Wurmbefall in Holzdielen

23.08.2004



Bonjour,
wir sind stolze Besitzer eines Hauses Baujahr 1930 in Lothringen.
Auf den Dielen lag 22 Jahre lang gut verklebt Teppichboden, den wir erfolgreich entfernt haben. Jedoch - unter einem ein Estrich. Auch den haben wir mit einr Bandschleifmaschiene mit viel Staub abgeschliffen - voila - nur so als Tipp, auch das ist möglich.
Jetzt zeigt sich Wurmbefall, nur wie kann man sehen, ob aktiv oder schon durch den Estrich völlig erstickt?
Und nimmt man die gleichen Mittel wie bei Möbeln oder gibt es extra "Dielenwurmmittel". Merci beaucoup an einen Fachmann. Familie Moison



Fachmann fragen



Guten Tag,
ich habe eigentlich keine Zeit, die Merkmale für aktiven Befall entnehmen sie bitte alten Beiträgen von mir oder den Kollegen Malangeri, Parisek, Schachenhofer usw. Hans-Joachim Rüpke hat sehr gute Hinweise unter Holzfragen.de.
Die Ausflugzeit der üblichen Holzschadinsekten nähert sich langsam dem Ende für dieses jahr. Das macht die Sache noch schwerer. Ein Fachmann muss es im Zweifelsfall beurteilen. In Frankreich werden Bekämpfungsmittel von der CTBA zertifiziert, es gibt auch einen großen grauen Markt unzertifizierter Mittel. Für Bekämpfungen (curatives) sind meines wissens nach auch nicht zertifizierte Mittel zugelassen. Die CTBA schreibt zur Insektenbekämpfung immer die Druckinjektion des Holzes vor, was bei manchen Bauteilen, z. B. dünne Sparren, Latten und auch Dielen im Einzelfall oft relativ unsinnig ist. Heißluftbehandlungen sind selten in Frankreich. Ein Mittel mit deutscher bauaufsichtlicher Zulassung, entsprechend der Zulassungsbestimmungen verwndet oder dto. mit RAL-Prüfzeichen ist sicher auch ganz gut. In Deutschland muss man für Bekämpfungsmaßnahmen einen Sachkundenachweis haben, was sich darin gründet dass man mit gefährlichen Zubereitungen umgeht und auch wissen sollte welche Lebensweise die Schädlinge haben. Die Bekämpfungsmittel in Franreich sind meist Kombinationspräparate aus Pyrethroiden, Triazolen und Carbamaten. Ein vergleich mit in D. zugel. Mitteln lässt sie meist gesundheitlich bedenklicher erscheinen. Häutungshemmer (Benzoyl-Harnstoff-verbindungen=flufenoxuron usw.) sind in F. glaube ich nicht auf dem Markt, wirken auch nicht sehr gut. Borsalze werden in F. auch relativ schwer zu bekommen sein. Sie können eine Alternative mit langsamer Wirkung, dafür aber nicht so bedenklich sein. Vielleicht könen die Dielen ja auch (wenn sie wirklich aktiv befallen sind) einfach ausgetauscht werden.
In Farnkreich gibt es viele Bekämpfungsfirmen, da im Süden des Landes Termitengefahr besteht. Zur Termitenbekämpfung müssen auch in Frankreich die Ausführenden eine Qualifikation nachweisen, meine Erfahrung ist, dort wie hier gibt es "Schwarze Schaafe" aber auch verantwortungsvolle gut Firmen.
Evtl. fragen sie die CTBA um Rat.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Nachtrag



Ein kurzer Nachtrag:
Es wäre auch wichtig zu wissen welche Lagerhölzer und Balken unter den Dielen liegen und wie die aussehen. Eine chemische Behandlung nur von der Oberseite stößt auf das Problem, dass die Eindringtiefen von Schutzmitteln äußerst gering sind. Evtl. kann ein verschäumbares Mittel unter die Dielen geschäumt werden. "Daruntergucken" muss man aber auf jeden Fall einmal. Ich favorisiere weiterhin den Austausch. Wie bereits oben gesagt, ist als Allererstes zu klären ob überhaupt ein aktiver Befall vorliegt.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold