und welche Abmessungen haben sie jetzt nach dem Bearbeiten noch ?



Dielenabdichtung



Diese lustige Idee der Architektin sollten Sie nicht aufgreifen.

Da beim Verlegen der Dielen schnell ein paar hundert Meter an Kantenlängen zusammenkommen, würde ich mir überlegen, mit dem Dielenstapel zu einer Schreinerei zu fahren, alle Dielen durch die Abrichte/Dickte zu schieben, damit sie die gleiche Materialstärke haben und dann eine passende Nut mit der Tischfräse anfertigen zulassen. Passende Federstreifen aus Hartfaserplatten lassen sich bei der Gelegenheit auch sägen.

Sollten Nut/Feder dennoch in Heimarbeit verbleiben, ist ein sog. "Lamellofräser" einfacher, sicherer und schneller zu verwende als die Hand-Oberfräse. Der Lamellofräser wird mit Anschlag auf die Oberfläche gesetzt und schlitzt die KAnte, entweder punktuell, um einen Lamello einsetzen/einleimen zu können, oder über die gesamte Länge als Nut. Was dann aber auch wiederum sehr zeit und kraftaufwändig ist. Die Schreinerei ist die bessere Alternative.

Als Unterkonstruktion können sie beide beschriebenen Varianten nutzen. Sollte Trittschalldämmung ein Rolle spielen, dann die schwimmende Lösung mit Trittschalldämmplatte punktuell unter der Lattung



Man kann



auch eine Hand-Oberfräse heimwerkermäßig in eine Tischfräse verwandeln ;-)
Auf diese Art haben wir uns passende Parkettstäbe zuM Ausbessern gefertigt. Und zwar: Es gibt in SOnderangeboten immer wieder Tische, die unter Namen wie "Werk- und Spanntisch" verkauft werden. Dort haben wir die Fräse mit einem 5mm-Nutfräser bestückt eingespannt, so dass der Fräser waagrecht zeigt und grob in der Höhe ausgerichtet, so weit nach unten wie es eben ging. Anschließend haben wir aus passend auf Dicke gehobelten Brettern eine Auflage gebastelt, die für die exakt passende bzw. gleichbleibende Höhe der Nut sorgte. Dann kann man das Werkstück einfach an der Fräse vorbeiziehen.


Nur: mit max. 40cm langen Parkettstäben funktioniert das wesentlich leichter, als mit 3, 4 oder gar 5m langen Dielen...



Der Architekt...



hält den Löffel beim Suppeessen sicher verkehrt herum. Wirklich heiter.

Ich halte weder (Schaft) Nutfräser noch Lamellofräse für praktikabel, und bei der Tischfräse würde sich jede Unebenheit rächen. Der langen Dielen wegen müssten die Tische denn auch länger (und stabil) werden, als viele Werkstätten Platz haben. Mit Rollböcken wird das nix.

Nehmen Sie einen Scheibennutfräser 5 oder 6mm mit Anlaufring, der eine Nuttiefe von 10mm bietet. Damit können Sie wie angedacht auf der Oberseite schieben, und die Nut ist immer an Ihrem Platz.

Grüße

Thomas