Dachbodenausbau Bodendielen Stärke

08.03.2004



Guten Tag,

es ist geplant einen Dachbodenausbau vorzunehmen. Nun liegen die Balken des Fussbodens im Schnitt 100cm auseinander. Die derzeitige Dielenstärke beträgt 2,5cm.
Die alten Dielen wollte ich nun gegen neue austauschen, da sie mir wesentlich zu dünn erscheinen und auch einige Defekte aufweisen.

Geplant sind Hobeldielen aus Kiefer.

Meine Frage: Welche stärke müssen die neuen Dielen haben um ca 100cm zu überbrücken?

Wer möchte schon in seiner eigenen Badewanne eine Etage tiefer sitzen als geplant?

mfG Kirschbaum



Dielen



Wie groß ist denn Ihre Badewanne ?





Frage: sollen die Dielen nur halten, oder sich auch nicht
krümmen? Nur als Anhaltspunkt: Dielen aus massiver Eiche
mit ca 3.5cm Dicke biegen sich auch schon durch bei ca 85cm
lichter Trageweite, nur soviel dazu. Wenn deine Dielen sich
noch nicht einmal merklich durchbiegen sollen, wirst du wohl
eher ganze Blockbolen von 5cm Dicke legen müssen (ilusorisch).
Ich hätte einen anderen Vorschlage: Querbalken (8*10 oder
8*12cm) legen mit 50cm
Abstand, auf dein altes "Balkenraster" von 1m Abstand, (die alten Planken lassen) dazwischen Hanfkalkmörtel, darauf dann deine neuen Kieferplanken.
Alles andere wird nicht so ganz klappen...

gruss
torsten

PS: so würde ich es machen, Vorsicht, Laienauskunft ohne
Gewähr



Dielenboden



Hallöchen, das Schöne an Bretterböden ist unter anderem, daß sie eine gewisse Elastizität aufweisen und dadurch angenehm zu begehen sind. Deshalb ist es auch absolut in Ordnung, wenn sich die Bretter ein wenig durchbiegen. 1 m Balkenweite sind auch nicht wirklich viel. Mit 28 mm Brettern kann man darauf einen ordentlichen Boden verlegen. Unter der Wanne könnte ja ggf. eine Verstärkung eingebaut werden.
Viel Spaß beim Planschen!

Stefan.





Empfohlen werden bei 1 m-Balkenabstand 35 mm dicke Dielen. Wenn man die nachrechnet, kommt man bei normalen Brettbreiten auf die DIN-erlaubte Durchbiegung von 3/100 des Balkenabstandes bei einer angenommene Last von 2 kN/m2. Merklich biegen sie nicht durch. Es kommt ja noch dazu, dass die Dielen sich durch Nut und Feder gegenseitig abstützen. Und wenn sie die an die Balken schrauben, passiert gar nichts mehr. Allerdings empfehlen alle aus Schallschutzgründen eine schwimmende Verlegung, wird aber soviel auch nicht ausmachen.



@stephans



sagt mal, seid ihr alle Theoretiker, oder habt ihr schon
mal solche Böden verlegt? 1m Balkenabstand mit 35mm Kiefern-
planken (egal ob nut und feder), da kann ich nur massif von
abraten. Wenn einer von euch schon mal Eichenplanken (35mm)
mit Kiefernplanken verglichen hat, geschweige denn vernagelt
hat, käme er wohl kaum auf solche Äusserungen. 1m Balkenabstand ist vielleicht ok, wenn die Decke nicht begangen werden soll, wenn aber sogar eine Badewanne draufsoll, kann sich der Erbauer auf ein wunderschönes Durchbiegen freuen
(vor Allem kann man Holz mit Wasser so schön formen).
Da gibts nur eins: Doppelboden mit Querbalken.

a ciao ihr Theoretiker
Torsten

ach ja, noch was: schrauben ist der grösste Unsinn. Ein
vernünftiger Boden wird genagelt. Nägel zerstören nicht
die Faser des Holzes, während Schrauben dies tun. Alle
Böden wurden schon seit Jahrhunderten genagelt, mit einer
Nagellänge die ca dem 3 fachen der Dielendicke entspricht.
Schwimmend verlegen, das gehört in den Bereich der Pappmachéfertighäuser, hat mit solider Restaurierung gar
nichts zu tun. Da krieg ich ja einen Vogel. Sorry.

ABER: ICH bin ja KEIN Profi, daher Angaben ohne Gewähr.



Bodendielen



Dag ok: Für einen normalen Dachboden ist eine Balkenentfernung von 1,00 m ganz schön. Hier muß man nun fragen, von Mitte zu Mitte oder Innenkante zu Innenkante, also lichte Weite. Allgemeine Erfahrungswerte bei Balkenabstand von Mitte zu Mitte.Dielenstärke 2,5 cm bei 0,80 m Balkenabstand, 4 cm Dielenstärke bei 1,00 m Balkenabstand und 4,5 cm Dielenstärke bei 1,20 m Balkenabstand. Material: Weiss-,Rottanne,Kiefer, Buchen oder Eichenholz. Kernseite nach unten. Und wichtig nageln macht mehr Spaß. Na denn man tau.



mmmmh Theoretiker



kann ich nicht ganz auf mir sitzen lassen. Ok ich bin keine Handwerker, allerdings auch kein Wissenschaftler;-) Ich hatte auch 1 m Balkenanstand und original waren wie bei Herrn Kirschbaum nur 25er Dielen drauf. Als die drauf genagelt wurden, gab es die 3/100-Vorschrift noch nicht. Aber mein Holzkonstruktionsbuch von 1911 meint Balkenabstand 60 - 95 cm: Kieferndielen min 3 cm dick. Für die Durchbiegung ist die Holzsorte auch relativ egal. Und wenn auch keine Badewannen früher in der 1. Etage gestanden haben mögen, so aber doch Kachelöfen und die wiegen auch einiges. Also praktisch halten 25er Kieferndielen gut 100 Jahre ohne merkliche Durchbiegung oder gar Durchbruch. (Ich möchte nicht wissen, was in meinem Zimmer alles auf diesen Dielen gemacht wurde). Da ist man mit 35er Dielen auf jeden Fall auf der sicheren Seite, obwohl es in dem Sinne keine Restauration ist, weil ich habe 47er Lärchedielen (kurioserweise aus Kostengründen) statt der original 25er Kieferndielen verbaut.

Ich finde nageln ziemlich bescheiden. Die Nägel kommen raus, wenn sie nicht sollen und wenn sie sollen, kommen sie nicht raus. Und nur, weil vor 100 Jahren nicht geschraubt wurde, muss ich es nicht auch machen. Ich sitze ja auch gerade am Computer und nicht mit einer Kerze über ein Stück Pergament.



@Theoretiker



1) die Holzsorte ist ganz und gar nicht egal (ich sags ja,
Theoretiker). Jeder der einmal mit Eichenplanken gearbeitet
hat, weiss den Unterschied in spezifischem Gewicht, Härte,
Durchbiegeverhalten etc.
2) Nageln hat nichts mit Nostalgie zu tun. Es ist einfach
die bessere Verbindung. Die allerbeste Verbindung wäre eh
Zapfen, aber das ist ein anderes Thema
3)die 3/100 Vorschrift kenne ich nicht, ist mir auch furchtbar
egal, für mich gilt sie eh nicht.

gruss an den Theoretiker
torsten



Nageln/Schrauben



An alle Fundmentalisten: man kann auch mit geschmiedeten Nägeln Nageln. (Preise bei manufactum).
Wem das Gekloppe durch Eichenbohlen auf den Nerv geht oder die krummgehauenen Nägel zu teuer werden:
man kann Nagelverbindungen auch ingenieurmäßig einwandfrei vorbohren, das spart Klopparbeit und viele krumme Nägel, ist aber nichts für Fundis.
Grüße vom Theoretiker



@Dietmar



vorbohren ist in der Tat nicht das Gleiche. Weder von der
Festigkeit der Nagelverbindung, noch von der Schönheit der
Geste. Einen 100er Nagel gerade in einen Eichenpoller reinzuschlagen ist nur den Wenigsten vorbehalten... :-)
Da trennt sich die Spreu vom Weizen. Ach ja, warum klebt
ihr denn nicht?

der praktiker



Ts ..ts...ts



@Torsten Böhm

den hunderter Nagel übersetze ich mal mit "runder Drahtstift Form B nach DIN 1151: 38x100" und lese aus der Tabelle auf S 519 von Wendehorst/Muth ab:
zulässige Nagelbelastung je Nagel und Scherfläche in N:

ohne Vorbohrung: 525
mit Vorbohrung: 650
in Laubholz stets vorgebohrt: 780.



@Dietmar



1:0 für dich, aber nicht lange, denn:
Deinen Muth in Ehren, aber wie erklärst du mit deiner Tabelle
folgenden Effekt: Man nehme einen Nagel, schneide den Kopf ab,
schlage ihn (Ohne Kopf) durch ein Brett in einen Balken; der
Nagel hält. Wenn ich vorbohre, entfallen alle Reibungskräfte
Nagel/Brett und mein Brett fliegt raus. Sprich, deine Formel
ist nicht vollständig, denn je nach Nagelkopfform und -grösse
müsste ich unterschiedliche Festigkeiten haben. Ausserdem,
sollte dein Muth nicht nach Kraftvektor unterscheiden, sprich Scherkräfte versus Reisskräfte, sozusagen Radialkraft versus Tangentialkraft?

Aber ich bin halt nur praktiker, und hatte bisher immer das
Gefühl (aber das kann ja täuschen), das vorbohren eine
weniger kompakte Verbindung herstellt am Ende...

Mich verlässt der Muth
Torsten



Vorbohren, wie ?



nicht größer als der Nageldurchmesser, der Nagel fällt sonst durch.
Scherz beiseite: das Gesagte galt für Abscheren.
Auf Herausziehen gelten andere Werte.





ok, jetzt bin ICH mal ehrlich. Meist ist es so, dass man nie
den richtigen Bohrer zur Verfügung hat, dann bohrt man etwas
zu gross vor, dann wackelt alles, aber ich geb dir ja recht,
man stelle sich einen armen kleine Nagel vor, der sich durch
ein Brett durchquält, anschliessend KANN dieses Näglein gar
nicht mehr so viel ab wie sein frischer Bruder, dem der Weg
schon gebahnt war. Muth schildert uns schöne Parabeln fürs
Leben

tb