Fußbodenrenovierung schimmeliger Dielen-?

20.02.2009



Guten Tag,

ich habe folgende Frage:

In meinem neu erworbenen alten Haus (BJ ca. 1920, alte Dorfschule) gibt es ein Zimmer im 1. Geschoss, welches ich als Gästezimmer nutzen möchte. Dort lag ein hässlicher Filzfußboden, den ich entfernt habe. Darunter kamen alte Dielen zutage, die aufgrund der Plastikfolie, welche zwischen Dielen und Filzfußboden als Dampfsperre gelegt wurde, schimmelig sind.

Nun geht es um die Frage der Fußbodenrenovierung.
Mein erster Gedanke und Plan war: Dielen Abschleifen und instand setzen. 2 Fachleute haben mir jedoch gesagt, dass die Dielen zu schadhaft seien und der Schimmelbefall zu erheblich in das Holz gedrungen sei. Zugegeben, die Dielen sind wirklich nicht mehr schön und an vielen Stellen verbogen / kaputt, es knarzt auch sehr stark beim Begehen.

Nun meine Frage: Was mache ich dort am besten, um das Schimmelproblem nicht wieder aufkommen zu lassen?
Als Ursache wurde von Fachmann 1 genannt, es steige Feuchtigkeit mit der Luft aus dem darunter liegenden Schlafzimmer auf und kondensiere unter der Folie, Fachmann 2 meinte, es sei Kondensfeuchte aus dem Raum selbst oder "mal was ausgelaufen" (Schimmel ist vollflächig).

Ich denke, dass hier auf jeden Fall nur ein "diffusionsoffener" Boden hin darf?
Fertigparkett wäre wahrscheinlich schon zu dicht?

Unter diesem bislang kaum genutzten, kühl gehaltenen Raum befindet sich das Schlafzimmer.

Was unter den Dielen ist, kann ich leider erst sagen, wenn wir diese demnächst heraus reißen.

Neue Dielen hätten den Nachteil der Kratzempfindlichkeit - ich habe 2 Hunde, die alles an Holzböden binnen Kürze unansehnlich schreddern, weshalb ich ein Fan von Fliesen bin.
Aus diesem Grunde hatte ich für diesen einen, kleinen Raum (15qm) auch an Laminat gedacht (bitte keine "Sondermüll-Schelte"...), doch dieses stellt ja auch einen "wasserdichten Abschluss" dar, oder?

Es wäre toll, hier Tipps zu erhalten, vielen Dank!





Machen Sie doch einfach einen Boden aus neuen Dielen, Lärche oder Hartholz, hinein. Die Hunde müssen ja nicht überall sein.
Wenn sie die alten Bretter rausnehmen, sehen Sie ja, ob das, was darunter ist, auch teilweise Feuchteschäden hat oder nicht. Falls nicht, ist es unwahrscheinlich, dass die Feuchtigkeit von unten kam.
Wenn Sie häufig oder laute Gäste haben, sollten Sie über Trittschalldämmung nachdenken. Es ist keine gute Idee, ein Schlafzimmer unter einem bewohnten Zimmer mit Holzbalkendecke und Landhausdielenboden ohne Schalldämmung zu haben.





Hallo Herr Paulsen,

vielen Dank für die Antwort!
Ja, ich tendiere mittlerweile auch zu Holzdielen, obwohl mich die relative Empfindlichkeit (im Vergleich zu Steinboden oder Fliesen) doch etwas stört (ein schweres Möbelstück beim Bewegen verkantet sieht man eben doch gleich).

Über die Lösung "Zutritt für Hunde in diesem Raum verboten" hatte ich auch nachgedacht, das löst schon mal den größten Teil des Problems! ;-)
(Gäste mit Hund(en) müssen dann leider wohl auch draußen bleiben, hm...)

Ich möchte gerne noch mal nachfragen: WENN die Feuchtigkeit von unten käme, dann sähe man es definitiv auch im Unterbau?
Könnte es nicht sein, dass nur an der Folie Kondensfeuchte ausgefallen ist, die eben doch von unten kam?

Ich finde es etwas unbefriedigend, die Ursache im Spekulativen belassen zu müssen (offenbar etwas, an das ich mich bei der Renovierung gewöhnen muß...).
Etwas irritiert hat mich die Aussage eines Fachmannes für Altbausanierung (allerdings Spezialbereich Horizontalsperre), "da geht nichts durch die Decke".

Aber wenn es Kondensation von Luftfeuchte aus dem Raum selber wäre, dann fände man diese doch nicht UNTER der Folie, oder?

Bin erstmals mit solchen Fragen konfrontiert und leider etwas ahnungslos!...

Ja, Trittschalldämmung wäre sicher eine gute Idee, eben wegen meines Schlafzimmers darunter. Welche Materialien / welchen Aufbau empfehlen Sie?



Woher die Feuchte



die Feuchte aus dem Raum darunter - das kann nur sein, wenn dieser wärmer und eine höhere Luftfeuchte hatte als der betroffene. Also Luftfeuchte und Temperatur messen. Ansonsten kann es nur von oben kommen. Dann könnten Fermacellplatten mit Steinwolle für nachfolgende Fliesen eine Alternative sein. Statt der alten Dielung neue Dielen (RAuspund) oder OSB-Platten. Aber auf alle Fälle die Dämmung in der Decke prüfen - Sie sollte neben Wäremdämmung auch ein Eigengewicht wegen dem Schallschutz haben, z. B. Lehm oder Schlacke, hier sich nicht allein auf Steinwolle verlassen.

Wenn der Raum klein ist, könnte eine Eichendielung erschwinglich sein. Hängt vom Geldbeutel ab.
MFG Olaf





Hallo Olaf,

vielen Dank für Deinen Beitrag!

***die Feuchte aus dem Raum darunter - das kann nur sein, wenn dieser wärmer und eine höhere Luftfeuchte hatte als der betroffene. ***

Ja, beides ist der Fall!

***Aber auf alle Fälle die Dämmung in der Decke prüfen - Sie sollte neben Wäremdämmung auch ein Eigengewicht wegen dem Schallschutz haben, z. B. Lehm oder Schlacke, hier sich nicht allein auf Steinwolle verlassen.***

Ok, ich werde mal einen Fachmann drauf schauen lassen. Ein Zimmermann wäre hier der richtige Ansprechpartner, oder?

(Empfehlungen im Raum Bockenem werden gerne entgegen genommen. ;) )





Hallo Herr Sens,

Ihre Vermutung kann eigentlich nur richtig sein, wenn Nutzung und Aufbau wie beschrieben.

- Das Schlafzimmer weist normalerweise eine höhere Luftfeuchte auf, die auch abgeführt werden muss; an der kühleren Folie im Obergeschoss (Kaltraum) trat/tritt dann der Niederschlag auf.
- Vor dem Einbringen von Folie/Filzboden war die Decke zum Kaltraum diffusionsoffen, erst die Folie sperrte die Decke ab.
- Der Schimmel ist unter der Folie => Die Feuchtigkeit kann eigentlich gar nicht von oben kommen.

Das Absperren sollten Sie in Zukunft unterbinden. Also: Nachsehen ob noch ein weiteres Bauteil geschädigt ist und dann neue Dielen rein (Hunde raus).

Mit Laminat wiederholen Sie das Schadensbild, das Zeug wird wieder die Diffusion verhindern.

Unterstützend hilft auch: Halten Sie den Raum auf ähnlicher Temperatur wie die Nachbarräume und Lüften Sie Ihr Schlafzimmer mit Sorgfalt! Ein großer Teil der im Raum befindlichen Feuchtigkeit verlässt diesen erst bei wiederholter Stoßlüftung.

Das war es dann schon fast. Inspizieren Sie wenig genutzte Räume öfters, erst recht, wenn schon einmal ein Schimmelbefall o. Ä. vorlag.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Hallo Herr Kornmayer,

vielen Dank für Ihren Beitrag!

Die von Ihnen geschilderten Voraussetzungen treffen zu. Ich gehe daher davon aus, dass es sich um Kondensfeuchte aus der aufsteigenden Luft von unten handelt.

Die Dielen sind mittlerweile entfernt, der Unterbau sieht gar nicht mal so schlimm aus (wenig Schimmel, nur ganz oberflächlich). Heute Abend schaut sich ein Zimmermann das Ganze an. Es sollen nun Dielen hinein (Hunde raus ;) ).

Ihre Tipps werde ich gerne beherzigen, vielen Dank!

(Ich bin übrigens eine "Frau" Sens ;) )
Viele Grüße aus Bockenem,

S. Sens





Hallo Frau Sens,

Verzeihung, "Frau" hatte ich überlesen. Ich denke die Dielen sind die richtige Wahl. Gutes gelingen wünscht

Christoph Kornmayer