nut - und federbretter als boden

25.01.2013 wenigahnung



hallo zusammen.
ich bin neu hier und das ist meine erste frage.
ich hab mittlerweile schon viel über den vorteil
von Heißöl gegenüber Hartwachsöl gelesen.
der über 50 jahre alte boden hier im haus meines opas ist
aber weder Parkett noch diele, es sei denn, die handelsüblichen nut - und federbretter aus dem baumarkt
zählen auch als diele.
definitionssache.
jedenfalls habe ich mittlerweile die komplette obere etage
freigelegt, so daß diese von meinem opa als unterboden vernagelten bretter zum vorschein kommen.
irgendwann (bevor er Linoleum und Teppich draufklebte) diente er wohl tatsächlich mal als fussboden. er ist nämlich noch lackiert. sieht zwar schön aus aber ich möchte lieber auf natur setzen und ölen.
ist das hierbei auch möglich oder gilt das nur für hochwertiges holz, sprich parkett ?
p.s. sind schiffsboden oder Landhausdiele nicht auch nur große, lange und dicke bretter ?



Dielen...



sind ganz allgemein auf den Boden gelegte Bretter, sie müssen (in früheren Zeiten oft) nicht einmal Nut/Feder haben. Die Grenzen zum Parkett sind nicht klar abgegrenzt, aber Ihren raumlangen Boden dürfen Sie gerne auch Dielung nennen.

Als LANDHAUSDielung wird erstaunlicherweise zumeist eine Dreischichtdielung bezeichnet. Klingt oberrustikal, und ist das genaue Gegenteil, wie so oft in der Werbung...

Als Sichtdielung ist so ein alter Boden allermeistens geeignet, nur wenn er sehr stark nachgetrocknet ist, sollte man noch 'mal nachdenken.

Das angedachte Heißöl ist eine sehr gute Lösung, bei Bedarf berate ich gern detaillierter.

Grüße

Thomas



bearbeitung



ok, sehr nett !
so ähnlich hat sich auch wikipedia bezüglich des wortes diele ausgedrückt.
als erstes, was heißt "sehr stark nachgetrocknet" ?
meinen sie damit zu große abstände oder sogar gucklöcher
zwischen den Dielen ?

und dann zur bearbeitung:
ist das 4-malige Schleifen mit verschiedenen körnungen tatsächlich notwendig ?
und wie funktioniert das Ölen mit dem gerät bzw. der pads ?
was kostet das ausleihen etc. ?
viele nervige fragen, sorry !



Boden schleifen und ölen ...



Wenn der Dielenboden zu stark nachgetrocknet ist, dann hast Du entsprechend Fugen zwischen den Dielen. Jetzt im Winter müssten diese am stärksten sichtbar sein. Könnte auch gut sein, dass sich die einzelnen Dielen geschüsselt haben.

Ich würde mal nachprüfen, wie dick die Dielen tatsächlich sind und wie der Unterbau beschaffen ist. Dann stell mal ein Foto von der Oberfläche hier rein.

Der Schleifaufbau ist tatsächlich so aufwändig, wenn Du eine ordentliche Oberfläche haben willst. Bei dem Vorleben unterstelle ich, dass Du wenigstens mit einem 60er Korn beginnst - dann 80er/120er und 120er Schleifgitter. Kann aber gut sein, dass Du noch etwas rustikaler rangehen musst (bes. bei Lack).

Die Arbeit mit dem Heißöl sollte ein Profi machen. Wenn du selbst arbeiten willst, dann nehme lieber das Parkettöl - Fußbodenöl in der kalten Anwendung.

Ich hatte privat schon zweimal das Glück einen solchen alten Boden unter Schichten von Lino, Stragula und Teppichboden zu entdecken und nach dem Schleifen und Ölen hatten wir einen schönen Holzboden. Es kann aber auch triftige Gründe geben, warum der Boden abgedeckt wurde.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Boden schleifen und ölen II



echt professionelle antworten, toll.
aber was heißt "die dielen haben sich geschüsselt" ?

die lücken sind soweit ok, alles im rahmen. opa hat gut gearbeitet.
laut meiner mutter war der einzige grund, warum der dielenboden mit spanplatten, linoleum und teppich abgedeckt wurde, der, das oma keine lust hatte den Staub aus den dielenspalten zu entfernen. oder ihr staubsauger war zu schwach.
allerdings ist das mittlerweile tatsächlich ein problem.
wie bekomme ich den festsitzenden dreck da am besten raus ?
am schlimmsten wirds wohl in der küche.
da hat super-opi Estrich (mit netz) einfach über das blanke holz gekippt. darauf gefliest.
mind. 20 leute sagten mir, diesen kampf solle ich mir nicht antun. aber ich habs getan. der boden sollte ja überall gleich aussehen. mit dem gummihammer löst sich ganz allmählich der rest-estrich zwischen den dielen.
allerdings konnte ich nicht verhindern, das der flachmeißel an einigen schwierigen stellen ins holz eingedrungen ist.
wie bekomme das wieder hin ? mit parkett-dichtstoff ?
die dielen sind mind. 12mm stark und liegen auf lagerhölzern.
darunter ist die gußbetondecke ...



12mm starke Dielen



Wenn die Dielen tatsächlich zum Teil nur 12mm stark sind und auf Lagerhölzer liegen, dann macht ein Abschleifen nur noch wenig Sinn. 12mm ist einfach zu wenig - da ist es fast schon egal wie groß der Zwischenraum bei den Lagerhölzern ist. Es kann Dir passieren, dass Du durch ein weiteres Schleifen bereits die Feder offenlegst.

Ich würde genau prüfen: Wie Dich sind die Dielen und wie liegen sie auf (lichter Abstand zwischen den lagerhölzern).

Eigentlich müsstest Du es auch spüren, dass der Boden mehr sehr stabil ist.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



besser messen und nicht schätzen.



sorry, aber ich bin noch in der lernphase.
die dielen im kompletten haus sind 20 mm stark.
wohl platz genug bis zur feder.
die lagerhölzer sind wiederum 60 mm (in der höhe) stark,
so daß ich also 8 cm von der Betondecke bis oberkante diele
habe.
sie liegen ca. 53 bis 58 cm auseinander (messung anhand der nagelung).
und ich habe überall einen sehr guten stand. boden gibt nur an ganz wenigen stellen nach.

nächste frage:
die Fliesen im Badezimmer sind nicht schön (wand und boden).
da gehe ich wohl auch bald dran.
dort sind natürlich auch dielen drunter und ich hätte eine schöne ebene fläche.
nun will ich ja sonst überall ölen.
könnte ich auch dort in der nasszelle (nur Dusche drin)
nur mit dielen leben ?
da reicht natürlich kein öl. vielleicht mehrere schichten
bootslack oder epoxidharz zum abdichten/verschließen ?



badezimmer etc.



morgen zusammen.
ohne eure hilfe stockt bei mir der umbau.
ich bitte um weitere antworten.
danke



Hallo,



mail erhalten. Ich muß erst 'mal selber auf eine Baustelle, und ich melde mich heute abend.

Grüße

Thomas