Neue Dielung auf Holzbalkendecke - bin verunsichert

23.01.2007



Hallo,

ich hab diese Frage heute schonmal gestellt, aber anscheinend ist sie auf der großen, weiten Datenautobahn verloren gegangen, deswegen starte ich einen neuen Versuch.

Ich hab mehrere Probleme bezüglich unserer Holzbalkendecke im Obergeschoß.
Das größte Problem ist, es hat sich herausgestellt dass dort Oben Ratten eingezogen sind. Das Obergeschoß dient im Moment noch als Lager unserer alten Möbel und Klamotten, weil wir im Erdgeschoß nicht genügend Platz haben.
In den Dielenboden mussten einige Löcher gesägt werden, um Heizungsrohre zu verlegen, wo die Tiere natürlich Unterschlupf gefunden haben. Ich habe heute von einem Schädlingsbekämpfer Rattengift bekommen und es oben ausgelegt.
Eigentlich war ich gegen solche Maßnahmen, weil ich Angst hatte dass das Tier dann irgendwo tot in der Zwischendecke liegt und vor sich hin müffelt.
Dann haben wir uns aber entschieden, dass die alten Dielen rauskommen, weil
1. sie nicht mehr so gut erhalten sind, vor allem die Ecken sind ziemlich Morsch
2. mir nicht gefallen
3. wir einen prüfenden Blick auf die Balken werfen können
4. wir Schallschutz in die Zwischenräume einbringen möchten.

Nun habe ich schon eine Weile hier im Forum recherchiert und es hat mich ehrlich gesagt ziemlich verunsichert. Wie ist das zum Beispiel mit der, ich glaube man nennt es "Aussteifung"? Die Dielen sind direkt auf die Holzbalken genagelt, ist es so einfach möglich, die Dielen wegzunehmen? Mit dem erneuten Bodenaufbau könnte man ja dann Rauhspund auf die Balken nageln um die Aussteifung wieder zu gewährleisten, oder? Es sollen auch wieder Holzdielen verlegt werden.

Da bleiben mir immer noch Fragen offen:
1. Wie gleiche ich die Balken aus? Es geht dabei weniger um den Ausgleich von einem Balken zum anderen, sondern die Räume an sich sind völlig schief.
2. Wie erreiche ich den besten Schallschutz
3. Ist eine Füllung der Balkenzwischenräuem nötig und sinnvoll?

Der Bodenaufbau sieht im Moment so aus: von unten wurde Rigips an Latten geschraubt und diese dann wieder an die Balken geschraubt. In den Zwischenräumen befindet sich Lehm, ein paar Steinchen udn natürlich jede Menge Staub.Von Oben sind dann einfach die Dielen draufgenagelt.

Ich weis dass man mit solchen Sachen in so einem alten Haus (1901) in gewisser Weise leben muß, aber das ist schon extrem bei uns. Selbst wenn ma da oben bei normaler Zimmerlautstärke Musik hört, kommt das hier unten recht klar an, selbst das Getippe an der Tastatur, wenn mein Mann oben vorm Computer sitzt, höre ich hier unten.

Oben soll das Schlazimmer hin, mein Arbeits-,Ruhe, und Kreativraum, indem ich auch mal etwas lauter musik hören kann und ein kleines Bad.

So, ich hoffe ich hab alle relevanten Daten aufgelistet und ihr könnt mir weiterhelfen.



eine Variante mit Schallschutzdeckenaufbau über den Balken



mit Lehm-bzw. Leichtlehmschüttung,schallentkoppelt durch auf Sichtschalung vollflächig ausgelegte Hanf-Filzmatte Stärke 3 oder 5mm,sowie Lagerhölzern auf 10-15mm Hanf-Filztrittschallstreifen.Die Hanffilzmatte wird vor dem Lehmeinfüllen mit einfachem Weißkalkhydrat abgestreut.



Holzdeckensanierung



Guten Tag Frau Kirschke,

die Lösung, die Klaus Schillberg anbietet, hat den Vorzug, das schalldämmende Material dort einzubringen, wo es wirklich nützt (es macht nur rechnerisch das gleiche aus, ob die Masse nun im Balkenzwischenraum oder auf der Decke ist, in Wirklichkeit wirkt sie auf der Decke besser).
Es ist aber zusätzliche Belastung damit verbunden, man muß wissen ob das geht: > Statiker.
Alternativen nach ähnlichem Prinzip:
1. Trockenestrichelemente auf Zementbasis mit 18 mm Dämmung verlegen. Noch besser: dieselben Elemente ohne im Verbund angebrachte Dämmung auf 25 mm Trittschalldämmmatte legen. Gewicht: etwa 34 kg/m². Das geht fast immer noch.
Marke: Aquapanel.
2. wie die Lösung von Klaus Schillberg, aber statt Leichtlehm geglühter Sand. Vorteil: viel Masse, hoher Faktor der inneren Reibung.
3. Totalsanierung:
Alte Lehm- und/oder Schlackereste herausnehmen, auffüllen der Blindböden mit Leichtbeton /Thermozell, gibt es als Sackware zum Selberanmischen).
Rohböden dann mit neuem Rauhspund oder mit OSB-Platte, weiter wie Klaus Schillberg, Alt. 1 oder Alt.2.

Von unten können Sie dann 2fach Gipskartonplatten GKF an Federschienen, a < 30 cm, abhängen. Dann haben Sie noch etwas für den Brandschutz getan.
In den Hohlraum würde ich dann locker eine Matte einlegen, um den Hohlraum gegen Resonanzen zu bedämpfen.

Grüße aus Duisburg



Bodenausgleich



Hallo und vielen Dank für die Antworten,
die Vorschläge leuchten anfand der Skizze ein, doch wie mache ich das mit dem Ausgleichen der unebenheiten?

Wenn ich die Variante mit dem Trockenestrich in Betracht ziehe, dann habe ich dazu noch einige Fragen, bzw. Grundsätzliche Fragen.
Wenn ich die Dielen hochnehme, die im Moment noch liegen, kann ich sie doch eigentlich statt des Rauhspund wieder verlegen, oder spricht etwas dagegen?
Auf die Dielen/Rauhspund dann die Trittschalldämmatte legen (wo bekomme ich die? aus welchem Material kann/soll sie bestehen?). Dann die Lagerhölzer,mit denen ich dann auch die Unebenheiten ausgleichen kann, auf die Trittschallmatte. Werden die Lagerhölzer irgendwie verschraubt oder liegen sie wirklich nur so auf der Trittschallmatte, oder sollen sogar noch Filzstreifen unter die Lagerhölzer?
Oder reden, bzw. schreiben wir nun völlig aneinandervorbei und ich brauche gar keine Lagerhölzer und Schraube die Dielen direkt auf die Estrichelemente?
Vielleicht könnten Sie mir einfach nochmal genauer den Aufbau über den Estrichelementen beschreiben, wenn ich wieder Dielen verwenden möchte?

Vielen Dank



Preiswerter wird es,



wenn Sie aus den alten Dielen einen Einschub herstellen und im Balkenzwischenraum dämmen (Rieselschutz diffusionsoffen, Lehmsteine bzw. Grünlinge mit Schüttung-Blähton oder Leichtlehm- für die verbleibenden freien Stellen).

Den Ausgleich können Sie auf den Balken mit keilförmigen Leisten oder durch beidseitig beigeschraubte justierte Bretter (wenigstens 30mm stark) erreichen. Da der Statiker sowieso bezüglich der Traglast vorbeikommen sollte, kann er Ihnen auch sagen, ob der neue Boden eine Scheibenwirkung bringen soll oder nicht. Im letzteren Fall können Sie die Dielen schwimmend verlegen (Skizze). Preiswerter geht's nimmer.
Ansonsten Rauhspund, danach das Gutex/ Pavatex-System aus Holzweichfaserplatten mit Holzleisten dazwischen und darauf Dielen schrauben.

Welche Aufbauhöhe steht zur Verfügung?

Grüße

Thomas



Danke für die Skizze



Hallo Thomas,

Wenn wir die vorhanden Dielen wirklich hochheben, dann kommt dein Lösungsvorschlag in Betracht.
Aber, mal was Grundsätzliches, ist es denn überhaupt möglich einfach so die Dielenaufzunhemen, oder muß ich angst haben, dass sich da irgendetwas "verschiebt"? Stichhwort Aussteifung ?



Die Dielen...



können natürlich demontiert werden, der Bau wird ja nicht durch die Dielen gehalten. Die skizzierte Variante hat den Vorteil, daß die Aufbauhöhe nahezu gleich bleibt und somit keine Probleme bei der Anbindung von Türen, Treppen etc. entstehen.

Grüße

Thomas



Aufbauhöhe



Ich hab es noch nicht ausgemessen, aber 10cm dürfen da locker noch drauf, weil der Balken wo die Tür hinkommt eh viel Höher als der vorhandene Dielenboden ist.
Jedenfalls bin ich jetzt nichtmehr allzu verunsichert. Dankeschön!



Auf den Balken gleicht ...



...es sich leichter aus als in der Fläche, es sei denn, man nimmt Schüttungen, wovon ich eher kein Freund bin - wenn's denn anders geht. Von der Aufbauhöhe her werden Sie jedenfalls keine Probleme bekommen.

Gutes Gelingen

Thomas



Augleich



Hallo Thomas,

Ich hab gerade folgendes hier im Forum gefunden: http://image.historisches-fachwerk.com/upload/original/I3602_2007121213325.JPG

Da wird auch mit Schüttung gearbeitet. So ganz traue ich dem Braten mit der Schüttung nicht, aber das liegt einfach an meiner Vorstellungskraft. Ich hab Angst dass sich die Schüttung irgendwie mit der Zeit "platttritt" und die Konstruktion nicht mehr so stabil ist. Vermutlich total unbeechtigte Bedenken, oder?
Warum bist die Kein Freund von Schüttungen?



Zunächst



komme ich von der Denkmalpflege her, habe über die Jahre viele alte Konstruktionen gesehen und mir eine Meinung darüber gebildet. Die kraft- und formschlüssige Verbindung Holz auf Holz hat sich in mannigfaltiger Form bewährt.

Die Schüttungen hingegen sind allesamt relativ neu. Es ist leicht vorstellbar, das sich der Körnchenkram senkt - abgerissenene Silikonfugen zwischen Boden- und Wandfliesen in Bädern, wo Trockenestrichelemente auf Schüttung liegen, hat jeder schon gesehen. Vielleicht versagt nach 2o Jahren der Rieselschutz, und ein paar lose Äste sind herausgefallen - und schon verschwindet die Schüttung partiell in tiefere Hohlräume. Ich versuche, lasttragende Schüttungen zu vermeiden.

Grüße

Thomas



Bestätigung



Ja, genau das sind auch eigentlich meine Bedenken die ich bei einer Schüttung habe.