Welche Dielen?

24.10.2007



Hallo,
Wir müssen leider unseren alten Dielenboden im Obergeschoß rausreissen (massiver Wurmbefall). Der Raum hat die Maße 5,70mx 4,60m und hatte längsausgerichtete Fichtendielen. Da wir sehr viel Wert auf stilistische Feinheiten legen, hätten wir auch gerne wieder Dielen, die über die Raumlänge gehen, d.h. keine fallenden Längen. Vorstellen können wir uns aber auch eine Stoßnaht. Langdielen in Fichte könnten wir bezahlbar bekommen, aber von Fichte hat man uns eher abgeraten, wegen der Weichheit des Holzes.
Klingt alles sehr kompliziert; ist es wahrscheinlich auch.
Also meine Frage: Welches Holz würde sich am besten eignen (und paßt auch in ein 230 Jahre altes Haus), und wo bekommt man bezahlbare Dielen in dieser Länge her? Ich google schon seit Tagen ohne befriedigendes Ergebnis, finde mich auch in diesem Wust an Informationen nicht zurecht.
Hat jemand einen Tip oder eine Meinung dazu?
Vielen Dank schon mal im voraus.



Fichtendielen



Wir haben bei uns im OG teilweise die alten Dielen (Raumlang, ohne Nut und Feder) mit neuen Fichtendielen (raumlang, ohne Nut und Feder) verlegt. Natürlich haben wir jetzt Spalten zwischen den Dielen, war aber vorher auch so.
Wir haben dann wieder alle Dielen farbig lackiert, wie früher dunkles rot. Sieht gut zu den weisen buckligen alten Wänden aus. Bis jetzt nach einem Jahr gbt es keine Probleme. Im EG haben wir allerdings Eichendielen, geölt verbaut ( Küche Wohnzimmer) weil da die Belastung doch größer ist.



Dielen...



...sind in nahezu allen denkbaren Dimensionen erhältlich. Wenn ich recht verstehe, ist 5,70m die Verlegelänge. Bitte teilen Sie mir die Balkenabstände Balkenmitte zu Balkenmitte mit.

Denkbar wären als Alternativen zu Fichte (Brinellhärte 12) z.B. Lärche, Douglasie (je 18), Eiche (ca. 35).

Grüße

Thomas





Also erstmal Danke für die Resonanz.

An Christoph: Das mit dem rot Streichen würde natürlich die fehlende Festigkeit des Fichtebodens ausgleichen. Ich habe sowas auch schon gesehen (u.a. in Freilichtmuseen), finde das auch sehr schön, aber da fehlt uns doch noch etwas der Mut dazu. Ist ja schon endgültig. Trotzdem die Frage: welche Farbe habt ihr dafür benutzt und welcher Rot-Ton ist das?

Zu Thomas: Die Balken haben Abstände von etwas 80 cm (schwankt natürlich). Ich werde wohl noch was dazwischen legen müssen. Eiche wäre natürlich traumhaft (auch in Bezug auf die Belastbarkeit des Bodens; wir haben 2 kleine Kinder), aber was wir da so gefunden haben, übersteigt meist unser Budget.

Grüße,
Martin



Bei diesem Balkenabstand...



...kommen Sie mit einer 28er Dielung ohne zusätzliche Auflagen hin.

Lack machr das Holz übrigends nicht härter - wie die schrullige Tante mit den kaputten Pfennigabsätzen oder unser fleißiger, mit Bausteinen spielender Nachwuchs jederzeit beweisen kann.

Grüße

Thomas



Dielenfarbe



Wir haben RAL 3009 ein dunkler leicht brauner Rotton verwendet.
Teilw. direkt auf alten, lackierten Dielen teilw. auf neuen Fichtendielen. 2 x farbig lackiert, 1 x farblos matt lackiert (Parkettlack). wird natürlich nicht ewig halten. Bis jetzt (erst ein Jahr) hält es aber auch auf der Treppe.



Ich würde keinesfalls...



...einen Lack auf Weichholz (und auch nur bedingt auf härtere Hölzer) bringen.

Was soll das bringen, wenn ich schon nach 5 oder 8 Jahren komplett überschleifen muss? Beschädigt ist ja dann ganz überwiegend der Lack, nicht das Holz.

Grüße

Thomas



Wir haben den vorhandenen



Rauhspund (Fichte, Kiefer) in Kinderzimmer 1 mit Parkettlack vom Farbenfachhandel behandelt. Er hat nach 4 Jahren definitv keine einzige Macke, trotz dieser fiesen Kunststoffbauklötze aus dem Norden, die Eltern zwingen, mit Sicherheitsschuhen das Zimmer nachts zu betreten.

Würde ich aber trotzdem nicht wieder nehmen, hat so einen hässlichen Glanz, ist halt Kunststoff und das Fußgefühl ist auch nicht toll. Kinderzimmer 2 hat Lärchendielen geölt und gewachst. Sieht besser aus, fühlt sich besser an - hat aber Macken.

Die allerdings nicht stören.



Macken



Beim Thema "Wie und wo finde ich die richtigen Dielen und was mach ich dann damit und kann ich sie überhaupt bezahlen" bekommt man selbst schon einige Macken, da würden die im Fußboden doch ganz hübsch dazu passen.

Aber mal im Ernst: Wir haben uns ein Bauernhaus (u.a.) deswegen zugelegt, weil es aus alterungsfähigen Materialien errichtet worden ist, was auch in gewissem Rahmen fürßs Interieur gilt. Der Holzfußboden darf - genauso wie wir - altern, und man darf es ihm auch ansehen. Trotzdem sollte er bei zwei Kindern nach einem halben Jahr nicht wie vom Sperrmüll aussehen.

Grüße,
Martin



Wie vom Sperrmüll



sehen beide Dielungen nicht aus. Wobei ich zugeben muss, dass die Definition von Sperrmüll sehr weit gehen kann.

In diesem Falle empfehle ich Laminat mit Industriequalität. Ich nehme an, dass es im Preis-/Leistunsgverhältnis und bezüglich Kerbschlagzähigkeit, Abriebfestigkeit, und im Kugelfalltest unschlagbar ist. Evt. lässt es sich durch Mammutholz toppen.



Mammutholz



gibt es nicht.

Ein spaßiger Steinehändler bezeichnet Versteinerungen von Hölzern so, aber das sind halt kleine bunte Kiesel.

MammutBAUMholz (Sequoiodendrum giganteum)ist ein recht weiches Nadelholz eines riesigen Baumes, das aus guten Gründen bisher noch nicht als Diele Karriere gemacht hat.

Für den Kugelfalltest auf Laminat bitte Ohrenschützer tragen, zu den vielen baubiologischen und -physikalischen Negativhighlights des Laminates zählt auch seine laute Oberfläche.

Grüße

Thomas



dufte Laminat



Ein sehr interessanter Vorschlag, das mit dem Laminat. Würde das auch kleineren Kettenfahrzeugen standhalten, mal abgesehen von der Lautstärke?

Na gut, bevor es jetzt eskaliert, nochmal zur Sache zurück. So wie es momentan aussieht, landen wir bei dem schon oben erwähnten Lärchenholz. Ich habe da ein Muster bekommen von einem Hersteller, der "wilde Lärche" verarbeitet. Wunderschöne Oberfläche, in fallenden Breiten von 25 - 38cm, Länge 5m.

Allerdings Mehrschichtdiele.

Gibt es dazu irgendwelche Meinungen pro oder contra?

Grüße,
Martn



Mehrschichtdielen...



...sind an sich hochwertige Baumaterialien.

Da Sie aber kaum stärker als 21mm sein dürften (Fa. MeWi?), sind sie etwas schwach für die gegebenen Balkenabstände, so daß eine Unterdielung erforderlich ist.

Grüße

Thomas



Unterdielung



Hallo,
ja, MeWi. Ich glaube sogar nur 19mm.
Was meinen Sie mit Unterdielung?
Ein Schreiner vor Ort hat mir empfohlen, zwischen die Balken - parallel - etwas kräftigere Dielen (er sprach von "zöllischen" Dielen) schwimmend zu verlegen, gut zu unterfüttern, und dann darauf (und natürlich auf die Lattung) die Dielen zu schrauben.

Noch ne ander Frage: kann man Nut- und Federbretter in beide Richtungen verlegen, also auch in die Nut verschrauben? Die Verlegesituation bei uns vor Ort ist etwas verwinkelt, so daß das eine mögliche Erleichterung bedeuten könnte.

Danke schon mal. Viele grüße,
Martin



In die Nut zu schrauben...



...funktioniert nicht. Die Nutwange ist zu schwach, außerdem der Winkel ungünstig.

Ein Schreiner ist halt nicht immer auch Bodenleger. Die vorgeschlagene Konstruktion würde ich nicht ausführen. Eine vollwertige Unterdielung ist eine 28-er Rauhspunddielung, die allerdings getrocknet sein sollte, max. 12%, besser weniger. Diese wird nivelliert auf den Balken verschraubt.

Grüße

Thomas



Zu wenig Platz!



Wie erwähnt, geht es um ein Obergeschoß. Hier spielt natürlich der Anschluß an die Treppe einen Rolle. Und dieser dämliche Treppenabsatz ist einfach viel zu niedrig, um einen vernünftigen (und streßfreien) Bodenaufbau zu ermöglichen. Unter dem alten Dielenboden (ca. 80-90 Jahre alt) haben wir einen Unterbau, der zwischen 20 und 30mm schwankt. Am von der Treppe abgekehrten Ende des Raumes sind die Dielen sogar direkt auf den Deckenbalken aufgenagelt!!

Es ist nicht die Originaltreppe. Ihr Alter könnte dem des Fußbodens entsprechen. Kann es sein, daß damals auch schon mal gepfuscht wurde, und die Treppe zu niedrig aufgeführt wurde? (Interessanterweise ist der Fußboden einer der angrenzenden Räume ein paar cm höher, d.h. dort haben wir eine kleine Stufe)

Na, wie auch immer: Die von Ihnen vorgeschlagene Unterdielung mit Nivellierung können wir uns mal locker aus dem Kopf schlagen (wobei mir auch der zusätzliche Kostenaufwand auch Kopfweh gemacht hätte).

Hätten Sie noch einen anderen Vorschlag? Gerne auch einen Kompromiß.

Viele Grüße,
Martin



OK, dann...



...doch zwischen die Balken, aber anders:

Kompromisse unter einem teueren Boden müssen auch halten, sonst ist auf Sand gebaut. Also Dachlatten (24 x 48) seitlich an die Balken schrauben und so nivellieren, daß sie am höchsten Punkt 24mm unter Balkenoberkante abschließen. Auf diese Lagerhölzer vollflächig im Balkenzwischenmaß 24mm starken getrockneten Rauhspund verlegen. Damit entsteht eine vollwertige Unterdielung ohne Höhenverlust.

"Spar"-Varianten, wo ein Teil der Dielenlast durch eine Schüttung im Balkenzwischenraum aufgenommen werden soll, würde ich gar nicht erst andenken.

Den obigen Aufwand eingerechnet (MeWi kostet doch auch sicher um 80 EUR netto?), wird auch die Verlegung einer hochwertigen 28mm starken Dielung nicht teurer kommen.

Grüße

Thomas



Diese Lösung...



... klingt nicht unbedingt nach weniger Aufwand, scheint mir aber die einzig praktikabele, auch wenn ich schon beim Gedanken an die Fummelei noch mehr graue Haare bekomme. ich denke so werden wir es machen.
(Wir haben einen kleinen Sonderdeal, die Dielen werden uns keine 80 € kosten).

Ich hab in einem anderen Forum was gelesen zu den Stichworten

-"statische Fußbodenscheibe"(was kann man tun, um dem Thema gerecht zu werden?) und

-"Nägel tragfähiger als Schrauben". Ich denke doch, daß ich die Unterkonstruktion schrauben muß, weil ich da im Zweifelsfalle nicht nachnageln kann, oder? Was macht bei den Dielen Sinn?

(Ich hör jetzt auch ganz bestimmt bald auf zu nerven!! :-)

Viele Grüße.
Martin



Etwas Scheibenwirkung wird erzielt,



indem die Unterdielungsbretter je Ende mit 2 Schrauben nahe dem Brettrand befestigt werden. Ich würde denn auch zu Schrauben mit Teilgewinde greifen. Bezüglich der Tragfähigkeit gibt es unterschiedliche Meinungen, Nägel sind jedenfalls geräuschintensiver.

Grüße

Thomas