Holzdiele oder Fliese, Lack oder ÖL

06.09.2009



Wir haben in unserer Küche einfache Kiefernholzdielen, die teilweise zerschlissen sind und zwischen den Dielen große Rillen aufweisen. Die Dielen sind von 1936 und vor ca. 15 Jahren abgeschliffen und farblos lackiert worden.
1) Lohnt es sich diesen Holzfussboden nochmals abzuschleifen oder sind perspektivisch Fliesen in einer Küche sinnvoller?
2) Wenn wir die Dielen Abschleifen sollten und ausbessern lassen, sollten sie dann geölt, gewachst oder wieder lackiert werden? Was ist für eine vielbenutzte Küche mit Hund sinnvoll? (Vor- und Nachteile?)
Danke für die Antwort.



Moin Hanna,



Fliesen auf Holzdielen geht nicht, da müsste mal mindestens ne 21er OSB- oder Spanplatte vorher drauf - Ihr kriegt also 2,5-3cm Stufe an der Küchentür (die ihr dann noch entsprechend absägen müsst). Da der Untergrund letztendlich aber immer noch die Dielen sind, federt das Ganze immer ein wenig und bröselt die Fliesen-Fugen raus. Das richtig zu machen ist entsprechend aufwändig und danach fußkalt.
Boden abschleifen, Fugen zuspachteln und neu versiegeln mit Hartöl oder Klarlack ist da wesentlich einfacher und bisher hat's euch der Boden doch auch getan, oder?
Oder buddelt euer Wauwau sich da jeden Abend seine Kuhle?

Grüsse, Boris



Hallo Hanna,



wenn die Dielen nicht mehr taugen oder unansehnlich sind, dann sind Fliesen eine Alternative. Ich habe das Problem auch gehabt und habe auf die Dielen Osb-PLatten verschraubt undn dann gefliest. Die Dielen waren auch so alt wie eure und dementsprechend fest und trocken. Die OSB-PLatten habe ich vollflächig verlegt und verschraubt und dann mit Flexkleber die Fliesen aufgebracht. Flexfugenkleber tut ein Übriges. Bisher federt nix und Risse habe ich auch nicht. Es entsteht aber ein Absatz, das ist klar. Aber den hatte ich mit den Türschwellen ja sowieso. Du musst halt wissen, was du willst.

Gruß J. Simon



@ Simon



Was ist unter Deinen Dielen?
Mit Deiner Lösung hast Du den Holzboden dampfdicht gemacht!
Wie lange ist diese Lösung bei Dir bereits drin?

Ich würde keine Fliesen mit OSB aufbringen, weil man nicht sicherstellen kann, was mit der Diffusion von unter geschieht.
Entweder wieder einen neuen Holzboden verlegen, wenn der jetzige keine erneute Überarbeitung hergibt oder einen massiven tragfähigen Aufbau für Keramikboden herstellen.

Handwerklicher Gruß
Udo Mühle



@ Hanna



eine besonders strapazierfähige und regenerierbare Oberfläche bietet die wachsfreie Ölung, am besten als Heißölauftrag. Von Lacken, Wachsen und Wachsölen rate ich ab.

Grüße

Thomas



Hallo Udo



unter der Kontruktion ist die damals übliche Sand/Schlacke-Schicht mit Lagerhölzern und darunter guter alter preußischer Kappenbeton. Vorher waren auf den Böden Linoleum, PVC oder Teppich. Da ist auch nichts passiert.
Beim Freilegen des ganzen war der Sand pubstrocken.
Drunter ist der Keller mit lagerräumen und Heizung.
Ich habe den geschilderten Aufbau jetzt 4 Jahre drin.

Gruß Joachim Simon



Die Dicke der Dielen prüfen



Ich würde mal die Dicke der Dielen prüfen. Wenn sie schon mal abgeschliffen wurden, jetzt lackiert sind und zum Teil "zeschlissen", dann frage ich mich, was noch übrig bleibt, wenn da geschliffen wird bis man keine Macke mehr sieht.

Evtl. gibt die Diele das gar nicht mehr her.

Die richtige Oberfläche hat Thomas schon genannt: ölen, dann Ölen und ölen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Vielen Dank



für die Antworten, aber...
Warum ist Ölen besser als Lackieren? Hat Ölen auch Nachteile?
Wenn fast alle Holzdielen ausgetauscht werden müssen, würdet ihr dann fliesen? (natürlich mit entsprechendem Aufbau, Holz raus, dann Platten auf die Sparren und dann Fliesen)
oder haltet Ihr auch dann neue Holzdielen für sinnvoll?



Holzböden...



...sind immer etwas angenehmes.
Schon die Art sie anzusehen ist doch immer etwas lebendiges, gegenüber den kühlen starren Platten!
Trotz dessen, dass es sehr fantastische Keramikböden gibt.
Cotto z.B.
Aber Holz ist und bleibt nun einmal Holz.
Angenehm zu laufen, langlebig, optisch warm und auch für's Raumklima sehr sinnvoll.
Macht Euch selbst auch noch Gedanken und lasst nicht andere unbedingt für Euch denken.
Nur an die Hand nehmen, solltet Ihr akzeptieren.

Noch einen schönen Abend,
Udo



Hallo Hanna,



der Udo hat schon Recht, macht euch doch einfach ein eigenes Bild und schaut euch verschiedenes an. Natürlich würde ich, wenn die alten Dielen kaputt sind ggf. auch neue rein machen, wenn es denn Holz sein soll. Auch ich habe in anderen Zimmern die alten Dielen freigelegt. Hier habe ich es wegen der OPtik der Dielen und wegen geringerer Beanspruchung halt so gemacht. So sind bei mir im OG die Dielen bis zu 35 cm breit, da wo ich gefliest habe aber nur 12 bis 15 und waren da z.T. wurmig. Und meine Holde wollte halt gerne Terracotta-Fliesen, also wurden da Fliesen genommen. Ihr müsst euch entscheiden.

Gruß J. Simon



Holzdielen in der Küche - warum ölen?



Wir haben Lärche-Dielen in der Küche und wir würden wirklich nicht gegen Fliesen tauschen wollen.

Der Boden ist gut auf Trittschall gedämmt und federt so ein wenig - sehr angenehm für solche, die sich dort länger aufhalten. Die Optik hat ja Udo schon beschrieben.

Wir hatten in den Jahren auch schon manches Geschirrteil auf den Boden landen lassen. Ein paar mal staunten wir, dass noch nicht mal etwas abgeplatzt war.

Lack (und damit meine ich Lack auf Kunstharzbasis) sperrt das Holz ab. Das Holz kann nicht mehr die Raumluftfeuchte regulieren.
Die Oberfläche empfindet man kälter.
Die Lackschicht wird bei einer massiven Diele früher oder später aufreißen - natürlich auch durch die mechanische Belastung. An diesen Stellen wird Wasser zwischen Lack und Holz einziehen und es kommt dort unweigerlich zur Vergrauung.
Schadstellen können nicht partiell saniert werden.
Die Verarbeitung ist für den Laien schwieriger - gerade bei Wasserlacke gibt es oft Probleme.
Das Naturprodukt Holzdiele wird zu einem Verbundprodukt mit Kunststoff.
Man sieht Holz - erfährt aber Kunststoff (z.B. statische Aufladung).

Öl (und damit meine ich ein Parkettöl - Fußbodenöl aus natürlichen Rohstoffen) gebe ich aus den o.g. Gründen den Vorzug. Nachteile? - bei der Verarbeitung gibt es ein paar Spielregeln zu beachten. Wenn man dies nicht tut, dann kann es zu Problemen kommen.

Eine Öloberfläche braucht eher mal eine Nachpflege. Dies ist jedoch wesentlich unproblematischer als die Sanierung einer Lackoberfläche. Dafür muss es eben eher geschehn - je nach Beanspruchung kann das im häuslichen Bereich zwischen einem und fünf Jahren schwanken.
Öl wirkt eher stumpfer als Lack - ist das ein Nachteil?

Mal sehen was noch beigetragen wird. Ich muss gestehen in Sachen Ölen bin ich Überzeugungstäter - deshalb meine Antwort sehr subjektiv dahin ausgerichtet ;-)

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Linoleum wär auch noch eine Lösung...



Gibt es mittlerweile in vielen schönen Dekoren, ist nicht so Fußkalt wie Fliesen, aber ähnlich pflegeleicht.

Gruss, Boris



Linoleumböden



Hier bekämen Sie Ihre gute Beratung, wenn es um Linoleumbodenbeläge geht.
Wir kennen uns bereits einige Zeit.

Markus Schönebeck
Inhaber
Fußbodenverlegung
Wartenbergstraße 35/36,
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Tel: +49-30-39200319
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Mobil:+49-151-15283528
Mail: info@fuboschoenebeck.de

Viel Erfolg,
Udo Mühle



Franks Erläuterungen...



...hier noch zustimmend ein Bild beigefügt. So sieht das 5 Jahre später aus, wenn man einen Ölkunstharzlack und einen Flur zusammentut.

Ich fand das gar nicht subjektiv - und würde eher noch draufsatteln, daß Lack auf Nadelholz in einer Küche absolut ungeeignet ist, normalen bis stärkeren Verschleiß vorausgesetzt.

Grüße

Thomas



Noch 'ne Anregung



Hier ein Holzboden, der den gesamten Bauablauf über sich ergehen lassen hat.

Ist Eure Entscheidung schon gefallen?

Grüße Udo