Kurze Dielen schwimmend auf Estrich verlegen

05.11.2009



Der Rohbau ist fertig und nun geht es in die abschließende Planung der Bodenbeläge. Im Erdgeschoss werden wir im Wohnbereich das Gutex System als Unterbau für Birke oder Eichendielen in 20mm Dicke verwenden. Wir werden gegen den Trend schmale Dielen verwenden. Aus Kostengründen wird der Boden ab Beton von uns "Laien" aufgebaut. Da gibt es hoffentlich wenig bedenken.
Im Obergeschoss haben wir keine Wandheizung realisieren können und haben als Untergrund Estrich und darunter Fußbodenheizung. Die Fußbodentemperatur dürfte bei einem Niedrigenergiehaus nur wenig über der Raumtemperatur liegen.

Wir legen beim Boden Wert auf:
- verzicht auf große Mengen Kleber
- geölten Boden
- Dielen

Alle Bedenken zu schwimmend verlegten Dielen auf Estrich sind bekannt.

Trotzdem die Frage:

Was ist nun wenn man sehr kurze und schmale Dielen (max. 12cm und kleiner 1m) an Nut und Feder an allen Seiten miteinander verklebt und im Verband verlegt?

Würde das den ganzen Aufbau stabilisieren und das Verzugsproblem auf ein vertretbares Maß verringern?

Ein Holzboden hat früher auch "gelebt" und wir haben nicht den Anspruch an einen 150€/m2 Profiboden.....
Trotzdem sollte der Boden ordentlich ausschauen und sich nicht werfen.

Oder soll ich den Gedanken lieber verwerfen und mir doch Parkett kaufen und schwimmend verlegen?

Für beide Untergründe stellt sich auch die Frage nach geeigneten Untelagsmaterialien.

Über Erfahrungen Hinweise und ALternativen würde ich mich sehr freuen!

Grüße Clemens



Nun meine Frage:



Früher hat der Boden auch "gelebt" ....



... aber mit Sicherheit nicht auf einer Fußbodenheizung.

Eiche ist ja noch verhältnismäßig ruhig - dennoch - die Dielen einfach so hinlegen ist zu riskant. Interessant wäre ja noch, wer das liefert. Wenn das ein Billig-Import ist, dann sind es auch entsprechende Seitbretter aus schwachem Wuchs, die schon mal "leben" wollen.

Evtl. auch mal schauen, was es an gediegener Qualität von Fertigparkett/Landhausdielen gibt. Es gibt Hersteller, (z.B. Bergland) die bieten einen Schichtaufbau von 5/5/5 mm in Eiche. So etwas gibt es auch deutlich unter 150 Euro, bzw. 100 Euro...

Bei Interesse einfach mal mailen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Die Holzfeuchte folgt der Luftfeuchte,-



und die Luftfeuchte ändert sich im Jahreslauf erheblich. Jetzt kann man zu jeder Holzart nachlesen, wieviel sie sich bei Feuchteänderung ausdehnt, und auch schwindet.Im Sommer sind Luftfeuchten bis 70% normal, im Winter, gerade bei Fußbodenheizung kann der Wert unter 30% rel. Feuchte sinken.
Also könnte eine schwimmend verlegte Massivholzplatte von angenommen 4 m Breite im Winter duraus 2-4 cm " schmaler" werden. Da das Holz aber nicht gleichmäßig arbeitet, teilweise durch Möbel festgehalten wird, und in Nut und Feder ungleich fest verbunden ist, werden immer ( Dielenpakete= mehrere zusammenhaftende Dielen) entstehen, dazwischen erfolgt eine größere Lücke wo Nut und Feder auseinandergehen. Die Idee des Verleimens klappt aus den gleichen Gründen nicht.Wenn nicht geklebt werden soll, dann gibt es : Bügelverlegung, vollflächige selbstklebende Folie ( Elastilon), oder Sperrholz= Fertigparkett.
mit Gruß Karl Schmitz



Vollholz...



kann nicht miteinander verklebt und schwimmend verlegt werden. Das hat man auch früher nicht gemacht und hatte gute Gründe dafür. Selbst ohne FBH erwarten sie massive Schäden, die bis zum Abriss der gesamten Konstruktion führen können, eine mangelfreie Fläche über die Jahre ist ausgeschlossen.

Die Verlegung von Vollholz auf Elastillon oder mit Bügeln schwimmend verlegt lehne ich ab, ganz besonders auf FBH, weil diese Konstruktionen das Holz nur unzureichend am Boden fixieren. Die zarten Klammern können dem Arbeiten des Holzes nichts entgegensetzen, die Matte wölbt sich mit dem Holz, und wie lange werden Matte und Holz wohl aneinanderkleben? 10 Jahre vielleicht? Frühere Parkette wurden für Generationen gemacht und tun ihren Dienst noch heute. Unvorstellbar bei oben genannten Hilfskonstruktionen. Zudem: die Leistung der FBH wird deutlich geringer ausfallen, durch Luftschichten wird der Wärmedurchgang geringer. Das Arbeiten des Holzes erfolgt stärker als ohne FBH, eine weitere Fehlerqelle.

Wenn Vollholz, dann schmalere Elemente, soweit ok, und vom Fachbetrieb verkleben lassen. Folgende Kriterien sollten vom Kleber erfüllt werden: Weichmacherfreiheit, Lösemittelfreiheit, EC1-Kennzeichnung und geruchsneutrale Verlegung.

ODER:

Dreischichtparkett bzw. -dielung. Letztere gibt es auch raumlang. Da ist dann auch eine schwimmende Verlegung möglich, aber: schwimmend verlegte Böden sind schwerer oder nicht schleifbar, der Wärmedurchgang der FBH wird auch hier behindert.

Zum Öl: besser nach Einbau ölen, mit einem harzarmen und wachsfreiem Naturöl. Industriell geölte Ware wird zumeist nicht oxydativ, sondern UV-härtend "geölt", damit steht die Oberfläche einem dünnen, matten Lack näher als einem Öl, die Oberflächen sind später nicht regenerierbar.

Grüße

Thomas



DANKE für die schnellen und ausführlichen Antworten .....Frage zu Gutex



die ausführlichen Antworten bestätigen also alle Bedenken und ich werde es lieber bleiben lassen mit dem Dielenexperiment auf Estrich.

Aus Kostengründen kommt nur Verlegung in Heimarbeit in Frage. Mit den Infos aus den meisten Beiträgen lasse ich dann auch auf jeden Fall das Kleben auf den Estrich (Neubau....Restfeuchte)

Ich werde mich dann jetzt mal intensiver mit 3 Schicht Dielen auseinandersetzen, das hört sich vernünftig an.

Gibt es Erfahrungen zum Gutex Unterbau für Dielen? Auch hier gibt es völlig unterschiedliche Meinungen. Mein Hausverstand erkennt keine Fallen und Nachteile. Ich sollte noch sagen, das ich einen sehr geraden Betonboden habe und auf Ausgleichsmaßnahmen verzichten kann. Den klassischen Unterbau kann ich mir also von der Seite her sparen. Einfach Gutex nach Herstellerangaben drauflegen und los....

Danke und Gruß
Clemens



Die Restfeuchte...



...ist messbar.

Sollte es doch in Richtung Kleber gehen, hier ein link:

http://www.stauf.de/index.php/193/Produktübersicht.html?articleID=121862&action=detail

Auch unter einem HWPl - Aufbau sollte die Restfeuchte stimmen.

Grüße

Thomas



Moin Clemens,



guckst du vielleicht auch mal da:

http://www.dinesen.de/de/eiche/technisches_material.html

Die Erläutern beide Verfahren - natürlich für ihre supertoll trockenen Dielen.....

Gruss, Boris



Die Dinesen- Anweisung ist ohnezweifel informativ,



und trifft für alle Dielen zu, nicht nur für Dinesen. Speziell supertoll trockne Dielen liefert auch Dinesen nicht, zu trocken ist genauso problematisch wie zu feucht.

Die für Dielenböden wie Parkett vorgeschriebene Feuchte betrgt 9% +/-2%, das gilt für die billigste "Tütenfichte" wie auch für das Nobelsegment. Je nach Einbaubedingungen (FBH, unbeheiztes Landhaus etc.) kann eine andere Einbaufeuchte festgelegt werden.

Grüße

Thomas



Und wie stelle ich



als Selbermacher nun die tatsächliche Restfeuchte meiner angelieferten Ware fest?

Gibts da bezahlbare Geräte, die sich auch für den Nicht-Profi rechnen?

Gruss, Boris



Ab...



...ca 200 EUR aufwärts. Das sind aber nicht unbedingt die guten.

Alternative: Der Händler liefert an und bringt Messgerät mit.

Wichtig: Nur noch nicht verlegte Ware kann reklamiert werden.

Grüße

Thomas



@Thomas



Hättst du mir einen link bzw. Herstellernamen?

"Nicht die guten" = Meßergebnis kann auch mal 5% daneben liegen?

Wieviel Tage empfielst du für die Akklimatisierung im Raum vorm verlegen?

Grüsse, Boris



Da wäre...



...als billigstes die "Hydromette" von GANN, liefert ganz passable Werte.

Bitte immer beachten: Die Spanne 9% +/-2 bedeutet nicht, daß die Dielung 7 oder 11% haben darf. Das Gros soll bei 9 liegen, einzelne Ausreißer bis 7 oder 11 sind tolerierbar.
Holz ist ein heterogenes Material, an besonders leichten oder dichten Stellen weichen die Werte oft ab.

Verlegung: üblicherweise sofort, nur im Winter 2-3 Tage, am besten auf Stapellatten, klimatisieren lassen.

Grüße

Thomas