Dielen direkt auf Deckenbalken / Schallschutz versus Raumhöhe

07.02.2015 Rigo



In meiner dritten Frage interssiert mich wie problematisch es bezüglich Schallschutz ist wenn man die Dielen direkt auf die Deckenbalken schraub.

Im Moment sind die Räume mit oft nur 180 cm Raumhöhe sehr sehr niedrig was ich auch als recht störend empfinde. Momentan ist der Aufbau von unten nach oben wie folgt: Putz - Bretter - Deckenbalken - Lehm, Schlacke, Dreck - Kreuzlattung - 20 mm Dielen. Durch diesen Aufbau ist der Raum an einer Stelle 171 cm hoch, wenn man aber die Dielen direkt auf die Deckenbalken schrauben würde dann wäre der Raum an gleicher Stelle 185 cm hoch was für mich schon ein großer Gewinn wäre.

Nachteil wäre natürlich, dass praktisch kein Schallschutz vorhanden wäre. Wobei man aber auch sagen muss, dass uns unsere Raumplanung sehr entgegen kommt, denn im EG ist das Bad und Wohnküche und im OG drei Schlafzimmer und im DG ein großer Spielraum für die Kinder. Wenn also die Kinder im DG Krach machen schläft niemand im OG und im OG entsteht sicher kaum Krach der im EG stören könnte.

Die Deckenbalken sind 16 cm breit haben einen Abstand von 80 bis 90 cm (sind tatsächlich so unterschiedlich). Wir dachten an 40 oder 50 mm Dielen die wir auf die Deckenbalken schrauben würden. Nehmen wir mal an es wären 50 mm Kiefer Dielen dann hätten die ein Gewicht von 25 kg je m² - hilft das schon ein wenig oder viel zu wenig?

Könnte man bei unserer doch eher günstigen Raumaufteilung den Schallschutz dermaßen vernachlässigen um mehr Raumhöhe zu bekommen? Wenn wir die Decke zwischen EG und OG und OG und DG auf diese Art gestallten dann sind die Räume im OG plätzlich nicht mehr 175-185 hoch sondern 2 Meter und das wäre schon ein riesen Gewinn. Hinzu kommt das uns das rein optisch gut gefällt wenn man die Deckenbalken von unten sieht. Wir waren letzes Jahr einem Fachwerk Ferienhaus in Franken und da wurde das genau so gemacht - 50 mm Dielen direkt auf die Deckenbalken und uns hat das gut gefallen und vom fehlenden Schallschutz haben wir nicht viel gemerkt. Haben von der Ferienwohnung mal ein Bild angehängt. Bilder von unserem Haus unter: http://www.3gleichen.de/oma/

Denkbar wäre vielleicht auch noch, dass man unter die Dielen also zwischen die Deckenbalken noch ein paar cm Schallschutz einbringt aber eben nicht zuviel da mir im unteren Raum sonst auch wieder Höhe verloren geht.



Die Antwort...



...hast Du ja schon selbst gegeben: Die Schallreduzierung ist minder wichtig.

Bringt soviel Masse wie möglich ZWISCHEN die Balken, und legt die Dielen nivelliert drauf. Die in der anderen Frage empfohlene seitliche (am besten beidseitige) Bohlenaufdopplung reduziert die Schwingungen der Balkenlage und damit auch Schallverbreitung.

28mm Dielenstärke genügen, wenn Ihr es dicker haben wollt, steht dem nix entgegen. Aber achtet bitte auf die korrekte Einbaufeuchte von 9% Holzfeuchte.

Grüße

Thomas





Vielen Dank für die Hinweise. Das mit der Einbaufeuchte habe ich mir notiert. Die 28 mm würden bei 80 bis 90 cm (sind tatsächlich so unterschiedlich) Balkenabstand reichen? Ich habe da den Abstand zwischen den Balken gemessen nicht von Balkenmitte zu Balkenmitte, da wären es dann 100 cm. Hängt ja vermutlich auch davon ab ob man Eiche oder Kiefer nimmt oder würden die 28 mm bei beiden Hölzern reichen?

Was benutzt man denn in der Praxis um "Schallschluckende Masse" zwischen den Balken einzubringen? Momentan ist da Lehm, Schlacke und Dreck. Ich würde ja wie schon in meinem Profil geschrieben das meiste Fachbetrieben machen lassen aber ein wenig Vorbereitung kann da ja nicht Schaden.

Besten Dank



28mm...



ist da knapp im grünen Bereich, 32mm wäre das kleine Plus...

Masse: Auf einem Rieselschutz könnten z.B. Gehwegplatten und/ oder Waschkies bzw. Glühsand platziert werden. Auch Grünlinge (Lehmsteine) wären eine Option. Jedenfalls sollte hohlraumfrei aufgefüllt werden. Statik beachten!

Grüße

Thomas





Besten Dank ;-)

Bezüglich Statik dachte ich mir, dass ich auf gar keinen Fall mehr Masse einbringen möchte als derzeit drin ist. Ich muss dieses Lehm, Schlacke, Kies, Sand Gemisch eh mit Eimern runtertragen und die wollte ich dann zählen und jeden Zehnten wiegen. Denke da bekomme ich einen guten Überblick und kann sicher gehen, dass eher weniger Masse wieder reinkommt als zuvor drin war.

Es sind ja nur Schlafzimmer also in aller Regel nicht die allergrößten Lärmquellen.

Muss die Masse (Lehmsteine oder Gewegplatten plus Sand) im Fehlboden eigentlich zwingend Kontakt zu den Dielen haben damit sie schallmindernd wirkt? Oder kann zwischen Dielen und "Masse" auch Luft oder ein leichterer Dämmstoff sein?



Es ist...



nicht wirklich wichtig, was drin war - das kann optimal oder grenzwertig gewesen sein. Deshalb: Ein kurzer Blick des Statikers.

Das (mineralische) Schüttgut sollte keinesfalls die direkte Unterlage für die Dielen bilden.

Grüße

Thomas