Dielen im Wohnzimmer 22 mm und was darunter?? Stahlträger 60 cm Abstand

26.01.2007



Hallo liebe Fachwerkfreunde,

nachdem es nun langsam auf meiner Baustelle weitergeht hab ich eine Frage:
Es geht ums Wohnzimmer, welches sich im Anbau vom Fachwerk im 1. Stock befindet. Es waren mal 2 Räume, leichter Unterschied in der Fußbodenhöhe, die vorhandenen Dielen biegen sich beim Auftreten durch, darüberhinaus an den Kanten ausgebrochen und sonstige Macken einschliesslich altem Frassbefall). Sieht also nach neu machen aus. Der Untergrund sieht wie folgt aus: Stahlträger-Tonnen bzw auch ?Kappendecke genannt; jedenfalls diese Ziegelsteine mit leichter Wölbung (wenn man von unten schaut)zwischen den Trägern. Darunter ist Garage und ein anderer quasi-Kellerraum Auf den Trägern Balken und darauf die Dielen genagelt. Zwischen den Trägern Schlacke mit Mäusekötteln zum Auffüllen. :).
Nachdem was ich gelesen habe brauche ich bei dem Abstand ca 30 mm Dielen, die entweder kaum zu bekommen sind oder nciht bezahlbar sind (für mich); weiteres Problem: der Fussboden darf nicht sehr viel höher kommen wg der Raumhöhe und einer bereits vorhandenen Tür zur Terasse.

Geht da was um schwächere Dielen zu verwenden, hat da jemand eine Idee? Durch die Stahlträger kann ja nur in einer Richtung verlegt werden

Vielen Dank für Eure Hilfe

Henning



Das Sägewerk um die Ecke...



... berechnet für dickere Dielen nur prozentual mehr als für dünnere. Sie müssen nur darauf achten, daß Sie eine Holzfeuchte von max. 10% bekommen.

Die standardisierten Baumarktsortimente sind vielleicht billig, aber nicht preiswert. Im meinem Musterregal liegt eine OBI-Diele aus Kiefer; die hat es geschafft, sich in 5 Monaten eine Hohlkehle von 4mm zuzulegen (über 140mm Breite). Martin Malangeri hat hier mal dazu einen schönen und kurzen Spruch geschrieben:"Billig ist teurer als gut".
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Lieferanten.

Wenn Sie tatsächlich nur ein lichtes Maß von 60cm haben, genügt eine Dielung von 24mm durchaus.

Grüße

Thomas



Danke, Herr Böhme für diesen sinnvollen Beitrag zur Qualität von



Baumarkt-Dielen. Auch ich erlebe immer wieder, wie gutgläubig meine SelbtauerInnen auf die billig-Werbung der Baumärkte regelmäßig reinfallen.



Deshalb...



...muß man ja nicht die Baumärkte verurteilen. Eher schon manch blauäugigen Verbraucher (Forumsleser und -schreiber natürlich vollinhaltlichst ausgenommen), die es immer noch ein wenig billiger wollen, sich aber gleichzeitig über Produkte nicht sachkundig machen. Wenn Baumärkte nicht gebraucht würden, gäbe es sie nicht.

Das Problem liegt eher bei der Bewertung von Werbung. Der gläubige Verbraucher von werblichen Botschaften aus Handel und Politik vergisst völlig, daß diese Branchen von Geburt an zu Lüge und Übertreibung neigen.

Legenden werden im Baumaterialienhandel auch jenseits der Baumärkte produziert - ein guter Bekannter hat sein Holzhaus mit Schafwolle, ballenweise Schafwolle gedämmt. Als Wollpulloverträger weiß er durchaus, daß die Teile nicht nur wärmen, sondern auch für Mottenfraß anfällig sind. Als Bauherr hingegen hat er sich von einem ihm gut bekannten Händler offensichtlich un- oder falschbehandelte Schafwolle aufschwatzen lassen. Und nun hat er für viel Geld viele Motten und kauft in Größenordnungen Zedernholz, um mit dessen Düften die Motten zu vertreiben...

Nachdenkliche Grüße

Thomas



Danke für die Belehrung!



Ich kann meinem Eingangsposting nicht entnehmen, dass ich irgendwelche Dielen bei Obi, Hornbach oder welchen Baumärkten auch immer kaufen wollte.

Ich gehe mal davon aus, dass zwei Holzfachhändler, die unter Holzland... (das ist irgendein Zusammenschluss; Ihr werdet es genauer wissen), die vom 1/4-Stab bis zur Stammware in tischlerqualität (Eiche für 1900 Euro pro m³) alles liefern nicht gerade als Baumärkte zu bezeichen sind. Dielen, die dort lieferbar sind, kommen von bekannten Herstellern, sind fertig gehobelt, ggf auch geölt und 22 mm dick. Andere sind nicht lieferbar.

Woanders ( auch Holzhändler)bekomme ich Dielen ohne Nut und Feder mit Restfeuchte von 30 %.

Sägewerke gibt es bei uns hier auch, nur hab ich bis jetzt keins gefunden, das KD-Ware verkauft.

im übrigen muss ich mich korrigieren, der Abstand der Stahlträger beträgt von Mitte zu Mitte 80 cm.

Die Suchfunktion von Fachwerk.de liefert auf die Frage der Dielenstärke Beiträge, die besagen, dass ab 60 cm bis 100 cm
30 mm gefordert sind. Im übrigen wäre eine Reserve um ggf mal abzuschleifen nicht schlecht.

Ich suche doch nur ein Halbfertigprodukt, wo ich durch Eigenleistung (abschleifen,Oberflächenbehandlung etc) etwas sparen kann. Mehr will ich doch nicht.

Im übrigen wünsche ich allen Fachwerkern viel Erfolg mit der Sanierung Eurer Häuser und möge euer Finanzplan immer funktionieren.

Bei uns war es nicht so, der Grund wird jetzt 4 Jahre alt.

Gruss
Henning



@Henning



Ich bitte um Nachsicht, mein Beitrag hatte gar nichts mit Deinem Eingangsposting zu tun - ich fand nur Klaus Schillbergs Pauschalverriß der Baumärkte etwas übertrieben.

Back to the roots:

Zum Thema Dielenstärke gibt es hier im Forum verschiedene Angaben. Die Zahlen, die Du zitierst, stimmen so nicht. Ich maile ich Dir einen Artikel der AG Holz. Da geht es zwar hauptsächlich um die Scheibenbildung von Holzböden, was Dich weniger betrifft; in einer Tabelle am rechten Rande findest Du verwertbare Angaben. Mit 80cm Abstand bist Du mit einer 24er Diele gerade so im Limit, mit 28er Diele auf der sicheren Seite.

Was soll's denn für Holz sein? Eiche?

Übrigends: Mein "Grund" ist gerade 3 geworden...

Nächtliche Grüße

Thomas



Dielenkontruktion auf Kappendecke.



Am besten richtest Du Dich an einen Fachmann vor Ort, Architekt oder Bauingenieur. Bei ihm kannst du Dir jeden Rat einholen. Hierfür übernimmt diesr auch noch eine Gewährleistung. Auch hieran solltest Du nicht sparen.
Wolfgang Becker
Architekt
Dipl. Ing.