Dielenbretter welche Qualität?

29.05.2005



Hallo zusammen,
bin nun fast alle Beiträge zum Thema "Dielen+Parkett" durchgegangen. Meine Frage an Euch: welche Qualität muß die Dielenlatte haben (Größe, Restfeuchte, Holzart etc.)? Muß man diese Dielenbretter beim Holzfachhandel holen oder reicht auch ein Baumarkt? Was kostet der m² Holz?
Viele Fragen und ein Hoffen auf Antwort :-)
Gruß aus Bochum
Andreas



Tegernseer Gebräuche



allgemeingültige Holzklassifikationen für Dielen finden Sie hier:

www.holz.net/documents/downloads_gesetze/ tegernseer_gebraeuche.pdf

Aus Erfahrung sollte man diese vor Bestellung lesen und entsprechende Qualitäten eindeutig bestellen. Ansprechpartner hierfür ist nur der Holzfachhandel. Nach Lagerware fragen--> sehr geringe Restfeuchte.

Ich bevorzuge breite Dielen (Douglasie oder Lärche, u.U. mit fallenden Breiten). Wenn mann sich lange genug umsieht, findet man auch akzeptable Preise (konkret 35 € qm netto, jedoch dann mit vermeintlich minderwertigerer, da rustikaler Oberfläche/Äste/kleine Endeinrisse- war jedoch sowieso so gewollt) . Wir haben auf 100 qm Douglasie verlegt, Breite zwischen 36 und 20; Längen 6 m; Stärke 30 mm. Vermeintlicher Nachteil: ab und zu lassen sich kleine Spalte nicht vermeiden. Nach der Verlegung vor 5 Monaten nunmehr jedoch ein klarer Vorteil in den Augen vieler Besucher: Wer breite Dielen hat, soll dieses auch zeigen :-)! Breite Dielen müssen zwar sichtbar verschraubt werden, sehen jedoch in einem alten Haus wesentlich besser aus.

Bei der Restfeuchte nach Tegernsee bzw. DIN (12 +/-2 %)muss man aufpassen, diese ist für ein normales Heizungswohnklima noch zu hoch. Unbedingt mindestens drei Wochen im Verlegeraum lagern. Unsere Dielen haben dort 10 Wochen gelegen, da diese auf 9 % herunter mussten (Fußbodenheizung System Janssen darunter - kann ich entgegen vielen Vorbehalten in diesem Forum nur empfehlen, äußerst angenehme Wärme in den kalten Februar- und Märzwochen in diesem Jahr).

Übrigens: nach Auffassung mehrerer Handwerks-MEISTER sollten (nach alter, jedoch in Ansehung der Baugeschwindigkeiten vergessener Tradition) die (gehobelten) Dielen zunächst nur geölt und erst nach einem Jahr plangeschliffen werden, da diese dann richtig "liegen". Wir halten uns jedenfalls daran.



Kurz ergänzt



Guten Tag,
die aktuelle Fassung der VOB-DIN 18334 "Zimmererarbeiten" schreibt überingens eine Verlegefeuchte von maximal 12% vor. Wie in der ersten Antwort bereitsgesagt, ist dass für Wohnräume eigentlich immer noch etwas zu hoch. Ggf. also geringere Feuchte vertraglich festlegen, wenn jemand das Material liefern / Verlegen soll. Anpssung der Feuchte im Zeitplan berücksichtigen und Feuchte vor dem Verlegen kontrollieren.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Parkett ist nicht gleich Diele



Noch zur Ergänzung:
Dielen sind etwas anderes als Parkett, wobei die Handelsbezeichnugnen es auch nicht einfach machen, weil z. B. "Landhausdielen" von ihren Eigenschaften vergleichbar mit Fertigparkett sind.
Normale Dielen werden ganz gut durch DIN 4072 "Gespundete Bretter aus Nadelholz" charackterisiert. Z.B. gibt es dort geregelt 25,5 mm dicke Bretter. Achtung Messbezugsfeuchte ist sehr hoch bei 14-20%. Profilmaße (Breite inkl. Feder) sind z. B. 115 und 135 mm.
Achtung: Nordische Ware wird anders geregelt.
Bei Fertigparkett z. B. genormt in DIN 280 Teil 5 ist die Liefer- und Einbaufeuchte auf 8 +/- 2 % festgelegt.
Nie vergessen: Jder Holzboden arbeitet über das jahr aufgund der wechselndeln relativen Luftfeuchte, das ist generell zu tolerieren und zu berücksichtigen, die Einbaufeuchte muss aber der Gebrauchsfeuchte angepasst sein, damit das Arbeiten nicht zu stark ausfällt und zu Mängeln führt.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold