Untergrund im EG unter Dielung

02.02.2012



Hallo!

Im EG befinden sich im Abstand von 30cm zum Erdreich Dielen und es ist arg fußkalt. In einem Zimmer habe ich jetzt die 3,5cm dicke Dielung entfernt. Von unten war sie manchmal feucht und hatte an einigen Stellen punktförmigen weißen Belag. In Bodennähe unter dem Putz an den Wänden ist es feucht! Der Boden unter den Dielen ist in Richtung der Außenwandecke abgesackt. Die Wände, Decke, Fensterbrett und Heizkörper sind in Waage. Früher lebten Ratten und Mäuse unter der Dielung und hatten sich Gänge gewühlt, die noch zu sehen sind.
Meiner Ansicht nach ist die Dielenqualität gar nicht so schlecht, aber ich kann die Dielung nicht ohne Schaden entfernen. Neue Schloss-Eichendielen kosten mehr als ich mir vorgestellt hatte und müssen, meines Erachtens bei normaler Beanspruchung, mindestens eine Stärke von 24mm aufweisen. Stimmt das?

Jetzt weiß ich nicht, ob es sich überhaupt lohnt, in den anderen beiden Zimmern, auch die alte Dielung aufzunehmen, um Unterbeton plus Styroporplatten darunter zu machen. Dämmt das merklich im Vergleich zu jetzt und hält es die Feuchtigkeit weg?

Ich scheue mich nicht vor der Arbeit, aber habe Bange, dass am Ende mehr Kosten entstehen als Nutzen.
Weiß da jemand Rat?

Gruß
Ole



Denn...



...wäre ein komplett neuer FB-Aufbau sinnvoll, ggf. unter Wiederverwendung der alten Dielen.

Zum Beispiel so: 10cm Schotterpackung (oder Schaumglaschotter verdichtet), Geovlies, 10cm Leichtbeton sauber und waagerecht abgezogen, Bitumenschweißbahn. Darauf dann mit Holzweichfaserplatten DOSER DHD N und zwischenliegenden Lagerhölzern die Dämmung, darauf die Dielung.

Das Ganze ist nicht eben billig, aber bringt mehr Wohlbefinden in den eignen Wänden, geringere Heizkosten und schließt Schimmel künftig aus.

Grüße

Thomas

P.S. Es gibt auch unter dem Preisniveau von Schloßdielen in Eiche sehr passable Holzböden, z.B. in Douglasie



Danke



für Ihre Antwort Thomas.
Ich habe mir zwischenzeitlich bereits Antworten von Ihnen zu ähnlichen Fragen in diesem Forum rauskopiert.

Ich würde sehr gerne die alte Dielung wiederverwenden, da sie als Brennholz zu schade und äußerst stabil ist, aber ebenso schwer lässt sie sich entfernen. Ich mußte sie mit der Motorsäge herausschneiden.
Wenn in dem einen Zimmer die Dielung nicht so stark an der Ecke auslaufend abgesackt gewesen wäre, hätte ich mir lieber 4 statt 2 Paar Socken im Winter angezogen.
Aber zum Glück war nur das lose Erdreich ausgespült und gesackt. An der Ecke lief bis vor 5 Jahren über 200 Jahre das Regenwasser aus dem Fallrohr. Günstigerweise liegt das Haus an einem Hang, weshalb das Regen-Wasser zum Großteil weggeronnen ist.

Kann man als Schotter zerschlagene Dachsteine verwenden oder zerkleinerten Bauschutt oder sehr groben Kies? Wenn ja, wie klein muß die Endsubstanz mindestens sein?
Was ist mit Leichtbeton gemeint? (das Verhältnis von Zement zu Kies?)
Müssen die Holzfaserplatten mit Schraube in Dübel in den Leichtbeton befestigt werden? Wie dick müssen diese Platten sein?
Welche Dämmung kommt in Frage? Die Styroporplatten? Ich habe noch 180mm Mineralwolle übrig.

Bei der Auswahl der Holzsorte Eiche habe ich mich u.a. am Härtegrad orientiert. Der von Kiefer ist sogar höher als von Douglasie.
Wenn ich die Wohnung nicht vermietet bekomme (ich will, trotz des neuen Fußbodens, nicht von oben nach unten ziehen), muß ich sie als Ferienwohnung anbieten. Den Gästen kann ich nicht sagen: "Bitte ziehen Sie sich die Schuhe aus und schonen Sie den Fußboden." Zusätzlich scharren Hunde und Kinder etc. automatisch auf der Oberfläche. Ich rechne mit einer hohen Belastung und Abschleifen alle 10 Jahre. Ist das realistisch?

Gruß
Ole



Alte Dielen ..



..lassen sich u.U entfernen wenn die Nägel per Kreisbohrer ausgebohrt werden . Zum Wiederverlegen mit Querholzplättchen ausflicken .
Untergrund hat Th. Böhne ja schon beschrieben .

Wenn es ne Ferienwohnung wird , kommen wir mal gucken ..

Gruß Jürgen Kube



Hallo



Jürgen Kube.

Ich versuche noch mal im nächsten Raum, die Dielen schadfrei zu entfernen. Kann ich sie, falls das gelingt, gleich abmontiert abschleifen? Da ist jetzt rotbraune Farbe drauf.

Gruß
Ole
nb: Bevor einer mit womöglich hoher Erwartungshaltung gucken kommt, lade ich lieber ein Foto hoch.



Dielen entfernen



Da kann ich die Japanischen Nageleisen empfehlen, die es bei dem Nobelwerkzeughändler/Versand Dick gibt.
Zu Bauschutt als Untergrund: Schaumglasschotter ist eine dämmende und kapillarbrechende Schicht. Das ist Bauschutt nicht. Ich habe bei mir gaaanz groben Kies, in Mc Pomm nennt man die auch "Bulleneier" (Vorsicht Begriffsverwirrung: Der Kies, dens hier gibt heißt in Süddeutschland Sand)als unterste Schicht genommen. Das ist auch kapillarbrechend, dämmt aber nicht.
Auf einer Baustelle, die ich hatte, kam über das Geotextil Perliteschüttung und Trockenestrichplatten, ansonsten wie bei Herrn Böhme.
Gruß aus Nordvorpommern
Ralph



Dielen abschleifen ..



..geht auch demontiert , dann halt einzeln auf der Werkbank?
Wenn die rotbraune Farbe nicht runter will oder das Sschleifpapier aufbrennt , nimm/mach dir/ ein Zieheisen und kratz die erste Schicht ab . Mühsal aber geht .
Gruß aus Minden
Jürgen Kube



Das



japanische Nageleisen von Dick habe ich jetzt bestellt.
Die Dielung ist im Kern einwandfrei. Wenn ich die Feder beim Ausbau manchmal beschädige, verlege plus vernagle ich diese Dielen später ohne die extra Verbindung zur Nachbardiele. Das ist woanders auch Mode. Das gesamte Gefüge wird diesen Mangel hoffentlich ausgleichen.
Abschleifen würde ich gerne einzeln machen, da es (für mich) schneller als mit der Walzenmaschine geht und handlicher ist.

Ein Helfer, der den Unterbeton eben und in Waage einbaut, will eine Palette Zement a 56 Sack (25kg) bestellen. Ich nehme an, mit Leichtbeton ist Magerbeton gemeint und man benötigt weniger Zement. Wie muß die Mischung mindestens sein? (z.B. 1:5 oder 1:6 oder 1:8)
In jedem Fall bestelle ich einen W50 Kies und eventuell die „Bulleneier“, da ein Kubikmeter Schaumglasschotter 75 Euro zuzüglich 150 Euro Entladung kostet. Da gucke ich erst in der Kiesgrube nach dem Angebot verschiedenster Körnungen und dem Preis.

Die Maße der Zimmer sind wie folgt:
-3,86x4,42 (Ofenfläche muß noch abgezogen werden)
-3,86x3,80
-3,64x4,68 (Ofenfläche muß noch abgezogen werden)

Um den Materialbedarf und die Kosten zu kalkulieren, muß ich wissen, wie das Mischungsverhältnis für den Leichtbeton ist und wie stark die Bitumenschweißbahn und welche Beschichtung (laut www) sein sollte.
Da man zur Verlegung einen speziellen Gasbrenner und hinreichend Erfahrung benötigt, werde ich diese Arbeit von einem Dachdecker ausführen lassen; obwohl es sicher Spaß macht ;-)

Ich habe noch nicht verstanden, wozu ich die Holzweichfaserplatte (5cm?) unter die Kanthölzer legen soll, obwohl die Schicht unter der Dielung auch gedämmt wird? Und womit? Um den Geruch der Bitumenschweißbahn zu isolieren?

Gruß
Ole



Oh weh,



viele Vermutungen!

Ein Leichtbeton ist z.B. ein Gemisch von Blähton wie Liapor und Zement, wird auch gern als gebundene Schüttung bezeichnet. Im Gegensatz zu einem Magerbeton hat er eine gewisse Wärmedämmung. Gibt es auch fertig, und dazu rate ich denn auch. An der Basis, dem Bodenaufbau, sollte man nur herumspielen, wenn man die Spielregeln kennt. Wichtig ist: wirklich wagerecht abziehen! Link zu einem der Hersteller:

http://seo.fiboexclay.de/FLoormix-B550-Gebundene-Sch%C3%BCttung.html

Alternativ kann natürlich ein normaler Beton gewählt werden, aber dann verschenkt man eben eine Dämmmöglichkeit. Beton und auch eine gbundene Schüttung kann man sich auch frisch anliefern lassen. Ob sich das in Ihrem Falle lohnt, klärt eine Anfrage beim örtlichen Betonwerk.

Ich schrieb, daß die Lagerhölzer zwischen den Holzweichfaserplatten liegen, nicht darunter. Ich würde die großen 25mm-Platten von DOSER nehmen und dritteln. Dadurch komme ich auf Lagerholzabstande von ca. 60cm, was sich bewährt hat.

Der konkrete Aufbau könnte über der Schweißbahn (Ihr Dachdecker sollte eine "Katja" nehmen, die kennt er auch mit Sicherheit) aus 10 oder 7,5cm Holzweichfaser bestehen, die Lagerholzer entsprechend 9,6 oder 7,2cm hoch im Zwischenraum. Warum DOSER, es gibt doch billiere Holzweichfaserplatten? Die DOSER ist aufgrund ihrer höheren Rohdichte (0,25)für höhere Aufbauten zugelassen, die HWPL von Gutex, Pavatex etc mit 0,16 nicht. Außerdem behalten die festeren DOSER - Platten beim Verlegen eher die Form, was gerade beim ungeübteren Verleger vorteilhaft ist.

HWPL werden nicht mit dem Boden verschraubt, sie liegen schwimmennd und untereinander überlappend.

Viel Erfolg!

Thomas



Leichtbeton



Bei einer gebundenen Schüttung rechnet man mit etwa 150 kg Zement auf einen m³ Liapor.

Viele Grüße



Das



die Lagerhölzer direkt auf der Bitumenschweißbahn liegen dürfen und sich somit die Holzweichfaserplatte DOSER DHD N dazwischen befindet und gar keine Trennfunktion beider Materialien hat, habe ich jetzt verstanden.

Der Helfer ist Maurer und hat bereits hier Betonflächen (Unterbeton plus Estrich) erstellt. Daher kann ich beruhigt sein, daß der Betonfußboden ordnungsgemäß zur Weiterbearbeitung bereit steht.
Ich möchte aber naturnah und somit nachhaltig bauen. Leider ist das oftmals eine Kostenfrage, was mich sehr ärgert!
Auch daher muß ich beizeiten planen und jeden Posten so genau wie möglich kalkulieren, um nicht wieder, wie vor einigen Tagen, gutgläubig und unwissend der Bequemlichkeit zu erliegen, unüberlegt die Dielen rausreißen zu lassen :-( So blöd und ignorant muß man erst mal sein. Zur Not 1 Schippe Zement, 3 Schippen feinen Kies und Wasser in den Mischer zu tun, ist natürlich am Ende (wenn einem klar ist) wie kostspielig vergleichbare neue Dielen sind, einfach und billig. Statt das vorhandene Holz, den naturgewachsenen Rohstoff, zu achten..da müßte ich mich eigentlich noch mehrere Wochen schämen. Das nächste Mal denke ich bevor ich handle!

Ich muß mich noch viel mehr informieren und die Zusammenhänge beachten, um sicherer zu werden. Die Informationen hier sind sehr sehr interessant für mich, bieten aber auch, aufgrund der individuellen Lösungsmöglichkeiten, viel Entscheidungsspielraum, der bei meinem jetzigen „Wissenstand“, eher hinderlich ist. Ich muß ja auf der Baustelle vorankommen. Deshalb mache ich es so wie oben vorgeschlagen. Das gibt mir einen Rahmen und Sicherheit.

Danke an alle für die geduldige Aufklärung, z.B. das Leichtbeton nichts mit Magermischung zu tun hat;-)

Gruß
Ole